Posts by ToterDichter


    Hier mal eine Grafik zu meiner Average-Entwicklung (von den in der MyDartTraining gespielten Legs) meiner "Dart-Karriere". Die Zahlen der x-Achse stehen für die Monate.


    Man kann also sehen, dass es ein munteres Auf und Ab war.
    Bemerkenswert ist aus meiner Sicht, dass der erste Leistungseinbruch mit dem Start der Ligaspiele zusammenfiel. Da habe ich eben deutlich mehr gespielt als trainiert und das hat mir wohl nicht so gut getan.
    Dann ging es nach der Wurfanalyse bei Harald (und dem ersten Lockdown im Jahr 2020) wieder bergauf. Als sich dann der zweite Lockdown ankündigte, habe ich die Chance ergriffen und eine Technikumstellung beim Zurückziehen umgesetzt, die ich schon länger auf dem Zettel hatte.
    Diese Umstellung hat dann zur zweiten Delle geführt, aber nach 3-4 Monaten hat sich der Erfolg eingestellt.

    Der Dartwechsel auf mein drittes Set an Weihnachten, lag übrigens eher daran, dass ich noch ein Weihnachtsgeschenk für die Eltern meiner Freundin brauchte und ich die Hopp 3.0 Darts, die es dann geworden sind, einfach sehr hübsch fand. Glücklicherweise kam ich mit denen dann auch gleich zurecht und bin dabei geblieben.


    Die Grafik endet übrigens mit dem Beginn dieses Trainingstagebuches. Mal schauen, wie es sich weiterentwickelt ;-)

    Kurzes Motivationsupdate: Heute war ein Kumpel aus dem Verein bei mir, der eine Mannschaft höher spielt, und nach 25 Legs von denen ich 18 gewonnen habe, stand ein First 9 von 67,47, eine Doppelquote von 23,68% und ein Average von 58,76. :yes:

    Das hat sich richtig gut angefühlt und war vor allem eine sehr konstante Leistung. Die Motivation für die restliche Woche ist gesichert. Morgen gibt's die nächste Einheit des Trainingplans.

    :dart:

    Es gibt mal wieder einiges zu berichten:


    Die Woche war in der Arbeit ein bisschen stressig und so habe ich mich abends eher dem passiven Premiere League Training gewidmet. Aber jetzt habe ich eine Woche frei und finde sicher jeden Tag die Zeit mich in Ruhe ans Board zu stellen.

    Neben der Arbeit an der seitlichen Abweichung habe ich nun einen weiteren Technikpunkt auf der Agenda. Mir ist aufgefallen, dass ich, wenn ich unter Stress stehe oder müde werde, in ein altes Muster zurückfalle: Dann ziehe ich den Dart ruckartig beim Ausholen zurück, ziehe dann ebenso schnell durch und meine ganze Wurfbewegung wird dadurch unruhig. Daran habe ich schon viel in der zweiten Jahreshälfte von 2020 gearbeitet, aber automatisiert ist es wohl noch nicht.
    Deswegen habe ich am Freitag nach einem Ankerpunkt für meine Hand nach dem Zurückziehen gesucht und bin fündig geworden: Mein Zeigefinger berührt nun nach dem Zurückziehen meinen rechten Mundwinkel und von dort wird der Wurf nach vorne eingeleitet. Dann fühlt sich der Wurf entspannt und kontrolliert an.


    Außerdem fiel heute der offizielle Startschuss für die Teilnehmer des BDV Dart C-Trainer-Lehrgangs. Es gab ein Online-Meeting und die ersten Lerninhalte auf der Lernplattform https://edu-me.de/ wurden freigeschaltet. :loky:


    Und zu guter Letzt habe ich heute (zum zweiten Mal überhaupt) an einem Pro darter liga Ranglistenturnier teilgenommen. Am Ende bin ich durch einen einzigen knappen Sieg von 74 Teilnehmern auf dem geteilten 25. Platz gelandet. Wobei ich immer noch nicht sagen kann, ob ich nun Losglück oder -pech hatte. Mein erster Gegner ist nicht aufgetaucht, mein zweiter Gegner hat mich, ohne dass ich einen Dart auf Doppel hatte, auf die Verliererseite geschickt. Dort habe ich dann ein knappes Spiel gewonnen und schließlich wieder eines ohne Chance auf ein Doppel verloren.
    Naja, teilweise habe ich gut gespielt aber zwei ähnliche Situationen haben mir ganz schön den Wind aus den Segeln genommen. In meinem zweiten Spiel spielt mein Gegner im zweiten Leg erst eine 134 und dann eine 174 mit Aufnahme 2 und 3. Im letzten Spiel, spielt mein Gegner zwei 140er in Folge mit Aufnahme 4 und 5. Beide male war ich so angenockt, dass ich in dem Leg nichts mehr zu Wege gebracht habe. Davon darf ich mich einfach nicht so beeinflussen lassen.

    Also zurück zum Training.

    Mich bringt das aus dem Rhythmus.

    Das ist zwar nicht der Effekt, den ich ich damit erzeugen möchte, aber geht zumindest in die richtige Richtung. Es geht ja gerade darum eine Übung (Dart möglichst nah am gespannten Gummi), die mich in diesem Moment nicht genug fordert, um eine zweite Aufgabe (ich muss den Kopf so stillhalten, dass das Säckchen nicht herunterfällt) zu erweitern.
    Dadurch wird die Aufgabe schwieriger und das soll sie ja auch.

    Vielleicht schadet es nicht den grundsätzlichen Gedanken hinter meinem Techniktraining nochmal aufzuschreiben:

    Was möchte ich? - Eine 100% Quote auf das 20er Segment ;-)
    Woran hapert es? - An der seitlichen Abweichung, ganz klar mit einem Trend in die 5.

    Um die seitliche Abweichung zu verbessern, nutze ich Hilfsmittel, die mir das Training erleichtern und solche, die mir das Training erschweren.

    Wenn ich das Board abdecke, nehme ich mir den Druck irgendetwas treffen zu müssen. Wenn ich dann noch einen roten Gummi über das abgedeckte Board spanne, habe ich wieder ein Ziel, auf das ich mich gut fokussieren kann und dass durch die vertikale Vorgabe die Geradlinigkeit beim Werfen unterstützt.
    Diese beiden Hilfsmittel unterstützen mich also beim Werfen.

    Wenn ich dann an dem Punkt bin, dass meine Darts immer wieder sehr nahe an dem gespannten Gummi landen, dann habe ich diese Stufe des Trainings quasi gemeistert und es ist Zeit die Schwierigkeit zu erhöhen. Das kann ich nun durch zusätzlich Aufgaben machen, wie das Säckchen auf dem Kopf zu balancieren. Oder mir mit einem Metronom den Wurfrhythmus vorzugeben, oder mich auf eine wacklige Unterlage zu stellen, oder sogar Helene Fischer zu hören.

    Am Ende des Tages werde ich im Training immer wieder ganz gewaltig meinen natürlichen Rhythmus und Ablauf stören. Denn wenn es dann bei einem Turnier darauf ankommt, wird eine Komponente hinzukommen, die ich im Training so nicht habe, aber die auch ganz gewaltig meinen Wurf stören kann: Der mentale Druck.

    Mit diesem Trainingsansatz versuche ich also nicht nur grundsätzlich meine Technik in die gewünschte Bahnen zu lenken, sondern sie auch möglichst krisenfest zu machen.

    So, die erste Woche mit dem neuen Trainingsplan ist geschafft und nach der dritten Trainingseinheit, habe ich wieder das Blatt zur Messung der seitlichen Abweichung durchlöchert. Diesmal ist das Trefferbild nicht mehr ganz so weit links wie beim ersten Mal, aber ob sich das in den nächsten Wochen bestätigt bleibt noch abzuwarten. Gerade deswegen messe ich relativ häufig, um am Ende auch sicher zu sein, dass sich wirklich etwas getan hat und ich nicht nur nen guten Tag erwischt habe.

    Eine kleine Neuerung gab es heute: Die Technik-Übung Nr. 2 lief direkt so gut, dass ich die Schwierigkeit ein bisschen erhöht habe, in dem ich ein Crossboule-Säckchen auf dem Kopf liegen hatte, das beim Wurf nicht runterfallen durfte.

    Gestern gab es Runde zwei und es lief deutlich entspannter als am Dienstag. Ich bin aber auch mit einem anderen Gefühl ins Training gestartet: Der Arbeitstag endetete mit einem schönen Erfolgserlebnis und die kommenden Feiertage bieten einen schönen Ausblick auf eine entspannte Zeit.


    Wie vorgenommen habe ich die Aufwärmphase ein bisschen ausgedehnt und den Korridor der ersten Technikübung ein wenig schmaler gewählt. Zusätzlich habe ich für die Korridorübung eine Schablone am Board angebracht, die mir nur das 20er Segment frei lässt, damit ich ein klares Ziel habe auf das ich mich fokussieren kann. Diesmal hatte die Korridorübung auch definitiv Einfluss auf meinen Wurf und ich bin auch mal an die seitlichen Begrenzungen gestoßen. Wobei ich gar nicht so genau beschreiben kann, wie mein Wurf sich während der Übung geändert hat.
    Das ist auch das interessante an der seitlichen Abweichung. Sie hat ihre Ursache in einem Teil des Wurfes, der viel zu schnell ist, als dass ich ihn während des Wurfes wahrnehmen könnte. Ich sehe das Ergebnis, aber die Ursache ist eher ein Gefühl. Deswegen brauche ich ja auch unbedingt das externe Feedback und vertraue darauf, dass sich mein Wurf durch die erfahrenen Misserfolge langsam in die richtige Richtung bewegt.

    So, heute stand die erste Einheit auf dem Programm und zusammengefasst kann man sagen:



    Naja, das Aufwärmen war gefühlt ein wenig zu kurz. Ich hätte wohl noch ein paar Minuten dran hängen sollen, um den anstrengenden Arbeitstag hinter mir zu lassen und den Kopf frei zu kriegen. Ab jetzt geh ich also beim Warmwerfen eher nach dem Gefühl, als genau nach der Uhr. Lieber zu viel als zu wenig.

    Mit der Korridorübung fremdel ich auch noch ein bisschen. Ich habe kein einziges Mal die Stangen des Korridors berührt. Da war der Korridor wohl noch zu breit. Der Harald hat mir aber netterweise eh noch ein wenig Feedback zum Trainingsplan geschrieben und ein paar weitere Übungen mit dem Dart-Technik-Tool empfohlen. Die schau ich mir in den nächsten Tagen mal an, aber die Korridorübung bekommt natürlich noch eine zweite und sicher auch dritte Chance.

    Nach dem Technik-Part (inkl. der Koordinationsübungen) war ich mental auch schon ziemlich platt. Trotzdem hab ich die Einheit genau wie geplant durchgezogen und im letzten Bo5-Match hat dann eine schöne 133 (T20-T19-D8) den Abend gerettet.

    Insgesamt hat das Training 105 Minuten gedauert und war wirklich anstrengend, aber auch sehr abwechslungsreich. Demnächst gibt's mehr davon.

    So, das Ziel steht. Nun braucht es einen Plan wie wir von A nach B kommen. Das ist der Weg, den ich nun dreimal pro Woche so durchziehen möchte:



    Das Aufwärmen entspricht so ziemlich den Empfehlungen von dartblog. Ein bisschen die Muskeln und Gelenke aufwärmen und dann im wesentlichen locker auf ein abgedecktes Board ohne großes Ziel werfen. Einfach den Arm gut durchschwingen und gerne auch mal mit der falschen Hand, damit das Gehirn schön wach ist.

    Der Technik-Teil ist ganz klar von Harald. Die Korridorübung gibt's hier. Die Übungen mit einem gespannten Gummi sehen so aus:



    Warum mache ich das so? Der Korridor gibt mir ein externes Feedback und der gespannte Gummi ein vertikales Ziel, an dem ich mich orientieren kann. Dabei ist die Variante durch das 20er-Segment eine Steigerung in der Schwierigkeit, da deutlich mehr Ablenkung für den Fokus auf dem normalen Board besteht.


    Die Koordinationseinheiten, die ich einschiebe würden dartblog sicher gefallen und sind für den Anfang mal die erste und zweite Hälfte des SkyGym Brain Trainings. Das soll das Training auflockern und dabei an den Grundlagen der Hand-Auge-Koordination feilen.

    Wenn der Technik-Teil geschafft ist, spiele ich eines meiner Lieblingsübungsspiele zur Belohnung und am Ende wird noch ein bisschen gezockt :dart:

    Hallo zusammen, in letzter Zeit treibe ich mich ja immer mehr im dartn-Forum rum und gebe meinen Senf zu Fragen rund ums Thema Training. Mein Ansatz ist dabei im Wesentlichen: Leute, hört auf Oliver von dartblog bzw. Harald von Bewegungsanalyse Darts. Nur halte ich mich in meinem eigenen Training nicht so ganz an das, was ich selbst predige.
    Deswegen nun also dieses öffentliche Trainingstagebuch. In der Hoffnung, dass ich dadurch den letzten Extraschub Motivation und vor allem Disziplin bekomme, der mir noch fehlt.


    Regel Nr 1 für ein richtiges Training. Man braucht ein klares Ziel. Bei mir ist das die Reduzierung der seitlichen Streuung beim Scoring, vor allem in die 5.

    Um zu überprüfen, ob sich eine Verbesserung einstellt, schaue ich auf zwei Dinge.

    1 - Trefferbild


    Ich werfe in jeder dritten Trainingseinheit 30 Darts auf ein Stück Papier mit vertikalen Linien, die das Blatt in sechs Bereiche teilen, wobei die inneren beiden Bereiche zusammen 3 cm breit sind (also ein bisschen kleiner als ein Triple-Feld). Da sollen die Darts wenn möglich rein.


    Links seht ihr mein Start-Trefferbild und das passt auch zu meinem Gefühl. 57% der Darts passen ziemlich gut, wobei eine deutliche Tendenz nach links zu erkennen ist, was für einen Rechtshänder aber auch ziemlich normal ist.



    Die Ergebnisse pflege ich in folgender Tabelle:


    DatumL außerhalbL2L1LRR1R2R außerhalb
    27.03.20210%13%17%40%17%13%0%0%
    05.04.20210%3%17%37%23%17%3%0%


    2 - Top 10 Scores in 501-Legs


    Im letzten Teil jedes Trainings spiele ich ein paar Legs gegen den CPU Level 7 in der MyDartTrainings-App. In der Statistik dazu findet man dann die Top 10 Scores des eigenen Spiels (bei mir gefiltert auf einen Startwert von 200 oder höher) und an Nr. 2 in meiner Rangliste steht zur Zeit die 45 und dieser habe ich eben den Kampf angesagt. Den Stand meiner Top 10 Scores pflege ich einmal zur Mitte des Monats und einmal am Ende in folgender Tabelle:


    Datum6045100854181591404455
    27.03.2021
    15.5%14.5%14.5%14.2%9.8%7.5%5.7%6.4%6.2%5.9%

    Hallo Manfred,

    irgendwie habe ich das Gefühl, dass bei der Azeige der X01-Stats die Einschränkung in den Einstellungen von "Aufnahmen Startscore" nicht greifen. Zumindest sehe ich in den Top 10 Scores keinen Unterschied, wenn ich dort die Einstellungen verändere.

    Im Wesentlichen würden mich die Top 10 Scores vor allem bei einem Startscore von über 170 interessieren.

    Wäre eben letztlich auch die Frage wie man Talent genau definiert!? Aber wenn 2 Leute ein ähnliches Training absolvieren dann könnte man ja anhand der Unterschiede der Leistunsentwicklung das Talent recht gut einschätzen!?

    Die Definition ist genau das Problem. Wenn davon gesprochen wird, das man eben Talent hat oder nicht, heißt das für mich, dass man damit geboren wurde. Wenn jemand mit dem Dart-Training beginnt, ist er aber schon viel zu alt, um festzustellen, ob seine Fähigkeiten nun angeboren sind oder in der Jugend antrainiert wurden. Deswegen würde auch das Experiment mit der Leistungsentwicklung kein aussagekräftiges Ergebnis liefern, da man schlicht nicht sagen kann, woher ein beobachteter Unterschied kommt.
    Letztlich ist es aber auch egal ob es Talent gibt oder nicht. Es definiert ja nur den Startpunkt für das Training.

    Hi Flash und Willkommen im dartn.de-Forum!

    Genau dieses Experiment gibt es schon und zwar macht das Semin Mensar auf Youtube. Der spielt nach 1,5 Jahren auch schon ganz gut.


    Ich bin angehender Dart-Trainer und mich beschäftigt die Frage, ob der Erfolg beim Dart vom Talent abhängt sehr. Eigentlich beschäftigt mich sogar die Frage, ob es Talent wirklich gibt. Also Talent in dem Sinne, dass es etwas angeborenes ist, das nicht jeder Mensch hat.

    Und dann natürlich die Frage, warum viele Spieler nie über einen 50er Average hinauskommen und manche über 100 spielen. Ist das Glück/Talent oder haben die besseren Spieler einfach besser oder mehr trainiert?
    Unser Bundesligakapitän hat auf meine Frage, wie er so gut geworden ist, geantwortet: "Viel Zeit und Leidenschaft rein gesteckt habe. Aber das Training war halt oft 501 dann mal ab und zu 170er oder 121er spielen. Manchmal paar doppeltrainings und gut ists."

    Laut aktueller Trainingslehre ist aber eigentlich das Einschleiftraining (also immer wieder die gleichen Trainingsspiele) nicht der erfolgsversprechende Weg. Variation ist angesagt. Wobei ich bei unseren jungen "Talenten" im Verein beobachte, dass sie schon sehr viel mit ihrem Wurf etc. experementieren auch wenn sie nur 501 oder 121 spielen. Vielleicht schaffen sie sich auf diese Weise die nötige Variation. Und sie investieren sehr viel Zeit.

    Wie sieht denn dein Training aus, Flash? Was trainierst du? Und wie oft und wie lange?

    • 50-60% auf Single sind für einen Anfänger sehr gut
    • du machst dir sehr wahrscheinlich zu viele Gedanken, so wie sehr viele (und ich auch)
    • es dauert in der Regel Monate bis man einen automatisierten Wurf entwickelt


    Wenn du genauere Hilfe möchtest, dann verlinke hier bitte Videoaufnahmen von deinem Wurf (von der Seite und von vorne, nicht in Zeitlupe) und dann schau ich mir das gerne an.

    Hatte ich noch nicht, ist aber ein interessanter Gedanke.

    Ich würde ihm den Tag nicht verderben: "A win is a win."
    Im nächsten Training würde ich dann allerdings beim 501 spielen die Regeln so modifizieren, dass nur noch Treffer in die 5-20-1 bzw. 7-19-3 gezählt werden bis er bei einem Restscore von unter 131 steht.


    Es kommt dabei aber auch ein bisschen drauf an. Wenn ich mir vorstelle, dass es ein Jugendspieler ist, der nach dieser Reihe an Glückstreffern sich für den nächsten Gerwyn Price hält und rumposed, dann könnte ich mir auch gut vorstellen ihm gleich einen Dämpfer zu verpassen.
    Normalerweise würde ich nämlich davon ausgehen, dass man sich schon über den Leg-Gewinn freut, aber einem auch klar ist, wie viel Glück man hatte.

    Ich, als angehender Trainer, würde meinem Schüler definitiv raten bei den im Training eingeübten Finishwegen zu bleiben. Ihn darauf hinweisen, dass er das bestimmte Doppel im Training schon 1000mal getroffen hat und das er das auch heute in sich hat.

    Mir als Trainer ist es aber auch ziemlich egal, ob der Schüler ein Spiel heute verliert, wenn er dafür im nächsten Jahr immer mehr Spiele gewinnt, da er kontinuierlich an sich arbeitet und an sein Training und seine Vorbereitung glaubt. Dabei ist ein wichtiger Grundsatz, dass man im Training an Veränderungen arbeitet und im Spiel sich nur darauf fokussiert das nächste Ziel zu treffen, wie man es im Training vorbereitet hat.
    Wer im Spiel anfängt seine Finishwege zu hinterfragen, ist nur noch einen kleinen Schritt davon entfernt an seiner Wurftechnik zu zweifeln. Und dann führt der Weg ganz schnell dahin ständig seine Technik und Darts zu wechseln und am Ende funktioniert gar nichts mehr.

    Selbstbewusstsein und Routine sind essentiell im Dart und die holt man sich im Training. Im Spiel vertraut man dann darauf.

    Und ich bin mir auch im Klaren darüber, dass ich ein schlechter Dartspieler bin und dass ich das nur über Training ändern kann, wenn ich ernsthaft besser werden will. Aber ist strategisches Denken/Handeln deswegen falsch? Darf ich das erst ab Average >50?

    Nein, natürlich darfst du auch mit einem Average von unter 40 gerne strategisch denken, wobei ich mir dann vorstellen könnte, dass ein ganz anderer Ansatz der vielversprechenste wäre. Nämlich in einem Bereich zu scoren, der möglichst wenig Varianz verspricht (z.B. die T16) und erst ab einem Restscore von unter 61 Punkten an das Stellen eines gewünschten Doppels zu denken.

    Und bitte versteh die Antworten hier nicht falsch. Wir sind es nunmal gewohnt, dass Anfänger nach dem einen Tipp suchen, der ihr Spiel möglichst schnell voran bringt. Dass jemand wie du vorbeikommt, der Dart eher als philosophisches Hobby betreibt, ist einfach selten.