Beiträge von ChordOfCalling

    Schade für Preis, dass er bei seinem Debüt 2 so starke Gegner bekommt :(


    Ich kann natürlich nicht für Florian Preis sprechen aber wenn das mein Pro Tour Debut wäre, würde ich mich über M. Smith und Bunting als Gegner wohl mehr freuen als wenn meine Gegner beispielsweise Adam Lipscombe und Sietse Lap heißen würden, auch wenn die Siegchancen in diesem Fall wohl wesentlich höher sein dürften.

    Diese Welt hat echt andere Sorgen.

    Richtig. Das hier ist aber ein Dart-Forum, in dem über Dart-Themen diskutiert wird und ich kann mir gut vorstellen, dass es einige User gibt, die hier unter Anderem aus genau diesem Grund aktiv sind: den Sorgen und Problemen der Welt da draußen wenigstens temporär zu entkommen und sich in die (mal mehr, mal weniger) heile Welt des Darts zu flüchten.

    Falls es in UK etwas vergleichbares wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (welches u.A. vor Diskriminierung im Arbeitsleben schützen soll - als Profi ist der Dartsport ihr Job) gäbe, könnte NvL mmn (bin kein Jurist) schon dagegen klagen - natürlich nicht gegen Deta Hedman, aber gegen die PDC.

    Das James Wade heute nicht wirklich "schwach" unterwegs war.

    Der Originalpost war doch klar auf das Spiel gegen Grüllich bezogen und da hat er nunmal nur knappe 83 Punkte gespielt, was man bei James Wade durchaus als "schwach" bezeichnen darf. Er hätte in R1 auch 6x den 9er spielen können, die Leistung in R2 war trotzdem schwach und so geht er halt verdient raus.

    Ist halt ein Paradoxon des Dart-Sports.

    Beim Fußball schaue ich mir persönlich lieber ehrliches Gekicke von Bezirksliga bis B-Klasse an, das Spiel dauert immer 90 Minuten. Beim Darts am unteren Niveauende ist es halt für mich persönlich langweilig zuzuschauen, wenn die Leg durchschnittlich länger als sagen wir 50 Darts von beiden insgesamt gehen. Da schaue ich lieber European Tour oder lese Zahlen der DT/CT und PCs mit.


    Wenn man das so formuliert ist das auch völlig legitim und dagegen sagt ja auch niemand was, mir gehts ja teilweise selbst so. Solchen Spielen dann aber abzusprechen, dass sie Sport seien, ist dagegen einfach nur respektlos und zeugt nur von der Ignoranz des Autors, der in seinem Leben wahrscheinlich noch keine 3 Legs selbst gespielt hat.

    Mit echtem Sport hat das wenig zu tun denke ich, wenn die Pfeile eher zufällig Richtung Board segeln und die für ein Leg gefühlt 15 bis 100 Darts brauchen.

    In unserer Regionalen Turnierserie kommt es auch hin und wieder vor, dass mal 50-70 Darts fliegen, bis ein Leg beendet wird. Hat das deiner Meinung nach dann auch "wenig mit echtem Sport zu tun"?

    Können wir alle nicht wenigstens mal die ersten 1-2 Abende abwarten, bevor hier wieder unreflektiert über die ach so schlechten Influencer rumgeweint wird?

    Aktuell spiele ich im Durchschnitt zwar nur um die 45, habe mich aber seit Oktober, als ich nach längerer Pause wieder mit regelmäßigem Training angefangen habe, um ca. 10 Punkte gesteigert und bin an guten Tagen auch mal dazu im Stande, ein BO5 mit 50+ zu spielen. Ich glaube deshalb, ganz gut beurteilen zu können, welche Faktoren bei mir für ein gutes Spiel stimmen müssen.

    Griff:

    1) griffstärke: Welchen druck fühlt ihr in etwa auf einer Skala von 1 (minimaler Druck so dass der dart fast rausrutscht) und 10 (richtig fest zusammendrücken)?

    Ich habe viel mit der Griffstärke experimentiert und festgestellt, dass mir der Dart öfters schon vor dem eigentlichen Release-Point unkontrolliert aus der Hand rutscht, wenn ich ihn zu leicht anfasse. Wenn ich ihn dagegen zu fest anfasse, verkrampft mein Arm relativ schnell, was mich dann Präzision und Ausdauer kostet. Daher ordne ich mich auf dieser Skala ziemlich mittig bei ner 5-6 ein weil leicht zu fest immer noch bessere Ergebnisse liefert als leicht zu schwach.

    2) verlauf des griffdrucks: fühlt ihr einen gleichmäßigen Druck vom Zielen über zurückziehen und release oder ändert sich das?

    Der Druck bleibt bei mir relativ gleichmäßig aber ich glaube, dass ich ihn gegen Ende der Rückzieh-Bewegung unterbewusst tendenziell eher leicht erhöhe, was, wie ich finde, dem Gefühl in den Fingerspitzen bei Abwurf etwas zugute kommt.

    3) bei welchen fingern fühlt ihr den hauptdruck?

    Ich halte den Dart relativ "spitz" zwischen Daumen und Zeigefinger, weswegen ich dort den Hauptdruck verspüre. Mein Mittelfinger berührt den Dart nur ganz leicht kurz vor dem Zeigefinger, was mir mehr Kontrolle verleiht. Das vordere Ende des Barrels liegt locker auf meinem Ringfinger, wodurch ich die Ausrichtung des Darts zum Ziel möglichst konstant halte.

    Wurf:

    1) Tempo des zurückziehens: eher langsam und geführt oder eher "ballistisch", also die Hand quasi "zurückfliegen" lassen?

    Kleine Pause am umkehrpunkt oder eher dynamisch von zurückziehen zum Wurf Übergang?

    Definitiv langsam und geführt, v.A. am Anfang. Wenn ich aber in den Tunnel komme und den Flow spüre, wird die Rückziehbewegung etwas schneller aber als "zurückfliegen" würde ich das trotzdem nicht bezeichnen. Bei der Pause vor dem Abwurf (vor der Beschleunigung halte ich den Dart etwa eine halbe Sekunde vor mein Dominantes Auge, so dass ich quasi durch den Dart mein Ziel fokussiere) verhält es sich ähnlich: Je mehr Flow, desto kürzere Pause.

    2) Wurf tempo: eher fest und direkt oder locker und gefühlvoll im leichten Bogen ?

    Eher fest und direkt. Auf der "van Barneveld - Nijman - Skala" würde ich mich bei der 7 verorten, wenn Barney 0 und Nijman 10 bedeutet.

    3) beschleunigungsverlauf: eher gleichmäßig geführt oder dynamische Beschleunigung zum Release hin?

    Diese Frage fällt mir am schwersten, weil ich hierauf noch nicht bewusst geachtet habe, würde aber intuitiv sagen, dass ich eher dynamisch beschleunige.

    4) wo ist euer gefühlsfokus beim Wurf? Eher ein Interner Fokus auf die Gelenk und muskelbewegungen von unterarm und Handgelenk oder ein externer Fokus auf den Kontakt des darts mit den fingern und das bewegen des darts auf das Ziel hin?

    Das, was du hier als externen Fokus bezeichnest, würde ich immer noch als inneren Fokus sehen weil du dich ja trotzdem auf dein Körpergefühl konzentrierst, wenn du dabei auf den Kontakt des Darts mit den Fingern und die Wurfbewegung konzentrierst. Externer Fokus wäre, wenn dieser NUR auf dem Ziel liegt und du nicht mal mehr bemerkst, was dein Körper da eigentlich gerade treibt.
    Im Spiel also Fokus definitiv extern, wenn man aber am Wurf arbeiten oder diesen einfach besser verstehen möchte, macht es im Training schon Sinn, den Fokus regelmäßig auf das Innere zu verlagern.

    5) fühlt ihr die "teilbewegungen" des wurfs, also erst unterarm und arm ende beim Release den "snap" im Handgelenk, oder fühlt ihr eine flüssige Bewegung als eine Einheit?

    Ich fühle nur eine einzige, flüssige Bewegung, der Snap im Handgelenk erfolgt bei mir ganz automatisch, wenn der Rest des Bewegungsablaufes auch stimmt.


    Auch wenn ich (noch) nicht ganz deinem gewünschten Skill-Level entspreche, hoffe ich, dass du aus meinen Ausführungen trotzdem was für dich mitnehmen kannst :)

    Weiß nicht mehr genau, wer Folgendes gesagt hat (ich glaube van Gerwen): Wenn man beim Darts anfängt nachzudenken, hat man schon verloren. An diesem Satz ist auf mehreren Ebenen einfach extrem viel Wahres dran.


    Damit hat er natürlich Recht, man sollte die Aussage trotzdem etwas differenzierter betrachten. MvG (oder wer auch immer) meinte damit ganz klar das Verhalten im laufenden Spiel. Im Training kann und sollte man natürlich immer wieder auf seinen Wurf achten, den Fokus internalisieren und ggf. auch immer wieder mit den verschiedenen Parametern eines Wurfes experimentieren. Es passiert so leicht, dass sich kleine Fehlerchen einschleichen, die man nur mit extremem Aufwand wieder los wird, wenn man sie zu spät bemerkt und sich daran gewöhnt hat.