Beiträge von DazGuile

    Das Problem ist dabei, dass der Mensch gerne in Schubladen denkt. Schubladen, die durch Andersartigkeit definiert werden.

    Hautfarbe, Behinderung, Geschlecht, etc. Es geht einfach nicht anders, man wird nach irgendwelchen Kriterien einsortiert. Deshalb können wir nicht einfach „Frauen“ sagen und alle inkludieren.

    Über Generationen aufgebaute Vorurteile, Rassismus und Geschlechterrollen wird man nicht von heute auf morgen ändern können. Das ist auch eines der Probleme, was ich persönlich bei der Transthematik habe. Man erwartet zu viel. Egal, wie sehr das Thema in den Fokus rückt, wird eine tatsächliche Akzeptanz in der überwiegenden Mehrheit der (westlichen) Bevölkerung erst nach mindestens ein zwei Generationen erfolgen.

    Ron Meulenkamp war die Nummer 28 der Nachrückerliste. Arno Merk ist die Nummer 43. Dazwischen sind auch noch einige Niederländer, die zumeist spontan teilnahmefreudig an der Pro Tour sind.

    Wenn es also vermutlich nichts werden. Schade, dass es bei Unterbuchner nicht geklappt hat.

    Man kann sich natürlich auch einfach alles schön reden oder halt das Kind beim Namen nennen. Warum sollte ein Smith sonst aktuell Floor Turniere auslassen? Arbeits- und Reisestress kann es nicht sein.

    Ich bin wegen meiner Arbeit auch an knapp 20 Wochen im Jahr auf Dienstreise. Ich weiß ja nicht, ob du Familie und Kinder hast, aber die Zeit, die du verpasst, weil du nicht zu Hause bist, sollte man nicht unterschätzen. Ist nicht schön, wenn deiner Kinder Meilensteine im Leben erreichen und man ist nicht dabei.

    Michael Smith hat jetzt über mehrere Jahre die Premier League, die World Series mitgenommen und war eines der Aushängeschilder der PDC. Er hat nahezu alles mitgemacht.

    Jetzt ist er an einem Punkt angekommen, an dem sein Körper streikt und er sein volles Potenzial nicht mehr abrufen kann. Das geht dann auch auf die Psyche. Das ist keine Frage, ob er es will oder nicht. Er kann es aktuell sowohl mental als auch körperlich nicht mehr.

    Er kann aktuell nicht mehr das Niveau der letzten Jahre zeigen und dadurch wirkt sich die Zeit, die man nicht zu Hause verbringen kann noch deutlich negativer aus. Das ist ein Teufelskreis.

    Nicht umsonst hat er fast die Dartsscheibe von der Bühne geprügelt, als bei einem ET Turnier der Familenhund krank war.

    Daher hoffe ich, dass er sich lieber eine ordentliche Auszeit nimmt, seine Akkus körperlich und geistig wieder auflädt und dann wieder angreift.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Price und/oder Wade noch absagen werden, je nachdem wie das World Matchplay weiter verläuft.

    Dann werden wir sehen, ob Unterbuchner überhaupt Interesse daran gehabt hätte.

    Ansonsten stehen, wie immer, die üblichen Verdächtigen auf der Liste.

    Schade, dass Lukas Wenig heute Co bei der Übertragung ist, da ich ihn da nicht sonderlich passend finde.

    Wolters, Eidams, Marijanovic oder Hempel gefallen mir da deutlich besser. Hopp macht es auch nicht schlecht, redet mir aber immer zu gekünstelt. Das ist mir zu wenig authentisch.

    Da muss ich dir Recht geben. Wolters gefällt mir als Experte tatsächlich sehr gut. Da kann er in Zukunft gerne auch weiterhin kommentieren, um ein bisschen Geld für die Kasse zu bekommen, das mit der Tourcard wird sich ja erledigt haben.

    Kann passieren. Du läufst in einen Spieler, der an dem Tag einfach das bisschen besser ist.

    Egal ob du Humphries, Aspinall oder Schindler heißt. Dann ist eben in der ersten Runde Schluss.

    Aber Martin ist noch immer auf einem guten Weg und wenn er diesen weiter geht, dann wird er im nächsten Jahr in der ersten Runde gesetzt sein.

    Ich würde bei van Duijvenbode auch eher darauf setzen, dass er seinen „Tiefpunkt“ überwunden hat und in den nächsten Monaten in der Order of Merit wieder nach oben klettern wird.

    Ja, seine Leistungen schwanken zwischen Hobbydarter und absoluter Weltklasse, aber das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem letzten Jahr, in dem er kaum ein ganzes Match in der letzteren Kategorie zusammengebracht hat. Die Anzahl seiner richtig guten Spiele, nehmen in diesem Jahr wieder zu. Er ist meiner Meinung nach auf dem richtigen Weg. Ob er nochmal Richtung Top 10 greifen kann, wird sich zeigen. Ich würde es ihm aber zutrauen, es zu schaffen.

    Da würde ich eher noch Peter Wright in den Raum werfen, der nach der European Championship nochmal gehörig an Preisgeld verliert. Bei ihm schwanken die Leistungen auch zwischen Weltklasse und Hobbydarter. Aber im Gegensatz zu van Duijvenbode nehmen bei ihm die schlechten Leistungen in der Häufigkeit immer weiter zu.

    Ich würde gerne mal über ein Thema sprechen, das mich immer wieder beschäftigt. Große Namen, die in der Weltrangliste immer weiter abrutschen und vielleicht sogar die Tourcard verlieren könnten. Spieler auf dem gleichen Weg wie Adrian Lewis, Simon Whitlock oder Mensur Suljovic. Aber auch Spieler, die aus den Top 16 gerutscht sind und wie Gary Anderson, James Wade oder Stephen Bunting wieder dorthin zurückkehren konnten. Spieler in der Krise und deren Chancen, aus dieser Krise auszubrechen.


    Gabriel Clemens:

    Ich starte gleich mit dem deutschen Spieler, den man als einzigen Spieler in diese Liste setzen kann. Prinzipiell ist Gaga seit über einem Jahr in der Order of Merit im freien Fall. Mit dem Wegfall der direkten Quali für alle deutschen ET Turniere und dem Fall aus den Top 32 der Pro Tour, gibt es für ihn außer den PC Turnieren kaum Möglichkeiten Preisgeld zu sammeln. Und auch dort läuft es nicht besonders gut. Der Average ist zwar meistens gar nicht mal so schlecht, aber die Siege bleiben trotzdem aus. Er sollte sich bestenfalls mindestens für die WM qualifizieren, um im nächsten Jahr nicht um die Tourcard kämpfen zu müssen.

    Mein Ausblick: Gaga wird auf absehbare Zeit nicht wieder in die Top 32 zurückkehren, aber auch den Verlust der Tourcard sehe ich noch nicht am Horizont.


    Michael Smith:

    Der Bully Boy ist inzwischen aus den Top 16 der Main Order of Merit und der Pro Tour gefallen und hat sich nicht für das World Matchplay qualifiziert. Wer hätte das vor zwei Jahren gedacht? Wie bei Gaga scheint zwar hin und wieder das Talent in manchen Matches durch, aber die Konstanz ist vollkommen abhanden gekommen. Dazu kommt eine körperliche Einschränkung und meiner Meinung auch ein mentales Problem, das er lösen muss. Ähnlich wie Aspinall vor einem Jahr, kämpft er mit seinem Körper. Die Frage wird sein, ob er es auch schafft, die Wende wieder einzuläuten oder ob wir hier einen Werdegang wie bei Adrian Lewis erwarten können.

    Mein Ausblick:

    Ich denke, dass der Bully Boy die Sommerpause nutzen soll, um seinem Körper Zeit zur Regeneration zu geben. Er ist einer der talentiertesten Spieler auf der Tour und ich denke, dass er wieder in die Top 16 zurückkehren wird. In Reichweite der Premier League sehe ich ihn aber nicht mehr.


    Dimitri van den Bergh:

    Auch hier ein mehrfacher Major Champion, der inzwischen selbst in der Pro Tour vollkommen aussichtslos abgeschlagen ist. Dimi hat im nächsten Jahr ein hohes Preisgeld zu verteidigen und Stand heute sehe ich keinen Weg, wie er das umsetzen könnte. Er hat ein großes Talent, aber der Kopf ist derzeit nicht da. Daran hat auch seine kurze Pause nichts geändert. Er ist derjenige, dem ich aktuell die größte Krise zuschreiben würde.

    Mein Ausblick:

    Dimi wird im nächsten Jahr den Top 32 der Order of Merit fallen. Wie bei Gaga wird er sich für jedes Turnier der ET qualifizieren müssen. Das sehe ich einfach nicht. Sofern die mentale Blockade nicht wie durch ein Wunder wegfällt, sehe ich bei ihm in den nächsten Jahren auch die Tourcard gefährdet.

    Ich denke, daß es weitaus mehr verfügbare Hallen in Deutschland gibt, und das durchaus auch zum kleinen Preis. Wenn das das Kriterium wäre, könntest du 2000 Dartsturniere pro Jahr nur in Deutschland veranstalten. Ein wenig wird es auch auf das Marketing der jeweiligen Standtort-Betreiber ankommen, oft aber auch einfach auf den Zufall, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Prinzipiell denke ich auch, daß man in meinetwegen Hamburg auch andere Ticketpreise aufrufen könnte, als in Riesa.

    In Riesa hat man eine relativ große Halle, die auch regelmäßig mit hohen Zuschauerzahlen ausgelastet ist. In diesem Jahr waren am Samstag 8300 Zuschauer über die beiden Sessions vor Ort.

    Riesa liegt auch geographisch an einem Ort, an dem man Halle, Leipzig, Dresden, Sachsen an sich und das südliche Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt im Einzugsgebiet hat. Das sind eine ganze Menge potenzieller Besucher.

    Da wird man mit Hamburg sicherlich auch keine besseren Zahlen erreichen. Und wie hier bereits schon gesagt wurde, wird die Verfügbarkeit und der Preis in Relation zur Größe eine Rolle spielen.

    Nach einem guten halben Jahr, in dem hauptsächlich Pro Tour und Euro Tour gespielt wurde, kann man für eine kleine Einschätzung mal die Year to Date OOM heranziehen.

    9. Martin Schindler - 119,5

    34. Ricardo Pietreczko - 51,75

    37. Niko Springer - 43,75

    58. Gabriel Clemens - 24,75

    60. Dominik Grüllich - 23,25

    69. Max Hopp - 20,75

    81. Florian Hempel - 16,5

    95. Lukas Wenig - 14

    101. Leon Weber - 12

    118. Maximilian Czerwinski - 7,5

    145. Kai Gotthardt - 4

    Martin Schindler spielt eine sehr gute Saison, die er sich nach einem schwächeren Start ins Jahr hart erarbeitet hat.

    Neben ihm zählen Ricardo Pietreczko und Niko Springer zu den Spielern, die man in die erweiterte Top 32 rechnen kann. Wobei die Leistung von Niko hier weitaus beeindruckender ist, da er sich die Qualifikationen für die Turniere auf der Euro Tour erstmal erspielen musste.

    Danach sieht es aber schon etwas düster aus. Nur weitere drei Spieler sind an der Grenze der Top 64 aufzufinden, wobei man auch hier sagen muss, dass die Leistung für Max Hopp und Dominik Grüllich im ersten Jahr der Tourcard mehr als in Ordnung geht. Gabriel Clemens hingegen muss im nächsten Jahr dann vermutlich um den Erhalt der Tourcard kämpfen, wenn sich die Ergebnisse nicht verbessern.

    Bein den restlichen Spielern ist noch teilweise deutlich Luft nach oben. Bei Max Czerwinski und Leon Weber zeigt die Formkurve aber nach oben. Flo Hempel und Lukas Wenig werden wir wohl in der Q-School 2026 sehen und bei Kai Gotthardt wird vielleicht irgendwann der Knoten platzen.

    Ich habe mir mal die Mühe gemacht, hier den ganzen Thread durchzulesen. Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte dein Dialog hauptsächlich im Paulaner Garten stattgefunden. DoubleHunter bringt es relativ gut auf den Punkt, das wird hier in vielen deiner Aussagen deutlich.

    Ich stimme dem Rest deines Beitrags völlig zu, aber mich nervt es gewaltig, dass hier ein Tim Wolters ständig als Negativbeispiel herausgepickt hat. Der Mann hat zu Beginn alle Turniere mitgenommen und ist dann an Morbus Crohn erkrankt und hat viele Turniere auslassen müssen. Hat bis heute Probleme mit der Erkrankung und hat inzwischen aufgrund dessen einsehen müssen, dass es wohl keine realistische Chance mehr auf den Tourcarderhalt gibt. Es ist nun wahrlich nicht so, dass der Mann keinen Bock auf die Tour hatte und kaum Turniere gespielt hätte. Da wäre dann ein Rupprecht das bessere Beispiel, der von Beginn an andere Prioritäten hatte.

    Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Ich hätte hier auch Rupprecht oder Krohne nennen können, wobei man hier Krohne zu Gute halten muss, dass er tatsächlich seine Karte abgegeben hat.

    Bei Wolters ist es so, dass er bereits 2024 10/30 PC Turnieren ausgelassen hat. Inwiefern das bereits auf seine Erkrankung zurückzuführen ist, möchte ich nicht beurteilen.

    Am Ende sehe ich einen Spieler, der inzwischen selbst alle Turniere in den Niederlanden und Deutschland auslässt, aber in den letzten Monaten trotzdem immer wieder bei und für DAZN kommentiert hat.

    Egal wie stark man die Krankheit dafür verantwortlich machen kann, kann man feststellen, dass Tim Wolters kein Gewinn für die Tour war/ist. Nichtsdestotrotz hat er die Karte gewonnen und kann damit anstellen, was er will.

    Ich mag Flo als Dartsspieler, Experte und als Persönlichkeit auch sehr gerne und freue mich, dass er sich auch außerhalb der Tour ein Standbein aufgebaut hat.

    Wer aber die Qualifier zur Euro Tour auslässt, weil Kosten/Nutzen sich nicht rechnet, der hat anscheinend ganz wenig Vertrauen in sein eigenes Spiel.

    Ich habe mir letztens den Ausschnitt von Niko Springer im Darts Podcast angehört, der bezüglich der ET Quali gesagt hat, dass er sich als Darts Profi sieht und er daher auch die Profi Qualis spielen und sich dort auch durchsetzen möchte. Das gibt er als einen Grund an, warum er keine Host Nation Quali gespielt hat. Das steht dann im großen Gegensatz zu Flo, der anscheinend seinen Ehrgeiz irgendwo verloren hat.

    Da sehe ich aktuell schlechte Chancen bezüglich des Tour Card Erhalts und würde bei solchen Aussagen bezüglich der ET auch anderen Spielern eher eine Tour Card gönnen, die dann auch all ihre Chancen nutzen würden.

    Jeder „Tim Wolters“, der keine Tourcard erhält, ist ein Gewinn für die PDC und die Tour.

    Da lobe ich mir an dieser Stelle Max Czerwinski, der trotz ungünstiger Prognose bis dato alles mitgenommen hat und sich auch schon häufiger ins Preisgeld gekämpft hat. Das macht für mich persönlich den Dartssport aus.

    Und auch die üblichen Gesichter in der Abwesenheitsliste.

    Jules van Dongen wird wohl aufgrund seiner Dartitis bis auf den WM Qualifier kaum mehr auf der Tour zu sehen sein.

    Luke Littler wird wohl aufgrund fehlender Motivation und mangels Dringlichkeit nur noch ganz selten auf der Pro Tour zu sehen sein.

    Und bei Tim Wolters, da verstehe ich die Situation nicht, wenn ich ehrlich bin.

    Ich frage mich nur, aus welcher Zeile man jetzt „meine Ideologie“ lesen konnte?

    Ich habe weder für noch gegen Transpersonen in Frauensport argumentiert? Ich habe lediglich herausgestellt, dass die derzeitige Situation keine Lösung sein kann und man in jeglicher Hinsicht differenziert an die Sache herangehen sollte.

    Um hier vielleicht wieder einen Vergleich zum Darts zu ziehen.

    Wenn ich Darts Profi bin, ein Turnier in der tiefsten Provinz mit einem Preisgeld von 1000 Euro dotiert wird und ich 15 Spieler, die kaum 30 im Average spielen, aus dem Weg räume, um mir den Titel zu holen, ist es definitiv nicht meine Schuld, dass ich daran teilnehme.

    Wir haben uns hier den Wolf diskutiert und jetzt? Die Tagespolitik zeigt auf wie die ganze Sache gehandhabt wird.
    Die hier öfters erwähnte amerikanische Schwimmerin Lia Thomas verliert jetzt alle Titel und Rekorde da sie der homophoben und transgenderfeindlichen Regierung Trump wohl nicht ins Bild passt. Nicht nur dass man ihr alle Leistungen aberkennt und sie an die jeweils Zweitplazierten gibt, nein um die Demütigung zu vollenden muss Thomas auch noch eigenhändig persönliche Entschuldigungsbriefe schreiben.
    Mehr dazu:
    Titel aberkannt

    Der Zwang ein Entschuldigungsschreiben zu verfassen, geht weit über das hinaus, was ich als menschlich bezeichnen würde. Schlussendlich ist die Athletin selbst nicht schuld daran, dass sie in diesen Wettbewerben teilnehmen durfte und diese dann auch gewonnen hat.

    Der Umgang, sie nun von allen Wettbewerben rückwirkend auszuschließen, ist ein konsequentes Ergebnis, wenn man zu dem Schluss kommt, dass sie einen biologischen Wettbewerbsvorteil hatte. Hier kann man Leistungsschwimmen aber schwerlich mit der Situation im Darts gleichsetzen.

    Aber besonders in den USA besteht der Umgang mit Transpersonen hauptsächlich in ideologischen und politischen Grabenkämpfen, die am Ende zu Lasten der Personen ausgetragen werden, die es tatsächlich betrifft.

    Eine Lösung zu finden, die alle Beteiligten zufriedenstellen wird, wird es nicht geben.