Sehe ich ähnlich: Nicht seine Dominanz als solche wirkt negativ, sondern seine Attitüde, gepaart mit dieser Dominanz.
Wäre er nur der Depp, der er auf menschlicher Ebene zu sein scheint, aber nicht der große Abräumer, würde man ihm kaum Beachtung schenken.
Durch seine herausragenden Leistungen aber bekommt er jede Menge Aufmerksamkeit, die er dazu missbraucht, seine schlechten Manieren zur Schau zu stellen. Mag sein, daß er eigentljch ganz anders ist, und nur das Enfant terrible spielt, aber allein damit macht er sich eben nicht nur Freunde.
Es ist ähnliich, wie Iceman Gerwyn Price, dem immer wieder bescheinigt wird, privat ein unheimlich netter, und sympather Kerl zu sein, der nur auf der Bühne den Bad boy spielt / gespielt hat. Und bei mir wirkt dieses Bild noch immer nach, weshalb ich keine großen Sympathien für Price hege, und mich jedes Mal regelrecht freue, wenn er verliert.
Ähnlich geht es mir mit Littler: ich feiere seine - seltenen - Niederlagen stärker, als seine Titel - und keiner der beiden ist in der Lage, meinen Ehrgeiz zu wecken, mehr und besser zu trainieren, um mein eigenes Dartspiel zu verbessern. Dafüre habe ich weiß Gott, andere "idole", die vielleicht nicht in den Top 10, vielleicht nicht einmal in den Top 64 der Oom stehen, mir vielleicht aber genau deshalb weit besser als "Vorbilder" taugen. Denn ich bin weiß Gott zu alt, um auch nur ansatzweise Hoffnung zu haben, daß in mir plötzlich ein großartiges Darts-Talent explodieren könnte. Nicht einmal ein kleines, würde ich sagen.