Darts stammt aus dem Arbeiterkneipenmilieu und ist damit untrennbar mit Alkoholkonsum verbunden. Das (den Alkoholkonsum, net das Mileu) kann man zwar sicherlich durch das Reglement ändern- nur ob man dem Sport damit was Gutes tut, sei dahingestellt. Schliesslich sollten ja dieselben Regeln von der WM bis hin zur letzten Kreisliga gelten. Im Detail habe ich schon vor Jahren hier diverse Diskussionen geführt und will mich nicht wiederholen.
Was olympische Träume der Dartszene anbelangt, so sollten sich diese Damen und Herren einmal überlegen, welche Einzelsportarten olympisch sind und aus welchem Grund. Da steht nicht der Sport per se im Vordergrund, sondern welcher Klasse Sport das ist. Darts ist zwar wie Schiessen ein Konzentrationssport, letzteres war aber historisch gesehen stets ein sportliches Vergnügen der Mittelschicht, wenn nicht sogar der Upperclass. Darum ist vor allem Tontaubenschiessen olympisch. Weitere Relikte des Klassendenkens innerhalb olympischen Bewegung sind auch der Moderne Fünfkampf, Segeln oder der Reitsport. Alles mondäne Sportarten- es ist auch kein Zufall dass Rugby und Golf als letzte Sportarten neu ins Programm aufgenommen wurden. Im IOC sitzen kaum Repräsentanten des Arbeitermilieus- womit Darts von Haus aus chancenlos ist.
Diese Perspektive wird im deutschen Sprachraum unterschätzt- weil das Klassendenken hier glücklicherweise nicht mehr so stark ausgeprägt ist. Im angloamerikanischen Raum zB ist das noch sehr stark verwurzelt, da wird ja schon penibel zwischen Rugby Union (Rugby der Mittelschicht) und Rugby League (Arbeiterrugby) unterschieden...