Startposition des Abwurfs Vorteile bzw Nachteile?

  • Hallo, ich habe speziell eine Frage zu der Startposition des Abwurfs. Ist jetzt etwas kompliziert zu erklären was ich meine, ich versuche das anhand von zwei Bildern zu verdeutlichen, welche ich im Beitrag angehängt habe.
    Bei z.b Wade werden die Darts weiter vom Kopf gehalten, hingegen bei Van Gerwen die Darts relativ nah am Kopf, bei der einen Variante kann man mehr Schwung holen bei der anderen viel weniger weil wenn man schon nur bisschen Schwung holen möchte berührt man ja schon fast den Kopf.
    Hoffe ihr habt das soweit verstanden was ich meine, würde gerne wissen ob es da Vorteile bzw Nachteile bei den zwei Varianten gibt?

  • Theoretisch gibts da bestimmt Vor- und Nachteile. Hatte nicht Hummel (?) seine Wurfanalysen auch danach analysiert?

    Ganz praktisch glaube ich aber dass das völlig irrelevant ist bzw. so individuell dass sich das Kopfzerbrechen darüber nicht lohnt.

    Pew

  • Ich nutze immer die Variante von Wade und habe eben mal das in etwa so ausprobiert wie Van Gerwen und ich finde dass der Wurf fehlerfreier wird, weil man nicht eine so große Bewegung mehr im Arm hat und dadurch weniger Fehler machen kann als bei der Variante von Wade durch die größere Bewegung des Arms könnte man ja mehr Fehler machen.
    Also das denke ich mal das die Präzision höher sein könnte aber mehr Kraft benötigt wird, hingegen bei der anderen Variante weniger Kraft durch den Schwung benötigt wird aber der Wurf ansich Fehler bringen könnte?

  • Die Hauptbewegung beim darten ist nur die nach vorne gerichtete. D.h wenn du wirklich eine Auflade- oder Ausholbewegung machen würdest, dann müsste die eine verlängernde Wirkung haben. Also noch weiter zurück, als der Umkehrpunkt, bevor es wieder nach vorne geht.

    Daher ist in Dartfall diese Rückwärtsbeweung nur dazu gut um den Dart höhenmäßig abzugleichen, damit wir uns einen Anhaltspunkt machen können und die Rückwärtsbewegung dann sauber (in Sichtlinie) führen um den Wurf vorzubereiten. Aber nicht um ihn kräftemäßig aufzuladen.

    Das funktioniert beim Speerwerfen, Kugelstossen, Boxen etc.

    Beim Dart ist es sogar für viele nachteilig, da sie oft viel zu schnell zurückziehen, die Kräfte auf das Ellenbogengelenk dann zu einem Lupfer führen um das zu kompensieren usw.
    Auch werden die Rückwärtsbewegungen oft unsauber ausgeführt und gehen außerhalb der Sichtlinie. Was zu Problemen mit dem Handeglenk kommen kann, was zum Schluss dann kompensieren muss. Außer man heisst Loraine Winstanley.

    Viel wichtiger ist die maximale "Aufladung" um der Vorwärtsbewegung einen möglichst langen Weg zu ebnen. Denn dadurch wird der Impuls auf den Dart besser. Lange geradlinige Bewegungen sind effektiver als als kurze.

    Alles rund um "Darts -Training" findet ihr auf ► Dartblog.de oder Youtube ► Dartblog

    Einmal editiert, zuletzt von dartblog (21. Februar 2019 um 14:48)

  • Bei der Rückführbewegung geht es, wie Dartblog schon schreibt definitiv nicht um eine "Kraftaufladung". Wichtig ist vielmehr eine Ausholbewegung zu generieren, die mir dann in der aktiven Wurfbewegung eine möglichst lange Zeit den Dart in der Hand ermöglicht (Das Bild vom langen Lauf: Ein Gewehr trifft präziser als eine Pistole). Daher ist ein möglichst spitzer Winkel als Startpunkt anzustreben. Das zeigt sich mit zunehmendem Leistungsniveau auch statistisch relevant. ABER: Ich muss auch theblindPew rechtgeben, dass sich das Kopfzerbrechen über einen Faktor va. bewusst darüber nachzudenken nicht lohnt. Und das aus zwei Gründen: 1.) Der Startwinkel bzw. das Bewegungsausmaß ist nur ein Faktor unter mehreren. Das kann bei einem ansonsten sehr guten Wurfstil kompensiert werden. Es gibt auch Top Spieler, die relativ kurz ausholen. (Vor allem wenn sie zum Gesicht ziehen, da ist der weg nunmal begrenzt) 2.) Für bewusst Verarbeitung geht das viel zu schnell, daher während des Wurfes nicht darüber nachdenken, sondern die Übungssituation so gestalten, dass über die Sinneswahrnehmung das Ausholen vergrößert wird.

    Aus Sicht des motorischen Lernens macht es definitiv Sinn einen möglichst spitzen Ellbogenwinkel beim Ausholen zu erarbeiten: Schon Gibson (1979) beschreibt die „ökologische Optik“, die die Wahrnehmung bereits als aktives Verhalten zur Erstellung von Information ins Zentrum stellt. Dies führt zu einer kontinuierlichen Führung der Bewegung durch die Wahrnehmung. Das konnte eindrucksvoll mit Tischtennisspielern nachgewiesen werden, die Bewegungskorrekturen deutlich unter den 150–200 ms (Das ist die Grenze für bewusste Bewegungskontrolle) durchführen konnten. Wurde der erste Teil der Schlagbewegung zu schnell oder zu langsam ausgeführt, wurde das im zweiten Teil der Bewegung kompensiert. (Zum Vergleich: Die Zeit für einen erfolgreichen "Release" beträgt nur eine bis wenige Millisekunden (Nasu, 2014) - Daher auch hier, bewusstes Nachdenken kontraproduktiv.)

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