Was genau macht Phil so besonders ?

  • Die letzten 20 Jahren haben gezeigt, dass es Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gibt. (Michael Schumacher - "ein wenig" eingeschränkt wegen Wichtigkeit des Materials, aber nicht ohne Respekt), Tiger Woods, Phil Taylor) was, glaubt Ihr denn macht Phil so besonders....

  • Ich kenne einfach keinen Sport, welcher von nur von einem Spieler derartig dominiert wird. Von 20 Weltmeisterschaften 15 zu gewinnen (Nagelt mich nicht auf den Daten fest, die hab ich gerade im Kopf), ist einfach schon einmalig. Da mag ein Federer zwar ebenso die Tennis-Welt dominieren, aber nicht in dem Ausmaß - Es gibt immer einige Grand-Slams, die er nicht gewinnt. Selbiges gilt/galt auch für Menschen wie Schuhmacher...
    Das mag jedoch auch daran liegen, dass es in keinem der genannten Sportarten noch einen 50 jährigen Profi gibt, der mit den "Youngstars" mithalten kann, rein von den körperlichen Einschränkungen her.
    Ich kann mir Dart ohne Taylor einfach noch nicht vorstellen, auch wenn er nicht zwangsweise zu meinen Lieblingsspielern gehört...

  • ....was wieder beweist, wie wichtig die Birne gerade beim Dart ist. Doch ganz ohne körperliche Fittness (Bühne 45C°, Ligalokale bei ähnlichen Temp`s im Sommer) geht`s auch bei uns nicht...

  • Da mag ein Federer zwar ebenso die Tennis-Welt dominieren, aber nicht in dem Ausmaß - Es gibt immer einige Grand-Slams, die er nicht gewinnt. Selbiges gilt/galt auch für Menschen wie Schuhmacher...

    Taylor dominiert die Szene über fast zwei Jahrzehnte. Die Dominenz eines Tennisspielers ist aber zeitlich sehr begrenzt. Federer hat das 4-5 Jahre getan, mittlerweile ist Nadal der beherrschende Spieler.

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  • Ja, ja schon klar...Dominanz, WM Titel...usw. Aber WAS UNTERSCHEIDET PHIL vom "Rest der Dartwelt". Phil sagte einmal "Ich versuche alles was mein Spiel irgendwie noch verbessern könnte.
    Hat er eine besondere Atemtechnik ? Achtet er 100 % auf einen exakten Tagesablauf, damit Körper, Geist und Rotwein in optimalem Gleichgewicht sind ? oder jubelt er sich kurz vor`m Spiel ein paar Kekse aus Holland rein? Auf diese Weise dem Phänomen Phil Taylor etwas näher zu kommen finde ich doch durchaus interessant.

  • Ich denke im Fall von Phil Taylor ist es das Gesamtpaket, was ihn so besonders macht. Ein im positiven Sinn krankhafter Ehrgeiz, gepaart mit der unglaublichen Fähigkeit sich über einen sehr langen Zeitraum zu 100 % konzentrieren zu können und natürlich das passende Talent. Der unbändige Wille ein Shortleg nach dem anderen spielen zu wollen, und auch nach über 20 Jahren den Gegner nicht besiegen, sondern auch mental zerstören zu wollen - das macht einen wahren Champion aus. Die Körperhaltung beim Wurf, der Stand an der Oché, die Haltung des Dart, das Handgelenk, die Schulter- und Ellenbogenhaltung, besser geht es nicht! Seine größte Stärke ist aber, so denke ich, die mentale Stärke, die er aber schon immer hatte.

    Besonders interessant finde ich die Tatsache, dass Taylor in der kompletten Wurfphase nicht einmal blinzelt! Sobald er den ersten Dart in die rechte Hand nimmt und zielt, stellt er das Blinzeln ein, bis er den dritten Dart geworfen hat. Darauf angesprochen sagte er, dass ihm dies noch nie aufgefallen sei! Mir ist es auch erst aufgefallen, als ich darauf hingewiesen wurde. Ohne Druck spielt er nochmals eine Klasse besser. Kaum vorzustellen, aber wahr. Er spielt im Training Sachen, die wirklich unfassbar sind.

    Ich hoffe, dass er noch bis zum 60sten Geburtstag spielt...

    Gruß Gordon

    Gordon Shumway - "Game On..."

  • Was ihn von Schumi,Ali,Jordan unterscheidet?

    Na sein benötigter durchtrainierter Körper und das hinter jeder nächsten Kurve der Tod lauert! :ironie:

    Na im ernst sein Vorteil lautet: Wille,Fleiß,Talent und EHRGEIZ (grenzenlos) gepaart mit den besten NERVEN der Welt!!!

    Aber die Sportarten kann man vom Ablauf und Anspruch, allein körperlich, nur schwer vergleichen. Vorallem Boxen, Tennis und Motorsport sind nicht wirklich "Vergleichskompatibel".

    Darts ist echt 'ne "Sportart" für sich. Daher wohl auch der ganz eigene Charme. Und da erleben wir gerade eine "All-Time-Legende" LIVE!

  • Seine Disziplin durfte ich selber schon mal, beobachten. Er war schon wieder in der Spielerlounge, als andere erst zum Frühstück gingen. Die meisten Spieler haben in der Spielerlounge die Unterhaltung und einigen Getränken gefrönt. Er hat wen es hoch kommt, nur mal für fünf minuten das werfen eingestellt, um was zu trinken. Er wurde auf die Bühne gerufen, erledigte seinen Job, ging zurück und warf weiter. Das ging den ganzen Tag so, bis das Turnier vorbei war und er gewonnen hatte. Ich sagte damals zu meinen Mitfahrer, wen man so eine Disziplin hat, ist da der Spass auch noch dabei. Dieser meinte, wieso wir gehen Malochen und er macht das ganze an einem Wochenende und verdient dabei dreimal soviel. Doch denke ich mir auch ausser den vielen PR-Terminen die er bestimmt zu bewältigen hat, wird auch sein Trainingsplan und andere Übungen nicht zu kurz kommen. Er vermittelt aber auch das ihm sein Job Spass macht und ich denke er steht dadurch auch da wo er ist. Zurecht hat er eigentlich den Respekt verdient wie andere Spitzensportler, egal ob hinter der Kurve der Tod lauert, oder der Schläger falsch bespannt war. So eine Leistung, soviel Titel, können oder sollten nur durch eiserne Disziplin möglich sein. Ich bin auf jedenfall überzeugt, das ein Taylor nicht nur das Glück des Tüchtigen hatte, vielmehr hat er auch selber einiges dafür getan.

    Eisi

  • Ja, Gordon und Eisi, das ist doch schon mal ganz interessant. Und wenn wir jetzt in die Tiefe gehen ? Sprich die Bewegungen und das Training analysieren wird es richtig spannend. Ziel dieses Treads ist für mich eine Art Grundlagenforschung am Beispiel Phil Taylor. Wir haben ja folgende Grundsätze, die es zu beachten gilt:

    1. Sicherer Stand
    2. gleichmäßige Wurfbewegung
    3. gerade zum Ziel gerichtete Wurfbewegung
    4. Körper muss beim Wurf regungslos bleiben
    5. Die Finger sollten den Dart immer an der gleichen Stelle festhalten und loslassen

    ...aber jetzt geht es eben weiter ins Detail:

    Was beschleunigt ? Handgelenk, Arm ? Alles zusammen, was mehr was weniger...die unterschiedliche Betonung dieser Bereiche macht (zumindest bei mir) einen lockeren, leichten oder verkrampften Wurf aus...den ich (noch) nicht regelmäßig reproduzieren kann...
    In welchem Moment beschleunigt z.B. Phil seine Darts (nur mit dem Unterarm oder benutzt er das Handgelenk zur zusätzlichen Beschleunigung ?) ...wenn er beim fokussieren des angepeilten Ziels einen bestimmten Punkt erreicht, oder ?

    Ich hole hier soweit aus, weil ich u.a. dieser Faszination der mühelosen, leichten Bewegung (z.B. Barny, Mark Walsh) und eben bestimmten Bewegungsabläufen die bei allen Profis (zumindest bei den meisten) gleich sind, auf die Schliche kommen will.
    Wie gesagt, die o.g. Grundsätze kennen wir ja alle. Aber gibt es da noch mehr ?, so könnte ich auch fragen.

    Sagt mir jetzt keiner "Das kommt alles ganz automatisch mit dem Training", ist Veranlagung usw. Das ist mir klar. Vielleicht haben die meisten so angefangen Dart zu spielen. Eine Erklärung aus der man eventuell positive Schlüsse für das eigene Spiel ziehen könnte, ist mein Ziel. Bin gespannt auf Eure Antworten.

  • Also ich glaube, dass ein gewisses Grundtalent vorhanden sein muss, weiters ein unbändiger Ehrgeiz und der absolute Wille weiter zu kommen.
    Hat man das einmal, braucht man natürlich auch Körperbeherschung und vor allem analytisches Denken.
    Dann noch Zeit und Geld. Die Zeit um zu trainieren und Geld, dass man sonst nicht arbeiten braucht um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

    Ich habe einmal (vor ca 1 Jahr) ein Interview mit Phil Taylor gehört in dem er sagt, dass er ca 8 Stunden täglich trainiert, 7 Tage in der Woche. Er sagt so wie jeder arbeiten geht geht er trainieren. Ich dachte mir aber ich geh nur 5 Tage arbeiten.

    Das analytische Denken braucht man um seine eigenen Fehler zu sehen, zu verstehen und zu korrigieren. Das ist ein Punkt der mir fehlen dürfte, denn obwohl ich glaube, mir sogar sicher bin, jedesmal das gleiche zu tun geht einmal der Pfeil in die 20, einmal in die 5 und einmal in die 1. Also tu ich doch irgendwie nicht das gleiche. Phil kann dies offenbar richtig abschätzen.

    Außerdem ist natürlich sehr wichtig eine Familie zu haben die hinter einem steht. Denn wenn man soviel trainiert und immer wieder auf Turnieren ist, ist da ja nicht gerade Familienfreundlich.

    :austria: Die Trippel 1 ist das Feld, das ich am häufigsten treffe (aber nur wenn ich es nicht will) :austria:

  • Grundsätzlich glaube ich dass Dart sicher ein Sport ist den sich nicht mit anderen vergleichen lässt. In anderen Sportarten ist man mit 30 schon ein Oldie, mit 35 schon in Pension. Nicht so beim Dart, da kann man auch als 50 oder 60 jähriger noch serh gute Figur machen. Trotdem soll dies den Dartsport keinesfalls abwerten, im gegnteil ich glaube dass Dart ein Sport ist, in dem man nur Erfolgreich sein kann wenn man eben viele gute Voraussetzungen mitbringt. Und man muß eben genauso intensiv trainieren analysieren und vor allem Nervenstark sein.

    :austria: Die Trippel 1 ist das Feld, das ich am häufigsten treffe (aber nur wenn ich es nicht will) :austria:

  • Was beschleunigt ? Handgelenk, Arm ? Alles zusammen, was mehr was weniger...die unterschiedliche Betonung dieser Bereiche macht (zumindest bei mir) einen lockeren, leichten oder verkrampften Wurf aus...den ich (noch) nicht regelmäßig reproduzieren kann...
    In welchem Moment beschleunigt z.B. Phil seine Darts (nur mit dem Unterarm oder benutzt er das Handgelenk zur zusätzlichen Beschleunigung ?) ...wenn er beim fokussieren des angepeilten Ziels einen bestimmten Punkt erreicht, oder ?

    Ich zitiere mich mal selbst um ganz bewußt meine Fragen zu wiederholen...

  • Ich glaube nur dass wir dir diese Fragen nicht beantworten können, sondern das könnte wahrscheinlich nur Phil selbst oder ein Wissenschaftler, der seine Würfe genau analysiert.

    :austria: Die Trippel 1 ist das Feld, das ich am häufigsten treffe (aber nur wenn ich es nicht will) :austria:

  • Dann müsste ich an dieser Stelle Gordon bemühen, der meines Wissens mit Phil befreundet ist. Wäre doch eine tolle Sache über diesen Weg tatsächlich eine Antwort (die ich nicht erwarten kann) zu bekommen. Gordon, geht das ? :rolleyes:

  • Ich möchte mal folgendes zu bedenken geben: Talent und Können sind ohne Frage Grundvoraussetzungen eines erfolgreichen Dartspielers.
    Aber ich glaube, dass im "Gesamtpaket Phil Taylor" vor allem seine mentale Stärke heraussticht.
    Um diese These zu untermauern, bringe ich die folgende Argumentation:

    Das Dartspiel besteht von den Regeln her aus dem Scoring und dem Checken. Der Kopf wird hauptsächlich beim Checken gebraucht, nicht nur des Rechnens wegen, sondern auch, um dem Druck gewachsen zu sein. Macht der Kopf dort nicht mit, hat man keinen Erfolg.
    Ich glaube, dass mit viele hier zustimmen, wenn ich sage, dass Gary Anderson , Raymond van Barneveld und Adrian Lewis bessere Scorer als ein Phil Taylor sind. Aber bei denen stockt es beim Checken. Wenn man in der Lage ist, sehr oft drei Pfeile in ein 8mm hohes Feld zu bringen, sollte man normalerweise auch in der Lage sein, so sicher die Doppel treffen zu können. Da dies anscheinend nicht der Fall ist, schließe ich daraus, dass der Unterschied zwischen Phil Taylor und Anderson/Barney/Lewis im Kopf besteht.

    Ein weiteres Beispiel ist Simon Whitlock. Der steht auch ziemlich weit oben in der Dartwelt. Auch er ist nicht der beste Scorer, aber was ihn vor allem in 2010 so stark gemacht hat, war sein unglaubliches Finishing.

    Posting © the scientist 2012. Alle Rechte vorbehalten. Kein Verwenden, Zitieren oder Kritisieren ohne Erlaubnis.

  • Steffen,

    die Antworten auf deine Fragen mögen sicherlich interessant sein, die Frage ist nur: Was bringt es dir? Wie häufig ertappst Du dich das Du denkst " Oh shit, jetzt war ich nicht locker genug" oder "Den hab ich verrissen" und kannst trotzdem nichts dagegen tun? Die gesamte Bewegung ist, meiner Meinung nach, zu schnell als das Du dort etwas bewußt steuern könntest.
    Wenn Du jetzt zB merkst das ein Dart zu niedrig einschlägt, bist Du dann in der Lage bewußt zu sagen an welchem Punkt deines Bewegungsablaufs Du ihn losgelassen hast? Und darüber hinaus dann noch in der Lage beim nächsten Dart BEWUßT 1cm vorher los zu lassen? Ich befürchte das diese Steuerung nur unbewußt abläuft. Und damit bringt es dir gar nichts zu wissen was Taylor so einzigartig macht, selbst wenn er es dir sagen könnte.

  • Steffen,

    die Antworten auf deine Fragen mögen sicherlich interessant sein, die Frage ist nur: Was bringt es dir? Wie häufig ertappst Du dich das Du denkst " Oh shit, jetzt war ich nicht locker genug" oder "Den hab ich verrissen" und kannst trotzdem nichts dagegen tun? Die gesamte Bewegung ist, meiner Meinung nach, zu schnell als das Du dort etwas bewußt steuern könntest.
    Wenn Du jetzt zB merkst das ein Dart zu niedrig einschlägt, bist Du dann in der Lage bewußt zu sagen an welchem Punkt deines Bewegungsablaufs Du ihn losgelassen hast? Und darüber hinaus dann noch in der Lage beim nächsten Dart BEWUßT 1cm vorher los zu lassen? Ich befürchte das diese Steuerung nur unbewußt abläuft. Und damit bringt es dir gar nichts zu wissen was Taylor so einzigartig macht, selbst wenn er es dir sagen könnte.

    Ich glaube das Steffen das gar nicht in seinen Wurfstil einbauen will sondern einfach nur fragen will was ihn von anderen Weltklasse spielern unterscheidet.

    Paul Nicholson
    Devon Petersen
    Kim Huybrechts , Mark Webster

  • Ich kenne einfach keinen Sport, welcher von nur von einem Spieler derartig dominiert wird. Von 20 Weltmeisterschaften 15 zu gewinnen (Nagelt mich nicht auf den Daten fest, die hab ich gerade im Kopf), ist einfach schon einmalig. Da mag ein Federer zwar ebenso die Tennis-Welt dominieren, aber nicht in dem Ausmaß - Es gibt immer einige Grand-Slams, die er nicht gewinnt. Selbiges gilt/galt auch für Menschen wie Schuhmacher...
    Das mag jedoch auch daran liegen, dass es in keinem der genannten Sportarten noch einen 50 jährigen Profi gibt, der mit den "Youngstars" mithalten kann, rein von den körperlichen Einschränkungen her.
    Ich kann mir Dart ohne Taylor einfach noch nicht vorstellen, auch wenn er nicht zwangsweise zu meinen Lieblingsspielern gehört...

    Es gibt da schon noch andere die ähnlich dominieren bzw. sogar noch mehr.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Ceulemans
    http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander…owitsch_Karelin
    http://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Bradman
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wayne_Gretzky
    http://de.wikipedia.org/wiki/Yasuhiro_Yamashita
    http://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Davis
    http://de.wikipedia.org/wiki/Edwin_Moses
    http://de.wikipedia.org/wiki/Serhij_Bubka
    http://de.wikipedia.org/wiki/Raiden_Tameemon

    Gute Manieren wollen nicht wie eine Kunst ausgeübt, sondern unbewußt geübt sein.
    Georg, Baron von Örtzen

    Einmal editiert, zuletzt von dartos (2. Mai 2011 um 17:17)

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