OK, wenn Zeyes hier einen detaillierten Plan raushaut, dann will ich mich mal nicht lumpen lassen und mit meiner Idee nachziehen. Ihr könnt ja dann vergleichen.
Meine Idee hat den Vorteil, dass sie mit dem aktuellen Turnierplan umsetzbar ist, es müssen nur einige Turniere etwas angepasst werden. Die Hauptveränderung ist die Aufteilung in World Tour und Professional Tour, also eine Veränderung, die vor allem das Ranglistensystem betrifft, nicht so sehr die Turnierstruktur. Denn wie Zeyes anmerkt, gibt es eine Trennung zwischen Topstars und normalen Tourspielern ja faktisch bereits.
Grundlegend in meiner Idee ist die Einteilung der Turniere in drei Kategorien:
1. World Tour only (Nur die 16 World Tour-Spieler sind teilnahmeberechtigt):
7x World Series, The Masters, Champions League, evtl. Premier League
2. Professional Tour only (Nur die 128 Professional Tour-Spieler sind startberechtigt):
6x UK Open Qualifier, 22x Players Championship
3. Mixed-Events (die 16 World Tour-Spieler treffen auf qualifizierte Professional Tour-Spieler):
13x European Tour, UK Open, World Matchplay, World Grand Prix, European Championship, Grand Slam, Players Championship Finals, World Championship, World Series Final
Veränderungen im Ranglisten-System:
Die 16 World Tour-Spieler bekommen eine eigene Rangliste. Am Ende der Saison steigen die schlechtesten 4 in die Professional Tour ab und werden durch die besten 4 dieser Tour ersetzt. Der Rest bleibt wie gehabt.
Die Details des Auf- und Abstiegs sind ein Problem, für das ich bisher noch keine gute Idee habe.
Veränderungen im Turnier-System:
- Die World Series-Turniere werden auf 24 Teilnehmer aufgestockt. In der 1.Runde treffen die schlechteren 8 World Tour-Spieler auf die Vertreter des Ausrichterlandes, die Top 8 haben Freilos.
- Die Champions League wird auf 16 Teilnehmer aufgestockt, die dann in 4 Gruppen a 4 Spielern gespielt wird. Es wird ein Viertelfinale ergänzt.
- Bei der Premier League müsste man überlegen, ob man sie ins Ranglistensystem integrieren möchte. Falls ja, müsste auch sie auf 16 Spieler aufgestockt werden. Es gibt Möglichkeiten die Premier League auch mit 16 Spielern an 16 Donnerstagen durchzuziehen (siehe unten).
- UK Open Qualifier und PC's bleiben unverändert, nur das die Top 16 nicht mehr teilnehmen dürfen.
- Bei der European Tour sind die 16 World Tour-Spieler immer für die 2.Runde gesetzt. Alle Professional Tour-Spieler müssen in die Quali. Die Qualifikanten starten wie gehabt in Runde 1.
- Beim World Series Final treffen die 16 World Tour-Spieler auf 8 qualifizierte oder eingeladene Professional Tour-Spieler. Das Turnier zählt aber nur für das World Tour-Ranking.
- Die 16 World Tour-Spieler sind für 6 der 7 bisherigen Ranking-Majors (UK Open, Matchplay, Grand Prix, PC Final, Grand Slam, WM) jeweils automatisch qualifiziert. Nur für die European Championship müssen sie sich qualifizieren, was aber eine Formalität sein sollte, da sie ja bei allen European Tour-Turnieren gesetzt sind. Ansonsten bleiben diese 7 Turniere unverändert.
Vorteile gegenüber dem bisherigen System:
- Es gibt nur noch 1-2 Veranstaltungen, die für keine Rangliste zählen (World Cup, evtl. Premier League), alle anderen Turniere sind Ranking-Events. Insbesondere die derzeit höchst sinnlose World Series wird dadurch mit sportlichem Sinn versehen und somit aufgewertet, gleiches gilt aber auch für das Masters und die Champions League.
- Die Top 16 werden terminlich entlastet, da sie nicht mehr an den UK Open Qualis und PC's teilnehmen müssen um sich für die entsprechenden Finalturniere zu qualifizieren.
- Die Top 16 sind nur noch bei Stage-Events am Start und spielen keine Floor-Turniere mehr. Das entspricht ihrem Status und wohl auch ihren Wünschen.
. Die Top 16 erzielen nach derzeitigem Stand ein garantiertes Mindestpreisgeld von 84.000 Pfund (wenn sie in der ganzen Saison kein Match gewinnen). Dies bedeutet für diese Spieler Planungssicherheit.
- Die Spieler außerhalb der Top 16 haben höhere Einnahmen, da die Top 16 bei den oben genannten Turnieren nicht mehr an der Preisgeldverteilung (zusammen immerhin 2.010.000 Pfund) teilnehmen. Da die PDC bei diesen Turnieren keine Einnahmen generiert, ist das Fehlen der Topstars bei diesen Turnieren wirtschaftlich irrelevant.
- Bei der European Tour sind die Top 16 immer qualifiziert. Wegen der Entlastung an anderer Stelle (s.o.) steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie von diesem Startrecht auch vermehrt Gebrauch machen. Das freut die Zuschauer und die PDC-Europe.
- Auch bei den 7 Major-Turnieren sind die Top 16 immer am Start. Es kommt also nicht mehr vor, dass einige dieser Spieler z.B. bei den PC Finals, der European Championship oder dem Grand Slam fehlen. Auch das ist im Sinne der Zuschauer, macht sportlich Sinn und verbessert vermutlich die Vermarktungsmöglichkeiten für die PDC.
Nachteile gegenüber dem bisherigen System:
- Das Ranglistensystem wird noch etwas komplexer als bisher.
- Eine sinnvolle Regelung für den Auf- und Abstieg ist schwer zu finden
Premier League mit 16 Spielern
Die Premier League wird in 4 Phasen (statt bisher 3) gespielt.
Phase 1: Woche 1-4
4 Gruppen a 4 Spielern, die besten drei jeder Gruppe kommen weiter, der Letzte scheidet aus
Pro Abend 6 Matches Best of 10.
Phase 2: Woche 5-9
2 Gruppen a 6 Spielern, die besten 4 kommen weiter, Platz 5 und 6 scheiden aus
Pro Abend 6 Matches Best of 10
Phase 3: Woche 10-15
Endrunde mit 8 Spielern, so wie bisher auch schon. Die ersten 4 erreichen die Play-offs.
Pro Abend 5 Matches Best of 12 (unverändert)
Phase 4: Woche 16
Play-offs (unverändert)
Dieses Modell hat den Vorteil, dass es gegenüber dem bisherigen mehr Spannung erzeugt, da es mehrere Judgement-Nights gibt und die Spieler in jeder Phase wieder bei Null beginnen. Es kann also nicht mehr passieren, dass der 7./8.-Platzierte zu Beginn der Endrunde schon kaum noch Chancen auf die Play-offs hat, wie es z.B. letztes Jahr bei Robert Thornton der Fall war. Weiterer Vorteil ist, dass die Premier League dann ein Ranking-Event ist, und zwar das zweitwichtigste.
Nachteile sind, dass das System komplexer ist als das derzeitige und damit für den einfachen Fan etwas schwerer zu durchschauen und das in Phase 1 nicht alle Teilnehmer an jedem Abend aktiv sind.