Beiträge von OlliS

    Das ist der klassische Weg, der auch Jahrzente lang gut funktioniert hat. Daraus ergibt sich aber nicht, dass es auch der einzige Weg ist. Das zu glauben ist ja bloß eine Variation von "Das haben wir schon immer so gemacht" und damit Ausdruck genau jener Geisteshaltung, die jede Innovation verhindert.

    Wenn den die Behauptung stimmt, dass es haufenweise Wohnzimmerdarter gibt, die sich für eine Vereinszugehörigkeit nicht interessieren, bedeutet das ja, dass das bestehende Angebot des Verbandes sich nicht an der Nachfrage orientiert. Deine Aussage deutet darauf hin, dass du versuchen willst die Nachfrage zu verändern. Ich wünsche dir viel Glück, aber in der Regel geht das in die Hose. Das Angebot anzupassen ist für gewöhnlich erfolgsversprechender.

    Es ist aber nicht zu erwarten, dass dieser Wandel geschehen wird, da das in Deutschland vorherrschende Verbandssystem nicht ein nach unten, also auf das einzelne Mitglied, ausgerichtetes dienstleistungsorientiertes System ist, sondern ein nach oben, also Richtung Spitzenverbände/BMI ausgerichtetes quasipolitisches Delegiertensystem. Der einzelne Funktionär in diesem System wird nicht versuchen, die Interessen seiner Mitglieder bestmöglich umzusetzen, da er dafür nicht belohnt wird. Er wird eher versuchen den Oberen zu gefallen, um selbst zum Oberen zu werden. Das ist bitte nicht als Generalkritik an den (ehrenamtlichen) Funktionären zu verstehen, sondern einfach ganz normales menschliches Verhalten. Es ist ein systemisches Problem, kein individuelles.

    Damit es innerhalb des bestehenden Verbandssystem zu größeren Veränderungen kommt, muss eine Mehrzahl der Funktionäre den Eindruck haben, dass das System, in dem sie aktiv und erfolgreich sind, vom Zusammenbruch bedroht ist. Nach meinem Kenntnisstand ist das derzeit nicht der Fall.

    Ich fand die WM im Hinblick auf Spannung und Zuschauerverhalten auch interessanter als die PDC-WM.


    Klar, auch im Ally Pally gab es ein paar sehr spannende Matches, aber nicht in der Regelmäßigkeit wie in Lakeside. Und das Unterbuchner in einigen erfolgreich mitgemischt hat, macht es natürlich noch besser.
    Dass das Zuschauerverhalten bei der PDC häufig erbärmlich und bei der BDO deutlich besser ist, dass ist hier wohl mittlerweile glücklicherweise Mehrheitsmeinung.

    Was die gezeigten Leistungen angeht muss man aber ehrlich sagen, dass das deutlich nicht mehr Weltklasse ist. Die BDO ist nicht mehr nur finanziell, sondern auch sportlich abgehängt.

    Eine alternative zum (vermutlich unwahrscheinlichen) Sponsoring wäre übrigens Crowdfunding. Aber mal Hand auf Herz: Wenn jemand mit nachweisbarem Talent versuchen würde, auf dem Weg 50.000 zusammen zu bekommen, wer von Euch würde den einen Fünfziger springen lassen?

    Gabriel Clemens hat mir beim World Masters sehr gut gefallen. Nicht nur stark gespielt, sondern auch gut anzusehen (also: sein Spiel, nicht er :) ). Würde mich freuen, wenn man ihn in Zukunft öfter zu sehen bekäme.

    Insgesamt eine gute und mutige Entscheidung. Ich freue mich drauf.
    Anders als letztes Jahr, als Klaasen und Huybrechts schon klare Außenseiter waren, würde ich mich dieses mal nicht trauen, die Plätze 9 und 10 zu tippen.

    Zeyes: Schau dir mal die Facebook-Seite "Game on die Dart Seite" an, da sind echte Fanboys von Lewis unterwegs. Da wurde sein zweimaliger Händedruck nach der Niederlage gegen Münch als besonders große Geste eines Sportsmannes gewertet. Ich habe nichts gegen Lewis, aber wenn man nach Fans von ihm sucht, dann dort.

    Zur Argumentation gegen "Gnadenbrödler" mit dickem Konto: Barney stand in der PL in Serie im Halbfinale, ist der Champion 2014 und hat auch in der letzten Saison immer wieder starke Auftritte hingelegt.

    Ok, "Gnadenbrot" war zu hart formuliert. Sehe ich ein.
    Ich bleibe aber dabei, dass Barney ebenso wie die anderen bisher Großen anfällig für zwar professionelles, aber unmotiviertes Spielen sind.
    Das dicke Konto war übrigens nicht negativ gemeint, ich bin nicht so der neidische Typ. Sollte eine Tatsachenbeschreibung sein.

    Ich bin auch der Meinung, dass Sport1 die WM sehr gelungen präsentiert. Allein der Umfang der Berichterstattung ist schon enorm.

    Elmar erzählt zwar ab und zu mal eine Geschichte zu viel, wenn es beim Match gerade spannend ist (ist mir in den Übertragungen der 1.Runde öfter aufgefallen) und Shorty nuschelt manchmal, aber insgesamt machen auch die beiden einen guten Job.

    Auf Max als Co-Co-Kommentator kann ich allerdings verzichten. Der hat mir beim Halbfinale nicht gefallen. Besonders übel ist mir aufgestoßen, dass er versucht hat den Kommentator zu spielen und nicht den Experten. Ich hatte den Eindruck, er versucht sich auf eine Karriere nach dem Darts vorzubereiten.

    Ich würde mich über folgende Besetzung freuen, ohne wirklich dran zu glauben:

    1. Michael van Gerwen (NED)
    2. Peter Wright (SCO)
    3. Gary Anderson (SCO)
    4. Daryl Gurney (NIR)

    5. Rob Cross (ENG)
    6. Simon Whitlock (AUS)
    7. Mensur Suljovic (AUT)
    8. Michael Smith (ENG)
    9. Gerwyn Price (WAL)
    10. Darren Webster (ENG)

    Mit insgesamt 7 Spielern aus Großbritannien, davon drei Engländern, dürfte die Home Nations-Quote wohl erfüllt sein.
    Einen ausreichend attraktiven Spielstil dürften auch alle haben. Nach meinem Geschmack erfüllen Suljovic und Whitlock dieses Kriterium am wenigsten. Die beiden haben es aber sportlich verdient und repräsentieren die beiden wichtigsten Märkte außerhalb der Insel (deutschsprachiger Raum, Ozeanien). Das Kriterium "Attraktivität" bewertet natürlich auch jeder anders.

    Zum Kriterium "Größe des Namens": Klar, ich habe weder Lewis noch Chisnall, Wade oder Barney dabei. Warum? Weil irgendjemand eben auch die hinteren Ränge belegen muss und die vier alle dafür infrage kommen. Und ich habe überhaupt keine Lust einem Spieler mit großem Namen (und damit auch mit dickem Bankkonto) Woche für Woche dabei zuzusehen, wie er wegen fehlender Erfolgsaussichten zwar professionell, aber lustlos sein Programm abspult. Da sehe ich mir doch lieber einen Darren Webster an, der zwar wahrscheinlich keine Chance auf vordere Ränge hat, aber trotzdem bis zum letzten Spieltag um jedes Leg kämpft, einfach weil er Lust drauf hat.

    Der kleine Giftzwerg mit Vollzeitjob und gesundem Selbstbewusstsein, der die Riesen ärgert, ist doch die viel bessere Story als der alternde Ex-Star, der sich sein Gnadenbrot abholt.

    Sehr geiles Match von beiden. Das war beste Unterhaltung.
    Wunderbar ist auch, dass die beiden sich in den nächsten 10 Jahren wohl noch 100 mal gegenüber stehen werden. Zumindest 2018 wird das Duell van Gerwen - Cross wahrscheinlich die dominierende Auseinandersetzung werden. Ich freue mich drauf!

    Entschuldigung für Off-Topic, aber diese (sehr hypothetische) Sache mit Kevin Münch und der Tourcard bei erreichen des Viertelfinals interessiert mich jetzt doch.
    Ist Kevin Münch denn PDPA-Mitglied? Nur dann würde doch das WM-Preisgeld überhaupt für die Rangliste zählen, oder?
    Falls er kein Mitglied ist, wäre sein Fall ja ähnlich gelagert wie bei den Amateuren, die sich für die UK Open qualifizieren. Deren Preisgeld wird ja auch nicht gewertet.

    Nicht Konkurrenzfähig finde ich zu hart gesprochen. Irgendeiner muss halt Letzter werden und der kann am Ende logischerweise nicht allzu viele Punkte haben.
    Ausgeglichene Ligen sind im Sport eher selten. Das liegt aber meiner Ansicht nach eher an der Dynamik der Veranstaltung und nicht am generellen Leistungsvermögen der Teilnehmer.

    Steve Lennon hat sich durch seine Quali für den Grand Slam wieder unter die ersten 64 im Tourcardrace gespielt. Ist für ihn zwar nicht so wichtig, da er im ersten Tourcardjahr ist und nächste Sasion sowieso dabei wäre - aber er verdrängt damit Krzysztof Ratajski auf Rang 65. Der müsste jetzt bei der WM eine Runde gewinnen, um die Tourkarte ohne QSchool zu bekommen.

    Auf Platz 64 steht jetzt ein anderer Spieler ohne Tourcard, nämlich Peter Jacques. Er hat 500 Pfund Vorsprung auf Ratajski.


    Auch Jeffrey de Zwaan ist durch die Quali wieder im Rennen für einen Platz in den Top 64. Er müsste bei den beiden Turnieren, die ihm noch verbleiben - Grand Slam und PC Finals - allerdings noch gut 7.000 Pfund extra gewinnen.

    Letztes Jahr reichten übrigens 30.250 Pfund für Platz 64, dieses Jahr stehen wir schon bei 37.500 Pfund - ein Anstieg von fast 25%. Aber natürlich immer noch viel zu wenig, um davon Leben zu können.