Generell sollte es kein Problem sein, mit unterschiedlichen Rhythmen zu werfen und dabei annähernd gleiche Ergebnisse abzurufen.
Was ich häufig bei Spielern beobachte, die zu mir kommen, sie denken in den Wurf hinein. Das ist gerade bei der langsameren Variante von Nachteil. Hier sind sie dann oft besser aufgestellt, wenn sie einen schnelleren Rhythmus werfen.
Wenn man sich die beiden Varianten anschaut, ist die eine handlungsorientiert (schneller Ablauf/Orientierung auf das Ziel) und die andere Variante lageorientiert. Bei letzterer ist das Problem, dass man sich oft in ein Denken an Konsequenzen oder technische Aspekte kommt. Das ist natürlich nicht förderlich. Gerade wenn man sich die ganze Zeit damit beschäftigt, was für einen besser ist oder nicht, ergibt das im Training selten nützliche Effekte.
Daher würde ich eher mit unterschiedlichen Rhythmen trainieren und die Vorteile den jeweiligen Spielsituationen zuordnen. Denn in schwierigen Situationen kann es nützlich sein, etwas schneller zu werden. Das hilft vielen Spielern, die Gedanken weiterhin auf das Spiel zu fokussieren und sich nicht mit Konsequenzen eines Fehlwurfs zu belasten.
Auf der anderen Seite kann es an der richtigen Stelle wertvoll sein, den Rhythmus etwas zurückzufahren, wenn man merkt, dass gar nichts mehr läuft und man in einer Art Autopilot unterwegs ist.
Was man aber auch erkennen kann, wenn ein Spieler denkt, er ist extrem langsam oder extrem schnell, sind es oft nur Nuancen und fühlen sich viel dramatischer an, als es eigentlich ist.
In meinen Trainings wende ich oft Rhythmusänderungen an und bin erstaunt, wie Spieler die Ausführungsgeschwindigkeit kaum ändern, obwohl sie deutlich langsamer oder schneller werden sollen. Zeigt man ihnen dann am Monitor mit Zeitmessung, dass es kaum Veränderungen gab, sind sie sehr überrascht. Ob das in deinem Fall auch so ist, ist natürlich nur eine Vermutung.
Ziel wäre es aus meiner Sicht, das Training so aufzustellen, dass du in der Lage bist, den schnellen Rhythmus so zu übernehmen, dass bei Fehltreffern auch die richtigen Korrekturen kommen. Da es sich für dich anscheinend gut anfühlt, solltest du dann an dem Feintuning arbeiten. Da gibt es viele unterschiedliche Übungen. Würde ich aber mit einem abgedeckten Board machen, und hier eher auf Linienwürfe oder sowas aufsetzen.
So bleibt der Wurf und die Korrektur "unbestraft" und das wesentliche, die feinmotorische Wurfveränderung" wird antrainiert.
Genauso würde ich es mit der anderen Wurfvariante machen, nur dass hier der Wurfablauf im Vordergrund steht. Auch da gilt, Fokus nicht auf das Ziel, sondern abgedecktes Board oder abgedunkelter Raum. Hauptaugenmerk wäre dann auf das Wurfgefühl zu richten und nicht auf Ziele, Punkte oder andere, mit Konsequenzen behaftete Dinge.