Beiträge von offy

    Dinge zu legalisieren, weil es eh jeder macht, halte ich aus vielfach genannten Gründen auch für den falschen Weg.

    Was ich mich übrigens auch frage: es heißt doch immer, dass die Spieler nach einem Ausscheiden eigentlich direkt heimfahren. Das wird zumindest immer so berichtet, dass die im besten Fall sich noch am Buffet verlustieren und dann gehts ab nach Hause. Und da fahren ja wohl nicht alle mit der Bahn oder haben ihren persönlichen Chauffeur? Wenn es die beschworenen paar Vodka-Shots von Anderson sind, oder 1 - 2 Pints vor der Partie, dann ist das vermutlich bis zur Abreise wieder raus. Aber bei Spielern, die so viel intus haben, dass normal Sterbliche schon nicht mehr den Weg auf die Bühne finden würden, ginge das ja nicht, dass sie sich dann hinters Steuer setzen. Was wäre das für ein Skandal, wenn man jemanden aus den Top 10 mit 1,x Promille rauszieht, das kann sich die PDC doch auch nicht leisten.

    Wade kommt immer sympatischer rüber: er lächelt vor und nach den Matches, auch das "Pseudo-"Händeschütteln mit den am Board befindlichen Personen finde ich gut.

    Hab ich mir kürzlich auch gedacht. Er wirkt derzeit nicht so stoisch und kauzig, sondern richtig gelöst. Aber das spiegelt sich ja auch in seiner momentanen Position in der Weltrangliste wider.

    van Gerwen hat mir vom Kampfeswillen auch gut gefallen, aber gestern war es zum ersten Mal, dass ich mir gedacht hab, diese Gefühlsexplosionen sind mir langsam ein bisschen zu viel. Ist ja wahnsinn, was der Kerl Druck auf dem Kessel hat, das kann nicht gesund sein =O

    Für heute hoffe ich einfach, dass Clayton es packt. Ich mag den Typ und sein Spiel einfach so gern :D

    Wie geht das eigentlich, ich treffe schon nach 2 Bier sogut wie nichts mehr. Wie machen die das? :prost:

    Bin ich ja froh, dass es anderen auch so geht. Ich stell mich ans Board, atme tief durch, konzentriere mich auf den Wurf, entspanne den Arm, visualisiere den Wurf und dann ab dafür. Es ist ein Feingefühl, ich korrigiere Dinge, die mir auffallen. Wenn ich was getrunken hab, baller ich einfach ins Board und schau, was passiert. Damit erziele ich deutlich schlechtere Ergebnisse als wenn ich mich konzentriere. Aber ich kann mir vorstellen, dass die Bewegung durch die unzähligen Wiederholungen den guten Spielern so in Fleisch und Blut übergehen, dass es dann nur noch drauf ankommt eine ruhige Hand zu haben und das natürliche Muskelzucken zu minimieren.

    Zeyes: Schau dir doch mal Dimitri van den Bergh an. Einer der begabtesten Nachwuchsspieler auf dem Circuit. Und nach seinem Aufenthalt bei Peter Wright nochmal deutlich besser geworden. Aber seitdem hat er halt auch ziemlich glasige Augen...ein Spieler, der allen jungen Dartern das Gefühl gibt, man kann mit Fleiß auch mit Mitte 20 schon in die Top 10 der Welt aufstreben.

    Ein Artikel ist für mich noch keine mediale Aufmerksamkeit. Ich meinte, dass viele darüber berichten, dass es Reportagen darüber geht, dass Insider live vor der Kamera berichten was hinter der Bühne passiert, so dass keiner mehr sagen kann "ach, davon wusste ich gar nichts" (so wie ich bisher). Es geht jetzt mal wirklich nur um das Profitdenken. Wenn der PDC ein Imageschaden droht, gibt es die Möglichkeiten alles zu mobilisieren und der Stimmungsmache entschieden entgegenzutreten, oder in Salami-Taktik Fehler eingestehen und Besserung loben - je nachdem, was aussichtsreicher erscheint. Ist jetzt nicht so, dass ich mir das herbeisehne, aber irgendwie kann ich mir vorstellen, dass sowas mal auf uns zukommt. Wie biopio sagte, es passt einfach schlecht in die heutige Zeit und wird vermutlich von Jahr zu Jahr von weniger Fans toleriert werden, auch wenn diese dabei selbst in der Halle sich die Pitcher literweise einverleiben.

    Ich persönlich finde olympisches Darts auch gar nicht erstrebenswert, das hängt aber mit meiner generellen Abneigung gegen Olympia zusammen. Mein vorurteilbehaftetes Denken sagt: da sollen sich Leichtathletinnen und Leichtathleten messen, der Rest bekommt bei den Events innerhalb der eigenen Sportart (z.B. WM, EM usw.) mehr Publikum. Handball-Olympia ist für mich z.B. kein Vergleich zur Handball-WM.

    Aber zum Thema Zuschauer stimme ich Snakebite180 völlig zu. Die Zuschauer und die Sportler sind zwei Paar Stiefen. Und auch wenn Barry Hearn große Töne klopft, dass ihn die anderen nicht interessieren, ist er halt doch immer um die Außenwirkung von Darts bemüht gewesen (siehe teilweise Abschaffung der Walk-On-Girls). Sollte das mit dem Alkohol größere Kreise ziehen und tatsächlich stärker in den medialen Fokus geraten, wird er seine Haltung zum Alkoholverbot ruckzuck ändern. Dieses Marketing-Denken hat die PDC groß gemacht, deswegen würde ich ihn für diese Strategie auch nicht kritisieren.

    aber diese Mehrheit wirste nicht finden, dazu brauchste ein Jenke der eine Undercover Aktion draus macht und im TV sendet.

    Stört mich nicht, ich tu meine Meinung trotzdem kund. Die Alternative ist, dass ich meine Meinung nur dort äußere, wo ich mich einer sichtlichen Mehrheit anschließen kann. Wär doch schade.

    Aber die Idee mit Jenke gefällt mir ^^

    gooner mir war selbst nicht klar, dass das so ein großes Thema ist. Ich finde es super, dass darüber diskutiert und meinetwegen auch gestritten wird.

    Melf Dekelsen: ich finde nicht, dass es darum geht es besser zu wissen als die PDC, sondern darum, dass wir als Fans die Entscheidungen mittragen müssen. Das muss man auch äußern dürfen. Wenn genügend Leute aufbegehren, erhöht das den Druck und Änderungen werden angestoßen. Wenn es die große Mehrheit nicht juckt, ändert es sich nicht und dann ist das so und man für sich überlegen, ob man weiterhin schaut oder nicht. Mit deiner Haltung dürfte man auch nichts an der FIFA oder der UEFA kritisieren, oder an der DFL. Ich finde es gut, dass Fanverbände Stimmung machen und nicht Schulter zucken und sagen "immerhin füllen die die Stadien und ich könnte das selbst auch nicht besser".

    Ich könnte mir vorstellen, dass das Thema unter Profis und PDC deshalb so tabuisiert wird, weil man die Spieler nicht diffamieren möchte. Angenommen es gäbe Turniere mit Alkoholverbot bzw. Alkoholtests im Vorfeld und dann treffen manche Spieler keinen Pfeil ins Board oder zeigen sichtliche Entzugserscheinungen... das würde kein gutes Bild auf den Sport werfen.

    Und auch wenn man auch diese Aussage nicht so gerne hört, bringe ich sie trotzdem: es erklärt für mich auch, warum so viele Dartprofis stark übergewichtig sind.

    Andererseits frage ich mich, ob eine Sportskanone wie Gerwyn Price sich überhaupt Alkohol in größeren Mengen erlauben kann, wenn er diese Statur behält, und der ist immerhin die Nummer 1 der Welt.

    Automatenschrauber: Danke für den Erfahrungsbericht, der sich ja leider mit dem der anderen ziemlich gut deckt.

    PDC ist kein Dartsport.....das ist nur eine Firma, die möglichst viel Geld verdienen möchte und ihr möchtet keinen MvG, Lewis, Taylor oder sonst wen nüchtern spielen sehen, wenn sie unter Druck stehen und ihren Pegel nicht haben.

    Doch, ich möchte das. Dann ist es halt so, dass nervöse Spieler in diesen Momenten 5 Darts am Doppel vorbei schrauben. Das ist menschlich, das will ich sehen. Keine betäubten Zombies, die ihre Leber kaputtsaufen um es mit 2 statt 5 Darts zu schaffen.

    Selbstverständlich ist die PDC der Weltverband des Dartsports und mehr als nur eine Firma. Und selbst wenn: UEFA und Co. haben auch ihre Regeln und Anti-Doping-Maßnahmen. Wer weiß wie gut der Fußball noch werden könnte, wenn irgendwelche Mittelchen zugelassen werden, aber will ich das? Nein.

    Der Weg zurück ist nur eben immer schwierig, deshalb verstehe ich, dass das Thema sensibel ist und die Spieler sich hier quer stellen würden. Das ist nichts, was man mal so am Rande einführt. Aber es wäre notwendig, finde ich. Und ich kann mir schon auch vorstellen, dass es irgendwann so kommen wird.

    Zitat von Automatenschrauber

    Mit Sicherheit einer von den 5% die eh ohne Alk spielen.

    Weißt du auch, wer diese 5% sind? Die Frage habe ich schon oft gestellt, aber konnte bisher niemand so recht beantworten.

    Was eine solches Aufblasen der Thematik "zwingend" macht, würde mich dann aber mal interessieren. Wir diskutieren hier das Thema Alkohol im Darts und die Verbotsthematik speziell bezüglich Darts als Leistungssport, und nicht die Rolle von Alkohol in der Gesamtgesellschaft.

    Doch, ich finde genau das ist das Thema. Sportler haben eine gesellschaftliche Vorbildfunktion. Wäre es nicht so, würde man heute auf der Bühne auch immer noch rauchen und trinken. Das hatte damals dem Ansehen des Sports geschadet und das Verbot hat Darts zu dem gemacht, was es heute ist (auch finanziell). Also kann man das sicherlich nicht 100 % trennen.

    Wenn sich jetzt also ein Dimitri van den Bergh hinstellt und darüber spricht, wie er sich vor jedem Match seinen Spezialcocktail mischt, ist das vielleicht noch im Rahmen (auch wenn ichs persönlich schade finde). Dann kommen Berichte von Backstage und andere junge Spieler sehen, dass er mit viel Alkohol die Nerven in den Griff bekommt. Damit der Effekt eintritt, muss er regelmäßig viel trinken, sonst würde er auf der Bühne ja das Board nicht ordentlich treffen. Die Hemmschwelle sinkt, junge Spieler sehen Alkohol als Chance um nach oben zu kommen. Ich stelle mir vor, ich habe einen Sohn, der seit klein auf trainiert und zu diesen Leuten aufblickt, mit einem DvdB-Shirt rumläuft, ihn anfeuert, später selbst Turniere spielt und sich eine Chance auf ganz oben erkämpft. Und dann stellt er fest, ohne Alk hat er kaum eine Chance. Will ich, dass mein Kind sich selbst zum Alki macht um als Dartsprofi bestehen zu können? Da wird mir echt ganz anders.

    Nachtrag: gegeben, dass ihr Recht habt und Alkoholkonsum das Spiel insgesamt verbessert, spreche ich mich zumindest absolut für Kontrollen aus. Allein schon wegen der Vorbildfunktion. Die Vorstellung, dass aufstrebende junge Spieler hinter den Bühnen zu sehen bekommen und lernen, dass man mit Alkohol zu einem noch besseren Spieler wird, ist mehr als gruselig. Wäre es nicht ein schöner Anreiz für gute Spieler aus ganz Europa, mit dem Saufen aufzuhören, wenn sie in der PDC was werden wollen? Fände ich zumindest.

    Tja, schwer da jetzt zu einer gemeinsamen Meinung zu kommen. Muss ja aber auch nicht. Ich halte das eben für unwahrscheinlich, dass es bei Profis so läuft. Vielleicht beim Dartclub von nebenan, aber nicht in der absoluten Weltspitze. Nicht flächendeckend. Da bleibe ich bei meiner Meinung, dass es allerhöchstens Probleme beseitigt, die sie mit einem ordentlichen Mentaltraining viel besser in den Griff bekommen würden.

    Eine Substanz, die die Konzentrationsfähigkeit so immens verschlechtert, hat meiner Meinung auch im Profibereich der Schießsportarten netto keinen Vorteil (mit der oben genannten Relativierung). Mit der gleichen Argumentation kann man behaupten, dass man unter Alkohol besser Auto fährt. Dank Tunnelblick fokussierter auf das Wesentliche und nach einem stressigen Arbeitstag hinreichend beruhigt + weniger Ablenkung durch reduzierte Sinnesmodalitäten. Mir ist bewusst, dass dort im Gegensatz zum Darts die Reaktionsfähigkeit relevant ist. Aber selbst wenn nicht leidet die Konzentration, das wird von ADAC usw. gestützt.

    Deine Begründung würde mich interessieren.

    Alkohol ist ein Nervengift. Es wirkt sich hemmend und dämpfend auf die Reizweiterleitung im Gehirn aus. Wahrnehmung und Reaktionsvermögen sind eingeschränkt, es wirkt betäubend auf alle Sinnesreize. Auf der neutralen Seite wirkt es stimmungshebend - manche Spieler bringt das eher raus, andere pusht es vielleicht. Ansonsten wirkt es noch entspannend und angstlösend - das wäre auf der Pro-Seite zu verbuchen.

    Meine Behauptung: wer nach Alkoholkonsum einen besseren Wurf hat, der ist entweder abhängig und unterdrückt so die Auswirkung der Entzugserscheinungen, oder er hat mit Problemen zu kämpfen, die ihn verkrampfen lassen. Ersteres wäre ziemlich fatal, zweiteres würde ich bei den Top-Spielern höchstens ansatzweise hier und da vermuten. Sicher spielen da Gefühle und auch Aufregung eine Rolle, aber die haben doch ihre Methoden. Ich wage schwer zu bezweifeln, dass die Gelassenheit, die sich nach Alkohol einstellt, die negativen Begleiterscheinungen auch nur ansatzweise wegmachen. Vielleicht bei ganz wenigen Einzelfällen in den Top 100, aber nicht so, dass man nach Einführung eines Alkoholtests mit schlechteren Averages zu rechnen hat.

    Steht der Plan mit den Zuschauern nächste Woche noch? Wegen der indischen Variante wurden in England zuletzt Überlegungen laut das Ende der Restriktionen, das für Ende Juni geplant war, nach hinten zu verschieben. Womöglich könnte das auch Auswirkungen auf bestehende Lockerungen haben.

    Jetzt kapier ich das erst, worum hier seit Tagen geschrieben wird. Ich dachte, es geht euch darum, dass die Averages sinken würden, wenn man Alkohol mehr tolerieren würde auf der Bühne. Also, dass die Averages sinken, wenn man die Profis vor dem Spiel einem Alkoholtest unterzieht, das halte ich für ziemlich weit hergeholt.

    Das stimmt, Zeiten ändern sich Gott sei Dank. Ich fand es schon schlimm, wenn nach dem Training sich die Leute unten in den Vereinskeller gesetzt und dort geraucht haben. Als Kinder wollten wir da nie mitkommen, weil dann alles so stinkt und die Eltern (selber keine Raucher) meinten damals "habt's euch net so". Heute undenkbar. Genau so wie die Vorstellung mit einem Menschen heimzufahren, der 5 Bier hatte - egal ob in der Stadt oder auf dem Dorf. Also irgendwie würde ich das schon trennen, was ich aus meiner Sicht ok finde: Kneipensport: Ja. Spaßturniere oder lockere Zusammenkunft mit Darts und Bier: Ja. Ernsthafter Sport mit Trinken: Nein. Gesundheitsgefährdung beim Dart durch Trinken: Nein.

    Tut so gut, MvG in so einer Form zu sehen. Aber man hat auch das Gefühl, es hängt immer am seidenen Faden. Gestern hat er seine hohen Checkouts ohne nachzudenken einfach runtergespielt, aber dann gibts halt die Tage, wo jeder Wurf auf Doppel 1mm daneben ist. Da bleib ich weiterhin gespannt. Der Rest war bis auf Peter Wrigth echt saustark unterwegs gestern. Da werden mit so einer Selbstverständlichkeit Averages gut über 100 gespielt, das ist irre.