Beiträge von Horst Girtew

    Man müsste dazu mit der Einstellung von »Federball am Strand« spielen. Das spielt man nicht gegeneinander sondern zusammen. Es werden keine Punkte gezählt, der Federball soll einfach nur nicht runterfallen und wenn doch, ist es auch egal. Klappt natürlich nicht so ganz, weil beim Dart ja trotzdem immer einer zuerst fertig ist und man nicht ausblenden kann, dass der nun gewonnen hat, aber zumindest, dass nicht dieser Sieg, sondern das gemeinsame Spiel das primäre Ziel ist, könnte man versuchen zu verinnerlichen. So ähnlich spiele ich das. Also klar, bei knapp verlorenen Spielen, wo ein Sieg drin war, denke auch ich »Schade war mehr drin.« aber so im großen und Ganzen ist es mir egal, ob ich gewinne oder verliere. Klar nehme ich auch Dinge mit, die ich dann beim nächsten Mal anders versuche, aber für das letzte Spiel ist es erledigt und alles ist gut.

    ohne tripple nicht geht, hab ich was verpast wurde die T17 vom Board gestrichen ?

    Triple 17 ist doch ein Triple und ohne ein Solches geht es nicht. So meinte ich das. Also man kann sich bei 75 Rest weder mit einem Single, noch mit einem Doppel ein Doppel stellen. Man braucht unbedingt ein Triple. Einzige Ausnahme SB, also kann man auch gleich das größere SB versuchen.

    Wenn man weiß, dass der TC das nicht versteht, wirft man eben SB und staunt dann selber. »Hoppala, der ging aber daneben. Ich habe doch auf T17 geworfen. Na dann muß ich wohl ein Bullfinish versuchen. – Hui, das ist ja gerade nochmal gut gegangen.« Das macht dann nebenbei auch gleich noch den Gegner mental irre, weil der das für zufälliges Glück hält.

    Och, alles was ohne Triple nicht geht, kann man auch über Single-Bull versuchen und wenn der Erste auch trifft, hat man einen schönen Marker für DB. Das man es eher nicht spielt ist da weniger die Sinnhaftigkeit, sondern der Überheblichkeitsfaktor, wie bei Tops-Tops zu der Zeit, als Phil Taylor noch jung war. Das ist inzwischen ja auch salonfähig. Und irgendwie hat ein Bullfinish für Viele immer noch etwas Besonderes bzw. macht eine besondere Freude.

    Da meine Seite nun wieder geht, auch wieder die Ergebnisse darüber.

    Horst Girtew (49.89) vs. Sir (50.14) 6:2 | Video | Stats | Lidarts |

    Video könnte wie immer noch ein paar Minuten dauern, bis Youtube das verarbeitet hat. Ansonsten kein Spiel zum Angeben. Sir ist zwar gut gestartet, gleich mit einer 180 im ersten Leg, konnte das Niveau aber nicht ganz halten. Im dritten Leg haben wir uns dann Beide gequält, ich konnte mit einem souveränen 43-Darter den Anschluß holen und dann hat es sich bei mir allerdings stabilisiert, dazu kamen ein paar meiner gefürchteten Glückstreffer, während Sir nicht zu seiner Form vom Anfang zurückfand.

    Ich verstehe das Problem und dass man sich darüber ärgert, aber wenn man unverschuldet in Rückstand gerät, dann erklärt man den Fall der Ligaleitung oder bei Turnieren der entspechenden Orga und dann wird das geklärt. Kommt kein Spiel zustande, gibt es in der Regel einen Def-Win für den Unschuldigen.

    Es ist nunmal so, dass es dich um ein Spiel handelt wo sich jeder X-Beliebige anmelden kann. Da sind immer welche dabei, die es ernster nehmen und welche, die es nicht ernst genug nehmen.

    Ich wundere mich trotzdem wie es sein kann, das Dart oder die komplette Dartszene trotz medialer Aufmerksamkeit über die letzten Jahre trotzdem noch so stark auf Hobby ausgelegt ist.

    Na, das ist aber fast überall so. Selbst bei etablierten Sportarten, von denen man weiß, dass die Vertreter im Leistungssport haben, geht man ja erstmal von Hobby aus, wenn ich jemandem begegne, der mir erzählt, dass er Tischtennis spielt, denke ich doch »Och ja, schönes Hobby.« und das selbst beim Fußball, wo der Profibereich ja ein populärer Bestandteil in der Wahrnehmung Gesellschaft ist.

    Dazu kommt, dass neben der Differenzierung »Amateursport–Profisport« bzw. »Hobby–Leistungssport«, beim Dart noch das bekannte Problem »Kneipe–überhaupt Sport« dazu kommt.

    Da fällt mir noch was ein. Da bin ich beim Nachdenken über den Vergleich mit dem Schach gestolpert. Beim Dart ist das Ganze ja auch noch ein Kompromiss.

    Ein Sprinter braucht Technik. Die Bewegungsabläufe müssen 100 % stimmen. Er rechnet nicht allzuviel während des Laufes. Ein Schachspieler braucht keine durchtrainierten Bewegungsabläufe beim Figuren setzen, der muß aber die mathematische Seite 100% beherrschen.

    Dart ist irgendwo dazwischen. Bis zu einem gewissen Grad, lässt sich eins mit dem Anderen ausgleichen. Natürlich kann man auch sagen, wenn man perfekt trifft, braucht man auch nicht zu rechnen, aber am Ende ist es wie gesagt ein Kompromiss und man kann auch in einem Punkt talentiert sein und das andere muß man intensiv trainieren.

    Für die Übung ganz oben (bzw. so ähnlich) hatte ich mal ne Segment-Schablone gebastelt.

    Ansonsten mache ich auch Übungen mit einem Pfeil. Also mein Lieblingsübungsspiel ist ja bekanntlich Around the Clock auf die Doppel aber auch bei allen anderen Spielen, wo es darum geht, in einem bestimmten Moment oder einer bestimmten Reihenfolge ein bestimmtes Feld zu treffen, spiele ich das mit nur einem Pfeil. Also einen Pfeil werfen und wieder holen, einen Pfeil werfen und wieder holen. So versuche ich zu trainieren, dass gleich der Erste sitzt.

    Ich bin gespannt wenn Du den 55er Bereich erreicht hast, ab da kommt es auf jedes Doppel an (was auch perfektes rechnen der Wege beinhaltet) auf jede 45 die man nicht werfen darf,

    Wenn ich den Bereich erreicht habe, wo man sich bestimmte Fehler nicht mehr erlauben kann, dann mache ich die Fehler ja nicht mehr, sonst wäre ich dann ja nicht in dem Bereich. Und wenn ich die Fehler, die ich mache weiter mache, komme ich ja gar nicht erst in einen höheren Bereich. Von daher mache ich mir da keine Sorgen und spiele meinen Stiefel. Rechnen und Wege ist ok und da bin ich der Letzte, der sagt, dass das Quatsch ist, aber dass muss ich mir beim Spielen selber erarbeiten, bzw. trifft man da Situationsentscheidungen von denen man ja selbst merkt, ob es geklappt hat oder schief gegangen ist. Da helfen dann Vorwürfe wie »Das hättest Du so und so machen müssen…« manchmal gar nicht so viel weiter.

    Man darf auch eine hart erarbeitete Fähigkeit, sich möglichst nicht von Außen unter Druck setzen zu lassen und den Kopf frei zu kriegen, nicht mit Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit verwechseln.

    Klar der mentale Faktor ist riesig aber wenn man zB den außen vor lässt, ist dann nicht vorstellbar das jeder mit genug Übung ein 80 Average zB erreichen kann?

    Mal eine Spekulation von mir. Ja es ist vorstellbar, dass du so einen 80er Avg schaffst – zu Hause in deinem gewohnten Trainingsrhythmus und -umfeld – und dann gehst du raus zu einem Turnier und kriegts keine 50 zusammen.

    Ein kleines Rechenbeispiel. Auf meinem Spielniveau (so um die 50 vom Avg her) ist es normalerweise keine große Hexerei die großen Singlefelder zu treffen. Von daher dürfte es eigentlich kein Problem sein 3 x 20 zu treffen. Wenn man nun davon ausgeht, dass einem ja auch regelmäßig mal ein Triple gelingt, sollte ein reiner Scoring-Avg um die 70 bis fast 80 eigentlich machbar sein, wenn man voll bei der Sache ist. Aber im Gegenteil, es kommen auch Legs, wo man mit Mühe eine knappe 40 scored. Und das ist für mich der mentale Faktor, der immer wieder unterschätzt wird.

    Was aber tatsächlich funktioniert, ist einfach nur aus Spaß an der Freude zu spielen. Also wenn sich Leute einfach in der Kneipe treffen und werfen und sich überhaupt keinen Kopf um Averages machen und heute gewinnt der und nächste Woche der Andere und immer wenn einer checkt, hat er eben gewonnen, ohne dass überhaupt einer die benötigten Runden mitzählt. Und wenn einer doch mal ein Highfinish schafft, gibt er einen aus und alle freuen sich mit, dann lässt sich der mentale Faktor eventuell ausblenden oder spielt jedenfalls keine Rolle. Das hat dann aber auch nichts mit Sport und dem Ehrgeiz dahinter zu tun.