Beiträge von hfgon


    Da sieht man ja was man auf die Zahlen geben kann: Nix!

    Menschen mit Symptomen werden nicht getestet, Menschen ohne Symptome werden als infiziert gemeldet. Wie soll man das nennen? Idiotie? Und das in Deutschland, dem Land der Bürokraten und Pedanten. Und das obwohl hier genau noch gar Nichts los ist, sonst könnte man das ja wenigstens mit Überforderung erklären/entschuldigen.

    Und wer gerade Anne Will gesehen hat, der erlebte die Planlosigkeit der Regierung. Ich kommentiere das lieber nicht ausführlich, nur soviel: Massnahmen für 2 Wochen, Impfstoff in 18 Monaten. Die Zeit dazwischen? Hat keiner eine Ahnung. Dieser Helge Braun taugt bestimmt gut als Geschichtenvorleser für Kindergartenkinder, als Leiter des Krisenstabs "Coronavirus" wirkt er überfordert. Gute Nacht.

    Ach bitte, komm doch mal von deinem hohen Ross herunter, demzufolge du anscheinend alles besser zu wissen scheinst als fast alle Virologen und regierenden Politiker weltweit.

    Zunächst einmal: Es ist völliger Quatsch, dass in Deutschland nicht positiv getestete als Infizierte in irgendeine Statistik einfließen würden. Ich arbeite bei einem der Landesgesundheitsämter und kann dir das unter Garantie versichern. Die Infiziertenzahlen umfassen ausschließlich Personen, die tatsächlich getestet wurden. Personen im selben Haushalt werden aber so behandelt, als wären auch sie infiziert. Sprich: Sie werden ohne Test vorsorglich isoliert bzw. landen in Quarantäne. Das ist auch sinnvoll, da selbst bei noch nicht vorhandener Ansteckung ein hohes Risiko vorliegt sich noch anzustecken.

    Insofern ist man hier ganz weit von "Idiotie" entfernt, sondern geht absolut sinnvoll vor. Personen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit infiziert sind oder sich mit hoher Wahrscheinlichkeit infizieren, isoliert man, aber verzichtet auf einen Test. Was würde der Test auch zunächst bringen? Die Person wird sowieso isoliert, insofern briingt ein Test zunächst keinen Mehrwert. Von demher testet man lieber Personen, bei denen die Notwendigkeit einer Isolation von ihnen selbst und ihrem Umfeld geprüft werden muss.

    Es ist übrigens auch völliger Schwachsinn, dass hierzulande noch nichts los sei. Frag mal die Hausärzte, lokalen Gesundheitsämter oder die Landesgesundheitsämter. Dort ist die Hölle los. Einzig in den Krankenhäusern ist dies noch nicht gänzlich angekommen, da viele Menschen erst frisch infiziert sind und erfahrungsgemäß der Virus erst in der "zweiten Phase" die Lunge stark befällt und schwere Symptomatiken hervorruft. Die Teststationen sind inzwischen völlig überlaufen und es werden inzwischen täglich mehr Tests genommen als überhaupt in den Laboren ausgewertet werden können. Bundesweit kommt man auf lediglich circa 14.000 Tests, die per Polymerase-Kettenreaktion täglich ausgewertet werden können. Allein bei uns im Hause liegen inzwischen Tests für die kommenden 2-3 Tage herum. Wer dann glaubt, dass hier noch nichts los sei, der hat von dem tatsächlichen Geschehen offenbar nicht den geringsten Schimmer. Übrigens würden wir auch gerne alle Menschen mit Symptomatik testen, es ist aber schlicht nicht leistbar weil die Laborkapazitäten nicht ausreichen und das wird man auch binnen kurzer Zeit nicht beheben können.

    Übrigens sind auch die Zahlen weiterhin nicht wertlos. Man sollte nur den Kontext richtig betrachten. 3.000 neue Infizierte bedeutet eben nicht annähernd, dass sich auch tatsächlich nur 3.000 weitere Menschen infiziert haben. Es gibt aber auch etliche Auswertungen hinsichtlich offiziell gemeldeter Symptomatiken, hinsichtlich offiziell isolierter Personen, hinsichtlich durchgeführter Tests und zu guter Letzt gibt es die Relation zwischen durchgeführten und positiven Tests. Dieser Wert ist in der Bewertung von hoher Bedeutung und der lässt sich auch anhand der Infiziertenzahlen derzeit sehr schön ablesen. Die täglich durchgeführten Tests unterscheiden sich nämlich nur geringfügig und so bedeutet ein Anstieg der Infiziertenfallzahlen gewissermaßen einen Anstieg der Durchseuchung der Gesellschaft (bzw. einen Anstieg so starker Symptomatiken, dass es leichter fällt sehr wahrscheinlich infizierte Personen auszumachen).

    Zudem sehe ich auch absolut keine Planlosigkeit der Regierung. Es gibt klare Pandemiepläne, wenn diese auch leider etwas veraltet sind (Bund glaube ich von 2007, in meinem Land definitiv aus 2009), anhand derer man Stück für Stück Maßnahmen ergreift. Diese Pläne sehen auch weit mehr als zwei Wochen in die Zukunft und bilden verschiedenste Szenarien ab. Das bedeutet aber nicht, dass es auch nur im Ansatz sinnvoll wäre nun Maßnahmen für die kommenden 6 Monate vorzulegen. In zwei Wochen wird man erstmals eine Einschätzung geben können inwieweit die bis gestern getroffenen Maßnahmen bereits Erfolge gebracht haben. Erst auf Basis dieser neuen Zahlen kann man eine vernünftige Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen. Zu unklar ist doch heute wie sich die Fallzahlen in den kommenden zwei Wochen weiterentwickeln. Möglichkeiten für die weitere Handhabung wird man aber definitiv schon in der Hinterhand haben und auch vorbereiten. So hat man ja bspw. gestern auch auf die "Dummheit" der Bürger reagiert, die die vorherigen Maßnahmen nicht ausreichend verantwortungsvoll umzusetzen wussten. Auch solch menschliches Verhalten lässt sich nicht gänzlich voraussagen und dementsprechend müssen auch diese Entwicklungen beobachtet werden.

    Und wie kommt man bitte darauf, dass ein Impfstoff erst in 18 Monaten zur Verfügung steht? Tausende Unternehmen forschen daran, es laufen sogar jetzt schon erste klinische Studien und man wird diese Studien notfalls sicherlich abkürzen, sofern ein Impfstoff sehr sehr vielversprechend wirkt. Realistisch sind da eher 7-12 Monate als 18 Monate. Hinzu kommt, dass es doch längst nicht ausschließlich um Impfstoffe geht. Es geht derzeit in so vielen Bereichen darum Zeit zu gewinnen... Es geht darum mehr Testmöglichkeiten zu schaffen, mehr Tests zu produzieren, mehr dafür notwendige Reagenzien zu beschaffen, mehr Schutzausrüstung zu produzieren, mehr Intensivbetten bereitzustellen, mehr Personal zu rekrutieren und einzuarbeiten, mehr Beatmungsgeräte zu produzieren, mehr Menschen HomeOffice zu ermöglichen etc. etc. Allein bei diesen Punkten gewinnen wir mit jedem Tag, den wir die Ausbreitung des Virus verzögern, wertvolle Zeit. Hinzu kommen dann neben dem Impfstoff noch Medikamente wie bspw. Remdesivir, die derzeit auf ihre Wirksamkeit bei Corona-Infektionen getestet werden. Dann gewinnt man Zeit für verbesserte Antikörper-Schnelltests, die bislang zu wenig aussagekräftige Ergebnisse liefern. Und dann sind da noch Antigen-Tests, die künftig von hoher Bedeutung sein werden um zu ermitteln ob man schon einmal mit dem Virus infiziert war und dementsprechend vorerst sicher vor einer erneuten Ansteckung ist, also gefahrlos wieder seiner täglichen Arbeit etc. nachgehen kann. All diese Maßnahmen sind so wahnsinnig wichtig um diese Krise gut zu überstehen und dabei zählt jeder einzelne Tag, den man die Verbreitung des Virus verlangsamt.

    Ich verstehe eine Sache nicht, kann mir die Jemand erklären, oder es zumindest versuchen?

    Warum verkraftet unser Gesundheitssystem 10-15 Millionen Grippeinfizierte und in Folge dessen 20.000 Grippetote jährlich "problemlos", nicht aber einen Bruchteil dessen an Patienten mit Covid-19? Ich nehme doch mal an, auch bei den 20.000 Grippetoten wurde Alles versucht, um sie am Leben zu halten, also bekamen diese ebenfalls eine intensivmedizinische Versorgung. Auch ein schwerer Grippeverlauf endet in der Regel mit Lungenentzündung, somit auch mit künstlicher Beatmung im Rahmen der Behandlung.

    Wenn nun 20.000 Menschen diese Grippe/Behandlung nicht überleben, wieviele Patienten wurden denn dann wohl insgesamt intensivmedizinisch versorgt? Das müssen ja viel viel mehr Patienten gewesen sein, denn ich hoffe doch mal, die Sterblichkeit bei Grippe ist wie behauptet tatsächlich deutlich niedriger als bei Covid-19. Auch treten diese in ähnlicher zeitlicher Häufung auf, eine Grippewelle läuft ja ähnlich ab, die 20.000 Fälle dürften zum grössten Teil innerhalb weniger Wochen auftreten.

    Was mir klar ist, dass Arzte und Pflegepersonal sich sich nicht gegen Covid-19 impfen können. Das erhöht deren Risiko selbst zu erkranken, erklärt aber nicht die drohende Überlastung des Systems durch an sich wesentlich weniger Patienten und Tote.

    Ich halte mich mal kurz:
    - Sind die Influenza-Patienten denn nun plötzlich nicht mehr da? Nein! Sprich: Auf die Influenza-Patienten ist man bundesweit eingestellt, die Corona-Patienten kommen nun zusätzlich hinzu. Dabei ist die Influenza-Saison eh schon immer eine große Herausforderung.
    - In der Statistik zur Influenza sind nicht nur diejenigen enthalten, die binnen 2-3 Wochen versterben, sondern auch diejenigen, die an Folgeerkrankungen versterben. Diese sind bei Corona noch überhaupt nicht absehbar. Insofern verteilen sich die Fälle auch mehr über das Jahr als man im ersten Moment denken würde.
    - Influenza verläuft im Lungenbereich oft einhergehend mit einer bakteriellen Infektion, was gänzlich andere Behandlungsmöglichkeiten bietet
    - Corona verläuft bei deutlich mehr Fällen schwer. Rund 15% müssen mit Sauerstoff versorgt werden, bei über 5% ist eine künstliche Beatmung notwendig. Selbst wenn wir nur mit den 5% rechnen und von 28.000 Intensivbetten ausgehen, von denen ja auch noch etliche anderweitig belegt sind... Bei lediglich 200.000 Infizierten wären 10.000 Intensivbetten allein für Corona-Patienten nötig. Hinzu kommen dann schwerere Verläufe bei anderen Patienten, deren Versorgung dann nicht mehr ausreichend gewährleistet ist und somit wieder mehr Bedarf an Intensivbetten. Vor allem wären die 200.000 ohne Maßnahmen ganz schnell erreicht. Das wäre eine Sache von 10-11 Tagen und die Zahlen würden sich anschließend weiter alle drei Tage verdoppeln. Schon jetzt müssen wir mit weit über 60.000 Infizierten rechnen, bevor die Maßnahmen der Regierung überhaupt zu greifen beginnen.


    ...
    Menschen in den Wohnungen wochenlang 24 Stunden einzusperren ist zutiefst unmenschlich...das erfahren gerade meine Eltern in Frankreich...kommt vermutlich bei uns in der CH auch noch...das ist hier sogar gegen den schweizerischen "Urinstinkt" der Freiheit...haben sogar Regierungsbeamte gestern so gesagt....kommt wohl aber trotzdem....
    Jetzt werden dann unsere Handydaten an den Bund übermittelt, Totalüberwachung habe ich zuletzt bei meiner Verwandschaft in Thüringen zu Stasizeiten erlebt X(

    Ist es menschlicher, unnötig viele Menschen sterben zu lassen? Man muss nur rechnen können. Derzeit verzeichnen wir hierzulande täglich 25-30% mehr Infizierte. Das heißt, dass die Zahl der Infizierten sich binnen drei Tagen verdoppelt. Ausgehend von gestern 15.000 Fällen (laut John-Hopkins), sind es in 3 Tagen 30.000, in 6 Tagen 60.000, in 9 Tagen 120.000, in 12 Tagen 240.000 und in 15 Tagen fast 500.000 und in 18 Tagen rund eine Million Infizierte.

    Diese Zahlen wird man nicht offiziell erreichen, da man täglich überhaupt bundesweit nur 14.000 Tests durchführen kann und davon ja auch nicht jeder positiv ausfällt. Aber hätte man nicht solch massive Maßnahmen ergriffen, würden die Zahlen tatsächlich weiter derart exponentiell ansteigen, wie man derzeit täglich beobachten kann, da die Maßnahmen sich erst in 7-10 Tagen in den Zahlen bemerkbar machen werden. Wer bei einer solch mathematisch simplen Hochrechnung den Ernst der Lage noch immer nicht verstanden hat und sich die massive Überlastung des gesamten Gesundheitssystems sowie dessen ungefähre Folgen nicht vorstellen kann, bei dem fehlt es offensichtlich an jeglichem Intellekt.

    Für mich ist die entscheidende Frage wie lange diese Maßnahmen andauern sollen. Wenn das Virus sich nicht auf wundersame Weise verflüchtigt, wovon nicht auszugehen ist, und ein Impfstoff wohl frühestens Anfang nächsten Jahres verfügbar sein könnte, dann hieße das, rund ein Jahr in diesem Ausnahmezustand zu leben. Ich fürchte, bis dahin werden ganze Wirtschaftszweige schlichtweg verschwunden sein, ausradiert, und Millionen von Menschen arbeitslos.

    Ich will nicht schwarz malen und wäre dankbar wenn jemand ein beruhigenderes Szenario hat, allein fehlt mir im Moment etwas der Glaube.

    Und um das klar zu stellen, ich mache mir nicht Sorgen um die "Reichen", die sich statt 3 Sportwagen nur noch 2 leisten können. Sondern um ganz normale Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit eben so über die Runden kommen, ohne Arbeit aber nicht mehr.

    Es ist doch absolut logisch, dass man das öffentliche Leben nicht dauerhaft stilllegen kann. Das wird auch nicht passieren, da ansonsten die wirtschaftlichen Schäden irreparabel wären. Momentan geht es um vorübergehende Maßnahmen, die die Infektionszahlen vorübergehend senken und das exponentielle Wachstum stoppen sollen. Dies schafft Möglichkeiten um sich besser auf die bevorstehende Krise vorzubereiten. Unternehmen können die Voraussetzungen schaffen um mehr und mehr HomeOffice anzubieten, es können in der Zwischenzeit Corona-Testkits produziert werden, es können Labore reaktiviert und umgerüstet werden um mehr Proben untersuchen zu können, es können Umstrukturierungen stattfinden um mehr Intensivbetten zur Verfügung zu haben, mehr Personal für die Bereiche abzustellen und Personal für alle möglichen Bereiche zu beschaffen und einzuarbeiten.

    Im Endeffekt werden die nächsten Monate aber durchweg ein Balanceakt zwischen der Gesundheit sowie der Eindämmung des Virus und dem Wirtschaftssystem.

    Teil 3:
    Zudem noch ein Beitrag von gestern:

    "Die Entwicklung der Pandemie:
    Die momentanen Zahlen in Deutschland und den umliegenden Ländern sind höchst kritisch, dessen werden sich glücklicherweise immer mehr Menschen bewusst. Grundsätzlich müsste das Ziel sein, dass die Anzahl der Infizierten sich innerhalb von zwei Wochen ungefähr verdoppelt. Warum ist dem so? Sind bspw. 1.000 Menschen infiziert sowie ansteckend und infizieren innerhalb von 2 Wochen weitere 1.000 Personen, so hätte man nach diesen zwei Wochen weiterhin circa 1.000 ansteckende, infizierte Personen, da die ersten 1.000 Personen inzwischen nicht mehr ansteckend wären. Pro Tag dürfte die Anzahl der infizierten Personen demnach nur um circa 6% steigen. Stattdessen liegt man aber in Europa und auch in Deutschland bei Werten von weit über 10% und oftmals sogar im Bereich von 30%. Bei 30% mehr Infizierten pro Tag verdoppeln sich die infizierten Personen nicht innerhalb der angestrebten 14 Tage, sondern innerhalb von 3 Tagen.

    Diese Zahlen sind höchst bedenklich. Vor allem möchte ich an dieser Stelle einmal einen anderen maßgeblichen Wert einbringen. Ich habe hier in den letzten Tagen schon von der Knappheit von Corona-Testkits und den Problemen bei der Auswertung eingehender Proben berichtet. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung sind die deutschen Labore derzeit in der Lage lediglich circa 12.000 Proben täglich auszuwerten. Ich denke, dass diese Zahl in der Realität derzeit angesichts der entspannten Personalsituationen noch deutlich höher liegt, aber sie verdeutlicht ein großes Problem. Ich weiß nicht genau wieviel Prozent der Proben in Deutschland positiv ausfallen, aber in den USA sprach man zuletzt von 3.000 positiven Proben bei 21.000 durchgeführten Tests. Dort war also circa jeder 7te Test positiv. In Deutschland werden es prozentual sicherlich deutlich weniger positive Tests sein, aber nehmen wir mal die USA-Zahlen: Rechnen wir das auf die 12.000 Proben um, die hierzulande laut der Kassenärztlichen Vereinigung nur ausgewertet werden können, so landen wir bei großzügiger Rechnung bei rund 2.000 positiven Tests, die überhaupt nur realistisch pro Tag ausgewertet werden können.

    Selbst bei nur 10.000 deutschlandweit Infizierten und einem täglichen Anstieg von 20% landet man schon bei 2.000 weiteren Infizierten, die bei Vollauslastung der Labore überhaupt nur diagnostiziert werden können. Selbst wenn also die knappen Corona-Testkits noch ausreichen, so droht man bei einem weiteren Anstieg der Fallzahlen schnell den Punkt zu erreichen, an dem die Proben nicht mehr annähernd zeitnah ausgewertet werden können und Infektionen nicht mehr zeitnah diagnostiziert werden können, was eine Isolation der Personen und deren Umfeld massiv erschwert und herauszögert. Wenn dann noch die ersten Labore Corona-Verdachtsfälle aufweisen, was bei steigender Fallzahl vermehrt vorkommen wird, so wird sich die Lage noch kritischer darstellen.

    Dieser Kollaps der Labore muss zwingend verhindert werden, da sonst die weitere Ausbreitung des Virus kaum mehr aufzuhalten sein wird. Ich habe es hier schon einmal geschrieben, aber die nächsten Tage und die kommenden 3-4 Wochen werden darüber entscheiden ob uns hier die Vollkatastrophe und der Zusammenbruch des gesamten Gesundheitssystems droht, oder ob wir die Lage halbwegs unter Kontrolle halten können. Jeder einzelne Tag, den man die Verbreitung hinauszögern kann, schafft Spielräume um die Abläufe zu verbessern und mehr Proben diagnostizieren zu können oder mehr Testkits produzieren zu können."

    Und ein weiterer Beitrag, der die geringe Letalitätsrate in Deutschland ein wenig relativiert:

    "Problem ist halt, dass man mit wahnsinnig vielen unterschiedlichen Zahlen hantieren kann und so zu gänzlich anderen Einschätzungen kommen kann. In Deutschland bspw. von nun circa 5.000 Infizierten auszugehen und dann nur 11 Todesfälle heranzuziehen, ist für mich sehr fragwürdig. Viele der Infizierungen sind erst im Laufe der letzten 4-5 Tage diagnostiziert und dementsprechend ist oftmals noch gar nicht klar, wie sich der Virus schlussendlich auf die einzelnen Personen auswirkt. Möglich, dass da der ein oder andere noch nur kleine Anzeichen zeigt, in wenigen Tagen jedoch auf intensiv landet und später verstirbt. Insbesondere da der Virus erst in der "zweiten Phase" massiv Auswirkung auf die Lunge hat, können viele Infizierungen erst spät kritisch verlaufen.

    Ich habe gestern irgendwo einen Beitrag gelesen, da meinte jemand, dass man stattdessen die "Geheilten" den Todesfällen gegenüberstellen müsste. Da man eben erst nach überstandener Infizierung nicht mehr dem Virus erliegen kann. Könnte man im ersten Moment auch durchaus als nachvollziehbar bezeichnen. Wenn ich dann auf die Statistik hier schaue:

    https://www.worldometers.info/coronavirus/

    Da lande ich in Deutschland bei 11 Toten und 46 Geheilten. Dann wären wir statt bei 0,2 Letalitätsrate plötzlich bei 19%. In Italien stehen 1.800 Todesfälle 2.300 Geheilten gegenüber. Da sind rund 44% der "abgeschlossenen Fälle" verstorben, in China auch immerhin noch knapp unter 5%.

    Die Wahrheit liegt am Ende wie so oft in der Mitte. Wahrscheinlich wird man die 0,2 Prozent auf Dauer nicht halten können, noch viel viel weniger wären aber 19% realistisch, das sollte logisch sein. Letztendlich ist aber so oder so maßgeblich wieviele neue Fälle man täglich verzeichnet und inwieweit die Krankenhauskapazitäten ausreichen. Solange man noch die Patienten noch ausreichend behandeln kann, wird man die Sterblichkeitsraten noch in Grenzen halten können. Sobald sich dies jedoch ändert, droht ein gewaltiger Anstieg der Letalitätsrate, analog zu Italien. Klar haben wir zunächst eine bessere Ausgangsposition, dies bedeutet aber nicht, dass wir nicht auch sehr sehr zeitnah an unsere Kapazitätsgrenzen geraten könnten. Wenn man die Zahlen aus dem obigen Link heranzieht, so hat sich die Zahl der Infizierten am letzten Tag hierzulande um circa 20% gesteigert. Setzt sich das fort, sind wir am 16. bei 7.000, am 17. bei 8.300 und am 18. bei 10000. Am 19ten bei 12.000, am 20sten bei 14.400 und am 21sten bei 17.300. In genau einer Woche überschreiten wir dann erstmals die Marke von 20.000 Infizierten. Dass in dem Fall unser Gesundheitssystem sehr schnell an seine Grenzen geraten würde, das ist offensichtlich. Dann sind aktuelle Letalitätsraten völlig wertlos und das muss man nun mit allen verfügbaren Mitteln verhindern. Je mehr Fälle es jedoch werden, desto schlechter wird die medizinische Versorgung und desto höher wird die Sterblichkeitsrate werden. Davon auszugehen, dass hier lediglich 0,2 Prozent der Infizierten sterben, wenn zeitgleich im schlimmsten Falle Hunderttausende erkrankt sind, das ist halt völlig an der Realität vorbei. Hinzu kommen dann noch die Fälle, die nicht unmittelbar auf Corona zurückzuführen sind, mittelbar aber die Ursache durchaus darin begründet liegt."

    Zum Abschluss noch ein Wort zur aktuellen Entwicklung: Schaut euch die Zahlen der Italiener an:

    https://www.worldometers.info/coronavirus/country/italy/

    Die hatten vor 9 Tagen die identische Situation wie wir jetzt hierzulande, mit einer vergleichbaren Fallzahl. Treffen wir hierzulande nicht umgehend bessere Maßnahmen, so landen wir in 9 Tagen auch wieder auf einem vergleichbaren Stand, wie ihn die Italiener jetzt haben. Dort sind es inzwischen fast 25.000 positive Fälle mit zuletzt 3.500 neuen Fällen täglich. Glücklicherweise ist unser Gesundheitssystem etwas besser aufgestellt, aber steigen die Fallzahlen ebenso rasant und exponentiell an, so wird auch unser Gesundheitssystem sehr schnell an seine Grenzen kommen, nur halt vielleicht 6-7 Tage später als es dort der Fall war.

    Teil 2:
    Meine Antwort auf eine darauffolgende Frage, ob das Gesundheitssystem meiner Auffassung nach so oder so zusammenbreche:

    "Puh, da müsste ich mich jetzt sehr weit aus dem Fenster lehnen...

    Zunächst muss man unterscheiden. Es gibt Bereiche des Gesundheitssystems, die bereits jetzt am Maximum angelangen. Das sind unter Garantie die örtlichen Gesundheitsbehörden und die Landesgesundheitsbehörden sowie der gesamte Bereich Virologie/Epidemiologie. Es gibt aber mit Sicherheit auch Bereiche, die momentan noch Kapazitäten besitzen und ggf. auch noch weitere Kapazitäten freimachen könnten. Hinsichtlich der lokalen Ärzte (Hausärzte, HNO-Ärzte etc.) kann ich es nicht ansatzweise beurteilen, die Krankenhäuser allerdings haben noch massig Kapazitäten und werden durch den Aufschub nicht zeitlich dringender OP's etc. weitere Kapazitäten schaffen. Momentan können hierzulande noch alle infizierten Patienten und generell lebensgefährdeten Patienten problemlos aufgenommen und behandelt werden.

    Ob dies so bleibt ist dann die Frage. Der Blick hinüber zu Italien zeigt, wie schnell sich so eine Situation verselbstständigen kann und wie schnell die Krankenhäuser überlastet sein können. Unter anderem demzufolge ist deren Sterberate inzwischen ja auch deutlich höher, da man eben keine ausreichende Behandlung vieler Patienten gewährleisten kann. Hierzulande ist die Situation wie beschrieben noch deutlich besser. Allerdings führt wie aufgeführt die Überlastung der Gesundheitsämter zwangsläufig zu höheren Infektionsrisiken. Steigt die Überlastung weiter an, was anhand der tagesaktuellen Entwicklungen zu befürchten steht, so wird sich dies zwangsläufig auch früher oder später in den Krankenhäusern widerspiegeln.

    Ich bin wie gesagt kein Virologie, Epidemiologie, nicht einmal Mediziner in irgendeinem Sinne. Dem nach zu urteilen, was ich jedoch hier vor Ort mitbekomme, so ist die momentane Phase ein äußerst kritischer Zeitpunkt. Derzeit sind die Fallzahlen von Infektionen noch halbwegs zu kontrollieren, oftmals auch Infektionsketten etc. nachvollziehen und Quarantänemaßnahmen einzelner verlangsamen die Verbreitung des Virus. Hast du landesweit 1.000 Infizierte, kannst du dir als Einzelperson vllt. noch herleiten wo du dich mit dem Virus infiziert haben könntest. Insofern können vllt. 500 Personen der 1.000 Personen die Infektionskette nachvollziehen und entsprechende Maßnahmen, Isolierung, Verfolgung von Infektionsketten etc., eingeleitet werden. Hast du landesweit jedoch 20.000 Fälle, dann wirst du als Einzelperson immer seltener herleiten können woher jetzt die Infektion stammen könnte, sofern nicht gerade deine Frau, dein Nachbar oder dein Arbeitskollege Symptome aufweist. Folglich wirst du einen immer geringeren Prozentsatz der Infizierten ausmachen und isolieren können.

    Je schlechter die Infektionsketten nachzuvollziehen sind, desto schwerer wird es die Verbreitung des Virus aufzuhalten. Übrigens ist auch deshalb eine Einschränkung des öffentlichen Lebens sinnvoll, damit weniger Kontaktmöglichkeiten bestehen und du ggf. besser einschätzen kannst, wer dich infiziert haben könnte und wiederum wen du infiziert haben könntest. Diese Nachvollziehbarkeit und Rückverfolgbarkeit von Infektionen ist maßgeblich für die Eindämmung der Verbreitung. Dabei ist es wie gesagt so, dass jeder zusätzliche Fall logischerweise die Herleitung der Infektion erschwert.

    Wenn man dann noch berücksichtigt, dass der Anstieg der Infektionen zwangsläufig auch Personalausfälle im Gesundheitssystem zur Folge hat, so denke ich, dass die nächsten 3-4 Wochen maßgeblich dafür sein werden, ob unser Gesundheitssystem kollabiert und wenn ja wie sehr. Steigen die Fallzahlen weiter rasant exponentiell an und verdreifachen bis verfünffachen sich wöchentlich, so könnte man schnell an einen point-of-no-return gelangen. Gehen wir mal verhalten von 3.000 Infizierten aus, steckt davon jeder nur 3 weitere Personen an, so hast du nach einer Woche 9.000, nach zwei Wochen 27.000, nach drei Wochen 80.000 und nach 4 Wochen eine Viertelmillion Fälle hierzulande (davon über 200.000 binnen der letzten zwei Wochen). Steckt man jedoch im Durchschnitt 5 Personen an, so landest du sogar nach einer Woche bei 15.000, nach zwei Wochen bei 75.000, nach drei Wochen bei 225.000 und nach vier Wochen bei über einer Million an Infizierten. (davon auch tatsächlich eine Million binnen der letzten zwei Wochen). Steckt jedoch jeder nur eine Person an, so hast du in einer Woche 6.000 Infizierte, in zwei Wochen 12.000, in drei Wochen 24.000 und in 4 Wochen 48.000 (davon nur 36.000 binnen der letzten zwei Wochen).

    Die Zahlen bitte nicht völlig ernst nehmen, aber insbesondere die Zahl in Klammer ist dabei wichtig und exemplarisch. Insbesondere beim letzten Beispiel mit nur einer angesteckten Person merkt man schnell, dass von den 12.000 in 3 Wochen Infizierten, zumindest die ersten 3.000 schon nicht mehr ansteckend sein dürften und dementsprechend die Folgezahlen geringer ausfallen. Beim zweiten Beispiel mit fünf infizierten Personen jedoch sind es von 225.000 genauso nur 3.000 die nicht mehr ansteckend sind. Ich denke, das Grundproblem ist offensichtlich: Je höher die Zahl der Infizierten wird und insbesondere je höher die Dunkelziffer wird, desto schwerer wird es der Lage Herr zu werden und desto mehr Infektionen folgen jeder Infektion. Denn wer unter Quarantäne ist, der wird naturgemäß durchschnittlich weniger Leute anstecken können als derjenige, dem die Infektion nicht bewusst ist, und der täglich mit Bus und Bahn 50 Kilometer zur Arbeit reist.

    Insofern ist meiner persönlichen Einschätzung zufolge inzwischen allerhöchste Eisenbahn, will man nicht auf den kompletten Zusammenbruch des Gesundheitssystems zulaufen. Jetzt gilt es Infektionsketten zu verringern und nachzuvollziehen sowie Infektionen zu diagnostizieren. Andernfalls kann schon in wenigen Wochen die Situation völlig ausgeufert sein. Aber wie gesagt, ich bin kein Virologe oder Epidemiologe. Aber allein wenn inzwischen landes- und wahrscheinlich sehr zeitnah bundesweit Schulen, Kindertagesstätten etc. geschlossen werden, so deutet dies für mich darauf hin, dass auch die Politik diese Gefahren ähnlich einschätzt."

    Teil 1: Ich möchte hier bewusst niemanden zitieren, aber bei einigen Usern, die die Gefahren des Virus hier herunterspielen möchten oder ihn mit der Grippe vergleichen, bei denen kann ich inzwischen nur noch mit dem Kopf schütteln. Haltet ihr Virologen und Politiker, die auf Basis deren Vorhersagen Maßnahmen treffen, alle für dämlich, dass sie nun solch drastische Maßnahmen ergreifen, die der Wirtschaft täglich Millardenschäden verursachen?

    Ich möchte hier dennoch gerne ein paar von mir geschriebene Zeilen teilen, die ich in den letzten Tagen in einem anderen Forum verfasst habe. Ich weiß es nicht, aber vielleicht gibt es ja doch noch 1-2 Leute, denen man damit die Augen öffnen kann.

    Ein Beitrag vom 13.03.:

    "...Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass diese Meinung auf einer schlechten Informationsbasis fußt und dementsprechend nicht allzu ernst genommen werden sollte. Ehrlich gesagt ging es mir vor kurzer Zeit noch relativ ähnlich, seit einigen Tagen bin ich nun jedoch nach längerer Erkrankung wieder gesundheitlich genesen (nein, kein Corona...) und bekomme mit, was bei meinem Arbeitgeber geschieht. Warum ist es dafür relevant was bei meinem Arbeitgeber geschieht? Ich will es dir sagen und mich hier gewissermaßen outen: Es ist eines der 16 Landesgesundheitsminister. Eine der 16 landesweiten Behörden, deren Aufgabe es ist, die lokalen Gesundheitsbörden zu beraten und Empfehlungen für die Politik auszusprechen. Selbstverständlich haben wir demnach eine Virologie inklusive PCR (Polymerase-Kettenreaktion, die zur positiven Identifizierung von Coronafällen dient) in unserem Hause und der Gesundheitsminister unseres Bundeslandes folgt im Grunde hauptsächlich der Empfehlungen unserer Virologie. Persönlich habe ich jedoch in unserem Hause grundsätzlich nichts mit der Virologie zu tun, bin dementsprechend auch wahrlich kein Experte auf dem Gebiet. Dennoch bekommt man hier einiges mit und ich möchte dir ein wenig von den Zuständen berichten:

    Ich weiß kaum wo ich anfangen soll, aber wie du dir vielleicht vorstellen kannst, sind die Überstunden in unserer Virologie in den letzten Wochen kaum mehr zu zählen. Die Leute arbeiten schon jetzt, bei noch verhältnismäßig geringer Fallzahl hierzulande, am Maximum. Es wird versucht in Windeseile Mitarbeiter aus anderen Bereichen ausreichend einzuarbeiten um zumindest zu bewerkstelligen, dass die bei uns eingehenden Corona-Proben bearbeitet werden können. Dies hat zunächst zur Folge, dass andere Bereiche, ob nun Bakteriologie, Wasserhygiene etc. etc. massiv unterbesetzt sind und dort die Bearbeitungen nicht mehr in ausreichender Geschwindigkeit erfolgen können. Wie gesagt: Das ist schon bei noch so geringer Fallzahl die tatsächlich vorherrschende Situation. Allerdings haben sich die bei uns eingehenden Proben innerhalb der letzten Woche mehr als verachtfacht. Es gibt mehr Corona-Fälle, folglich mehr Kontaktpersonen und momentan werden ja fast ausschließlich Personen mit Kontakt zu Risikogebieten oder infizierten Patienten getestet. Dementsprechend erfolgt der Anstieg der eingehenden Proben und damit einhergehend auch der positiven Proben rasant.

    Allein in unserem Hause liegen derzeit noch hunderte unbearbeitete bzw. nicht ausgewertete Proben und ich gehe schwer davon aus, dass dies bundesweit der Fall sein wird. Sprich: Tausende Proben dürften noch auf die Auswertung warten und selbst nach positivem Test tauchen diese noch lange nicht in der Statistik auf, sondern erst wenn entsprechende Berichte dazu verfasst wurden. (Bei uns im Haus übrigens 45 positive Proben in den letzten zwei Tagen). Vor allem aber muss man sich des Rattenschwanzes einer positiven Probe bewusst werden. In dem Fall muss der Infizierte informiert werden, dessen Kontaktpersonen müssen ermittelt werden, dessen öffentliche Aufenthaltsorte müssen ermittelt werden und schließlich muss auch zu dessen Kontaktpersonen Kontakt hergestellt werden und diese über die Situation in Kenntnis gesetzt werden. Im Optimalfall ermittelt man dann noch die Kontaktpersonen der Kontaktpersonen des Infizierten. Ich weiß nicht ob dir nur im Ansatz dieser Aufwand im Klaren ist.

    Jetzt ist natürlich die Frage, warum macht man das alles überhaupt: Die Antwort ist im Grunde recht einfach und zugleich wahnsinnig komplex. Wie beschrieben ist man in unserem Hause schon jetzt eigentlich mit der Fallanzahl überlastet und daher geht es um eine Verschleppung der Infizierungen. Es geht darum, dass möglichst wenige Menschen zur selben Zeit erkranken. Ich habe das Vorgehen bei einer ermittelten infizierten Person ja gerade skizziert. Nun stelle man sich das ganze einfach fünfzigtausendfach vor, wo die Infizierten und die Hauptkontaktpersonen allesamt in Quarantäne kommen. Allein der Arbeitsaufwand dieser Ermittlungen wird derart groß, dass die Ermittlungen nicht mehr so zeitnah durchgeführt werden können wie bislang und folglich die Anzahl weiterer Ansteckungen steigt. Darunter ist dann womöglich auch Personal aus unserem Hause und wiederum weiteres Personal, das womöglich in Quarantäne muss. Folglich sinkt unsere Arbeitsleistung noch weiter ab, während die Fälle steigen. Genau dieselbe Situation wird sich dann nicht nur über fast jedes größere Unternehmen erstrecken, sondern auch über öffentliche Behörden, die Politiker, Schulen, Kitas, Ärzte und insbesondere die Krankenhäuser. Der Ausfall der Schulen wird weiteres Personal des öffentlichen Gesundheitssystems betreffen, da in Teilen die Betreuung der Kinder nicht mehr gewährleistet werden kann. Gleichzeitig wird massiv Personal wegbrechen infolge von Infizierung und Quarantäne und die Arbeitsleistung des gesamten Gesundheitssystems sinkt rapide, während die Zahl der Corona-Fälle zeitgleich steigt und mehr Arbeitsleistung der Gesundheitssystems erfordert.

    Insofern geht es darum die Infizierungen soweit wie möglich nach hinten zu verschieben um das Gesundheitssystem nicht völlig zu überlasten. Denn je mehr Fälle kommen, desto schlechter wird deren Behandlung erfolgen können und desto schlechter werden auch die alltäglichen Herzinfarkte und sonstigen Erkrankungen behandelt werden können. Dabei nähert sich die Situation schon sehr bald einem dramatischen Zustand, da schon jetzt viele Medikamente nicht mehr zur Verfügung stehen. Wir haben täglich hunderte Anrufe, da Bürger ihre in China produzierten Medikamente nicht mehr erhalten, da dort ein Produktions- bzw. Lieferstopp eingelegt wurde. All diese Fälle belasten das System noch zusätzlich, selbst wenn nicht unmittelbar mit dem Virus infiziert. Vor allem aber ist absehbar, dass weitere Länder Produktionen stilllegen müssen oder diese nicht mehr im Normalbetrieb aufrecht erhalten werden können, da massiv Personal wegbricht und Landesgrenzen dicht gemacht werden.

    Wir haben übrigens auch täglich hunderte Anrufe von Hausärzten und selbst HNO-Ärzten, die mit der Situation völlig überfordert sind. Die werden am Ende von Medizinstudenten nach einem FAQ-Ratgeber der Virologen an der Hotline betreut, da die Virologen schon anderweitig völlig ausgelastet sind. Die Ärzte haben täglich Fälle mit Symptomen, die jedoch keinen unmittelbaren Kontakt zu einer infizierten Person oder einem Risikoland berichten können. Niemand weiß wie mit diesen Personen umzugehen ist. Man könnte jetzt sagen: Testet sie vorsorglich alle um sie ggf. isolieren zu können. Die Idee ist gut, nur bleiben dann andere Fragen. Wer soll all die Tests durchführen, wo man doch jetzt schon hinterher hinkt? Und vor allem: Wie lange sollen die Corona-Testkits dann noch halten? Hält die Entwicklung der vergangenen Woche exponentiell an, so wird in unserem Hause, der obersten Landesbehörde des Gesundheitssystems, in circa 3 Wochen der Vorrat an Corona-Testkits ausgehen. Können wir dann ja einfach nachbestellen? Nein, da viele Hersteller erst jetzt beginnen auf den Markt zu drängen und die bisherige Produktion nicht ausreichend für die Nachfrage ist. Um es ganz klar zu sagen: Wir versuchen seit einer Woche erfolglos neue Testkits zu besorgen. Insofern gut möglich, dass wir in 3 Wochen nicht einmal mehr die Möglichkeit besitzen um Coronafälle zu diagnostizieren. Womöglich sieht die Lage andererorts besser aus, das kann ich nicht ausschließen, aber Lieferengpässe bestehen garantiert überall.

    Es geht bei Corona gar nicht in erster Linie um die Todesfälle, die unmittelbar durch Corona entstehen. Die Zahl wird weltweit wahnsinnig hoch sein, aber es geht um viel mehr. Es geht um fehlende Krankenhausbetten, es geht um fehlende Beatmungsanlagen, es geht um mehr und mehr wegbrechendes Personal, es geht um nicht mehr erhältliche Medikamente, es geht um eine stark verlangsamte Erstversorgung, es geht um nicht mehr nachvollziehbare Infektionsketten, es geht um überlastetes Personal in allen Bereichen und daraus resultierenden gesundheitlichen Erkrankungen, es geht um länger dauernde positive Tests, um längere Ermittlungen der Kontaktpersonen und daraus resultierend mehr Infizierten, es geht um überlastete Ärzte und Gesundheitsämter, es geht um hilflose Bürger, deren Kontaktmöglichkeiten stundenlang nicht zu erreichen sind. Es geht um ganze Wirtschaftszweige, deren Personal wegbricht, es geht um Produktionsengpässe der gesamten Wirtschaft, es geht um fehlende Lieferungen aus China und demnächst etlichen anderen Teilen der Welt. Es geht um finanzielle Auswirkungen, wenn es gilt den Betrieben wirtschaftlich unter die Arme zu greifen, die Krankenkassen könnten unter der Last der Patientenflut zusammenbrechen etc. etc. Mit jedem zusätzlich infizierten Fall wird die Situation schlimmer und die Todesrate der Infizierten steigen, da die Behandlungsmöglichkeiten sinken.

    Die von dir zitierten Zahlen mögen zwar noch nicht bedrohlich aussehen, die Entwicklung ist allerdings mehr als bedrohlich. Eben da lange Zeit die Infektionsketten relativ gut nachverfolgbar waren und somit eine geringe Dunkelziffer infizierter Patienten vorlag. Zu diesem Zeitpunkt waren Quarantäne-Maßnahme wirkungsvoll und haben eine exponentielle Ausbreitung des Virus verhindert. Nun aber sind wir an einem Punkt angelangt, an welchem die Dunkelziffer nicht mehr abzuschätzen ist und viele Infektionsketten nicht mehr nachweisbar sind. Demzufolge verlieren Quarantäne-Maßnahmen einzelner an Wirkung und es braucht gesamtöffentliche Maßnahmen um die Kontakte der Menschen untereinander einzugrenzen. Ansonsten verdreifachen sich die Zahlen der Infizierten mindestens wöchentlich. Vor allem aber sind Vergleiche mit der Grippe einfach nicht zielführend, da die Zahl der schweren Verläufe sich deutlich unterscheidet und die Menschen mit der Grippe umzugehen wissen und entsprechende Medikamente zur Verfügung stehen. Bei der Grippe bleibt ein Großteil ein paar Tage daheim und wirft ein paar Medikamente von Hustensaft über Aspirin-Complex bis hin zu Inhalationsmitteln ein. Bei einem etwas schwereren Coronaverlauf mit einem Befall der Lunge und der Atemwege bleibt dir nur der Besuch des Krankenhauses. Infolge dessen wird deren Belastung um ein Vielfaches höher sein.

    Corona mag in vielen Teilen der Welt noch nicht dramatisch sein, aber wenn nicht umgehend die richtigen Maßnahmen ergriffen werden und die Bevölkerung die richtigen Schlüsse zieht, dann wird Corona eine weltweite Dramatik besitzen, die einzigartig ist. Die Todesfälle werden weit höher liegen als bei jeder Erkrankung der letzten Jahrzehnte und die wirtschaftlichen Folgen werden weit schwerwiegender ausfallen als Bankenkrise und all so ein Kram... Die Auswirkungen allein auf die Gesundheitssysteme und Krankenkassen können sich über Jahrzehnte erstrecken. Das könnte in allen maßgeblichen Bereichen des Alltags ein riesiger Einschnitt werden, dessen sollte man sich bewusst sein und jeder persönlich dafür Sorge tragen, dass er sein Möglichstes tut, um einer weiteren exponentiellen Verbreitung entgegen zu wirken. Alles andere wäre höchst fahrlässig."

    Jamie Hughes nach 7 gespielten Legs bei nem Average von unter 80 Punkten. Unglaublich wie inkonstant der teilweise auftritt. Da liegen zwischen Weltklasse und Bundesliga-Niveau manches Mal nur Stunden.

    MVG zerstört Cross nach 2:3 Rückstand und gewinnt schließlich 10:4. Am Ende steht ein 111er Average. Brutal stark. Wer den Grünen heute schlagen will, der muss richtig was auspacken, so scheint es. Gestern gegen Wade lag der Average auch schon bei 108.

    Insgesamt aber wie schon im Vorjahr erwähnenswert, dass die Averages vergleichsweise niedrig ausfallen bei den UK Open. Nach 14 von 16 Begegnungen im Sechzehntelfinale nur zwei Averages von über 100 Punkten. Auch gestern gab es insgesamt nur elf 100+ Averages. Umso höher ist das bisherige Niveau von Gaga zu bewerten, der mit einem 97er, 99er und 99er Average seine Partien gewann.

    Jason Lowe kämpft sich nach 0:5 Rückstand gegen MVG in den Decider und schafft es dort dann nicht trotz 18 geworfenen Darts einen Matchdart zu bekommen. Schindler derweil heute mit zu schwacher Vorstellung, McKinstry aber auch stark.

    Sehr interessanter Verlauf beim Match von MVG. Nach lockerer 5:0 Führung hat Jason Lowe jetzt die letzten 5 Legs gewonnen und zum 5:5 ausgeglichen.

    Schindler derweil mit nem Fehlstart und 1:4 Rückstand inklusive zweier Breaks.

    Joyce bricht hinten heraus das Scoring weg und Gaga nutzt es zu einem Comeback und einem 10:9 Erfolg. Mit dem Niveau kann es bei ner guten Auslosung weit gehen.

    Woran machst du das eigentliche Niveau von Hopp fest?
    Gesendet von meinem Philips SCD525/00 Avent

    Ich würde da mal den letztjährigen Durchschnittsaverage bei den Players Championship Events als Normalniveau ansehen. Der lag bei 93,71. Bei den bisherigen Events dieses Jahres liegt er bei unter 90 im Average.