Da sieht man ja was man auf die Zahlen geben kann: Nix!Menschen mit Symptomen werden nicht getestet, Menschen ohne Symptome werden als infiziert gemeldet. Wie soll man das nennen? Idiotie? Und das in Deutschland, dem Land der Bürokraten und Pedanten. Und das obwohl hier genau noch gar Nichts los ist, sonst könnte man das ja wenigstens mit Überforderung erklären/entschuldigen.
Und wer gerade Anne Will gesehen hat, der erlebte die Planlosigkeit der Regierung. Ich kommentiere das lieber nicht ausführlich, nur soviel: Massnahmen für 2 Wochen, Impfstoff in 18 Monaten. Die Zeit dazwischen? Hat keiner eine Ahnung. Dieser Helge Braun taugt bestimmt gut als Geschichtenvorleser für Kindergartenkinder, als Leiter des Krisenstabs "Coronavirus" wirkt er überfordert. Gute Nacht.
Ach bitte, komm doch mal von deinem hohen Ross herunter, demzufolge du anscheinend alles besser zu wissen scheinst als fast alle Virologen und regierenden Politiker weltweit.
Zunächst einmal: Es ist völliger Quatsch, dass in Deutschland nicht positiv getestete als Infizierte in irgendeine Statistik einfließen würden. Ich arbeite bei einem der Landesgesundheitsämter und kann dir das unter Garantie versichern. Die Infiziertenzahlen umfassen ausschließlich Personen, die tatsächlich getestet wurden. Personen im selben Haushalt werden aber so behandelt, als wären auch sie infiziert. Sprich: Sie werden ohne Test vorsorglich isoliert bzw. landen in Quarantäne. Das ist auch sinnvoll, da selbst bei noch nicht vorhandener Ansteckung ein hohes Risiko vorliegt sich noch anzustecken.
Insofern ist man hier ganz weit von "Idiotie" entfernt, sondern geht absolut sinnvoll vor. Personen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit infiziert sind oder sich mit hoher Wahrscheinlichkeit infizieren, isoliert man, aber verzichtet auf einen Test. Was würde der Test auch zunächst bringen? Die Person wird sowieso isoliert, insofern briingt ein Test zunächst keinen Mehrwert. Von demher testet man lieber Personen, bei denen die Notwendigkeit einer Isolation von ihnen selbst und ihrem Umfeld geprüft werden muss.
Es ist übrigens auch völliger Schwachsinn, dass hierzulande noch nichts los sei. Frag mal die Hausärzte, lokalen Gesundheitsämter oder die Landesgesundheitsämter. Dort ist die Hölle los. Einzig in den Krankenhäusern ist dies noch nicht gänzlich angekommen, da viele Menschen erst frisch infiziert sind und erfahrungsgemäß der Virus erst in der "zweiten Phase" die Lunge stark befällt und schwere Symptomatiken hervorruft. Die Teststationen sind inzwischen völlig überlaufen und es werden inzwischen täglich mehr Tests genommen als überhaupt in den Laboren ausgewertet werden können. Bundesweit kommt man auf lediglich circa 14.000 Tests, die per Polymerase-Kettenreaktion täglich ausgewertet werden können. Allein bei uns im Hause liegen inzwischen Tests für die kommenden 2-3 Tage herum. Wer dann glaubt, dass hier noch nichts los sei, der hat von dem tatsächlichen Geschehen offenbar nicht den geringsten Schimmer. Übrigens würden wir auch gerne alle Menschen mit Symptomatik testen, es ist aber schlicht nicht leistbar weil die Laborkapazitäten nicht ausreichen und das wird man auch binnen kurzer Zeit nicht beheben können.
Übrigens sind auch die Zahlen weiterhin nicht wertlos. Man sollte nur den Kontext richtig betrachten. 3.000 neue Infizierte bedeutet eben nicht annähernd, dass sich auch tatsächlich nur 3.000 weitere Menschen infiziert haben. Es gibt aber auch etliche Auswertungen hinsichtlich offiziell gemeldeter Symptomatiken, hinsichtlich offiziell isolierter Personen, hinsichtlich durchgeführter Tests und zu guter Letzt gibt es die Relation zwischen durchgeführten und positiven Tests. Dieser Wert ist in der Bewertung von hoher Bedeutung und der lässt sich auch anhand der Infiziertenzahlen derzeit sehr schön ablesen. Die täglich durchgeführten Tests unterscheiden sich nämlich nur geringfügig und so bedeutet ein Anstieg der Infiziertenfallzahlen gewissermaßen einen Anstieg der Durchseuchung der Gesellschaft (bzw. einen Anstieg so starker Symptomatiken, dass es leichter fällt sehr wahrscheinlich infizierte Personen auszumachen).
Zudem sehe ich auch absolut keine Planlosigkeit der Regierung. Es gibt klare Pandemiepläne, wenn diese auch leider etwas veraltet sind (Bund glaube ich von 2007, in meinem Land definitiv aus 2009), anhand derer man Stück für Stück Maßnahmen ergreift. Diese Pläne sehen auch weit mehr als zwei Wochen in die Zukunft und bilden verschiedenste Szenarien ab. Das bedeutet aber nicht, dass es auch nur im Ansatz sinnvoll wäre nun Maßnahmen für die kommenden 6 Monate vorzulegen. In zwei Wochen wird man erstmals eine Einschätzung geben können inwieweit die bis gestern getroffenen Maßnahmen bereits Erfolge gebracht haben. Erst auf Basis dieser neuen Zahlen kann man eine vernünftige Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen. Zu unklar ist doch heute wie sich die Fallzahlen in den kommenden zwei Wochen weiterentwickeln. Möglichkeiten für die weitere Handhabung wird man aber definitiv schon in der Hinterhand haben und auch vorbereiten. So hat man ja bspw. gestern auch auf die "Dummheit" der Bürger reagiert, die die vorherigen Maßnahmen nicht ausreichend verantwortungsvoll umzusetzen wussten. Auch solch menschliches Verhalten lässt sich nicht gänzlich voraussagen und dementsprechend müssen auch diese Entwicklungen beobachtet werden.
Und wie kommt man bitte darauf, dass ein Impfstoff erst in 18 Monaten zur Verfügung steht? Tausende Unternehmen forschen daran, es laufen sogar jetzt schon erste klinische Studien und man wird diese Studien notfalls sicherlich abkürzen, sofern ein Impfstoff sehr sehr vielversprechend wirkt. Realistisch sind da eher 7-12 Monate als 18 Monate. Hinzu kommt, dass es doch längst nicht ausschließlich um Impfstoffe geht. Es geht derzeit in so vielen Bereichen darum Zeit zu gewinnen... Es geht darum mehr Testmöglichkeiten zu schaffen, mehr Tests zu produzieren, mehr dafür notwendige Reagenzien zu beschaffen, mehr Schutzausrüstung zu produzieren, mehr Intensivbetten bereitzustellen, mehr Personal zu rekrutieren und einzuarbeiten, mehr Beatmungsgeräte zu produzieren, mehr Menschen HomeOffice zu ermöglichen etc. etc. Allein bei diesen Punkten gewinnen wir mit jedem Tag, den wir die Ausbreitung des Virus verzögern, wertvolle Zeit. Hinzu kommen dann neben dem Impfstoff noch Medikamente wie bspw. Remdesivir, die derzeit auf ihre Wirksamkeit bei Corona-Infektionen getestet werden. Dann gewinnt man Zeit für verbesserte Antikörper-Schnelltests, die bislang zu wenig aussagekräftige Ergebnisse liefern. Und dann sind da noch Antigen-Tests, die künftig von hoher Bedeutung sein werden um zu ermitteln ob man schon einmal mit dem Virus infiziert war und dementsprechend vorerst sicher vor einer erneuten Ansteckung ist, also gefahrlos wieder seiner täglichen Arbeit etc. nachgehen kann. All diese Maßnahmen sind so wahnsinnig wichtig um diese Krise gut zu überstehen und dabei zählt jeder einzelne Tag, den man die Verbreitung des Virus verlangsamt.