Beiträge von vizilo

    Ich stimme zu, rein sportlich dürfte beim Darts das Geschlecht ziemlich wurscht sein. Es ist ja jetzt kein Weitwurf, wer eine flüssige Technik hat braucht ja im Prinzip kaum Kraft im Wurf.
    Anreize sind trotzdem wichtig! Denn gerade wenn das Geschlecht eigentlich keinen Unterschied macht, sollte man sich ja fragen, wo sind denn die Frauen in der Weltspitze? Sherrock und Ashton zeigen ja, dass sie durchaus in der Lage sind oben mitzuhalten, auch Suzuki und Dobromyslova haben schon gute Leistungen gezeigt. Was fehlt ist schlicht die Menge an Frauen, die von der Basis bis in die Weltspitze kommen. Jetzt kann man natürlich behaupten, Frauen wollen halt weniger Darts spielen als Männer, ist halt so. Das halte ich aber für Nonsense.

    Warum ist das Nonsense? Ist es nicht denkbar, dass Frauen in ihrer Gesamtheit weniger Interesse an Darts haben als Männer? Ich könnte in obigem Zitat auch Frauen durch Franzosen ersetzen - die ersten 3 Buchstaben stimmen sogar überein - und man kommt zu dem Schluss, dass die Franzosen in der Dartswelt diskriminiert werden. Werden sie vielleicht auch, keine Ahnung, viel wahrscheinlicher ist aber, dass dieser Sport in Frankreich keine Tradition hat.

    Von mir aus können Frauen gern 2 oder auch mehr garantierte Startplätze bei der WM haben, no prob. Aber aus der fehlenden Breite an der Weltspitze zu schließen, dass Frauen diskriminiert oder systemisch benachteiligt werden, diese Ansicht teile ich nicht. Wie viele Männer betreiben rhythmische Sportgymnastik? Nicht allzu viele würde ich sagen. Werden die Männer diskriminiert oder haben sie nur kein Interesse an dieser Sportart?

    Das hat mich auch überrascht. In Ungarn finden ab sofort auch wieder Fußballspiele mit Zuschauern statt aber nur mit 10%iger Auslastung der Stadionkapazität. Wenn alle brav Abstand halten im Grunde kein Problem. Das wird auch nicht voller als das Rheinufer bei schönem Wetter. Ich weiß aber nicht wie das in einer Halle funktionieren soll. Wenn man dort die Abstandsregeln einhalten wollte, dürften vermutlich nicht mehr als 100 Leute rein und jeder Haushalt bekommt seinen eigenen Tisch?

    Das bedeutet aber auch: Großveranstaltungen auf engem Raum und langer Kontakt in geschlossenen Räumen sind die Traumbedingungen für das Virus. Ich halte eine Aussetzung/Beschränkung von Großveranstaltungen weiterhin für sinnvoll, sollte sich diese Ausbreitungsart bestätigen - solange, bis ein Impfstoff existiert. Auch Alten- und Pflegeheime und Krankenhäuser sowie Schulen und speziell Kindergärten wären dann ein potenzieller Gefahrenraum. Hier bleibt nur inständig zu hoffen, dass Herr Drosten mit seiner Berechnung tatsächlich nicht richtig liegt und das Infektionsrisiko bei Kinder wesentlich niedriger ist! Auch Clubs, Restaurants und Bars könnten Schwierigkeiten machen.

    Großveranstaltungen können wir uns auf unbestimmte Zeit abschminken da bin ich 100%ig bei Dir. Die Ausbrüche in einem Restaurant in Friesland war es glaube ich und der Gottesdienst in Frankfurt/M. haben gezeigt, dass es nicht viel braucht, um eine Lawine loszutreten. Bei Schulen und Kindergärten wird man nicht umhin kommen spätestens nach den Sommerferien zu öffnen. Man kann Kindern und Jugendlichen nicht dauerhaft den Zugang zu Bildung verwehren zumal das home schooling doch sehr uneinheitlich funktioniert und manche Schüler gar nicht erreicht. Und auch die Eltern müssten irgendwann mal wieder arbeiten wenn sie noch Arbeit haben.

    Grundsätzlich ist hilfreich, wenn man sich selbst mal fragt, warum jemand so handelt, wie er eben handelt.

    Klar, unsere Bundeskanzlerin will jetzt auf Teufel komm raus die Wirtschaft an die Wand fahren. Hat halt schlecht geschlafen, die Alte...

    Der Leiter der Virologie der Charité (Prof. Drosten) hat auch nur Streit mit seiner Alten und will, dass die jetzt den ganzen Tag die Kinder hüten muss. Sicher doch...

    Ich gehe erstmal immer davon aus, dass niemand gegen seine eigenen Interessen handelt. Und welches Interesse sollte ein Bundeskanzler, Ministerpräsident, Virologe oder was auch immer daran haben, die Wirtschaft in Deutschland plattzumachen? Merkst Du selbst, oder? Und nicht vergessen, Fr. Merkel ist promovierte Physikerin, die weiß von Wissenschaft schon etwas mehr, als der durchschnittliche Jurist im Bundestag.

    Niemand hat behauptet dass die Regierung oder Herr Drosten die Wirtschaft vorsätzlich an die Wand fahren. Es ist der Kollateralschaden, den man bewusst in Kauf nimmt. Die Diskussion dreht sich darum, ob die Risiken durch das Virus über- oder gegebenenfalls unterschätzt werden und deshalb die Beschränkungen zu drastisch und zu langfristig waren, oder eben im umgekehrten Fall nicht streng genug und noch lange nicht aufgehoben werden können. Darüber wird man doch diskutieren dürfen, auch wenn es zugegebenermaßen nicht viel Sinn macht.

    An der Corona Diskussion stören mich einige Dinge. Angefangen damit dass immer Menschenleben gegen Wirtschaft gestellt wird. Selbst wenn man den Standpunkt vertritt "scheiß auf die Wirtschaft", haben die Corona Maßnahmen massive Auswirkungen auf das Leben vieler Menschen und damit meine ich nicht triviale Dinge wie dass ich gern mal wieder auf ein Rockkonzert gehen würde. Dringend notwendige, wenngleich nicht lebensnotwendige Operationen wurden verschoben, Therapien nicht begonnen bzw. abgebrochen, Menschen mit leichteren Herzinfarkten oder Hirnschlägen gehen oftmals nicht ins Krankenhaus aus Angst vor Infektionen. Gleichzeitig sind manche Krankenhäuser so überlastet, dass sie Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt haben. Existenzen werden vernichtet, Familien in Armut gestürzt. Welche Auswirkungen dies auf die heranwachsende Generation hat, wird man erst in vielen Jahren sehen. Auch diese Menschenleben zählen, nicht nur die 150.000 Infizierten.

    Ich frage mich auch, wo die derzeit an den Tag gelegten hohen moralischen Standards in anderen Fällen sind. Jährlich sterben geschätzt 9 Millionen Menschen an Hunger. Um dies zu verhindern, müsste man nicht Billionen von Euro oder US Dollar aufwenden, so wie dies in der Corona Krise der Fall ist. Könnte es daran liegen dass die Hungeropfer überwiegend in Afrika zu beklagen sind?

    Ein weiterer Punkt ist die scheinbare Beliebigkeit der wissenschaftlichen Erkenntnis. Anfangs hat man gebannt auf die Anzahl der Neuinfektionen gestarrt und von Herdenimmunität gesprochen. Dann waren es plötzlich die Verdoppelungszahlen, die über Tod und Leben entscheiden. Bei 12 besser 15 Tagen sind wir auf der sicheren Seite so die Kanzlerin. Heute liegen wir wo? 30-40 Tage vielleicht? Interessiert aber auch Niemanden mehr denn jetzt haben wir den Reproduktionsfaktor. Ach ja, Herdenimmunität? So ein Quatsch.
    Man könnte den Eindruck gewinnen, man müsse sich ständig etwas Neues ausdenken, um die Bevölkerung auf Linie zu halten.

    Nein, ich weiß es nicht besser als die Experten. Ich halte mich aber für einen halbwegs vernünftigen Menschen, der für Argumente zugänglich ist. Davon kommt aber nur wenig. Und ja, die Regierung muss ihr Vorgehen rechtfertigen denn wir leben in einer Demokratie. Herr Putin und Herr Erdogan müssen nichts rechtfertigen. Aber das sind andere Staatsformen.

    Wie fast alle Experten sieht auch Frau Brinkmann von Helmholtz die große Gefahr, dass wir angesichts der Lockerungen und der in Teilen völlig undisziplinierten Menschen bald wieder am Anfang stehen.
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/m…d8-74c2e6cdefc5
    Aber gut, da sitzen irgendwo in Deutschland Leute in ihrem Zimmerchen und denken, dass sie mehr von der Materie verstehen als 95% der hoch angesehenen und studierten Fachleute dieser Welt. Und die Statistiken zur Übersterblichkeit sind sowieso gefälscht. Kann natürlich sein. :thumbup:

    Es ist ja nicht so, als ob sich alle Experten einig wären. Die hoch angesehenen und studierten Fachleute ändern ihre Meinung auch in schöner Regelmäßigkeit. Vor ein paar Wochen war selbst gebastelter Mundschutz noch vollkommen nutzlos und eher schädlich. Ab Montag wird er in ganz Deutschland Pflicht. Die Halbwertzeit des Wissens scheint in dieser Materie nur wenige Tage zu betragen.
    Diejenigen, die gegen Lockerungsmaßnahmen sind sollten bedenken, dass ein Impfstoff frühestens Anfang nächsten Jahres verfügbar sein wird. Auch wenn er dann verfügbar ist, müssen noch 8 Milliarden Exemplare davon produziert und alle Menschen auf diesem Planeten geimpft werden. Dieser Prozess dürfte viele Monate wenn nicht gar 1-2 Jahre dauern. Einer der Experten, Herr Jonas Schmidt-Chanasit sagte gestern, dass wohl erst 2022 der überwiegende Teil der Bevölkerung geimpft sein wird. Sollen bis dahin die Schulen und Geschäfte geschlossen bleiben? In dem Fall wäre das Virus unser kleinstes Problem.

    Hab drei in der Schule:
    Ich helf dir gegen die Wand=> :wand: :wand:

    So nobel wie der Hintergrund des Föderalismus auch sein mag,
    hier zeigen sich eindeutig die Schwächen.

    Gesellschaftspolitisch betrachtet gebe ich Euch 100%ig recht. Natürlich ist Kindergarten und Schule wichtiger als Profifußball. Organisatorisch dürfte es allerdings viel einfacher sein, geeignete Sicherheitsvorkehrungen für rund 1000 Kicker zu entwickeln, als für einige Millionen Kinder. Wenn man sich allein die Waschräume bzw. Toiletten in den meisten Schulen anschaut, da wird einem auch ohne Corona schon schlecht. Nicht falsch verstehen, mir ist Fußball ziemlich egal. Ich denke nur das lässt sich relativ leicht umsetzen.

    Wenn der Artikel im Feuilleton erschienen wäre, würde ich sagen OK warum nicht. Im Wirtschaftsteil hätte ich nicht eine derart diffuse Mischung von Fakten, Fiktion und eigener Meinung erwartet. Da wird die Walk-on Musik von Aspinall als Beleg für die Macho Gesellschaft Darts angeführt. Wenn sich Frau Knuth 2 Minuten genommen hätte, um den Song zu Ende zu hören, hätte sie festgestellt, dass er wie die meisten Songtexte der Killers eher melancholisch ist.

    Bevor man mir jetzt Sexismus vorwirft. Ich finde es toll was Fallon Sherrock und Lisa Ashton erreicht haben und hoffe dass mehr Frauen es schaffen, sich auf der Tour zu etablieren (ich weiß, Fallon ist nicht auf der Tour). Wenn ich bislang Darts im TV gesehen habe, hat sich meine Freundin mit Grauen abgewandt. Seit der WM hat sie angefangen selbst zu spielen. :D Das wäre ohne Fallon wohl kaum passiert. Also alles gut.


    Die Zahl der festgestellten Neuinfektionen wird doch jeden Tag gemeldet, manchmal sogar mehrmals!? Und überall in den Medien publiziert und kommentiert?

    https://www.deutschlandfunk.de/covid-10-4-000…news_id=1115499
    https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ges…00328-99-506160
    https://www.tagesschau.de/ausland/corona…zahlen-101.html
    ...

    Habe ich ein anderes Internet als ihr? ;)

    Das hast Du komplett aus dem Zusammenhang gerissen. Ich habe kritisiert, dass die Tagesschau mit den Worten eröffnet, die Zahl der Infektionen sei erneut angestiegen, wobei sie nur ansteigen kann. Es sei denn, es gäbe keinen einzigen Neuinfizierten mehr. Das ist so, als würde man sagen, die Sonne ist heute schon wieder früher aufgegangen. Richtig aber unwichtig. Ansonsten danke für Deine Links. ;)

    Damit sehe ich meine Eingangsbehauptung von vor einigen Tagen bestätigt: wir haben es nicht mit dem alles uns bekannte Leben vernichtenden Killerkeim zu tun.
    Die Lage ist ernst, das Virus ist kein Kinderspiel, wir stehen alle in der Verantwortung. Gar keine Frage. Das ist absolut und unangezweifelt so. Zu dieser Verantwortung gehört aber auch keine Unsicherheit und Panik zu verbreiten und vor allem nicht ein an sich funktionierendes System zur allgemeinen Versorgung zum Zusammenbruch bringen mit durch nichts zu rechtfertigenden Hamsterkäufen. Manchmal frage ich mich, ob ich etwas nicht mitbekommen habe. Zum Beispiel, daß frische Milch immun macht. Ansonsten habe ich keinerlei auch nur annähernd rationale Erklärung dafür, warum Menschen glauben, sich mit leicht und schnell verderblicher Ware bevorraten zu können. Die mir am plausibelsten erscheinende Erklärung ist: Herdentrieb. Einer machts vor und alle rennen hinterher. Was ich daran so bemerkenswert finde ist, daß das in meiner Wahrnehmung genau diejenigen sind, die für sich beanspruchen selber zu denken und eine eigene Meinung zu haben.

    Das mit dem Herdentrieb sehe ich auch so. Wenn man plötzlich vor leeren Regalen steht, kann man auch mal kurz in Panik geraten. Ruhe zu bewahren ist aber die bessere Alternative. Im Übrigen tragen auch die Medien zu einem guten Teil zur Panik bei wenn sie eine schier endlose Reihe von Särgen in Bergamo zeigen. Das ist wirklich nicht notwendig. Die Menschen sind auch so schon genug gestresst.


    Selbst die Tagesschau beginnt seit Tagen mit den Worten "die Zahl der Infektionen ist erneut gestiegen". Was ist das für eine Information? Die Zahl der Infektionen kann nur steigen. Die Anzahl der Neuinfektionen wäre von Interesse.

    Ich bin mir ziemlich sicher dass es keine Exit-Strategie gibt. Herr Spahn sagt ja auch immer wieder "wir fahren auf Sicht", soll heißen, wir haben keine Ahnung wie die Situation in 2 Wochen sein wird. Kein Vorwurf, immerhin ist er ehrlich. Man versucht Zeit zu kaufen, um die Zahl der Beatmungsplätze weiter auszubauen. Oberste Priorität ist es derzeit Leben zu retten und der überwiegende Teil der Bevölkerung stimmt dem zu. Ob das nach 3-4 Monaten Ausgangsbeschränkung noch so sein wird, muss man abwarten.

    Bei der Anzahl der Tests herrscht wenig Einigkeit. Prof. Drosten spricht von aktuell 500.000 pro Woche, der Ärzteverband von 410.000 insgesamt. Man will die Anzahl der Tests massiv erhöhen, hat dafür aber weder Laborkapazität noch das notwendige Personal.

    Ich für meinen Teil bin froh dass die Regierung unsere verfassungsmäßigen Rechte nicht einfach im Handstreich einkassiert, sondern Nutzen und Schaden der verschiedenen möglichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gegeneinander abwägt und dann hoffentlich die richtigen Entscheidungen trifft.

    Im Moment kann ich auch nicht erkennen dass die Länder mit strikter Ausgangssperre bessere Erfolge bei der Eindämmung des Virus aufweisen können als Deutschland. Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist die Anzahl der Infizierten in Deutschland vergleichbar mit anderen westeuropäischen Ländern. Deutlich niedriger ist sie in Osteuropa, vielleicht weil dort nicht so viele in Italien und Tirol zum Skifahren waren.

    Was die Letalität angeht ist Deutschland nach wie vor weltweit führend mit nur 0,4%. Großbritannien zum Vergleich hat nur ein Viertel der Infizierten und drei mal mehr Todesopfer und kommen somit auf eine Letalität von rund 5%. In Frankreich sind es gut 4%, in Spanien 6%. Wen sollten wir uns bitte zum Vorbild nehmen? Wer macht es besser als unsere eierlosen Politiker?


    Ja, in der Tat ist es wohl so, ich verfolge auch div. Diskussionen z.B. auf Facebook, dass die ganz grosse Mehrheit offenbar davon ausgeht, dass das Virus in 14 Tagen seinen Europaurlaub wieder beendet.

    Weiter denken viele Menschen nicht.

    Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis mitdenkende Menschen lauter werden und eine Antwort auf die Frage zu Massnahmen nach der Eindämmphase haben wollen. Sie kamen ja auch heute schon auf.

    Schritt für Schritt würde ich sagen. Erst mal die Zunahme der Neuinfektionen stoppen und dann sehen wir, welche Maßnahmen eventuell gelockert werden können. Und wenn kein Rückgang der Neuinfektionen zu beobachten ist, welche zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden können/müssen.

    Viele Menschen sind schon jetzt mit der Informationsflut überfordert. Denen dann noch 5 verschiedene Szenarien vorzustellen, was machen wir wenn dies und jenes passiert dürfte dann den Speicher endgültig überlasten. ;)

    Unsere Tochter würde auch gern wissen, ob sie dieses Jahr Abitur machen kann und wenn ja wann. Kann momentan aber leider Niemand beantworten.

    Die wirtschaftliche Erholung geht nach Krisen meistens relativ schnell. Das macht mir relativ wenig Angst.

    Das ist doch sehr individuell. Für Deutschland magst Du hoffentlich recht behalten. Aber wie sieht es mit Italien aus? Wirtschaftswachstum ist dort schon seit einem Jahrzehnt ein Fremdwort und nach herkömmlichen Maßstäben wäre das Land schon lange pleite wenn die EZB es nicht künstlich am Leben halten würde. Dort kann das Virus sehr wohl der Stoß sein, der das Land den Bach runter gehen lässt. Und wenn dann eine Generation ohne Perspektive heranwächst und Rechtspopulisten unterstützt, wird aus einem wirtschaftlichen schnell ein politisches Problem. Das soll nicht heißen "lass die Alten sterben", ich fürchte nur dass die wirtschaftlichen Folgen deutlich dramatischer werden als sich das Viele vorstellen können.

    Ich bin für harte Maßnahmen und "Die Kurve abflachen" , allerdings muss man bedenken, dass die Virologen von Zeiträumen zwischen 6 und 24 Monaten sprechen.
    Das wären Zeiträume mit Millionen von Insolvenzen und eben auch vielen anderweitig gestorbenen älteren Menschen, die aber 6-24 Monate von niemandem Besuch bekämen und zum Schluss ein Leben in einer Gesellschaft in Angst, Isolation, Misstrauen erleben. Was auch sicher nicht wünschenswert ist.

    Selbständige/Unternehmen: Das ganze System der Hilfe funktioniert ja nur (wie bei der Bankenkrise) wenn gearbeitet wird und alles weiter funktioniert und Steuern erwirtschaftet werden.
    Ich denke bei Läden/Restaurants/Kneipen/ wird sich einiges ändern. Ich denke nicht, dass es nach einem solchen Zeitraum abgesehen von Supermärkten und Baumärkten noch einen Handel geben wird.

    Mit dem 19. oder 30 April habe ich mich abgefunden, evtl. auch Mitte Mai. Aber was dann?

    Das sind Fragen, die ich mir auch stelle. Ich glaube aber nicht dass darauf Jemand eine Antwort hat, auch nicht unsere Regierung. Man wird abwarten was die Ausgangssperre bringt und hoffen, gegebenenfalls beten, dass die Zahl der Neuinfektionen nicht weiter steigt und sich auf einem für das Gesundheitssystem verkraftbaren Niveau stabilisiert.

    An die sozialen und wirtschaftlichen Folgen einer langfristigen (>2-3 Monate) Ausgangssperre möchte ich lieber nicht denken.

    Mir ergeht es da aber auch wie "theblindPew" - werden diese Beschränkungen auch wieder aufgehoben ???

    Für Deutschland bin ich da optimistisch aber den Chinesen dürfte es sehr gelegen kommen, dass die Demokratie Bewegung in Hongkong zu Hause sitzt statt auf die Straße zu gehen.

    übrigens sind die Mortalitätsraten nicht höher als sonst
    https://www.euromomo.eu/

    Das ist Stand letzter Woche. Nächste Woche werden die Kurven durch die Decke gehen. Dass die Regierungen nicht warten bis das passiert, sondern vorsorglich handeln, ist sehr zu begrüßen.

    Niemand gefällt es eingesperrt zu sein. Und ehrlich gesagt kann ich mir selbst nicht vorstellen wie man das monatelang aushalten soll. Aber besser jetzt am Anfang der Pandemie als bis zum bitteren Ende, wann immer das sein mag.

    Ich finde mit der Aussage machst du es dir etwas zu einfach. Was ist mit z.B. einem Reisebüro, dem das komplette Jahr wegbricht, weil niemand eine Reise bucht? Das durch hunderte Stornos bereits eingenommenes Geld wieder zurückgeben muss? Und was da alles drannhängt. Reiseveranstalter, Fluglinien, Hotels, Busunternehmen. Erst gestern habe ich gelesen, Austrian Airlines muss 8.000 Mitarbeiter bezahlen, muss die Wartung und Unterbringung von über 100 Flugzeugen gewährleisten und wird 1-2 Monate keinen einzigen Cent verdienen und hatte bereits in den letzten 2 Monaten massive Umsatzrückgänge. Wie soll das gehen?
    Auch die Gastronomie wird gewaltig darunter leiden. Es ist nicht nur die Sperre seit dieser Woche, sondern die haben seit Wochen, seit Beginn dieser Krise massive Rückgänge. Und dadurch, dass es in ein paar Monaten deutlich! mehr Arbeitslose geben wird (In Österreich haben sich durch Kündigungen und Firmenpleiten in den letzten 30 Stunden fast 25.000 Menschen arbeitslos gemeldet) haben deutlich mehr Menschen viel weniger Geld für Freizeit. Da ist auch die Aussicht nicht da, dass die Einnahmen für Unternehmen wie Gastro, Reisen, Kultur usw. wieder massiv steigen werden. Man muss auch die Auswirkungen für die kommenden Monate (eher sogar Jahre) bedenken. Nur zu sagen jetzt is eben mal einen Monat nichts, das funktioniert nicht.

    In irgend einer Form wird die Krise alle Unternehmen treffen, manche mehr, manche weniger und einige werden diese Phase wirtschaftlich nicht überstehen.

    Sehr guter sachlicher Beitrag !

    Es wird zwar niemanden interessieren, aber meiner Freundin wurde heute gekündigt. Nein, sie ist keine Pferdesportlerin sondern hat im Front Office einer Sprachschule gearbeitet. Eigentlich ein sicherer Job, Sprachen lernen ist doch wichtig. Da es aber keinen Publikumsverkehr mehr gibt, braucht man auch kein Front Office. Und tschüß. Auch das ist Corona.

    Für mich ist die entscheidende Frage wie lange diese Maßnahmen andauern sollen. Wenn das Virus sich nicht auf wundersame Weise verflüchtigt, wovon nicht auszugehen ist, und ein Impfstoff wohl frühestens Anfang nächsten Jahres verfügbar sein könnte, dann hieße das, rund ein Jahr in diesem Ausnahmezustand zu leben. Ich fürchte, bis dahin werden ganze Wirtschaftszweige schlichtweg verschwunden sein, ausradiert, und Millionen von Menschen arbeitslos.

    Ich will nicht schwarz malen und wäre dankbar wenn jemand ein beruhigenderes Szenario hat, allein fehlt mir im Moment etwas der Glaube.

    Und um das klar zu stellen, ich mache mir nicht Sorgen um die "Reichen", die sich statt 3 Sportwagen nur noch 2 leisten können. Sondern um ganz normale Menschen, die mit ihrer täglichen Arbeit eben so über die Runden kommen, ohne Arbeit aber nicht mehr.