Zahlenmonster manicha Das Thema Leistungsbeurteilung ist komplex, und mMn versucht ihr beiden, ob durch Zahlen oder nach Gefühl, etwas zu sehr Rosinen zu picken, und dabei den Kuchen fast unbeobachtet zu lassen.
Erst etwas zum Thema "Zahlensalat": ich weiss nicht welche Formel du Zahlenmonster anwendest, aber ich kenne mich in Sachen ELO/DWZ schon ein wenig aus. Ich war Jahrzehnten Schachspieler, und aus dem Grund habe ich die Formel schon gesehen und weiss, dass sie einige Stellschrauben hat. Damit kann man die Gewinnerwartung in Punktedifferenz (oder umgekehrt, wie man möchte) wählen und die ältere und neuere Ergebnisse im gewünschten Verhältnis setzen. Beides ist Geschmackssache.
Da ich ebenfalls sehr lange Tischtennisspieler war, habe ich dort auch der TTR Einführung miterlebt.
Die Gewinnerwartungstabellen unterscheiden sich recht stark, wobei ich die in der Schachwelt besser gewählt finde.
Beim TTR gibt es bei relativ geringe Wertungsunterschiede schon eine ziemliche hohe Gewinnerwartung und ausserdem gehen die aktuellsten Ergebnisse sehr stark in die Wertung ein. Es entsteht dadurch die Tendenz ziemlich hin und her zu springen. Beim ELO/DWZ entstehen eher längere Wellenbewegungen nach oben oder unten. Das ist für eine Langzeitbetrachtung vorzuziehen. MMn soll eine Wertungszahl eher eine Jahresform statt Monats, oder Wochenform abbilden.
In die Wertung kann übrigens nichts anderes als das Ergebnis einfließen (1-0, 0-1, 1/2-1/2), wobei Schach anders als Tischtennis oder Darts noch das Unentschieden kennt. Ob ich durch gute Züge oder schöne Ballwechsel zum Sieg gekommen bin, ist völlig Wurst. Average hat also beim Darts auch nichts in die Wertung verloren. Nur das Ergebnis und der Wertungszahl der Gegner bestimmen mein Resultat.
Die Gewinnerwartungstabellen zeigen schon, dass der Gewinnwahrscheinlichkeit und Punktedifferenz unterschiedlich gewählt werden können. (innerhalb einer Tabelle natürlich nicht, das liegt mathematisch fest)
Somit ist es schwer über "Klassenunterschied" zu sprechen, ohne die Tabelle zu kennen. 80% Gewinnwahrscheinlichkeit ist bei Schach ~240 Punkte Unterschied, bei Tischtennis nur ~90 !!!
Dann gibt es noch das Problem bei welche Gewinnerwartung ich von Klassenunterschied sprechen kann. Das ist mMn sehr vom Sport abhängig.
ich war zb Läufer und gut vorbereitet brauchte ich 32:30-34 min für 10km. Die Gewinnwahrscheinlichkeit einen 34-35:30min Läufer zu besiegen, ist praktisch fast 100%, wenn verletzungsbedingte Wettkampfabbrüche ausgeklammert werden und die Vorbereitung gut ist. (am Start kann man das Ergebnis ziemlich genau abzählen, wenn man seine Konkurrenz kennt) Trotzdem würde ich hier nicht von Klassenunterschied sprechen. Schon in der Saisonaufbauphase lief auch ich die 35min und sah das Ergebnis plötzlich anders aus. Nur wird dieses Ergebnis als "Training" statt "Wettkampf" dokumentiert. (für die Gegner natürlich nicht, die feiern deren Sieg😜)
Wenn man Siegesquoten aufweisen kann, wie es Beau Greaves überwiegend tut, ist ein Klassenunterschied zur Konkurrenz mMn sicher gegeben. Und ihre schwächste Leistungen/Resultate dann mit die Spitzenleistungen oder durchschnittlichen Leistungen der Konkurrenz zu vergleichen, ist schlichtweg unseriös. Sollen die bitte mal 3 oder 4 Turniere an einem Wochenende gewinnen. Soweit Fehlanzeige.
Trotz teilweise auschecken wie einen Anfänger, spielte Beau am Wochenende das höchste avg und gewann das meiste Geld.
Aber Spiele wo 11-13 Darter mit fürchterlichen double Trouble und Legs deutlich über 20 Darts abgewechselt werden, kann ich nicht einfach als "so spielt sie nun einmal" abhaken. In ihre spielerische Klasse ist sowas unnormal. (analog bei andere Sportarten würde man Verletzung vermuten)
Da ich 2 solche missratenen Spiele im Stream gesehen habe gestern, kenne ich nicht nur die Zahlen, aber auch wie sie zustande kamen. Ich halte sie irrelevant für eine Langzeitbetrachtung. Nur wenn es sich nächster Zeit regelmäßig wiederholt, wird es relevant. Wir werden sehen, wie sie sich demnächst presentiert. Und das die Latte für Sie hoch liegt, hat Sie selber "verursacht" durch ihre einzigartige Leistungen. Damit muss Sie, sogar in anbetracht ihres Alters, umgehen können, und meist gelingt ihr das auch. Ich hoffe Sie findet beim nächsten Womans Series Wochenende ihre Lockerheit der letzten 12 Monaten wieder und wirft tolle Darts, weil das macht Spaß anzuschauen.