Nach den bereits qualifizierten Tomoya Goto und Toru Suzuki heißt der dritte japanische Teilnehmer an der Asian Championship Mitsuhiko Tatsunami.
Schon letztes Jahr war Tatsunami zweimal bei ähnlichen 16er Playoffs dabei - den World Cup verpasste er um einen Sieg, bei der WM-Regionalquali verlor er in Runde 1 gegen der späteren Gewinner Toyokazu Shibata - und stand zusätzlich bei der WM-Quali der PDJ im Halbfinale (dieses Jahr war dort in R32 Schluss). Auch auf WDF-Ebene konnte er vor kurzem überzeugen als Finalist der Japan Open. Jetzt also mal all the way gegangen.
Im E-Darts gehört Tatsunami zu den etablierten Spielern der zweiten Reihe auf der Dartslive-Tour. In der laufenden Saison belegt er nach 6 von geplanten 18 Turnieren Platz 31, seine Gesamtplatzierungen in den Jahren davor waren seit 2014 (chronologisch rückwärts) 21, 34, 47, 73, 57, 45, 74.
Trivia am Rande: Für das heutige Playoff hatte er sich am 07. August an seinem Geburtstag qualifiziert.
Die Ergebnisse von heute:
Achtelfinale
Seigo Asada 5-0 Hajime Tabata (84.44 - 65.57)
Tetsuya Fujiwara 2-5 Mikuru Suzuki (76.79 - 82.96)
Yusuke Kuniki 4-5 Ao Ishihara (75.29 - 77.85)
Keita Ono 2-5 Mitsuhiko Tatsunami (79.70 - 82.98)
Yuta Hayashi 5-3 Hiroki Doi (75.32 - 77.72)
Ryuta Arihara 4-5 Ryusei Azemoto (77.88 - 76.96)
Shoji Baba 0-5 Yuki Yamada (65.80 - 69.58)
Kazuya Uchida 0-5 Shota Sosogi (73.62 - 81.68)
Viertelfinale
Seigo Asada 5-2 Mikuru Suzuki (87.61 - 79.93)
Ao Ishihara 2-5 Mitsuhiko Tatsunami (62.22 - 81.75)
Yuta Hayashi 4-5 Ryusei Azemoto (77.78 - 79.99)
Yuki Yamada 5-3 Shota Sosogi (79.77 - 83.17)
Halbfinale
Seigo Asada 5-6 Mitsuhiko Tatsunami (79.57 - 82.52) Video
Ryusei Azemoto 6-4 Yuki Yamada (82.74 - 76.63) Video
Finale
Mitsuhiko Tatsunami 7-6 Ryusei Azemoto (83.94 - 87.53) Video
Anders als in vergangenen Playoffs hat man sich im Stream in den Achtelfinals diesmal auf vier Partien konzentriert, statt jeweils zwei Spiele parallel von schräg hinten zu filmen. Gespielt wurde übrigens auf FIDO-Automaten - anders als sonst in diesen Playoffs, wenn es direkt um PDC-Startplätze geht und reines Steeldarts ohne Technikunterstützung vorgeschrieben ist.
Keita Ono verschlief in der Auftaktrunde die ersten zwei Legs und stand gerade mal bei einem Average von 65, während Tatsunami über 85 lag; mit dem Anwurf auf seiner Seite konnte letzterer dann trotz deutlich verbesserter Ono-Leistung auf 3-0 stellen und das Match von da nach Hause bringen. Kurz konnte danach noch ins Deciderleg bei Kuniki - Ishihara rübergeschaltet werden, wo erst Ishihara einen Dart zum 120er Shanghai verpasste, dann Kuniki einen auf D16 zum 65er Finish, woraufhin Ishihara schließlich Rest 40 in drei weiteren Darts wegräumte.
Auch bei Arihara - Azemoto wurde es spannend, und das, nachdem Azemoto schon 4-0 vorne gelegen und drei Darts zum Whitewash hatte. In den nächsten beiden Legs gab es jeweils einen weiteren Matchdart (auf Bull bzw. D20, beide meilenweit vorbei), im achten Leg sogar noch mal vier auf D20, die alle mehr oder weniger knapp drüber gingen. Im Decider noch immer mit dem Vorteil des Anwurfs ausgestattet, konnte Azemoto sich mit einer 140 Doppel 8 stellen, musste dann allerdings mit ansehen, wie Arihara selbst bis auf Rest 15 herunter kam (ohne Matchdart; der letzte ging bei Rest 65 ins Bullseye statt der 25). Azemotos Siegchancen Nr. 10 und 11 verpassten erneut ihr Ziel, bevor der 12. Matchdart endlich in D4 landete.
Während Mitsuhiro Tatsunami durch die ersten beiden Runden relativ ungefährdet durchkam, hatte sein schließlicher Finalgegner Ryusei Azemoto dann auch in Runde 2 wieder zu kämpfen - in einem Rematch des Turnierfinals (D-Tour Stage1 Nr. 5), durch das sich er und sein Gegner Yuta Hayashi für das Playoff qualifiziert hatten. Auch hier verpasste Azemoto beim Stand von 4-3 bereits sieben Matchdarts, wobei er 36 Rest einmal absichtlich und einmal unbeabsichtigt überwarf. Diesmal im Decider gegen die Darts, konnte er sich dennoch als erster ein Finish erspielen, wieder gingen jedoch bei Rest 68 zwei Chancen vorüber (der zweite Matchdart sogar erneut als ungewollter Bust). Hayashi kam danach von 158 auf 24 herunter, doch für Azemoto reichte es nun endlich mit Versuch Nr. 10.
Im Halbfinale war dann zur Abwechslung Tatsunami für den Decider-Krimi zuständig. In einem Spiel, in dem sich keiner der beiden Spieler mehr als ein Break Vorsprung erarbeiten konnte und es bis zum letzten Leg auch keine Matchdarts gab, hatte diesmal Asada den Vorteil des Anwurfs, konnte diesen aber nicht direkt ummünzen; nach neun Darts standen noch 251 Punkte zu Buche, während Tatsunami nach sechs bereits bei 261 war und nochmal 100 Punkte nachlegte. Asada konterte mit einer 140, Tatsunami konnte seinerseits nur 60 anbieten, so dass nach vier Aufnahmen 111 bzw. 101 Punkte Rest verblieben. Asada verpasste den Versuch des DB-11-DB-Finishes and landete bei Rest 38, Tatsunami ließ bei T20-1-D20 ebenfalls eine Chance zum Matchgewinn liegen. Asadas D19-Wurf landete innen, der folgende Versuch auf D8 außen. Für Tatsunami reichten dann zwei weitere Matchdarts auf D20 bzw. D10.
Im anderen Halbfinale gab es erst im sechsten Leg ein Break zugunsten Azemotos, der im Spiel insgesamt den Anwurf hatte und dadurch im folgenden Durchgang auf 5-2 stellen konnte. Nach einem ungefährdeten Leggewinn von Yamada zum 5-3 bekam Azemoto in Leg 9 die nächste Chance, sein Double Trouble zu demonstrieren; auch diesmal gingen die ersten zwei Siegchancen perdu, und mal wieder per Bust (76 mit T20-out-S16). Yamada konnte seinerseits die 76 nicht checken (beide Darts auf D8 landeten außen), bevor Azemoto diesmal die große Zahl beim Wurf auf 16 verpasste und gar keine Checkchance erreichen konnte. Yamada beendete das Leg in zwei Darts, und hatte nun eigentlich die Möglichkeit, als vorlegender Spieler noch das 5-5 zu erreichen. Nach vier Aufnahmen standen 126 bzw. 160 als erste Finishmöglichkeiten, doch Yamada konnte lediglich 41 Punkte erzielen, Azemoto 78. Yamadas Chance zum Ausgleich via Bullseye landete danach in der Single 8, woraufhin Azemoto bei S25-17-D20 erneut knapp das Doppel zum Sieg verfehlte. Yamada nutzte zwei weitere Darts zum 5-5 nicht, während Azemoto endlich mit seinem vierten Matchdart der Partie den Sack zumachen konnte.
Im Finale dauerte es sogar bis Leg 8, bevor das erste Break fiel, aber dann ging es ab - Tatsunami konnte das 5-3 erzielen, gefolgt von Rebreaks zum 5-4, 6-4 und 6-5, letzteres mit Tatsunami auf Rest 140 und somit weit entfernt von jeglichen Matchdarts trotz des Anwurfs. Gegen die Darts kam dann die Chance, nachdem Azemoto 64 nicht checken konnte und Tatsunami mit dem gleichen Rest zum Board kam. Doch auch ihm gelang es nicht, der erste Turnierdart landete in der einfachen 16; Azemoto glich daraufhin zum 6-6 aus.
Tatsunami startete das finale Leg lediglich mit einer 60, Azemoto brachte ein Maximum ins Board. Doch mit Scores von zweimal 100 bei Tatsunami sowie 43 und 44 bei Azemoto waren beide wieder fast gleichauf. Nach 40 bzw. 59 Punkten waren beide auch nach zwölf Darts noch nicht im Finishbereich. Eine 105 gab Tatsunami nun bei 96 Rest die Chance auf ein Zweidartfinish, doch ohne Treble wurde es nur das Setup für 40 Rest. Azemotos zwischenzeitliche 39 Punkte hatten bei ihm noch 136 auf der Uhr gelassen, die er allerdings mit den ersten beiden Darts auf 16 runterspielen konnte - der Wurf auf D8 zum möglichen Turniersieg landete zu weit innen. Zwei Darts später waren Tatsunamis 40 Restpunkte Geschichte und er für die Asian Championship qualifiziert.
Der glückliche Sieger, via FIDO-Twitter: