Beiträge von Damon van Burnett

    Ich bin zwar etwas spät dran, aber ich will auch noch mal ein abschließendes Fazit ziehen. Am Ende haben mich England und die Niederlande ja Lügen gestraft. Wobei ich bei England bis auf das Finale echt nicht den Eindruck hatte, dass die beiden Lukes sonderlich gut als Team funktionieren. Die Averages waren zwar das ganze Turnier über wirklich gut, aber oft haben eher individuelle Aufnahmen den Unterschied gemacht. An erster Stelle ist da natürlich der unfassbare Big Fish von Littler gegen Wales zu nennen. Gerade in dem Spiel hatte England aber viel Glück, dass Wales zuerst nicht noch höher führt und am Ende nicht mal zu den möglichen Matchdarts kommt. Leider haben Kenny da an einigen Stellen ziemlich offensichtlich die Nerven versagt. Mit der Bestbesetzung von Clayton und Price hätte Wales das Ding wohl durchgezogen und die Engländer nach dem Start aufgefressen.

    Ähnlich war es auch bei den Niederlanden gegen Deutschland. Leider hatte Pietreczko in der Endabrechnung dann doch zu viele Legs dabei, bei denen seine Probleme wieder deutlich aufgetreten sind. So hat es dann gegen starke Niederländer nicht gereicht und der Bouncer von Schindler war die Kirsche auf der Torte. Vielleicht habe ich mich auch in der Dynamik der Niederländer getäuscht. Van Gerwen respektiert Van Veen im Gegensatz zu Noppert oder Wattimena auf jeden Fall, sonst würde er den World Cup wie zuletzt gar nicht erst spielen. Aber das ist in meinen Augen trotzdem kein Duo auf Augenhöhe, wie es noch bei Barney der Fall war. Dass Van Gerwen weiterhin die Leaderrolle beansprucht, ist ja okay, aber dann kam bei schwachen Aufnahmen von Van Veen selten Support. Und in den Interviews war Gian immer sehr bemüht, sich bei Michael geradezu anzubiedern.

    Da haben Clayton, Schindler und Razma in meinen Augen als Kapitäne einen deutlich besseren Job gemacht und den Partner voll unterstützt. Gerade bei Lettland hat es sich im Turnierverlauf auch ausgezahlt, dass Melderis als erster Spieler ans Bord durfte. Der hat im Viertelfinale gegen Nordirland wirklich auf einem konstanten Niveau abgeliefert. Dass er die Qualität punktuell hat, war vorher klar, aber in der Gruppenphase hatte sich ja auch gezeigt, dass er noch enorme Schwankungen hat. Falls er sich weiter entwickeln und stabilisieren kann, ist er vielleicht durchaus ein Spieler für die Pro Tour. Er erinnert mich so ein bisschen an den jungen Menzies aus BDO-Zeiten, der auch länger für seinen Durchbruch und eine Konstanz in seinem Spiel gebraucht hat. Nordirland haben am Ende die schwachen Starts in Matches das Turnier gekostet. Gegen Belgien und Lettland konnte man das noch beheben, gegen die Niederlande war dann die Qualität des Gegners einfach zu gut. Sehr schade, denn bisweilen hat die Kombination aus Rocks Scoring und Gurney Finishing wieder sehr gut funktioniert.

    Deshalb bleibe ich auch bei meiner These, dass es ein großer Vorteil ist, wenn zwei Spieler als Team auch gut funktionieren. Das hat die KO-Phase denke ich auch gezeigt. Spanien, Schweden oder Lettland, mit Abstrichen auch Belgien und Wales haben gegen deutlich stärkere Teams wirklich überzeugen können. Ein Grund mehr, warum ich über den Formatwechsel beim World Cup sehr glücklich bin. Die Halbfinals und das Finale waren vom Matchverlauf her zwar nicht mehr so packend, aber gerade in den Achtel- und Viertelfinals konnte das Turnier echt richtig glänzen. Das wäre bei einigen Paarungen im alten Format sicher nicht so gewesen, wo die Big Boys wohl schon die Einzel gewonnen hätten.

    Für mich ist das auch ein Plädoyer, dass die Topnationen zu Beginn ins Turnier einsteigen sollten. Ich kann die Kritik von O'Connor sehr gut nachvollziehen. Das gehört sich für mich bei einem großen Turnier aus Gründen der sportlichen Fairness einfach so und ich kann da dem fast schon fetischhaften Protektionismus der PDC für die Stars wenig abgewinnen. Zum Glück hat man es auch bei der WM irgendwann wieder angepasst. Sicher gibt es da auch ein Für und Wider, aber die Überraschungen und Underdogs sind doch immer wieder schöne Geschichten. Und bei einem BO7-Format hätten die Engländer oder Nordiren bei ihren jeweiligen Starts in den ersten Matches durchaus in der Gruppenphase rausfliegen können.

    Da man dann allerdings entweder das Teilnehmerfeld oder die Turnierdauer ausweiten müsste, sehe ich in den kommenden Jahren noch keine Änderung. Möglich wären bei 40 Teilnehmern natürlich noch acht Fünfergruppen, bei denen man dann von Dienstag bis Freitag jeweils in Doppelsessions die Gruppenphase ausspielen könnte. Das hätte aber aufgrund der ungeraden Zahl in den Gruppen den Nachteil, dass ein Team beim entscheidenden letzten Spieltag gar nicht mehr eingreifen kann. Fünf Vorrundenspiele wären vielleicht auch etwas Overkill. Ein ähnliches System wie bei der Fußball-WM mit einer Erweiterung auf 48 Teilnehmer und Dreiergruppen wäre aber auch nicht die beste Lösung.

    Zumal bei vielen Nationen beide Spieler Vollamateure sind und dann bis zu einer ganzen Woche Urlaub nehmen müssten. Insofern müsste auch das Preisgeld noch einmal deutlich steigen. Möglicherweise lässt sich etwas machen, wenn in Frankfurt 2031 wirklich die neue Halle eröffnen soll. Da würden sich sicherlich mehr Einnahmen als in der Eissporthalle erschließen lassen. Bis dahin könnte man den World Cup auch marketingtechnisch als noch größeres Turnier aufziehen.

    Die beiden Achtelfinalsessions waren für mich wieder das beste Beispiel, dass die Formatänderung vor einigen Jahren die goldrichtige Entscheidung war. Bis auf den Whitewash von Schottland gegen Norwegen waren das durch die Bank weg packende Partien, die es in dieser Form bei zwei vorherigen Einzeln wohl nicht gegeben hätte. Klar, Frankreich gegen Lettland hatte jetzt nicht die große Klasse, aber dafür Dramatik pur. Ansonsten muss man neben der Spannung auch die Qualität der Spiele hervorheben. Mich hat die Leistung sämtlicher Teams wirklich beeindruckt. Bis auf Frankreich und Lettland lag nur Norwegen mit einem Average von 84 knapp unter 85, dazu haben mit neun Achtelfinalisten mehr als die Hälfte der Teams 90+ gespielt. Das kann sich sehen lassen. Und so hat wirklich jedes Spiel seine Geschichte erzählen können und es war zu keinem Zeitpunkt langweilig.

    Man konnte ja damit rechnen, dass Deutschland vs. Tschechien sowie Irland vs. Polen enge und gutklassige Spiele sein würden. Aber man muss an dieser Stelle auch explizit Belgien, Spanien und Schweden loben. Belgien hat sich im Vergleich zur Gruppenphase enorm gesteigert, was natürlich mehr oder weniger ausschließlich an Dimi lag. Bitter, dass er trotz ansonsten guter Leistung mal zwei Legs einen Rückfall erlitt. Auch Spanien und Schweden hätten sich mit ihren Leistungen als klare Außenseiter durchaus den Sieg verdient gehabt. Am Ende waren es dann gerade an einigen wichtigen Zeitpunkten im Spiel doch ein paar kleine Fehler zu viel, die von der individuellen Klasse der vier Weltranglistenersten bestraft wurden.

    Man hat jedoch abermals gesehen, dass es ein großer Vorteil ist, wenn ein echtes Team auf der Bühne steht. Den Eindruck hatte ich bei Spanien und Schweden absolut. Und dann kann man auch mit einem formstarken Spieler aus der zweiten Reihe (Reyes & De Graaf) sowie einem Spieler aus dem Dunstkreis der Pro Tour (Justicia & Lukasiak) gegen Littler & Humphries oder Van Veen & Van Gerwen mithalten. Denn auch wenn die Klasse der Topstars in den wichtigen Momenten die Spiele entschieden hat und am Ende natürlich insgesamt ein guter Average sowie der Sieg unter dem Strich steht, habe ich sowohl bei England als auch bei den Niederlanden weiterhin den Eindruck, dass da zwei Individualisten und kein funktionierendes Duo auf der Bühne sind. Diesen Vorteil bringen Schottland, Wales, Nordirland, Irland und Deutschland in meinen Augen mit und das wird meiner Meinung nach am Ende auch der entscheidende Faktor sein.

    Gerade bei Littler und Humphries stimmt die Chemie überhaupt nicht, auch wenn sie das mit einzelnen Aufnahmen kaschieren können. Insofern bleibe ich vor dem Finaltag bei meinem Tipp, dass England den Titel nicht gewinnen wird. Denn bisher ist noch keine Paarung, die nicht harmoniert hat, zum Titelträger geworden, ganz egal wie gut die einzelnen Spieler waren. Wales mag vielleicht noch nicht stark genug sein, um die Engländer zu stoppen, aber Irland und vor allem Schottland haben mich echt beeindruckt und könnten im Halbfinale den Topfavoriten aufhalten. Wenn Anderson sein Scoring beibehält und Menzies seine Nerven im Griff hat, ist Schottland auf der Seite mein Favorit.

    Auf der anderen Seite des Turnierbaums dürfte Nordirland relativ leichtes Spiel gegen Lettland haben und sich für das Halbfinale einspielen sowie Kräfte schonen können. Bei Deutschland gegen die Niederlande wird viel davon abhängen, ob Pietreczko weiter stabil bleibt und Schindler sein hohes Niveau hält. Ist das der Fall, dann gehe ich davon aus, dass Deutschland mit dem Publikum im Rücken das Spiel zieht. Im Halbfinale bleibe ich aber so oder so bei meinem Turniertipp Nordirland.

    Meine Tipps für den Sonntag lauten also folgendermaßen:

    Halbfinale

    England vs. Schottland
    Deutschland vs. Nordirland

    Finale

    Schottland vs. Nordirland

    Sieger

    Nordirland 1.D

    Da war am Ende der Gruppenphase doch noch mal ziemlich Drama und einige ungewöhnliche Konstellationen dabei. Sehr bitter natürlich vor allem für Hong Kong und Österreich, die beide quasi schon durch waren, aber dann auf der Zielgeraden trotz vergleichsweise massig Zeit und Chancen das Nervenflattern bekommen haben und das entscheidende Leg nicht gewinnen konnten. Darüber hinaus hat es für Japan trotz zweier guter Leistungen nicht gereicht, weil Reyes es am Ende mit seiner individuellen Klasse für Spanien geregelt hat. Das war am Ende aber auch mit Abstand die qualitativ beste Gruppe.

    Gefreut hat es mich hingegen, dass die Philippinen ihr Niveau im zweiten Spiel abrufen sowie dass sich die Neulinge aus der Mongolei und Trinidad & Tobago deutlich steigern konnten. Im zweiteren Fall wurde das sogar mit einem Sieg belohnt. Auch Gibraltar hat im zweiten Spiel noch mal richtig aufgezeigt. Galliano und Hewitt mögen nicht die beste Qualität und größte Konstanz haben, aber die Jungs machen einfach immer Spaß. Die spielen leidenschaftlich Darts und fungieren als echtes Team. Außer Leung und Lee hat kaum ein anderes Team eine ähnlich gute Chemie auf der Bühne. Irland war aber auch hier am Ende wirklich stark und hat zusammen mit Deutschland die beste Gruppenphase abgeliefert.

    Im Achtelfinale gibt es für mich in fünf Spielen mit England, Wales, Schottland, den Niederlanden und Nordirland klare Favoriten. Da kann ich mir eigentlich auch nur bei der Partie Wales gegen die USA eine Überraschung vorstellen. Bei Spanien, Norwegen, Schweden und Belgien dürfte die Nummer Zwei im Team einfach zu schwach sein, damit es gegen eine Topnation reicht.

    Die Duelle zwischen Irland und Polen, Deutschland und Tschechien sowie Lettland gegen Frankreich sind für mich hingegen ziemlich ausgeglichen. Nach den Eindrücken aus der Gruppenphase sehe ich Irland und Deutschland aufgrund der bisherigen stabil starken Leistungen jedoch leicht favorisiert. Beim dritten Duell hängt für mich vieles von Tricole ab. Behält er die Nerven, sollte das französische Duo insgesamt stärker sein. Kann er seine Leistung aber nicht abrufen, sollte die Qualität von Razma den Ausschlag geben. Die Erfahrung zeigt leider, dass Tricole den Kopf verliert, wenn er etwas zu verlieren hat.

    Dementsprechend ergeben sich für mich folgende Viertelfinals:

    England vs. Wales
    Schottland vs. Irland
    Niederlande vs. Deutschland
    Nordirland vs. Lettland

    Der erste Tag war gleich ein gelungener Start in das Turnier. Hat wieder mal echt richtig Spaß gemacht. Der World Cup hat einfach ein besonderes Flair. Da waren schon jetzt wieder einige schöne (vor allem spannende) Spiele und gute Leistungen dabei. Zudem war auch die Stimmung wirklich positiv und ohne negative Ausreißer. Dass ich dann noch mit so gut wie allen Tipps und Einschätzungen zum Leistungsvermögen treffe, wobei gleich elf meiner zwölf Gruppenfavoriten das Auftaktspiel gewinnen, ist ein schöner Bonus. Mal sehen, ob das auch bis zum Ende der Gruppenphase hält.

    Dass ich ausgerechnet bei Deutschland so daneben lag, nehme ich natürlich gerne hin. Hut ab, eine solche Leistung hätte ich Schindi und Pikachu nicht zugetraut, aber mit 102 Punkten im Average und dem mit Abstand besten Spiel am Eröffnungstag hat man ein echtes Statement gesetzt. Tatsächlich waren die Philippinen im Gegenzug aber wohl auch die größte Enttäuschung des ersten Tages. Aber auch da kann es natürlich noch spannend werden, weil die Neuseeländer eben auch eine gewisse Qualität mitbringen. Andererseits hat Deutschland beim World Cup jetzt seit über zehn Jahren kein Spiel mehr gegen eine Nation verloren, die nicht zum erweiterten Favoritenkreis gehört hat.

    Auch bei den Österreichern läuft es im Doppel wie fast immer ziemlich gut. Genau wie auch bei Krcmar, Sedlacek oder einigen anderen einzelnen Spielern ist es wirklich faszinierend, dass die Leistung von einigen Spielern oder in diesem Fall auch Nationen bei einem spezifischen Turnier quasi jedes Jahr stimmt. Auch wenn über die restliche Saison gesehen die Konstanz überhaupt nicht da war. Ansonsten war das Resultat für Singapur etwas schade, die hätten sich mit der Leistung sicher auch ein besseres Ergebnis verdient gehabt, aber dafür war Irland dann einfach zu stark.

    Gruppe I

    Für mich ist das tatsächlich eine ziemlich offene Gruppe. Auf dem Papier ist Österreich mit zwei Tour Card Holdern der Favorit. Zumal Mensur sich in der besten Form seit vielen Jahren präsentiert. Rusty macht aber durchaus Sorgen, der ist aktuell alles andere als stabil in seinen Leistungen. Wobei sie es letztes Jahr mit zwei Spielen über 90 gut gelöst bekommen haben.

    Dennoch rechne ich Frankreich Chancen auf den Gruppensieg aus. Tricole ist zwar ein absolutes Nervenbündel, kann spielerisch an einem guten Tag aber durchaus mit Mensur mithalten. Und auch bei Thuillier sehe ich es so, dass er spielerisch auf ungefähr demselben (zumindest aktuellen) Niveau von Rusty spielen kann. Sollten die Nerven halten, ist also durchaus etwas drin, auch wenn den Österreichern die Erfahrung in die Karten spielen sollte.

    Selbst China würde ich in dieser Gruppe nicht komplett abschreiben. Mit Zong ist zumindest der Topspieler auf einem Niveau, dass er gewisse Dinge an einem guten Tag in seine Richtung lenken kann und der immer stabiler in seinen Leistungen wird. So war es zwar durchaus glücklich, aber eben auch kein reiner Zufall, dass China die letzten beiden Jahre jeweils ein Spiel gewinnen konnte.

    Tipp: Österreich

    Gruppe J

    Spannende Gruppe, weil Lettland mit die schwächste der gesetzten Nationen ist. Razma liefert zwar immer wieder gute Leistungen und kann ein Spiel auch mal im Alleingang zu ziehen, aber seine Partner sind sehr schwankend unterwegs. Das gilt auch für Melderis, der von allen sonstigen Letten vielleicht in der Spitze die besten Leistungen bringt, aber eben auch mal komplett einstürzen kann und nicht immer den sichersten Eindruck macht. Dennoch hat sich Lettland eigentlich immer teuer verkauft, was nicht zuletzt die insgesamt positive Bilanz beim World Cup unterstreicht.

    Deshalb gilt auch in diesem Jahr, dass Italien eine Chance besitzt, die sich in den vergangenen Ausgaben mit einem starken Turetta an der Spitze zu einer konkurrenzfähigen Nation gemausert haben. Mal sehen, ob Castelli auch einige Momente beisteuern kann, wie das zuletzt mit den beiden Massimos der Fall war.

    Die Jungs von Trinidad & Tobago werden hingegen wohl eher kein Land sehen. Ich freue mich zwar durchaus auf das Debüt von Balfour und Walklin und liebe solche Underdogs, aber dafür waren die Leistungen beim Qualifikationsturnier trotz einiger guter Legs einfach nicht gut genug.

    Tipp: Lettland

    Gruppe K

    Auch wenn es sich nur um Teams aus der zweiten Reihe handelt, kann man hier meiner Meinung nach schon von einer Todesgruppe sprechen. Zumindest dürfte es die ausgeglichenste Gruppe im gesamten Turnier mit drei ähnlich starken Paaren sein. Die formal gesetzten Kroaten können sich mit Krcmar zwar auf einen individuell starken Spieler verlassen, der mit einem Grbavac als Partner aber wohl besser dran wäre als mit dem sehr formschwachen Ljubic.

    Japan ist traditionell für eine Überraschung gut und hat eigentlich jedes Jahr zwei Spieler mit einem zumindest ordentlichen Niveau am Start. Sakai hat sich über das letzte Jahr als der konstanteste Spieler aus Japan erwiesen, der zudem auch auf anderen großen Bühnen wie der WM und der World Series überzeugen konnte. Muramatsu könnte man sogar als den historisch erfolgreichsten japanischen Spieler in der PDC bezeichnen. Er war im letzten Jahrzehnt regelmäßig für die WM qualifiziert, war bei den großen Runs der Japaner im World Cup dabei und ist darüber hinaus dieses Jahr auf der Asian Tour außerordentlich erfolgreich und dementsprechend gut in Form.

    Bei Spanien steht vor allem Rückkehrer Reyes mit seiner starken Saison im Fokus, der noch vor Krcmar der individuell beste Spieler der Gruppe sein dürfte. Mit Justicia steht ihm zudem ein recht erfahrener und halbwegs solider Partner an der Seite, der das Niveau durchaus mal mitgehen kann. Dennoch würde ich insgesamt die Japaner als das beste Team einschätzen.

    Tipp: Japan

    Gruppe L

    Auch hier haben wir eine recht ausgeglichene und interessante Gruppe, in der alle drei Nationen in den letzten Jahren einige Fortschritte gemacht haben. Der ausschlaggebende Faktor in dieser Gruppe dürfte Dekker für Norwegen sein. Nicht zuletzt durch seine Erfahrung auf der Pro Tour ist er individuell der beste Spieler der Gruppe und dominiert diese Saison auch auf der Nordic & Baltic Tour. Mit Sivertsen hat er letztes Jahr ganz gut harmoniert, auch wenn da noch Luft nach oben ist.

    Bei Gruppenkopf Finnland freue ich mich über die Rückkehr von Haavisto. Zusammen mit Masalin bildet er vielleicht das ausgeglichenste Duo der Gruppe, denen man durchaus etwas zutrauen kann. Haavisto hat dieses Jahr auch bei seinem Auftritt auf der European Tour schon geliefert. Dennoch scheint mir das Potenzial bei den Topspielern der beiden anderen Teams höher.

    Denn auch Kovacs hat sich dieses Jahr bereits sehr gut auf der European Tour präsentiert. Zu guten Leistungen war er schon immer fähig, aber zuletzt hat er auch eine gewisse Konstanz in seine Spiele bekommen. Das ist ihm jahrelang etwas abgegangen, sodass es bisher nie zu größeren Erfolgen gereicht hat. Bei Szekely ist es hingegen wie bei den meisten anderen ungarischen Spielern auf diesem Niveau noch ziemlich wild.

    Tipp: Norwegen

    Gesetzte Nationen

    England geht wieder einmal als großer Favorit in das Turnier. Ich bin aber überzeugt davon, dass sie auch in diesem Jahr nicht den Gesamtsieg holen – wie eigentlich immer, wenn die Chemie im Team England nicht gestimmt hat. Das Resultat aus dem Vorjahr gibt trotz gutem Average jedenfalls wenig Zuversicht und bei seiner Antipathie gegenüber dem deutschen Publikum dürfte Littler auch nicht die größte Lust verspüren. Das kann dann schnell wieder in Frust umschlagen.

    Auch die Niederlande weisen in diesem Jahr eine Traumpaarung und das zumindest nominell stärkste Duo seit den Glanzzeiten der letzten Dekade auf. Auch hier bin ich jedoch skeptisch, ob es für den Turniersieg reicht. Van Gerwen hatte zuletzt wieder einige Monsterauftritte, aber eben auch weiterhin riesige Schwankungen in seinem Spiel und van Veen scheint seit dem Jahresanfang nicht mehr wirklich in Tritt zu kommen. Da ist der Druck doch auf beiden Seiten hoch.

    Mein Turnierfavorit ist dementsprechend der aktuelle Titelverteidiger aus Nordirland. Während fast alle anderen Nationen aus dem erweiterten Favoritenkreis einen unerfahrenen beziehungsweise formschwachen Spieler aufweisen oder bisher als Duo nicht überzeugt haben, erfüllen Rock und Gurney auf dem Papier alle Voraussetzungen. Beide besitzen die Qualität und die Erfahrung, harmonieren als Team, waren in diesem Format bereits erfolgreich und zumindest Rock ist gut in Form, während Gurney etwas durchhängt – das war aber vergangenes Jahr nicht anders.

    Analog zu meiner Einschätzung bei Wales gilt für Schottland das genaue Gegenteil: Anderson und Menzies hätte in meinen Augen die Teilnahme an der Gruppenphase gut getan. Nicht nur, weil Schottland letztes Jahr bereits als gesetzte Nation im ersten Spiel untergegangen ist. Anderson hatte im Doppel in den letzten Jahren bei dem für ihn sehr langsamen Rhythmus bisweilen einfach seine Probleme und Menzies steht mit der Kombination aus Nervenbündel und Nationalstolz vermutlich schon beim ersten Dart kurz vor dem Kollaps.

    Turniertipp: Nordirland

    Kurz vor dem Beginn meines Lieblingsturniers will ich noch meine Einschätzung abgeben.

    Gruppe A

    Ich sehe für Deutschland ebenfalls ernste Probleme in der Gruppe. Klar ist man trotzdem Favorit, aber Schindler und Pietreczko sind aktuell beide wirklich weit von ihrer Topform entfernt. Und dann kann es bei zwei unangenehmen Gegnern schnell eng in der Gruppe werden. Ich vermute, dass Schindler und Pietreczko wirklich in beiden Spielen eine gute Leistung zeigen müssen, wenn es für die KO-Runde reichen soll.

    Hauptkonkurrent um den Gruppensieg sind für mich die Philippinen. Die bringen wirklich alles mit. Sowohl Toylo als auch Nebrida können auf einem richtig hohen Niveau spielen. Beide besitzen mittlerweile auch durch die WM-Teilnahmen eine gewisse Erfahrung auf der Bühne. Sie kennen den Doppelmodus aus der Heimat sehr gut und sind für diesen mit ihrem langsamen Rhythmus und dem ausgedehnten Vorbereitungsritual auch weniger anfällig. Zudem gehören erfahrungsgemäß beide zu den besten Finishern, sodass auch die Wurfreihenfolge nicht entscheidend sein sollte.

    Neuseeland hingegen würde ich nicht so hoch handeln. Traditionell spielen die zwar ein gutes Niveau, aber in den entscheidenden Momenten haben den Kiwis bisher eigentlich immer die Nerven versagt, um mal einen größeren Erfolg einzufahren. Zudem sind meiner Meinung nach Robb und Puha das potenziell stärkste Duo bei den Neuseeländern, weil da einfach die Chemie stimmt und sich beide gut ergänzen – auch wenn Tata jetzt seit über einem Jahr wirklich gut in Form ist.

    Tipp: Philippinen

    Gruppe B

    In dieser Gruppe lautet mein Favorit Hong Kong. Auch wenn Leung und vor allem Lee nicht immer die große Konstanz an den Tag legen, zählen sie für mich sogar zu den Geheimfavoriten auf den Turniersieg. An guten Tagen haben sie in der Spitze das Niveau, dazu funktionieren beide als Team einfach sehr gut und haben sich bis jetzt Jahr um Jahr gesteigert.

    Belgien befindet sich hingegen in einem wirklich traurigen Zustand, wenn man bedenkt wie stark das Land gerade beim World Cup sonst immer wieder aufgestellt war. Dimi hat zuletzt zwar wieder positive Ansätze gezeigt, dafür ist bei De Decker mittlerweile seit vielen Monaten die Luft raus. Ich sehe kaum Chancen, dass sich die beiden so sehr aufrappeln, um auch nur die Gruppenphase zu überstehen.

    Slowenien wird vermutlich nur eine untergeordnete Rolle spielen. Pratnemer ist zwar auf einem soliden Level unterwegs, aber das wird wohl nicht reichen, um die Slowenen zu einem Sieg zu führen. Auch wenn ich seinen Partner Bozicek ehrlich gesagt null einschätzen kann.

    Tipp: Hong Kong

    Gruppe C

    Für Wales sehe ich es als großen Vorteil an, dass sie die Gruppenphase spielen. Clayton liegt die Rolle als Leader nicht wirklich und Kenny ist vom Niveau her noch einmal schlechter als es Williams 2024 war. Damals ist Wales – trotz einer zugegebenermaßen guten Leistung – gleich im ersten Spiel ausgeschieden. Dieses Jahr können sich Clayton und Kenny in der Gruppe etwas warm spielen.

    Dabei könnte Litauen aber noch zu einem Stolperstein werden. Labanauskas ist seit vergangenem Jahr größtenteils wieder richtig gut in Form und auch stark genug, um ein Spiel gegen einen stärkeren Gegner zu beeinflussen und ziehen. Viel wird davon abhängen, wie stark der in seinen Leistungen doch sehr schwankende Barauskas seinen Kapitän dieses Jahr unterstützen kann.

    Für Thailand wird hingegen nichts zu holen sein. Die hatten zwar beim Qualifikationsturnier ein Spiel mit einem Schnitt von über 90 dabei, im entscheidenden Spiel aber doch ziemlich Massel, um sich mit knapp unter 70 durchgesetzt zu haben. Das reicht von der Konstanz nicht.

    Tipp: Wales

    Gruppe D

    Diese Gruppe halte ich tatsächlich für relativ offen. Bei Irland wird es spannend sein, wie die Dynamik zwischen O’Connor und Mansell aussieht. O’Connor und Barry waren für mich jedenfalls kein gutes Match. O’Connor ist auf jeden Fall individuell klar der beste Spieler der Gruppe.

    Singapur muss man beim World Cup immer als potenziellen Stolperstein auf dem Zettel haben. Punktuell hat Paul Lim immer noch die Qualität und vor allem die Erfahrung, um Spiele zu entscheiden. Zudem hat sich letztes Jahr schon abgezeichnet, dass er mit Tan einen besseren Partner an seiner Seite hat, als es zuletzt mit Harith Lim der Fall war.

    Ganz abschreiben würde ich übrigens auch Gibraltar nicht. Galliano und Hewitt haben sich in den letzten Jahren wirklich gemacht, was auch die drei Siege in den letzten drei Jahren unterstreichen. Qualitativ gibt es innerhalb eines Spiels zwar zumeist eine brutale Streuung, aber es sind eben auch oft genug Legs dabei, um ein Spiel am Ende auch zu gewinnen.

    An dieser Stelle ist es natürlich schade, dass Uganda trotz sportlicher Qualifikation nicht teilnehmen kann. Die hätten für mich von allen Neulingen das meiste Potenzial gehabt und es wäre grundsätzlich eine schöne Geschichte gewesen.

    Tipp: Irland

    Gruppe E

    Ich gehe zwar mit, dass Polen in dieser Gruppe zurecht der Favorit ist, aber den durchaus gehandelten Geheimfavoriten für das Turnier sehe ich in Ratajski und Bialecki noch nicht. Dass sie ein solides Duo sein können, haben sie schon 2022 unter Beweis gestellt und sollten dieses Jahr noch deutlich besser in Form sein. Wofür es am Ende reicht, halte ich aber für noch nicht absehbar.

    Darüber hinaus könnte die Gruppe doch recht knifflig werden. Für Portugal zeigt sich De Sousa beim World Cup eigentlich immer recht gut in Form und schafft es oft genug, selbst seine teils sehr schwachen Partner mitzuziehen. An einem guten Tag ist er immer noch eine ernsthafte Gefahr. Wenn sein diesjähriger Partner Camacho etwas besser performt als seine Vorgänger, ist für Portugal vielleicht sogar ein Weiterkommen drin.

    Grundsätzlich sollte auch die Schweiz das Potenzial mitbringen, um den Gruppengegnern Probleme zu bereiten. Bei Bellmont läuft es dieses Jahr aber noch nicht wirklich so, dass man zuversichtlich in den World Cup gehen könnte. Mit Walpen hat er zumindest den Spieler als Partner, der meiner Meinung nach die höchste Leistungsdecke bei den restlichen Schweizern mitbringt.

    Tipp: Polen

    Gruppe F

    In dieser Gruppe ist Schweden der klare Favorit. De Graaf ist mit seinem Turniersieg zuletzt gerade rechtzeitig in Form gekommen und bildet zusammen mit Lukasiak ein eingespieltes und erfahrenes Team. Lukasiak legt zwar zuweilen eine ganz schöne Nervenschwäche an den Tag, war aber gerade beim World Cup in den letzten Jahren im Finish ziemlich stark unterwegs.

    Zumal den Schweden jetzt nicht der größte Gegenwind droht. Südafrika ist seit dem Formverlust von Petersen nur noch bedingt gefährlich. Ich bin aber mal auf das Team mit Filby gespannt. Bei ihren Auftritten vor zehn Jahren haben die als Doppel echt gut funktioniert. Da waren bei vier Spielen im Doppel zwei Partien mit einem Average über 90 und eine mit über 85 dabei.

    Die Mongolen können zwar auch auf einem gewissen Niveau spielen, aber für den großen Wurf wird es mit einem Average unter 80 wohl nicht reichen. Ich freue mich trotzdem, nachdem die Mongolei in den letzten Jahren doch ihre Spuren auf der Asian Tour hinterlassen hat.

    Tipp: Schweden

    Gruppe G

    Neben der deutschen Gruppe ist das für mich die schwerste Auslosung für eines der gesetzten Teams. Zumal sich auch Australien aktuell nicht in Topform präsentiert. Heta war zwar zuletzt durchaus auf dem aufsteigenden Ast, aber der World Cup ist dann noch mal eine andere Aufgabe. Und Leek kann man auf der großen Bühne noch überhaupt nicht einschätzen.

    Deshalb haben für mich vor allem die USA eine gute Chance auf das Weiterkommen. Mit Sevada und Buntz sind zwei Spieler am Start, die schon Erfahrungen bei Majors sammeln konnten und auch relativ stabil in der Lage sind, um die 90 Punkte im Schnitt zu spielen. Gerade Buntz besitzt doch ein relativ hohes Topniveau, auch wenn er es nicht immer bestätigen kann.

    Auch Kanada sollte in dieser Gruppe durchaus seine Chancen haben. Mit Long und Cameron sind zwei solide Spieler am Start, die keinen totalen Schiffsbruch erleiden sollten. Ich denke auch, dass diese Paarung etwas besser passen könnte als zuletzt mit Campbell, der individuell doch recht stark auf seine Aufnahmen reagiert und mit seiner Art den Partner beeinflussen könnte.

    Tipp: USA

    Gruppe H

    In dieser Gruppe wird es interessant zu sehen sein, wie Tschechien seiner Favoritenrolle gerecht wird. Die Tschechen waren ja trotz einiger sehr starken Leistungen mit der Paarung Sedlacek und Gawlas fast schon notorisch erfolglos, sodass bisweilen auch die Nerven zum Problem wurden. Gerade Sedlacek liefert beim World Cup aber eigentlich immer ab.

    Dänemark ist für mich so ein bisschen die Wildcard im Turnier. Die kann ich wirklich überhaupt nicht einschätzen. Da ist für mich vom Ausscheiden in der Gruppenphase bis zu einem Sieg in der KO-Runde alles drin. Das liegt vielleicht auch daran, dass Jorgensen und Graversen nicht die konstantesten Spieler sind, wobei Graversen dieses Jahr auf der Nordic & Baltic Tour echt aufgezeigt hat.

    Bei Indien bleibt zu hoffen, dass Kumar in diesem Jahr etwas besser von seinem neuen Partner Goenka unterstützt wird. Wenn Kumar einen Lauf schiebt oder in den wichtigen Momenten Akzente setzt, könnte das dann schon für Probleme bei den Gegnern sorgen.

    Tipp: Tschechien

    Die Challenge Tour ist schon echt brutal. Für mich eigentlich die härteste Turnierserie, bei der für die meisten nichts herumkommt und nur ganz wenige Spieler von den Preisen an der Spitze profitieren. Bei der Masse an Spielern und ohne Setzliste kann man da fast keine Vorhersagen treffen. Insgesamt hätte ich mir die Ergebnisse und Konstellation an der Spitze vielleicht etwas anders vorgestellt, aber wenn man die Top Ten nimmt, dürfte zumindest kein Fallobst auf die Pro Tour nachrücken. Enttäuschend war das Wochenende sicher für die Deutschen und auch den einen oder anderen Mitfavoriten.

    Interessant war zu sehen, welche Spieler ihre gute Form aus der Q-School halten konnten und welche Spieler eingebrochen sind. Persönlich hat es mich für Derek Coulson und Henry Coates gefreut, dass sie sich nach dem ersten Wochenende schon mal ganz gut positionieren konnten. Jack Tweddell und Tommy Lishman haben es nach dem vergangenen Jahr sicher auch verdient. Und Doppelsieger Joe Hunt hat ja letzte Saison in der Challenge Tour auch schon oben mitgemischt und sich als Nachrücker auf der Pro Tour bewiesen.

    Danke für diese ausführliche Statistik. Stephen Burton müsste 2025 grün sein, da er sich ja jetzt Anfang 2026 die Tourcard bei der Q-School als erster der Rangliste in UK geholt hat!

    Du hast natürlich völlig recht, Burton habe ich da tatsächlich unterschlagen. Da stand ich ein bisschen auf dem Schlauch. Danke für den Hinweis, habe das auch noch mal im Post angepasst!

    Wie soll das überhaupt funktionieren? In der Regel werden in jeder Sportart am Wettkampftag stichprobenartig Sportler getestet. Aus dem einfachen Grund, weil die WADA zwischen Tests unterscheidet, die In-Competition (IC), also am Wettkampftag, und Out-of-Competition (OOC) stattfinden. Je nachdem sind unterschiedliche Stoffe erlaubt oder verboten und es herrscht ein anderes Strafmaß bei einem Verstoß. Vieles lässt sich auch am Wettkampftag nicht mehr unbedingt nachweisen, weshalb unangekündigte Tests abseits der Wettbewerbe natürlich durchaus sinnvoll sind. Genauso eine regelmäßige und langfristige Dokumentation wie es beispielsweise mit dem Biologischen Pass im Radsport der Fall ist, um etwaige Unregelmäßigkeiten schnell zu erkennen.

    Da die PDC kein Sportverband im eigentlichen Sinne ist, werden die Spieler auch nicht von den Strukturen der WADA überprüft. Die DRA orientiert sich zwar an den Richtlinien der WADA, was verbotene Substanzen und den Testprozess angeht, und hält sich im offiziellen Regelbuch auch die Möglichkeit für OOC-Tests offen. Das ist aber wohl vor allem theoretischer Natur. Ich bezweifle, dass es im Darts wirklich zu OOC-Tests kommt. Wer eine Tourkarte bei der PDC besitzt, muss sich auch nicht wie in vielen anderen Sportarten automatisch registrieren lassen (Registered Testing Pool) und stets seinen Standort übermitteln, um auch während Trainingsphasen für OOC-Tests zur Verfügung zu stehen. Auch hier hält sich die DRA offen, dass sich einzelne Spieler auf diese Art und Weise registrieren lassen müssen. Das könnte jetzt eben bei Dom Taylor durchaus ein Thema werden, weil er bereits zweimal zu verbotenen Substanzen gegriffen hat.

    Insofern wird es im Dartsport nur zu vereinzelten Proben an Wettkampftagen kommen. Die DRA hat ja auch bestätigt, dass der positive Test von Dom Taylor auf eine Probe vom 14. Dezember zurückzuführen ist, sprich dem Tag seines Erstrundenspiels. Warum man die Leute "erst auf die Bühne lässt und dann erst testet"? Weil so eine Dopingprobe erst mal in ein zertifiziertes Labor gebracht werden muss und die Auswertung einige Tage in Anspruch nimmt. Das ist kein Schnelltest, den man mal eben fünf Minuten vor dem Match machen kann und ein sofortiges Ergebnis erhält. Dementsprechend hat die DRA auch erst am 19. Dezember Meldung vom Labor bekommen. Anschließend wurde Dom Taylor aufgrund des auffälligen Testergebnisses umgehend aus dem Turnier genommen sowie vorläufig suspendiert. Bis der ganze Prozess dann abgeschlossen ist und ein endgültiges Strafmaß ausgesprochen wird, muss beispielsweise auch erst noch die B-Probe zur Bestätigung ausgewertet werden. Schneller geht es also einfach nicht.

    Ist schwierig zu sagen. Grundsätzlich finde ich die erste Runde der WM und die Q-School am spannendsten bzw. freue mich am meisten darauf. Das ist aber jeweils kein einziger Tag. Der Freitag bei den UK Open ist auf jeden Fall in der engeren Verlosung, leidet aber darunter, dass ich kein großer Fan der Übertragungen von ITV bin. Mal sehen, ob das künftig besser wird, wenn die PDC/Matchroom jetzt die Produktion direkt übernimmt.

    Durch mein Faible für Spieler von den Affiliate Touren, die man nicht das ganze Jahr über im TV sieht, und den Modus mit Alleinstellungsmerkmal würde ich wahrscheinlich einen Tag vom World Cup of Darts nehmen, vor allem seitdem ausschließlich im Doppel gespielt wird. Hier wäre es für mich aber schwierig, einen der Tage herauszunehmen. Die Gruppenphase hat mit den vielen Spielen natürlich vor allem am ersten Tag ihren Reiz. Das Achtelfinale bietet meistens auch noch einige Überraschungsteams. Und der Finaltag besitzt mit drei Runden reichlich Potenzial für hochklassige und spannende Matches. Gerade die engen Finals in der Historie des World Cups gehören mit den zu den emotionalsten Spielen aller Zeiten.

    Wenn Frankfurt dann nach einer rund 30-jährigen Diskussion bald endlich eine moderne Halle bekommt, könnte das auch die Stimmung des Turniers weiter aufwerten. Dank der exzellenten Erreichbarkeit durch den Flughafen wird der World Cup nämlich denke ich langfristig in Frankfurt bleiben. Die Idee von Gerwyn Price, dass der Standort jährlich mit der Siegernation wechselt, hat zwar durchaus Charme, wäre in einigen Fällen aber schwierig umzusetzen. Es gibt wohl kaum eine Stadt, welche eine möglichst unkomplizierte Anreise und Unterkunft für Spieler aus 40 auf der ganzen Welt verstreuten Ländern besser garantiert als Frankfurt. In Frankfurt leben zudem Menschen aus fast jeder Nation der Welt, was den Standort auch aus Fansicht bei einer steigenden internationalen Popularität des Dartsports interessant macht.

    Ich würde ansonsten noch einen Tag beim World Matchplay in den Raum werfen, weil im Winter Gardens einfach Jahr für Jahr das beste Ambiente und das fairste Publikum garantiert ist. Rückblickend betrachtet wäre es für mich im Jahr 2025 jedenfalls der Halbfinaltag des Matchplays gewesen.

    Es wird oft darüber diskutiert, wie viele Tourcards wie vergeben werden sollen.

    Ich fände es gut, wenn man die besten Spieler ohne Tourcard am Ende der Saison mit einer Card belohnt. Hier könnte man eine für die Main OOM vergeben und eine für die ProTour-OOM (damit die Cards nicht automatisch an die Spieler gehen, die bei der WM am besten waren).

    Es ist eine starke Leistung ohne Tourcard über die Tour zur WM zu kommen und sich sogar nahe an die Top 64 zu spielen und das wird aktuell zu wenig honoriert.

    Mal auf die letzten fünf Jahre zurückgeblickt, hätte das direkte Tourkarten für folgende Spieler bedeutet. Bei der Main Order of Merit habe ich sowohl die Spieler aufgezählt, die vor der jeweiligen Saison eine Tourkarte hatten und sie dann mit Platz 65 (bzw. 2024 mit Platz 66 durch die Rückgabe der Karte von Steve Beaton) in der Order of Merit verloren haben, als auch die Spieler, die in der entsprechenden Saison keine Tourkarte hatten und sich dennoch fast in die Top 64 gespielt haben. Ich denke, dass eher zweiterer Fall gemeint war. Die Zahl in Klammern ist dann die jeweilige Position, die der Spieler innerhalb des einen Jahres ohne Tourkarte in der Order of Merit erreicht hat.

    Darüber hinaus habe ich die Spieler, die sich in der anschließenden Q-School oder über andere Wege die Karte dann tatsächlich geholt haben, grün eingefärbt und die Spieler, die im darauffolgenden Jahr ohne Tourkarte geblieben sind, rot eingefärbt.

    Pro Tour

    2025: Darius Labanauskas

    2024: Wesley Plaisier

    2023: Christian Kist

    2022: Scott Williams

    2021: Rowby-John Rodriguez

    Wenig überraschend haben die meisten Spieler, die ohne Tourkarte in der Pro Tour Order of Merit oben standen, die Karte im nächsten Jahr über ihre Platzierung in der Challenge Tour erhalten. Die standen schließlich in der Pro Tour Order of Merit so weit oben, weil sie durch ihre Position in der Challenge Tour so oft nachrücken durften. Das trifft auf Labanauskas und Plaisier zu.

    Williams hat sich 2022 mit unter anderem einem Sieg auf der Pro Tour sogar direkt innerhalb eines Jahres in die Top 64 gespielt, wie das ja beispielsweise zuvor auch Krzysztof Ratajski oder Joe Murnan gelungen ist. Interessanterweise hat sich Connor Scutt 2024 ebenfalls ohne Tourkarte innerhalb eines Jahres in die Top 64 gespielt, obwohl Wesley Plaisier über die Pro Tour erfolgreicher war. Der Unterschied war ein Viertelfinale und damit zwei Siege mehr bei den Players Championship Finals.

    Kist hingegen stand 2023 in der Challenge Tour nicht so weit oben, dass es für die Tourkarte gereicht hätte, spielte aber als Nachrücker auf der Pro Tour mit zwei Halbfinals und einem Finale eine überragende Saison. Auch in der Q-School reichte es nicht für eine Tourkarte, aber dafür in der nächsten Saison mit drei Titeln über die Challenge Tour.

    Main Order of Merit

    2025: Stephen Burton/Andreas Harrysson (73)

    2024: Karel Sedlacek/Wesley Plaisier (68)

    2023: Martijn Kleermaker/Berry van Peer (79)

    2022: Ron Meulenkamp/Karel Sedlacek (68)

    2021: Rowby-John Rodriguez (65)

    Bei den Spielern, die ihre Tourkarte über die Main Order of Merit verloren haben, waren zuletzt Burton und Sedlacek in der darauffolgenden Q-School erfolgreich, wobei Kleermaker 2024 gar nicht erst angetreten ist. Sedlacek holte sich zudem 2023 über die Q-School die Karte, die er zuvor nur um vier Plätze verpasst hatte. Plaisier und van Peer erhielten ihre Tourkarten jeweils über die Challenge Tour, nachdem es ja 2024 gerade bei Plaisier sehr eng war.

    Ein ähnliches Drama erlebte 2021 bekanntlich Rowby-John, der seine damals einzige Saison ohne Karte auf Rang 65 beendete. Glücklicherweise wurde er dann in der Q-School gerade so mit dem letzten Platz über die Rangliste belohnt und konnte 2022 mit unter anderem einem Finale auf der European Tour an seine Form anknüpfen.

    Fazit

    Insofern kann man sagen, dass diese Regelung zumindest in den letzten fünf Jahren nicht allzu viel verändert hätte. Lediglich Christian Kist musste ein weiteres Jahr auf die Karte warten und in diesem Jahr hat es Andreas Harrysson getroffen, der sich vor allem durch seine tolle WM nah an die Karte gespielt hat. An dieser Stelle finde ich interessant, dass es auch bei Raymond Smith 2021/22 trotz eines Achtelfinals bei der WM mit Rang 82 in der Order of Merit relativ deutlich nicht gereicht hat. Sowohl bei Harrysson als auch bei Smith wäre aber jeweils ein Viertelfinale bei der WM ausreichend für den Gewinn der Tourkarte gewesen, im Fall von Smith sogar als einziges für die Order of Merit gewertetes Turnier.

    Ist dann natürlich eine Grundsatzfrage, ob beispielsweise allein ein Achtel-/ oder Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft ausreichend sein sollte, um im darauffolgenden Jahr eine Tourkarte zu erhalten. Entweder rein durch das Preisgeld oder durch eine entsprechende Regelung, mit der man einen Underdog für einen überraschenden Run belohnen könnte. Durch die allgemeine Preisgelderhöhung dürfte zukünftig selbst ein Viertelfinale nicht reichen, um sich allein damit in die Top 64 zu spielen. Halte ich für durchaus diskussionswürdig. Von 2011 bis 2014 hat man schließlich auch den Halbfinalisten der BDO-Weltmeisterschaft eine Tourkarte in Aussicht gestellt.

    Noch mal ein abschließendes Fazit: Lief echt gut aus deutscher und niederländischer Sicht. Marvin Kraft (den habe ich früher öfter mal mit Marvin Koch verwechselt) hätte ich jetzt ebenfalls nicht auf dem Schirm gehabt. Denke auch hier, dass es wie bei Matthias Ehlers keine realistische Chance auf den Tourkartenerhalt gibt. Dafür freut es mich für Pascal Rupprecht sehr, dass er auf die Tour zurückkehrt. Wenn er alles spielt und den Fokus auf Darts legt, hat er meiner Meinung nach das Potenzial, um die Karte auch zu halten. Auf jeden Fall ist mit ihm neben Arno Merk ein weiterer konkurrenzfähiger deutscher Spieler auf der Tour.

    Bei Michael Unterbuchner war es dann ein Drama in drei Akten, denn die Karte hat er mit seiner starken Leistung nicht am letzten, sondern mit unnötigen Niederlagen an den drei vorangegangenen Tagen verspielt. Ich bin bei ihm aber guter Hoffnung, dass er in Zukunft auf die Tour zurückkehrt. Er scheint ja jetzt erst seit zwei Jahren ernsthaft auf eine Tour Card bei der PDC zu spielen. Da sind dann hoffentlich aller guten Dinge drei.

    Auch für Jeffrey de Zwaan und Charlie Manby freut es mich sehr, dass sie es doch noch auf die Tour geschafft haben. Ansonsten sind natürlich ein paar gemischte Gefühle dabei, weil ich einen Harrysson, Baetens oder Robb in der EU sowie einen Ward, Spivey, Slevin, Rafferty oder Coates im UK schon gerne mit Tourkarte gesehen hätte. Aber so hat man dann zumindest schon mal eine kleine Wunschliste für das kommende Jahr.

    In meiner Prediction vor der Final Stage hatte ich insgesamt 54 Namen aufgezählt. Darunter 21 Spieler, die ich schon wirklich in einer Favoritenrolle gesehen und 33 Spieler, denen ich zumindest mit Wohlwollen gewisse Chancen eingerechnet habe. Davon haben sich insgesamt 16 Spieler eine Tourkarte geholt, also rund 30 Prozent richtige Tipps. Mit der Ausbeute bin ich durchaus zufrieden, einige andere haben die Karte ja auch nur ganz knapp verpasst.

    Favoriten (9/21) = 42,85 Prozent Trefferquote

    Spoiler anzeigen

    Burton (x)

    Lennon

    Manby (x)

    Waites

    Mitchell

    Tweddell

    Sykes (x)

    McGuirk (x)

    Ward

    Baetens

    Szaganski

    Reyes (x)

    Harrysson

    van der Velde (x)

    van den Herik

    de Zwaan (x)

    van Schie (x)

    Unterbuchner

    Merk (x)

    Robb

    Krcmar

    Außenseiter (7/33) = 21,21 Prozent Trefferquote

    Spoiler anzeigen

    Beveridge

    Dennant

    Slevin

    Hunt

    Williams

    Rafferty

    Coates

    Kay

    Walker

    King (x)

    Beaton

    Henderson

    Sneyd (x)

    Spivey

    Lishman

    Campbell

    Landman (x)

    de Sousa

    Klaasen

    Grbavac

    Rosandic

    Harju

    Goto

    Sevada

    Klose

    Rupprecht (x)

    Maendl-Lawrence

    Sparidaans (x)

    Jansen

    Pratnemer (x)

    Gawlas (x)

    Justicia

    Noguera

    Ich würde da insgesamt etwas vorsichtiger rangehen, auch wenn der Jahrgang wirklich gut ist. Zudem muss man bei einigen Spielern noch ein paar Sondereffekte beachten, solange sie außerhalb der Top 64 gerankt sind. Manby, Bates, van der Velde, Hofkens, Gawlas, Thorpe oder Greaves (bei ihr auch über die Women's Series) könnten sich beispielsweise auch über die Development Tour für die WM oder den Grand Slam qualifizieren, ein Labanauskas über die Nordic & Baltic Tour. Reyes dürfte beispielsweise den Mediterranean, Pratnemer den South-East Europe, Gawlas den tschechischen Qualifier für die WM spielen.

    Potenzial für Top 32:
    Charlie Manby
    Beau Greaves (wenn sie mental auf der Männertour klar kommt)

    Sicherer Erhalt der Tourkarte:
    Jeffrey de Zwaan (wenn die Schulter hält, in Topform vielleicht sogar eine Kategorie höher)

    Darius Labanauskas

    Shane McGuirk

    Cristo Reyes

    Jimmy van Schie

    Realistische Chancen auf den Erhalt der Tourkarte:
    Stefan Bellmont

    Arno Merk

    Pascal Rupprecht (sofern er alles spielt)

    Jurjen van der Velde

    Einzelne Majorqualifikationen mit Außenseiterchancen auf den Erhalt der Tourkarte:
    Owen Bates
    Stephen Burton

    Adam Gawlas

    Rhys Griffin

    Mervyn King

    Chris Landman

    Benjamin Pratnemer

    David Sharp

    Jeffrey Sparidaans

    Tom Sykes

    Einzelne Achtungserfolge auf der Tour ohne Erhalt der Tourkarte:

    Yorick Hofkens

    Marvin Kraft

    Sietse Lap

    Adam Leek

    Alexander Merkx

    Stephen Rosney

    Carl Sneyd

    Tyler Thorpe

    Keine Rolle auf der Tour:
    Filip Bereza

    Niall Culleton

    Matthias Ehlers

    Samuel Price

    Jack Aldridge hatte echt Pech. An drei Tagen mit (teils weit) über 100 im Average die Auftaktpartie gewonnen, um dann jeweils mit Anfang, Mitte 90 im zweiten Spiel rauszugehen. Auch Derek Coulson hätte die Karte verdient gehabt. Wäre ne schöne Geschichte gewesen. Letztendlich war das Duell mit Samuel Price am letzten Tag ausschlaggebend und da war Price mit 102 im Average schlichtweg besser. Die Averages von Dennant und Beveridge zeigen ebenfalls, dass die zuletzt richtig gut in Form waren, was ja auch die jeweilige WM-Qualifikation unterstreicht.

    Man sieht aber auch, warum Harrysson die Karte nicht gewonnen hat. Steht in der Averageliste ziemlich weit unten. An zwei Tagen mit insgesamt sechs Spielen komplett unter 90 gespielt. Da hat er einfach viel zu selten sein Niveau abrufen können. Auch Ben Robb ist am letzten Tag mit zwei Spielen unter 80 im Average komplett eingebrochen.

    Ich hab jetzt wirklich überlegt, aber erinner mich an keine Szene, in der Mervyn King während eines Spiels körperliche Probleme gezeigt hätte. Wo genau nimmst du deine sicherlich gut recherchierte Zahl von 70% Spiele mit körperlichen Unzulänglichkeiten her? Ich geh ja nicht davon aus, dass du hier einen Müll Marke "Ist älter als ich, ist dicker als ich -> sollte in meiner Wahrnehmung nicht vorkommen" posten würdest

    Ich weiß jetzt nicht, ob das noch akut ist, aber King hat schon seit Jahren bekanntermaßen Rückenprobleme. Das hat er beispielsweise auch bei seinen WM-Erstrundenniederlagen gegen Max Hopp (2015) und Zoran Lerchbacher (2018) als Begründung ins Feld geführt und während den Spielen auch mit sehr offensichtlicher Mimik und Gestik durchblicken lassen. Böse Zungen behaupten, dass sich seine Rückenprobleme schon immer bei abzeichnenden Niederlagen verstärkt haben. Fairerweise hat sich King auch 2014 bei den UK Open über Rückenprobleme beschwert, wo er trotzdem das Halbfinale erreicht hat.

    Ich meine mich erinnern zu können, dass er seinen Formaufschwung während der Coronapandemie, als er Ende 2020/Anfang 2021 kurz hintereinander jeweils das Finale der Players Championship Finals und des Masters erreicht hat, damit begründet hatte, dass er in seinen alten Job als Paketlieferant zurückgekehrt ist. Die zusätzliche und regelmäßige Bewegung hatte wohl auch dabei geholfen, die Rückenschmerzen zu verringern. Da hatte er ja nach vielen Jahren sogar noch mal an einem Majorsieg geschnuppert. Ich meine auch, dass er damals sichtbar abgenommen hatte, insofern hat das schon etwas mit dem Gewicht zu tun.

    Die Belastung sieht man King ja auch buchstäblich an. Es gibt glaube ich keinen anderen Spieler, der so stark auf der Bühne schwitzt.

    Wenn ich das richtig sehe, ist Samuel Price eine ziemliche Unbekannte. Auf den gängigen Plattformen finde ich nur, dass er 2012 (!) mal ein Turnier auf der Development Tour (die damals noch Youth Tour hieß) gespielt hat und dann erst vergangenes Jahr wieder auf der Challenge Tour aufgetaucht ist. Dort ist er auf Platz 73 gelandet und damit einen Rang vor David Sharp, der sich jetzt noch als letzter Spieler im UK über die Rangliste qualifiziert hat. Sein Finalgegner Lewis Pride war übrigens nur unweit entfernt auf Platz 67 und dessen Vorrundengegner Andrew Cass wiederum einen Rang vor Price auf Platz 72 gewertet. Schon komisch, wie sich das manchmal ergibt.

    Hat ansonsten wohl im UK County Darts für Warwickshire (wohl gemeinsam in einem Team mit unter anderem Jamie Hughes, Danny Lauby, Steve Hine und Nigel Heydon) sowie auch einige ADC Turniere gespielt. Da gehen die Aufzeichnungen aber auch nur bis 2022 zurück. Finde ich immer spannend, weil der aus PDC-Sicht jetzt tatsächlich nach Jahren einfach aus der Versenkung auftaucht und sich mal eben als Nachrücker am letzten Tag die direkte Tourkarte holt.

    Ganz bitterer Tag auch für Belgien. Heute morgen noch 3 Spieler in den Ranglistenplätzen gehabt und jetzt keine neue Tourcard.

    Da muss man aber auch ehrlich sagen, dass es am Ende qualitativ nicht gut genug war. Caron hatte zwar ein Bombenspiel mit knapp 109 im Average, aber auch viele Ausreißer nach unten. Bulen hat an allen sieben Tagen zusammen ganze zwei Mal über 90 und hauptsächlich unter 80 im Average gespielt. Den brauche ich bei seiner Vorgeschichte ohnehin nicht auf der Tour. Faes wäre sicher interessant gewesen, weil er noch ein entwicklungsfähiger Spieler ist. Den sollte man zusammen mit Dewaele auch für die Zukunft auf dem Zettel haben.

    Cristo Reyes, Jeffrey de Zwaan, Jimmy van Schie, Mervyn King, Charlie Manby, Jurjen van der Velde und Shane McGuirk gewinnen alle eine Tourkarte. (Eventuell noch Krcmar)

    Die Top 64 kann sich warm anziehen.

    Wenn Arno Merk die Form hält, ist mit ihm auch zu rechnen. Burton und Landman waren im letzten Zyklus auch knapp an den Top 64. Selbst Gawlas hat die Karte schon mal zwei Jahre lang verteidigt. Da kommt echt ziemlich viel Qualität auf die Tour. Sollte ein starker und erfolgreicher Jahrgang werden.

    5 Niederländer allein über die Rangliste ist ja wirklich wild.

    Gab es 2023 (Kuivenhoven, Veenstra, Zonneveld, van Veen, Roelofs) schon einmal ... mit zusätzlich Sparidaans und de Zwaan als Tagessieger. Da dürfte sich Geschichte wiederholen. Da fande ich aber ehrlich gesagt vier Deutsche über die Rangliste im vergangenen Jahr überraschender. Selbst die drei Deutschen aus 2024, weil in beiden Jahren mit Czerwinski respektive Wolters eine absolute Überraschung dabei war. Da kann man jetzt bei den Niederländern nicht unbedingt von sprechen. Merkx hatte man vielleicht noch am wenigsten auf dem Zettel, aber der war die letzten beiden Jahre jeweils auch Top Ten in der Challenge Tour.

    Da werden einige heute schlecht schlafen. Im UK vor allem Coulson, Spivey und Lennon. In der EU sicherlich Faes, van der Meijden und Unterbuchner.

    Mal schauen, wie jetzt die letzten Entscheidungen ausfallen. Ich tippe mal, dass de Zwaan jetzt auch Donnevert rausnimmt. Und Krcmar holt sich die Karte im Finale, schmeißt damit Harrysson raus.