Welche Wurftechnik ist erfolgreicher (am Beispiel Norris vs. Wright)?

  • Da ich zurzeit Viel an meinem Wurf rumschraube hat sich mir mal eine allgemeine frage zu zwei gängigen Wurftechniken gestellt.

    Und zwar Variante 1: Extrem Beispiel Allan Norris, er zieht den Arm nach oben geht mit dem Pfeil vors Gesicht doch bevor er wirft geht er mit dem Dart nochmal ein Stück nach vorne zieht ihn dann komplett nach hinten um ihn dann erst zu werfen. ( ganz gut zu sehen hier: https://www.youtube.com/watch?v=wPEdVA1IRwY). Das soll jetzt nur ein extream Beispiel sein, den ganzen vor und zurück ablauf sieht man auch öfters deutlich langsamer und nicht ganz so hektisch

    Variante 2: Extrem beispiel Peter Wright: Er zieth den Arm nach oben und hält den Dart vors Gesicht doch bei ihm gibt es keine weiter Bewegung der Arm bleibt eine zeit lang komplett ruhig, bis er den Dart dann nach hinten zum Gesicht zieht um ihn zu werfen 8 ganz gut zu sehen hier: https://www.youtube.com/watch?v=HH-Yv7ATZ4I).

    Meine Frage ist nun, kann man sagen, dass das eine Erfolgreicher sein MÜSSTE als das andere?

    Vorteile Norris Wurf: Er hat einen Rhythmus den er immer beibehalten kann, der sich in seinen Kopf eingeprägt hat und der auch gut von der Hand geht, wenn er mal unter Druck ist.
    Nachteil: Es ist eine zusätliche Bewegung im Wurf, die zb Wright nicht hat und wieder ein Punkt, an dem sich ein Fehler einschleichen könnte

    Vorteil Wright: Er hat wirklich den Wurfablauf auf ein minimales an Bewgung runtergebrochen und kann somit auch weniger Fehler machen
    Nachteil: Wenn er unter Druck ist könnte es sein, dass die Pausen in denen er den Dart ruhig hält unterschiedlich lang sind und er damit seinen Rhythmus etwas kaputt macht

    Wie seht ihr das? Kann man sagen dass einer der beiden Techniken erfolgreicher sein sollte auf kurz oder lang ?
    Oder seht ihr noch andere Vor und Nachteile

    2 Mal editiert, zuletzt von igustl (10. Februar 2017 um 11:30)

  • Ich glaube wie so oft kommt es einfach auf den Spieler an.
    Schau dir zB. John Part an, der hat einen Wurf mit viel "hin und her" wurde damit Weltmeister. Dann hast du zB. van Gerwen der mit einem extrem schnörkellosen Wurfstil genauso extrem erfolgreich ist.
    Wenn es bei der Frage um deine eigene Wurftechnik geht kann die Antwort nur lauten, die mit der du dich am wohlsten fühlst, die die du am besten immer wieder reproduzieren kannst, die ist die beste für dich!

  • Man kann sich keinen WUrfstil aufzwängen. Jeder ist individuelle. Jeder ist anders.
    Den rundesten hat aktuell sicher MvG.
    Jelle Klaasen spielt auch eher komisch, ist aber trotzdem gut unterwegs.
    Mach dein Ding. Übe fleißig weiter und zweng dir nicht irgendeine Wurfbewegung auf.

  • Ich glaube wie so oft kommt es einfach auf den Spieler an.
    Schau dir zB. John Part an, der hat einen Wurf mit viel "hin und her" wurde damit Weltmeister. Dann hast du zB. van Gerwen der mit einem extrem schnörkellosen Wurfstil genauso extrem erfolgreich ist.
    Wenn es bei der Frage um deine eigene Wurftechnik geht kann die Antwort nur lauten, die mit der du dich am wohlsten fühlst, die die du am besten immer wieder reproduzieren kannst, die ist die beste für dich!

    Also ich bin zwar drauf gekommen, weil auch beides bei mir ausprobiert habe, aber im Grunde interessiert mich sowas einfach allgemein.

    Weil man immer wieder hört "Lewis Bzw Anderson haben den perfekten Wurf"

    und deshalb bin ich schon seit langem "auf der Suche" nach dem perfekten Wurf.
    Nicht um ihn bei mir selbst anzuwenden, sondern ich versuche einfach herauszufinden,
    ob man das so pauschalisieren kann mit "dem besten Wurf"

    Natürlich kommt jetzt wieder, für jeden ist etwas anderes besser, oder MVG hat auch nicht den Anderson Wurf und ist trotzdem erfolgreicher.
    Das ist mir alles klar.

    Aber was mich so fasziniert, es gibt bei eigentlich so vielen Sportart DIE EINE richtige Technik.

    Beim Hochsprung ist es der Fosbury-Flop
    Beim Dsicus und Hammerwerfen den Drehwurf
    Beim Kugelstoßen die Drehstoßtechnik

    Um nur einige Beispiel zu nennen



    Und im gegnsatz dazu, laufen beim Dart einfach 10000000 verschiedene Techniken rum.
    Und das ist auch gut so und natürlich auch ganz normal,
    denn jeder greift seinen Dart anders und fühlt sich beim werfen anders wohl.


    Aber ich denke mir dann immer, ob es nicht für das Darrt Spielen auch eine nahezu optimale Wurftechnik gibt ?! ?(

    Es is da mehr die Neugier als den Zwang meinen eignen Wurf perfekt zu gestalten

    Einmal editiert, zuletzt von igustl (10. Februar 2017 um 12:03)


  • Aber was mich so fasziniert, es gibt bei eigentlich so vielen Sportart DIE EINE richtige Technik.

    Beim Hochsprung ist es der Fosbury-Flop
    Beim Dsicus und Hammerwerfen den Drehwurf
    Beim Kugelstoßen die Drehstoßtechnik

    Um nur einige Beispiel zu nennen

    Bei deinen Beispielen geht es allerdings jeweils darum im Highendbereich das physikalische Maximum zu erreichen was der Körper eines Menschen an Kraftumsetzung machbar machen kann. Beim Darts ist dies nicht der Fall, es ist keine "Kraft"sportart, sondern ein Präzisionssport. Hier hängt die Leistung nicht vorranig von der physischen Konstitution des Sportlers ab, sondern von seiner Fähigkeit eine bestimmte Bewegung stetig gleich auszuführen. Dabei stößt er an keinerlei physikalische Grenzen, denn der Dart muss nur auf eine gewisse Geschwindigkeit, auf eine bestimmte Flugbahn, beschleunigt werden. Und das dies auf vielfältige Weise zu erreichen ist macht ein Blick auf die OoM deutlich.


    Btw. Auch beim Dart gibt es in gewissem Sinne "die Technik". Man steht (meist) aufrecht mit Blick zum Board. Zumindest hab ich noch keinen gesehen der der die Rückwärtswurftechnik gebraucht hat, oder die durch die Beine werfende etc. etc. etc. Von daher, grob gesehen, werfen schon alle die gleiche Technik. Auch der Messerwerfer Wurfstil ist nicht zu sehen (ist der überhaupt erlaubt?)

    3 Mal editiert, zuletzt von JoelH (10. Februar 2017 um 12:21)

  • So uninteressant ist die Frage tatsächlich nicht. Wahrscheinlich ist sie beim Darts so schwer zu beantworten weil nun mal jede Hand anders ist. Ich würde schon dahin tendieren van Gerwens Wurfstil für den am ehesten reproduzierbarsten zu bezeichnen. Wie gesagt Schnörkellos, simple und letztendlich können sich so die wenigsten Fehler einschleichen. Huybrechts, Lewis' oder auch Hopps Wurftechnik seh ich da in der gleichen Kategorie um ein paar Beispiele zu nennen. Letztendlich ist die Frage in meinen Augen aber müßig, da ich denke es ist im Darts nicht möglich einfach eine Wurftechnik zu adaptieren und plötzlich wesentlich besser zu spielen. Am Ende kristallisiert sich immer eine eigene individuelle Art und Weise den Dart zu werfen heraus.
    Und wie erfolgreich diese dann ist hängt von Training, Disziplin und Talent ab. Nicht zu vergessen der berühmte Spruch vom Spiel zwischen den Ohren, also dem Mentalen.

  • Bei deinen Beispielen geht es allerdings jeweils darum im Highendbereich das physikalische Maximum zu erreichen was der Körper eines Menschen an Kraftumsetzung machbar machen kann. Beim Darts ist dies nicht der Fall, es ist keine "Kraft"sportart, sondern ein Präzisionssport. Hier hängt die Leistung nicht vorranig von der physischen Konstitution des Sportlers ab, sondern von seiner Fähigkeit eine bestimmte Bewegung stetig gleich auszuführen. Dabei stößt er an keinerlei physikalische Grenzen, denn der Dart muss nur auf eine gewisse Geschwindigkeit, auf eine bestimmte Flugbahn, beschleunigt werden. Und das dies auf vielfältige Weise zu erreichen ist macht ein Blick auf die OoM deutlich.

    Ja des stimmt daran hab ich noch gar nicht so gedacht.

    Aber trotzdem müsste es ja auch beim Dart eine Technik geben, bei der alle Störgrößen minimiert werden können.

    Nur ein blödes Beispiel, wenn ich meinen Dart mit einem großen Bogen ins Board werfe, dann hat er eine längere Flugbahn und damit gibt es mehr Zeit, in der der Dart von seiner optimalen Flugbahn und Position abgelenkt werden kann.
    Oder wenn ich dem Dart mehr Speed mit auf dem Weg gebe, dann ist es schwieriger, dass dieser ins Trudeln gerät

    Und und und da gibts ja zig Komponenten zu beachten

  • Das stimmt so auch nicht (ich war mal Leichtathlet) . Im kugelstoßen gibt es auch Gleiter die ähnlich erfolgreich sind, storl war ein paar mal Weltmeister und auch beim Flop gibt es Leute die mehr über den speed kommen und andere die ausgeprägt stemmen.beim Diskuswerfen gibt es Sprung und standabwerfer

    Insgesamt sind in diesen Sportarten die technischen Unterschiede eher größer.

    Im Sport gibt es inzwischen immer Stil und " fundamentals". Im Tennis gibt es zum Beispiel viele verschiedene aushol und ausschwung Bewegungen, aber die hauptphase ist oft sehr ähnlich.

    Im dartn fallen diese kleinen style Unterschiede halt mehr auf weil es insgesamt weniger Bewegung gibt.

    Ich behaupte mal diese beiden Diskuswerfer
    https://youtu.be/9S9yHe2BnHk

    https://youtu.be/QV52VQpf3-0


    Werfen unterschiedlicher als die beiden dart Spieler. Ich bin jetzt kein dartn Experte, aber
    - beide stehen mehr oder weniger seitlich zum board
    -beide haben den Oberarm mehr oder weniger parallel zum Boden und den Unterarm relativ senkrecht dazu
    -beide ziehen den dart zurück und Strecken den arm dann volldurch, wobei Körper und Oberarm recht ruhig bleiben

    Ich bin wie gesagt kein Experte, aber ich sehe da nur kleine style Unterschiede.

    2 Mal editiert, zuletzt von dominikk85 (10. Februar 2017 um 13:52)

  • Aber was mich so fasziniert, es gibt bei eigentlich so vielen Sportart DIE EINE richtige Technik.

    Beim Hochsprung ist es der Fosbury-Flop
    Beim Dsicus und Hammerwerfen den Drehwurf
    Beim Kugelstoßen die Drehstoßtechnik


    Na ja, so einfach ist es dann doch nicht. Auch bei diesen Sportarten gibt es signifikante Variationsmöglichkeiten in der Technik, z.B. beim Hochsprung in der Art und Weise des Anlaufs (das ist selbst für Laien erkennbar), und mit ziemlicher Sicherheit auch im Absprung (das ist eher was für Experten, zu denen ich nicht gehöre). Und passenderweise führt einer der ersten Google-Treffer für Kugelstoßen Technik zu einem Artikel des DLV namens Kugelstoß: Drei junge Athletinnen – drei Techniken ;)

  • Ich finde die Fragestellung grundsätzlich schon sehr interessant, aus meiner Sicht kann man schon eine klare Technik-Revolution in Richtung Rhythmuswurf ala van Gerwen beobachten. Vor 20 Jahren hat so gut wie jeder Spitzenspieler eine klare Zielpause im Wurf, man kannte es schlicht nicht anders. Inzwischen ist klar dass es auch in einer durchgängigen Bewegung funktioniert, und das mit sehr beeindruckendem Ergebnis. Vor allem im Nachwuchsbereicht kann man da schon einen Trend in diese Richtung beobachtebn. Der Vorteil einer durchgängigen Bewegung ist offensichtlich, der Muskel kann nicht "festfrieren" und aus mentaler Sicht bleibt nur wenig Zeit für etwaige destruktive Gedanken. Spieler mit einer Einpendelbewegung ala Alan Norris machen dies eben auch um ein Festfrieren zu vermeiden (kennt man auch aus dem Golf und wird dort "Wobble" genannt).

    Peter Wright als Gegenbeispiel zu nennen tut mir allerdings weh weil ich finde dass er insgesamt eine grossartige und runde Bewegung hat. Allerdings glaube ich auch dass er noch einen Tick besser sein könnte wenn er die Phase der Bewegungslosigkeit reduziert bzw. komplett ausschalten würde.

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