Ein Erlebnisbericht von der Veranstaltung in Kirchhundem
Nun war doch der Tag da, an dem ich mein mühevoll ersteigertes Leg (Dank an User Der_MalAndere) aus der von Putzi erstellten Weihnachtsauktion für das Kinderhospiz Bärenherz gespielt habe. Bei der von McDart initiierten Veranstaltung im Reich der Köhler und Waldmenschen ging es gegen keinen Geringeren als gegen den 16-fachen Weltmeister Phil "ThePower" Taylor. Aber von vorn...
Nach serpentinischer Berg-, Tal- und Irrfahrt erreichten wir (als Friesen unter schrecklichem Ohrendruck leidend) das Schützenhaus in Kirchhundem Benolpe. Durch ein Seitenfenster sah man schon bei Ankunft die bei bester Laune sich einwerfenden Roland Scholten und Phil Taylor. Grinsend dabei stand Russ Bray, der auch große Teile des Abends gekonnt moderieren sollte.
Da man uns mit V.I.P.-Karten versorgt hatte, bekamen wir einen herrlichen Platz mit bestem Blick auf die Bühne zugewiesen. Die Gesellschaft am Tisch war ausgesprochen nett und voller Vorfreude auf den Abend. Der einzige, der am Tisch ein etwas verkniffenes Gesicht machte, war ich. Das lag vornehmlich an meiner Hose, die achtern zunehmend voller wurde, wenn ihr versteht, was ich meine.
Das gemischte, fachkundige Publikum bekam die volle Humor-Breitseite des langen Holländers, als es "Ohne Holland fahn wir zur WeEm" anstimmte. Ach, den Scholten vermisse ich schmerzlich bei Sport1 als Kommentator, aber das nur am Rande. Die Spiele des "AuchProfis" waren geprägt von Einseitigkeit, da den Gegnern mein Problem auch innewohnte...Schiss bis nach Meppen...Die fehlte übrigens nur den zwei Jungdachsen, die ihm unter viel Applaus nach Kräften Paroli boten.
In der Pause wurden von Caller Russ Bray Taylor-Devotionalien zu utopischen Preisen wie sonst bei hoher Kunst versteigert. Die Sauerländer werden ihre Erwerbe bei einem möglichen Weiterverkauf noch vervielfachen können. Unglaublich ist der Hype anläßlich der ausklingenden Karriere des Engländers. Wir staunen am reichhaltigen Buffet stehend...
In dieser Pause werden die "V.I.Ps" auch zu den Profis ins Separée gelassen, wo sie vor allem Taylor ihr Geraffel unter die Nase halten, damit er es ihnen signiert. Ich stehe beschämt auch in der Reihe mit einem Surround und meinem Bonzwa-Case in der Hand. Als ich dran bin, drängt sich der Veranstalter dazu und erklärt Taylor, wie und wofür ich mein Leg gegen ihn bekommen habe. Da schaut er mich an und wird sehr ernst. Wir nicken uns zu als er mir die Hand gibt und seine andere noch oben drauflegt. "That's really kind of you." Ich schäme mich noch mehr als er den Stift zur Hand nimmt.
Das Surround werde ich Putzi geben, damit er es bei der nächsten Versteigerung zu Geld macht für die sterbenden Kinder im Hospiz oder es dort um ein Board wickelt, so sie Freude am Darts haben...