Darts mit gerader Flugbahn?

  • Es geht mir weniger um konkrete Modelle oder Marken, es geht mir eher darum welche Form dies ermöglicht.
    Ich suche also keine Darts die, wie soll ich sagen, in der Luft schnell abbremsen und dann irgendwie eine stark gebogene Flugbahn bekommen.
    Ich suche Darts die möglichst gerade fliegen (segeln?).

    Ich bin jetzt etwas verwirrt ob man so etwas, wie ich bisher dachte, durch lange und schmale Darst (Barrels) erreicht, oder eher durch kurze tropfenförmige, mit viel Gewicht vorne.

    Ich hab jetzt bei einigen Tropenförmigen Darts gelesen, dass sie eine "gerade" Flugbahn haben. Kann das aber irgendwie nicht so ganz glauben.

  • Visiert man eigentlich das Trefferfeld an oder etwas darüber?

    Du guckst genau auf den Punkt, den du treffen willst und wirfst. Wirst du 3 cm zu tief, dann keinen imaginären Punkt 3 cm höher anpeilen, sondern wieder genau dahin gucken, wo du treffen willst, aber versuchen, 3 cm höher zu werfen. Also versuchen, den Ausgleich über das Training der Auge-Hand-Koordination hinzukriegen. Wenn du das kannst, kannst du nämlich jeden beliebigen Punkt angucken und treffen. (zu 100% natürlich nur in der Theorie). Je nachdem wie groß am Anfang noch die Streuung ist, ist so ein präziseres Zieltraining allerdings ein sehr ernüchterndes Unterfangen. Je besser man trifft, umso mehr Spaß macht es dann aber und man ist erstaunt, wie leicht man dieses Bull trifft.

    (Achso, vielleicht zur Erklärung. Wenn ich hier schreibe »Mach das mal so und so.« dann sind das meine Erfahrungen, die mir geholfen haben oder mir auch mal geraten wurden. Das heißt nicht, dass ein Anderer kommen kann und es anders sieht oder für sich was Besseres rausgefunden hat.)

  • Ich bin kein Experte, aber ich würde auch sagen, dass du deinen Wurf und dein Zielen so trainieren solltest, dass du dorthin zielst, wo du auch hinwerfen willst. Irgendwann wird dann Ziel und Einschlagort immer dichter beisammen liegen.

    Zum eigentlichen Thema:
    Je größer die Geschwindigkeit, desto weniger gekrümmt die Flugbahn.
    Da hat deine Abwurfgeschwindigkeit wohl den größten Einfluss drauf.
    Ein Flight mit kleiner Fläche, wirkt sich natürlich auch auf die Geschwindigkeit aus, aber nicht so stark. Du beeinflusst damit eher den Winkel, wie der Dart sich in der Luft verhält bzw, in welchem Winkel er dann letztendlich einschlägt.

    Aber wieso sollte man eine möglichst gerade (schnelle) Flugbahn überhaupt anstreben?

    Das maximale Volumen subterraner Agrarprodukte steht in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität ihrer Produzenten.

    Einmal editiert, zuletzt von handsomeone (8. Januar 2018 um 10:41)

  • Ich bin kein Experte, aber ich würde auch sagen, dass du deinen Wurf und dein Zielen so trainieren solltest, dass du dorthin zielst, wo du auch hinwerfen willst. Irgendwann wird dann Ziel und Einschlagort immer dichter beisammen liegen.

    Zum eigentlichen Thema:
    Je größer die Geschwindigkeit, desto weniger gekrümmt die Flugbahn.
    Da hat deine Abwurfgeschwindigkeit wohl den größten Einfluss drauf.
    Ein Flight mit kleiner Fläche, wirkt sich natürlich auch auf die Geschwindigkeit aus, aber nicht so stark. Du beeinflusst damit eher den Winkel, wie der Dart sich in der Luft verhält bzw, in welchem Winkel er dann letztendlich einschlägt.

    Aber wieso sollte man eine möglichst gerade (schnelle) Flugbahn überhaupt anstreben?

    Das ist mein Problem bei durchgestrecktem Arm, dann ist der Wurf zu hart und für mich schwer zu kontrollieren.

  • Mein Hauptziel ist es, einen Wurf zu trainieren, den ich möglichst exakt immer wieder gleich hinkriege. Wie stark der ist und wie groß die Parabel, pegelt sich dann von ganz alleine ein und ist zweitranging. Wenn der Wurf immer gleich ist, kann man damit ganz einfach hoch, runter, links, rechts, wie man will. Klingt jetzt schon wieder, als würde ich alles treffen und es wäre total leicht. Neee aber ich merke es bei einzelnen Würfen. Ich hatte mich bei meiner ersten 180 gefreut wie ein kleines Kind. Bei der Letzten zwar auch darüber, dass es geklappt hat, aber überrascht war ich nicht. Ich habe es vorher gewußt. Der erste Wurf war gelungen, das habe ich beim Werfen gemerkt, dass der gut ist und beim zweiten und dritten Wurf habe ich beim Werfen gemerkt, dass die genauso sind wie der Erste und ich wußte, dass die alle in die T20 gehen. Ich habe mich in dem Moment eher darüber gefreut, dass ich gerade dabei bin, meinen Wurf zu finden, als über die 180 selbst. Und mir ist in dem Moment völlig egal, wie groß der Bogen ist.


  • Aber wieso sollte man eine möglichst gerade (schnelle) Flugbahn überhaupt anstreben?

    Mir ist das wieder aufgefallen als ich die Promi Darts WM gesehen habe. Die Frauen haben meist sehr langsam geworfen, sprich mit hohem Bogen. Die Streuung war sehr hoch. Vor allem waren manche extrem zu hoch, dann wieder extrem zu kurz. Und jetzt folgendes: Probier mal in sehr sehr hohem Bogen auf die Scheibe zu werfen. So dass der Pfeil 4 oder 5 Meter über dem Boden segelt, falls der Raum das erlaubt. Ich sag dir, du wirst kaum noch die Scheibe treffen. Wenn du zehn Meter hoch wirfst wird es unmöglich, da der Pfeil so runterplumpst, dass die Scheibe quasi zur äußerst kleinen Elipse wird. Gut, beim normalen Werfen spielt das nicht so die Rolle, aber ich hab schon das Gefühl ich besser treffe wenn der Pfeil nicht so extrem einen Bogen macht. Wobei man bei der Promi WM natürlich auch gesehen hat, dass Geschwindigkeit (gerade Flugbahn) nicht alles ist...

    Da hat Brummi recht. Schau mal hier. Dort kann man gut sehen, wie sich der Dart mit verschiedenen Flights im Flugverhalten ändert.

    https://youtu.be/9d6nqJY090I?t=7m47s

    Ich sehe kaum einen Unterschied. Aber ich vermute mal, dass schmale Flights schneller fliegen? Dann hab ich zumindest da schonmal die richtige Wahl getroffen... ^^

    Gerade Flugbahn funktioniert nur in der Schwerelosigkeit.

    Ja, hab ich mir auch gedacht, aber war mir irgendwie unsicher. Weil, wenn man einen Wattebausch wirfst, wird die Flugbahn ja auch sehr krumm... Bzw. ach nee, man muss einfach doller Werfen, oder? Ach keine Ahnung... Wie gesagt, was ich mir halt wünschen würde, dass der die 2 Meter relativ gerade fliegt oder segelt... Ein Papierflieger tut das ja auch... Also Dartpfeile in Form von Papierflieger? Gibt es sowas? :rolleyes:

    Wobei ich mich dann grad frage: Was ist dann jetzt nochmal der Unterschied wenn es die selben Darts zum Beispiel lang und schmal und kurz und tropfenförmig gibt? Ich dachte immer Gewicht vorne sorgt dafür, dass er vorne nach unten gezogen wird. Oder wie... oder was. 8|

  • Eine flachere Flugkurve würde ich eher hecklastigen Darts zuordnen, schau dir doch mal beispielsweise die Harrows Wolfram oder die Peter Wright PL15 an.
    Vom Fluggefühl würde ich sagen, dass die nicht so runter ziehen wie andere Barrel.

  • Werf einfach so wie's am besten klappt, und nicht wie du's am ansehnlichsten findest.

    Edit: Um meinen Vorredner mal aufzugreifen...Ich spiele die PL15, und die fliegen alles andere als eine - sowieso ziemlich irrelevante - gerade Kurve (warte was???)
    So einfach kann man das einfach nicht sagen, wenn Ich bspw. mit dem gleichen Setup und Stil wie Dave Chisnall werfe, stecken die Darts wie Taylor's....

  • Die Beschleunigung nach unten kommt durch die Erdanziehung und die ist am selben Ort immer dieselbe.

    Den Auftrieb für den Dart insgesamt (im Sinne von Segeln) können wir denke ich vernachlässigen. Ja, am Flight wirkt ein Luftwiderstand, der sich auf die Haltung des Darts in der Luft auswirkt. Dieser Einfluss auf die Wurfbahn insgesamt ist denke ich auch marginal.

    Das Beispiel mit den Promidarterinnen zieht nicht mehr ab einem gewissen Nieveau. So langsame und stark gekrümmte Flugbahnen sind beim Dart natürlich uneffektiv.
    Aber ab einer gewissen Geschwindigkeit wird die abnehmende Krümmung der Bahn immer weniger.
    Will sagen, wenn du mit 20 oder 30Km/h wirfst siehtst du das der Flugkurve deutlicher an, als den Unterschied zwischen 50 und 60Km/h.
    Um eine ganz gerade Linie zu werfen müsstest du unendlich schnell werfen (oder würde die Lichtgeschwindigkeit schon ausreichen?)

    Das maximale Volumen subterraner Agrarprodukte steht in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität ihrer Produzenten.

  • Hm, ich hab grad einen seltsamen aber durchaus aufschlussreichen Versuch gemacht:
    Ein großes Stück Knete, das ich hier noch rein zufällig hatte... kam vorne, mal hinten an den Pfeil geklebt/geknetet.

    Wenn ich es ganz vorne hatte, quasi eine Tropfenform vorne, dann, wie soll ich es beschreiben, dann flog es halt so wie bei Phil Taylor... Am besten flog es wenn ich den Pfeil relativ gerade (waagerecht?) gehalten habe und dann so etwas nach vorn/oben rausgestoßen hab, und dann landet der halt wie bei Taylor mit dem "Schwanz" nach unten. Irgendwie gar nicht was ich wollte, aber trotzdem fast schon präziser als ohne dieses Zusatzgewicht. Das seltsame war auch: Der Winkel wie ich den Pfeil abwarf hatte irgendwie weniger Einfluss auf die Flugbahn (mein subjektives Gefühl). Wenn ich zum Beispiel die Spitze nach oben abwarf, dann flog er nicht über die Scheibe sondern... ja sondern eben nicht.

    Ganz anders wenn ich das Zusatzgewicht hinten befestigte. Hier ist es noch schwerer zu beschreiben. Auf jeden Fall landeten die Pfeile eher mit der Schwanzspitze nach oben, wie bei Gary Anderson glaube ich. Alles in allem hatte ich das Gefühl, dass das Zusatzgewicht hinten dafür sorgte, dass wieder ich selber sehr viel stärker den Flus bestimmt. Was dann aber auch hieß, wenn ich in einem merkwürdigen Winkel abwarf, flog er auch merkwürdig.

    Welche der beiden Varianten jetzt die flachere Kurve flog kann ich noch gar nicht sagen. Eigentlich ja das Gewicht hinten, aber irgendwie auch nicht. Komisch zu beschreiben.

    Irgendwie hat beides seinen Reiz. Das Gewicht vorne wirkt irgendwie "fehlerverzeihend" (Vielleicht war auch deshalb Taylor so konstant erfolgreich^^). Aber die Wurfhaltung die man dann einnimmt ist irgendwie so kugelstoßermäßig. Bei dem Gewicht hinten kriegt man, wenn man richtig abwirft. einen schönen leicht gebogene Flugkurve, und der Pfeil landet exakt so wie man es erwarten würde. Aber irgendwie ist das schwieriger zu reproduzieren.

    Ich weiß jetzt nicht ob das nur eine Momentaufnahme ist aber bin jetzt irgendwie hin und hergerissen ob ich jetzt eher nach der Taylor Variante mit Gewicht vorne schaue, die dann so komisch im Board hängen oder mit gewicht hinten, schöner Flugbahn aber fehleranfällig. Wie gesagt, richtig gerade fliegen logischerweise keine. Aber interessant, hätte nicht gedacht dass ich mit nem Stück Knete solche Unterschiede zwischen vorne und hinten befestigt merke.


  • aber bin jetzt irgendwie hin und hergerissen ob ich jetzt eher nach der Taylor Variante mit Gewicht vorne schaue, die dann so komisch im Board hängen oder mit gewicht hinten, schöner Flugbahn aber fehleranfällig.

    Ausprobieren :thumbup:
    Und bitte hör auf solche Wörter wie fehleranfällig zu benutzen, bitte. Sowas ist schlicht falsch.

    Ach ja, Lichtgeschwindigkeit würde nicht ausreichen.

  • So wie du jetzt deine Experimente mit der Knete beschreibst, scheint es dir überhaupt nicht um die Flugbahn, sondern einzig um den Winkel zu gehen, in dem der Dart am Ende im Bord steckt.
    Und diesen kannst du vor allem durch die Flights und den Schwerpunkt des gesamten Darts beeinflussen.
    Den Schwerpunkt des Darts kannst du wiederum gut durch die das Gewicht und Form von Barrel sowie Schaft beeinflussen.

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    Einmal editiert, zuletzt von handsomeone (8. Januar 2018 um 13:07)

  • Ausprobieren :thumbup:
    Und bitte hör auf solche Wörter wie fehleranfällig zu benutzen, bitte. Sowas ist schlicht falsch.

    ähm ja, ich meinte eher sowas wie "nicht fehlerverzeihend" :wacko: Um zu verdeutlichen was ich meinte: Ich hatte das Gefühl bei dem Gewicht hinten muss sowohl, Richtung, Geschwindigkeit und Winkel des Pfeils exakt berücksichtigt werden damit es dort landet wo ich will. Wenn man es schafft dies alles zu berücksichtigen dann fliegt er aber sehr präzise. Bei dem Gewicht vorne musste Richtung und Geschwindigkeit auch stimmen, aber beim Winkel konnte ich etwas schluriger sein. Natürlich heißt das jetzt nicht dass der Pfeil Fehler machte... Ach, ich hör schon auf.

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