Langsam = Konstant, Schnell = Spektakulär? Auf der Suche nach dem richtigem Tempo.

  • Da ich nun seit zwei Jahren spiele und "mein" Tempo noch nicht wirklich gefunden habe, wollte ich mal nachfragen, welche Erfahrungen ihr gemacht habe.


    Mein Eindruck ist:

    Schnell = "Spektakulär"
    Wenn ich schnell spiele, fallen eher 180er und High-Fische, als wenn ich langsamer spiele. Dafür ist auch immer mal ne 26, ne 45 etc. dabei und teilweise landen die Darts auch recht weit vom Ziel entfernt.

    Langsam = Konstanter
    Wenn ich etwas langsamer spiele, werfe ich deutlich mehr 59er, 60er, 81er. Die wirklichen Highlights bleiben meistens aus, aber die Darts sind in der Regel auch wirklich nahe beim Ziel.

    Einen deutlichen Unterschied in meiner Leistung, habe ich allerdings noch nicht feststellen können.

    Wenn ich mir die Pro's anschaue, bestätigen diese meinen Eindruck. Taylor ist seit Jahren die Nr. 1, aber die meisten 180er im Turnier wirft in der Regel ein anderer. MvG hat Jahre lang nicht viel gerissen und ist auf einmal explodiert. Hamilton ist ein Dauergast in den Viertelfinals, hat aber noch nie ein großes Turnier gewonnen. Ich könnte noch einige Beispiele nennen.


    Eigentlich ist das Tempo ja eine individuelle Sache, doch vielleicht habt ihr ja irgendwelche Tipps, wie ich mein Tempo finden kann. Fände sehr interessant eure Erfahrungen zu lesen.

    :danke:

  • Ganz ehrlich, ....
    Du sprichst mir aus der Seele :)
    Ich hab genau das selbe Problem.
    Werfe aber wenn ich mich selbst einschätzen müsste ziemlich schnell ;)

    Liebe Grüße
    Julian

    180 er: 4 mal
    Highfinish: 152 ( T20, T20, D16)

    Meine Darts: Target Adrian Lewis, 21 Gramm

  • Versuche doch mal ein Mittelding zu finden. Beispielsweise wie Wade oder v. Barneveld.

    Ich persönlich komme mit einem langsamen Wurfstil nicht klar, da man einfach mehr Zeit hat zu "denken" hat, z.B. bei einer 180. Wenn du verstehst, was ich meine.
    Außerdem muss man wahrscheinlich die Konzentration länger aufrecht erhalten.

    Bester Score: 161x 180, 6x 174, 2x 171, 2x 150(3x Bull), xxx 140, xxx 100

    höchstes Finish: 160, 127, 120 usw.

    bestes Leg: 18 - Darter

    Lieblingsspieler: 1.D James Wade 2.D Gary Anderson 3.D Chisnall, Wright, Hylton, Webster, King, Lewis, :germany:
    http://www.youtube.com/watch?annotati…s&v=aJM5Dj-0Dzs

  • Das war auch immer eins meiner großen Probleme.

    Zu meiner Anfangszeit habe ich erstmal anvisiert wie Taylor und recht langsam geworfen. Damit war ich nicht wirklich erfolgreich und hatte auch nicht die große Leistungssteigerung.

    Mit dem Aufwind von MvG, dachte ich mir so einen schnelle Wurfstil ohne langem anviesieren sollte ich auch mal versuchen. (Dazu sieht das noch geiler aus)^^

    Spiele also diesen Wurfstil seit ca.2-3 Monaten. Seitdem habe ich es geschafft meine erste 180 und 4 weitere zu landen. Wie schon gesagt wurde, vorallem weil man weniger Zeit zum nachdenken hat^^
    Außerdem bin ich wesentlich konstanter im Treffen aufs 20er Segment.

    Allerdings finde ich sollte man sich beim auschecken nochmal konzentrieren und nicht zuschnell die 3Darts ins Niemandslanden knallen. Was bei mir noch zuhäufig der Fall ist.

    Abschließend kann ich nur sagen, dass der schnelle Wurfstil das beste war was ich mir angewöhnte/antrainierte. Damit scrore ich bedeutend besser.

    Zudem sollte man nicht einfach nur irgendwie schnell werfen, sondern immer im gleichen Rythmus.

    Dennoch ist dies nur meine Meinung und Empfindung,

    1.D Raymond van Barneveld 2.D Gary Anderson 3.D Michael van Gerwen

  • Auch ich habe mir über diese Sache im Laufe der Jahre so meine Gedanken gemacht:

    Zuerst muss ich sagen habe ich einen eher ruhigeren Wurfstil, wie van Barneveld oder Taylor. Gerade in Zeiten in denen es nicht so lief, versuchte ich auch die Geschwindigkeit zu ändern und schnell zu werfen, wie van Gerwen oder Lewis. Dabei ist mir folgendes aufgefallen:
    Grundsätzlich finde ich ist jeder Darter in der Lage seine Wurfgeschwindigkeit zu verändern und trotzdem noch in der Lage einigermaßen gut zu treffen. Nun habe ich mir Gedanken gemacht und bin zu folgender Lösung gekommen:

    Es gibt Spieler, die brauchen die Zeit, um sich zu konzentrieren, um Ruhe zu finden und das Feld zu fixieren und sich abschließend alleine auf den Wurf aus dem Arm konzentrieren. Phil Taylor ist zum Beispiel so jemand. Er muss sich immer stark konzentrieren. Bei einem Lewis oder van Gerwen denke ich, dass sie sich nicht so stark konzentrieren und das Talent einfach überwiegt, sie hauen die Darts rein, ohne großartig nachzudenken und treffen dann.

    Also bleibt festzuhalten: Manche brauchen eine starke Konzentrationsphase (krasses Beispiel wäre Justin Pipe) und andere knüppeln einfach drauf. Nachteil der langen Konzentrationsphase ist wie weiter oben schon erwähnt, dass es zu Nachdenken und zum allgemeinen Denken während des Wurfes kommen kann. Das Problem hatte ich auch schon und habe deswegen auch kurzzeitig mal schneller geworfen. Doch hier gilt: Man kann das Denken während des Wurfes trainieren, dass es nicht mehr auftritt. Problematisch ist generell, wenn man sich in einer sozialen Problemlage befindet, oder allgemein Probleme hat, dann wird sich das vermutlich auch am Average rächen, da Dart eben schon eine extreme Kopfsache ist und dann ist es auch egal, ob man schnell oder langsam wirft.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit dem schnelleren Wurfstil manchmal auch konstanter war, jedoch fühle ich mich mit einer längeren Konzentrationsphase einfach sicherer, vorallem auf die Doppel, auch wenn es wahrscheinlich anstrengender ist. Die Konzentration zu halten, kann man aber auch trainieren und ich bin jemand, der diese braucht. Wenn man hart arbeitet, dann wird man früher oder später belohnt.

    Also musst du für dich entscheiden, ob du lieber langsamer und stark konzentriert spielst oder schneller und die Dinger reinknüppelst. Du musst spüren, was sich besser anfühlt...wenn ich schnell werfe, neige ich dazu zu hetzen....Aber jeder muss es spüren und erfahren, ich persönlich bevorzuge die langsamere Methode, auch wenn es vielleicht anstrengender für den Kopf ist.

    Gerade in Phasen in denen es nicht so läuft, traf ich mit einem schnellen Wurfstil auch besser, jedoch ist das denke ich auch wieder von Tag zu Tag abhängig.


    Hoffe der Beitrag war einigermaßen verständlich... :award:

    Premier League Champion 2014:RAYMOND VAN BARNEVELD 1.D

    Einmal editiert, zuletzt von BlackPoint (15. August 2013 um 03:17)

  • Ich glaube, dass die Wurfgeschwindigkeit jedem vorgegeben ist. Wenn man das erste mal die Darts auf das Board wirft oder das erste mal gegen einen Gegner spielt und gewinnen möchte, wird jeder seine Wurfgeschwindigkeit anhand seiner bisher erlernten Konzentrationsphase automatisch durchführen und dabei sollte man auch bleiben.

    Es grüßt
    Hamski

    Einmal editiert, zuletzt von Hamski (15. August 2013 um 11:39)

  • Ja die taktischen Möglichkeiten durch die Geschwindigkeit sind schon beachtlich.... Was aber die meisten selbst mehr selbst als den Gegner verunsichert.
    So zumindestens meine bisherige Erfahrung.

    "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen."
    (Antoine de Saint-Exupéry)

  • Werft so wie ihr am besten könnt. Wenn ihr schnell wirft, und mehr Zeit haben wollt, damit der Gegner zum Beispiel Nachdenkt, lauft langsamer zum Board und zieht die Darts langsamer raus.

    Bestes Beispiel war am Vergangenden Wochenende. Es lief nichts, dann aber führte ich 2-1. Dann bin ich seehr langsam zum Board gegangen und habe die Darts gaanz langsam rausgezogen. Habe das Leg mit 81 begonnen, und dann 180 geworfen. Das tut dann umso mehr für den Gegner weh, und er regt sich auf über das was ich mache, und genau so war es, und er hat schon aufgegeben. Natürlich habe ich das so durchgezogen, und das Spiel mit einem 16er beendet

  • Es gibt auch taktische Geschwindigkeiten.

    Das ist richtig. Meinen Beobachtungen zu Folge bezieht sich das aber immer um die Zeit zwischen den Würfen. Man lässt sich mehr Zeit bevor man zum Oche tritt oder geht langsam zum Board um die Darts rauszuziehen. Fliegt der erste Dart aber, werfen eigentlich alle in ihrer gewohnten Geschwindigkeit.

    Es grüßt
    Hamski

  • Also wenn`s bei mir läuft, dann werf ich relativ schnell -
    nicht so schnell wie MvG, aber zügig durch - ohne mich auf irgendwas konzentrieren zu müssen.
    Läuft`s zwischendurch "bescheiden" - lass ich mir zwischen den einzelnen Darts - vor allen Dingen beim checken - recht viel Zeit.
    Das gibt mir dann (meist) auch die Sicherheit wieder.
    Funktioniert auch nicht immer - aber immer öfter ...

  • Ich glaube, dass die Wurfgeschwindigkeit jedem vorgegeben ist. Wenn man das erste mal die Darts auf das Board wirft oder das erste mal gegen einen Gegner spielt und gewinnen möchte, wird jeder seine Wurfgeschwindigkeit anhand seiner bisher erlernten Konzentrationsphase automatisch durchführen und dabei sollte man auch bleiben.

    Das sehe ich ganz genauso! Wenn man ans Board geht, ohne darüber nachzudenken, wirft man in seiner natürlichen Geschwindigkeit. Wer diese auf Konstanz trainiert, wird immer besser beraten sein als Jemand, der versucht, sich ein Tempo anzutrainieren.

    Wer schnell wirft, muss aber aufpassen, dass er nicht zappelig wird. Ein MvG oder ein Lewis werfen zwar schnell, sind aber trotzdem ruhig und konzentriert. Ich persönlich werfe auch recht fix, ich versuche mich aber schon in der Wurfphase des Gegners zu konzentrieren. Ich gucke dann immer meine Darts an, was im Grunde genommen total langweilig ist, da die immer gleich aussehen...aber es hilft mir.

    Langsamere Darter müssen aufpassen, sich nicht zu "überkonzentrieren". Dann fängt nämlich das oben bereits erwähnte denken an. Wenn ich das versuche, ahbe ich auch immer das Gefühl, lethargisch zu werden :D

    Also: Sein Tempo finden und diesen für sich optimieren, das halte ich für das Beste.

  • Ich selbst merke nicht mal, ob ich schneller oder langsamer im Rhythmus werfe.... Allerdings höre ich immer mal wieder, dass ich den letzten Dart zu überhastet werfe. Ist was dran, denn der geht gern mal in die Wicken, auch wenn die beiden ersten da sitzen, wo sie hin sollten. Aber mir selbst fällt das zu hastige Werfen nicht wirklich auf.

    Was ich aber bemerke, ist ein Nachlassen der Wurfhärte. Auch wenn ich versuche, immer den gleichen Wurf durchzuziehen, passiert es im Leg oder Match immer gern mal, dass ich auf einmal lascher werfe und sehr streue. Und dann dauert es recht lange, bis ich wieder in der normalen Härte werfe. Hat einer ´ne Idee, wie man es hinbekommt, nicht lascher zu werfen?

  • Hey Kanne,

    das kannst Du eigtl nur trainieren. Es geht doch letztlich einfach nur darum, immer wieder möglichst exakt das Gleiche zu tun. Mir gehts aber im Spiel, wenn der Druck da ist, auch manchmal so, dass ich schwächer werfe. So sollte es aber nicht sein. Training ist dazu da, Konstanz in seine Würfe zu bekommen, denn einmal T20 oder so treffen können wir ja nunmal Alle. Versuche, im Training ganz bewusst Deinen Ablauf einzutrainieren, in Geschwindigkeit und Wurfhärte, anfänglich ist es dabei erstmal egal, was Du triffst. Hast Du den drin (also wirklich vielfach wiederholt, ohne dass sich irgendwas verändert hatte), versuchst Du, im gleichen Rythmus auch zu treffen.

    Das Training ist wirklich undankbar, weil man lange braucht, bis ein gutes Resultat dabei rauskommt, so dass man sich wirklich auf das Zielen konzentriert und nicht stetig dabei ist, sich auf seinen Rythmus zu konzentrieren. Ich meine aber, dass sich das echt lohnt. Vor Allem ist man Vielen ganz gut voraus, denn nur Wenige investieren diese müßige Trainingsweise. Sogar mir hat es geholfen, dass ich mich mittlerweile zumindest "Darter" nennen kann (Ave derzeit bei etwa 62), obwohl ich eigtl glaub ich absolut talentfrei bin...

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