Die große Frage bei Littler ist doch eh welche Upside er noch in seinem Spiel besitzt. Normalerweise sind Leistungen solcher Youngster ja auch deshalb hervorstechend, weil man annimmt, dass diese in Zukunft noch in vielen Bereichen zulegen können.
Als Beispiel fällt mir da gerade spontan Paul Krohne ein. Der spielt noch nicht wahnsinnig lange auf Turnierniveau, trainiert nicht übermäßig viel und steht jetzt mit einer Tourcard da. Wenn man ihn hier im Shortleg-Podcast gehört hat, war eine der Aussagen, dass er sein Trainingspensum steigern wird. Da kann man dann entsprechend Hoffnung haben, dass er auch sein Spiel noch steigern wird. Bei anderen Spielern raubt die Schule, Studium, Beruf oder was auch immer mögliche Trainingszeit, die sie beim Umstieg aufs Vollprofidasein ablegen könnten.
Bei Littler könnte man da noch die Schule erwähnen, die hat er nun aber auch bereits seit einiger Zeit abgeschlossen. Auch wenn der Junge erst 16 Jahre alt ist, so trainiert der bereits seit langer Zeit regelmäßig und auf hohem Niveau. Zudem scheint es auch nicht, dass er Anpassungszeit auf der Bühne benötigt, wie es bspw. bei einem Martin Schindler gewesen ist. Insofern sehe ich nicht zwingend, dass Littler künftig besser wird, nur weil er älter wird. Bei ihm geht das schon seit langer Zeit in eine recht professionelle Richtung, weshalb sich allein aus dem Alter nicht zwingend das große Steigerungspotential ablesen lässt. Man könnte sogar im Gegenteil die Frage aufwerfen, ob nicht Reisestrapazen, Geld und damit verbundene Möglichkeiten, Freundin, irgendwann Familie etc. seine dem Dart zur Verfügung stehende Zeit tendenziell eher verringern könnten.
Letztlich aber braucht Littler natürlich auch nicht mehr die große Upside. Das Niveau was er jetzt über den letzten Monat präsentiert hat, das ist Weltklasse. Es ist aber noch kein absolut dominierendes Niveau, mit dem er in jedes Turnier als absoluter Topfavorit geht. Insofern muss man mal abwarten wie es sich weiterentwickelt. Rückschläge sportlicher Natur, gesundheitlicher Natur, privater Natur, ein Wachstumsschub oder oder... Um einen Sport zu dominieren müssen so viele Dinge passen. Zumal ein Dominator auch oft dazu führt, dass die Konkurrenz "gekitzelt" wird und mehr investiert. Zudem gibt es genügend andere Youngster, die derzeit nachrücken und es werden auch die kommenden Jahre weitere Spieler nachkommen. Ein Gian Van Veen bspw. hat letztes Jahr die Development Tour gewonnen, vor Luke Litter wohlbemerkt.