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Hier wird gerade ein Land wirtschaftlich vor die Wand gefahren. Wofür??
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Wofür? Um den Tod zigtausender Menschen zu verhindern! Man muss sich hier nur die Übersterblichkeit anschauen, da sieht man auch, dass es längst nicht nur alte Menschen betrifft, sondern auch die Gruppe der 15-64jährigen. Allgemein gibt es etliche Länder mit massiver Übersterblichkeit, wie Belgien, Spanien, Italien, Großbritannien oder auch die USA und man sieht dort auch den positiven Einfluss der getroffenen Maßnahmen. Sollte man nicht versuchen, so etwas hier zu verhindern?
https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps
Wenn es deiner Meinung nach der völlig falsche Weg ist, den man hierzulande einschlägt, dann nenne doch bitte mal die Alternative. Den Tod zigtausender in Kauf nehmen und mögliche Folgeerkrankungen zigtausender in Kauf nehmen? Da weiß doch heute auch niemand, ob das wirtschaftlich nicht viel katastrophaler wäre.
Zumal doch inzwischen fast alle Wirtschaftszweige wieder geöffnet sind. Tattoostudios, Friseure etc. öffnen jetzt wieder. Da bleibt fast nur noch der Gastronomiebetrieb als großer Wirtschaftszweig, der bis dato nicht wieder den Betrieb aufgenommen hat. Ansonsten bleiben natürlich die Streitthemen Schule und Kitas, an denen zumindest Arbeitnehmer hängen, die ansonsten wegen Betreuung wegfallen.
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Und weil viel zu viel auf einen Herrn Drosten und Co. gehört wird. Das sind Virologen und Epidemiologen. Die bewerten die ganze Sache aus ihrer Sicht. Um das Virus mit aller Macht einzudämmen und zu bekämpfen. Für die spielen die anderen Auswirkungen wie die Wirtschaft, soziale Faktoren etc. erstmal keine Rolle. Und was für eine Macht Drosten hat bzw. dessen Wort Gewicht hat, konnte jeder bei den Schulschließungen sehen. 180 Grad Wende innerhalb von 2 Tagen...
Was qualifiziert dich, zu beurteilen, auf wen unsere Politiker hören? Der Herr mit angeblich so viel Macht, Drosten, berät übrigens laut eigener Aussage die Bundesregierung bereits seit vielen Wochen nicht mehr. Ansonsten ist es natürlich völliger Quatsch zu behaupten, dass es die Virologen und Epidemiologen nicht interessieren würde, welche Auswirkungen dies auf die Wirtschaft hätte. Nur ist dies nicht ihr Themengebiet. Hierfür gibt es Wirtschaftsexperten, es gibt ansonsten Experten aus allen möglichen Bereichen, ob Gesellschaftsforscher, Soziologen oder dergleichen. Die Politik wird von zig Seiten beraten und muss am Ende versuchen daraus einen Mittelweg zu finden. Denn ebenso wie der Virologe berichtet wie der Virus optimalerweise zu bekämpfen ist, wird der Wirtschaftsexperte alle Bereiche so schnell wie möglich wieder öffnen und für den Normalbetrieb freigeben.
Wäre es nach Drosten gegangen (und der Meinung vieler anderer Virologen), so hätte man den Shutdown hierzulande noch verlängert und die Reproduktionszahl versucht bis auf 0,2 zu senken um eine Nachverfolgung aller neu auftretenden Fälle sicherzustellen. Ein Szenario, das kurzfristig der Wirtschaft mehr geschadet hätte, auf Dauer aber womöglich mehr Lockerungen ermöglicht hätte und so durchaus zu einer Erholung der Wirtschaft hätte führen können. Wie groß deren "Macht" war, sieht man ja an den aktuell vorherrschenden Lockerungen in allen Bereichen.
Und ob das alles Aktuell noch verhältnismäßig ist darf ja wohl wirklich bezweifelt werden bzw. wird ja schon von Gerichten anders gesehen.
Bezweifeln kann man schlussendlich immer viel, in einer Situation, in der es mehr Fragezeichen als Antworten gibt. Die Frage ist dann nur, mit welcher Absolutheit man die eigene Meinung dann vertritt, denn mehr als subjektive Meinungen kann es in dieser Phase kaum geben.
Übrigens haben die Gerichte hierzulande den größten Teil der Maßnahmen bestätigt, ob nun die Schließung von Kitas und Schulen, Ablegung der Abiturprüfungen, ob Maskenpflicht, Schließung von Einzelhändlern (inzwischen zumindest unterschiedliche Entscheidungen bzgl. der 800qm), Besuchsrecht in Pflegeheimen, Vermietungsverbot von Ferienhäusern, Verbot von Zusammenkünften in Kirchen, Moscheen und Synagogen, Schließung von Friseuren, Spielhallen und Fitnessstudios sowie auch überwiegend den Kontaktbeschränkungen. Bundesweite Entscheidungen werden bis dato von den Gerichten fast ausnahmslos mitgetragen, zumeist sind es länderspezifische, härtere Maßnahmen, die außer Kraft gesetzt werden wie bspw. die Notwendigkeit des Vorliegens eines Grundes zum Verlassen der Wohnung, was natürlich albern war.
Generell sind aber auch Gerichte nicht frei von Fehlern (zeigen ja allein schon die unterschiedlichen Entscheidungen zur 800qm-Grenze im Einzelhandel), auch dort sitzen nur Menschen. Menschen, die sich oftmals weit weniger mit der Materie befasst haben als die Politiker der Bundesregierung bzw. denen auch nicht annähernd das Beratungsangebot Experten vieler Bereiche zur Verfügung steht. Insofern muss man vorsichtig sein, nun Gerichtsurteile als zwingend optimalen Weg anzusehen. Zumeist geht es dort bislang eh "nur" um Gleichbehandlungsgrundsätze, die gewahrt bleiben müssen.
Aktuell noch knapp 25.000 nachgewiesene Infizierte. R-Wert bei 0,78. Aktuell bestehen Testkapazitäten für bis zu 900.000 pro Woche, wird aber nur zur Hälfte genutzt.
Wäre auch schön wenn jemand der Bundeskanzlerin und dem Gesundheitsminister erklärt, wie man die Anzahl der aktuell Infizierten berechnet. Peinlich hoch 10, gehen Donnerstag an die Öffentlichkeit mit falschen Zahlen.
Zunächst mal ist es doch völlig albern sich an der Nennung einer falschen Zahl aufzuhängen. Zuvor wurden in 99 von 100 Fällen die korrekten Zahlen genannt, nun ist halt mal jemand in der Zeile verrutscht... Man muss jetzt nicht davon ausgehen, dass auf Basis dieser falschen Zahl nun alle möglichen Entscheidungen getroffen würden.
Ansonsten sind das doch sehr schöne Zahlen. Die Anzahl der Infizierten geht stetig zurück und derzeit verzeichnen wir täglich mehr Genesene als Neuinfizierte. Das ist ein sehr positiver Trend, der durch die Reproduktionszahl von inzwischen sogar nur noch 0,74 bestätigt wird. Inzwischen auch knapp unter 2.000 Corona-Intensivpatienten. Man könnte anhand dessen meinen, dass man hierzulande sehr viel richtig gemacht hat, was man ja auch in weiten Teilen der Welt so beurteilt, wo Deutschland als Vorbild in der Corona-Bekämpfung herangezogen wird. Schön an der Situation ist, dass man sich nun Lockerungen erlauben kann (abzuwarten ist noch, wie sich die letzten Lockerungen auswirken) und selbst wenn die Reproduktionszahl auf etwas über 1 steigt, so wäre dies (zumindest vorübergehend) recht unproblematisch, da unser Gesundheitssystem ein Vielfaches an Fällen auffangen könnte.
Hinsichtlich der Testkapazitäten möchtest du wahrscheinlich die geringe Nutzung der Kapazitäten kritisieren. Zunächst einmal muss man sich vergegenwärtigen, dass die Testkapazitäten erst seit kurzer Zeit nicht mehr annähernd ausgeschöpft werden, so circa seit KW 14, also insgesamt vielleicht fünf Wochen. Zuvor sah dies anders aus, da mehr Tests angefordert waren und die Testkapazitäten noch niedriger waren. Bis man nun die Daten aus KW 14 zur Verfügung hatte und diese Problematik feststellte, war es schon Mitte KW 15 (daher wird ganz zufällig seit KW 15 auch die wöchentliche Kapazität der Labore vom RKI erfasst zwinker). Bis man eine Fortsetzung dieses Trends bestätigt sehen konnte, war es Mitte KW 16. Das ist die erste Problematik.
Die zweite Problematik ist die Logistik. Es ist nicht ganz so einfach Kapazitäten, die bspw. in Schleswig-Holstein frei wären, nun für Bayern zu verwenden. Erst einmal müssten die Proben ja weiterhin in Bayern genommen werden und entsprechend dort Kapazitäten zur Verfügung sein. Anschließend müssten die Proben zur Untersuchung nach S-H gebracht werden, was einen zeitlichen Verzug bis zur Auswertung der Probe bedeutet. In Anbetracht dessen, dass die Infektiosität rund um die ersten Symptome häufig am Stärksten ist, ist so ein zeitlicher Verzug sehr problematisch, wenn auch sicherlich besser als gar keine vorgenommene Testung.
Weitere Problematiken sind, dass Testkapazitäten z. T. aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht ausgeschöpft werden können. Das umfasst u.a. Corona-Teskits bzw. Extraktionskits, Abstrichtupfer oder auch Reagenzien. Da geht es teilweise darum, dass deutschlandweit nicht genügend dieser Materialien zur Verfügung stehen, oftmals aber auch darum, dass ein Labor einen Mangel aufweist, während andere Labore noch gut versorgt sind. Hier arbeitet man derzeit sehr stark an einer verbesserten Koordinierung. Hinzu kommen personelle Aspekte, durch die Testkapazitäten nicht ausreichend genutzt werden können. Krankheit, Urlaub, Quarantäne etc. etc..
Hinzu kommt, dass ja in den meisten Fällen unterschiedliche Stellen die Tests vornehmen (also den Rachenabstrich durchführen) und auswerten (also die PCR-Analyse in die Wege leiten). Insofern weiß man bei der Stelle, die die Tests vornimmt nicht unbedingt, dass bei der Auswertung noch Kapazitäten frei wären. Oftmals sind es ja 10 verschiedene Teststellen, die dann ein Labor beliefern. Insofern ist ein Teil der nicht ausgeschöpften Testkapazität mit Sicherheit immer rein theoretischer Natur.
All diese Punkte muss man sich zunächst vergegenwärtigen. Nichtsdestotrotz ist die Lage natürlich derzeit unbefriedigend wenn in KW 17 nur 467.000 von 890.000 theoretisch möglichen Tests durchgeführt werden und ohne Frage wäre dort deutlich mehr möglich gewesen, auch wenn man einige Prozent der 890.000 Tests realistischerweise abziehen muss. Nur bleibt dann eben die Fragestellung, wer nun über die zusätzlichen Testungen entscheiden soll. Wie gesagt kann dies die Teststelle nicht, es kann aber auch das PCR-Labor nicht und so braucht es dort eine generelle Anweisung seitens der Politik, wer getestet werden soll. Dies waren lange Zeit nur diejenigen mit starkem Verdacht infolge einer Symptomatik oder diejenigen mit nachweislichem Kontakt zu infizierten Personen. Dies reichte zunächst aus um die Kapazitäten auszufüllen, nun jedoch zunehmend nicht mehr. Daher gab es von unserem Bundesgesundheitsminister im Verlaufe der KW 16 (als sich der Trend bestätigte, dass die Fälle abnehmen und gleichzeitig die Kapazitäten steigen) auch die Ansage, dass die Tests ausgeweitet werden sollen und alle Personen mit Atemwegsproblemen getestet werden sollen. Hinsichtlich der "späten Entscheidung" hat wie gesagt hier der Meldeverzug, die Beobachtung der Entwicklung und mit Sicherheit auch die Vorsicht eine Rolle gespielt, dass erst jetzt eine Änderung kommt, da man nicht riskieren wollte plötzlich nicht mehr genug Kapazitäten für die "ernsten Fälle" zu haben.
Insofern ist schließlich aber eigentlich davon auszugehen, dass die Kapazitäten ab KW 18 wieder besser ausgenutzt werden (auch in KW 17 hat die Anzahl der durchgeführten Tests bereits um 137.000 zugelegt). Ob auch nahezu vollständig wird man jetzt beobachten müssen. Grundsätzlich aber geht es selbstverständlich darum die Ernstfälle schnellstmöglich zu testen, gleichzeitig aber auch die Kapazitäten weitestgehend auszuschöpfen. Die Entscheidung darüber wen man noch zusätzlich testet, ist aber durchaus schwierig, zumal ja oftmals auch regionale Aspekte eine Rolle spielen. Es ist einfach nicht so, dass das PCR-Labor sich denkt, dass da noch 30 Tests mehr möglich wären, das weiterleitet und man bei der Teststelle nun einfach dreißig zusätzliche Leute testet... Das bedarf schon einer umfangreicheren Koordinierung.