Beiträge von hfgon

    Ich kenne die Problematik, es sorgt aber für Verwirrung.
    Am Besten jeder trägt FFp2/3 Masken mit Filter, dann wäre man als Risikogruppe auch gleich mitgeschützt.
    Man atmet zwar als Infizierter durch den Filter aus, aber alle anderen würden ja durch ihren Filter einatmen und wären geschützt.

    Anscheinend haben wir auch nach 9 Wochen die Masken nicht. Das ist natürlich schade.
    Und deswegen gab es die erzieherische Aufklärung/Verwirrung, dass man so eine Maske nicht kaufen sollte, weil das medizinische Personal welche braucht.
    Was zusätzlich für Verwirrung sorgt und schade ist.

    Es ist dringend davon abzuraten als Otto-Normal-Bürger auf FFP2 und FFP3 zu setzen. Deren Schutz ist zwar deutlich größer, insbesondere für den Träger der Maske, allerdings benötigt es vor längerer Nutzung solcher Masken intensiver medizinischer Untersuchungen, insbesondere der Lungenfunktion. Bei vielen Bürgern ist der Einsatz der Masken insofern gesundheitsgefährdend. Medizinisches Personal, das auf diese Masken über längere Zeiträume zurückgreift, wird im Vorfeld zwingend medizinisch untersucht. Insbesondere in weiten Teilen der Risikogruppe sind solche Masken absolut nicht empfehlenswert.

    Inzwischen wurde die Heinsberg-Studie endlich veröffentlicht, nachdem die Vorveröffentlichungen ja schon heiß diskutiert wurden:

    https://www.uni-bonn.de/neues/111-2020

    https://www.ukbonn.de/C12582D3002FD2…_infection2.pdf

    Ergebnisse meines Erachtens leider in einigen Punkten wenig erfreulich, andere Punkte sind aber wiederum auch positiv:

    - Infektionsraten quer durch alle Altersgruppen ähnlich, anders als in zuletzt diskutierten Studien laut denen sich Kinder seltener Infizierten.
    - Ansteckungrisiko in Haushalten mit infizierten Kindern stieg massiv an. Bei 3-Personen-Haushalten bspw. von 15,5% (ohne Infizierten), statt auf 35,7% (bei erwachsenem Infizierten) auf 66,7%. Im Hinblick auf Öffnungen von Schulen und Kita von großer Relevanz.
    - mit 22% deutlich weniger asymptomatische Fälle als in bisherigen Studien (umgekehrt auch positiv, da in der Theorie bessere Identifikation und Nachverfolgung von Infizierten möglich). Interessant in diesem Zusammenhang, dass nur 16% der Karnevalsbesucher asymptomatisch waren, die restlichen Fälle zu 36%. Dies möchte man wohl näher ergründen, bis dato ist der Grund unklar. Möglicherweise spielt hier die Art der Infektion eine Rolle, es könnten aber auch Faktoren wie das Alter oder die Infektiösität der Überträger eine Rolle spielen, die womöglich zur Karnevalszeit besonders hoch war.

    Positiv:

    - Letalitätsrate von 0,37% und damit ein wenig unterhalb der gemeinhin angenommenen 0,5%.
    - Geschätzte Dunkelziffer 10mal so hoch wie die Infiziertenzahlen. Demzufolge stünde man deutschlandweit bei circa 1,8 Millionen Infizierten.
    - Großer Zusammenhang des Virusgeschehens mit dem Karneval quasi unzweifelhaft. Eindeutiger Empfehlungshinweis für künftige Großveranstaltungen -> Absage


    ...
    Hier wird gerade ein Land wirtschaftlich vor die Wand gefahren. Wofür??
    ...

    Wofür? Um den Tod zigtausender Menschen zu verhindern! Man muss sich hier nur die Übersterblichkeit anschauen, da sieht man auch, dass es längst nicht nur alte Menschen betrifft, sondern auch die Gruppe der 15-64jährigen. Allgemein gibt es etliche Länder mit massiver Übersterblichkeit, wie Belgien, Spanien, Italien, Großbritannien oder auch die USA und man sieht dort auch den positiven Einfluss der getroffenen Maßnahmen. Sollte man nicht versuchen, so etwas hier zu verhindern?

    https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps

    Wenn es deiner Meinung nach der völlig falsche Weg ist, den man hierzulande einschlägt, dann nenne doch bitte mal die Alternative. Den Tod zigtausender in Kauf nehmen und mögliche Folgeerkrankungen zigtausender in Kauf nehmen? Da weiß doch heute auch niemand, ob das wirtschaftlich nicht viel katastrophaler wäre.

    Zumal doch inzwischen fast alle Wirtschaftszweige wieder geöffnet sind. Tattoostudios, Friseure etc. öffnen jetzt wieder. Da bleibt fast nur noch der Gastronomiebetrieb als großer Wirtschaftszweig, der bis dato nicht wieder den Betrieb aufgenommen hat. Ansonsten bleiben natürlich die Streitthemen Schule und Kitas, an denen zumindest Arbeitnehmer hängen, die ansonsten wegen Betreuung wegfallen.



    ...
    Und weil viel zu viel auf einen Herrn Drosten und Co. gehört wird. Das sind Virologen und Epidemiologen. Die bewerten die ganze Sache aus ihrer Sicht. Um das Virus mit aller Macht einzudämmen und zu bekämpfen. Für die spielen die anderen Auswirkungen wie die Wirtschaft, soziale Faktoren etc. erstmal keine Rolle. Und was für eine Macht Drosten hat bzw. dessen Wort Gewicht hat, konnte jeder bei den Schulschließungen sehen. 180 Grad Wende innerhalb von 2 Tagen...

    Was qualifiziert dich, zu beurteilen, auf wen unsere Politiker hören? Der Herr mit angeblich so viel Macht, Drosten, berät übrigens laut eigener Aussage die Bundesregierung bereits seit vielen Wochen nicht mehr. Ansonsten ist es natürlich völliger Quatsch zu behaupten, dass es die Virologen und Epidemiologen nicht interessieren würde, welche Auswirkungen dies auf die Wirtschaft hätte. Nur ist dies nicht ihr Themengebiet. Hierfür gibt es Wirtschaftsexperten, es gibt ansonsten Experten aus allen möglichen Bereichen, ob Gesellschaftsforscher, Soziologen oder dergleichen. Die Politik wird von zig Seiten beraten und muss am Ende versuchen daraus einen Mittelweg zu finden. Denn ebenso wie der Virologe berichtet wie der Virus optimalerweise zu bekämpfen ist, wird der Wirtschaftsexperte alle Bereiche so schnell wie möglich wieder öffnen und für den Normalbetrieb freigeben.

    Wäre es nach Drosten gegangen (und der Meinung vieler anderer Virologen), so hätte man den Shutdown hierzulande noch verlängert und die Reproduktionszahl versucht bis auf 0,2 zu senken um eine Nachverfolgung aller neu auftretenden Fälle sicherzustellen. Ein Szenario, das kurzfristig der Wirtschaft mehr geschadet hätte, auf Dauer aber womöglich mehr Lockerungen ermöglicht hätte und so durchaus zu einer Erholung der Wirtschaft hätte führen können. Wie groß deren "Macht" war, sieht man ja an den aktuell vorherrschenden Lockerungen in allen Bereichen.


    Und ob das alles Aktuell noch verhältnismäßig ist darf ja wohl wirklich bezweifelt werden bzw. wird ja schon von Gerichten anders gesehen.

    Bezweifeln kann man schlussendlich immer viel, in einer Situation, in der es mehr Fragezeichen als Antworten gibt. Die Frage ist dann nur, mit welcher Absolutheit man die eigene Meinung dann vertritt, denn mehr als subjektive Meinungen kann es in dieser Phase kaum geben.

    Übrigens haben die Gerichte hierzulande den größten Teil der Maßnahmen bestätigt, ob nun die Schließung von Kitas und Schulen, Ablegung der Abiturprüfungen, ob Maskenpflicht, Schließung von Einzelhändlern (inzwischen zumindest unterschiedliche Entscheidungen bzgl. der 800qm), Besuchsrecht in Pflegeheimen, Vermietungsverbot von Ferienhäusern, Verbot von Zusammenkünften in Kirchen, Moscheen und Synagogen, Schließung von Friseuren, Spielhallen und Fitnessstudios sowie auch überwiegend den Kontaktbeschränkungen. Bundesweite Entscheidungen werden bis dato von den Gerichten fast ausnahmslos mitgetragen, zumeist sind es länderspezifische, härtere Maßnahmen, die außer Kraft gesetzt werden wie bspw. die Notwendigkeit des Vorliegens eines Grundes zum Verlassen der Wohnung, was natürlich albern war.

    Generell sind aber auch Gerichte nicht frei von Fehlern (zeigen ja allein schon die unterschiedlichen Entscheidungen zur 800qm-Grenze im Einzelhandel), auch dort sitzen nur Menschen. Menschen, die sich oftmals weit weniger mit der Materie befasst haben als die Politiker der Bundesregierung bzw. denen auch nicht annähernd das Beratungsangebot Experten vieler Bereiche zur Verfügung steht. Insofern muss man vorsichtig sein, nun Gerichtsurteile als zwingend optimalen Weg anzusehen. Zumeist geht es dort bislang eh "nur" um Gleichbehandlungsgrundsätze, die gewahrt bleiben müssen.

    Aktuell noch knapp 25.000 nachgewiesene Infizierte. R-Wert bei 0,78. Aktuell bestehen Testkapazitäten für bis zu 900.000 pro Woche, wird aber nur zur Hälfte genutzt.

    Wäre auch schön wenn jemand der Bundeskanzlerin und dem Gesundheitsminister erklärt, wie man die Anzahl der aktuell Infizierten berechnet. Peinlich hoch 10, gehen Donnerstag an die Öffentlichkeit mit falschen Zahlen.

    Zunächst mal ist es doch völlig albern sich an der Nennung einer falschen Zahl aufzuhängen. Zuvor wurden in 99 von 100 Fällen die korrekten Zahlen genannt, nun ist halt mal jemand in der Zeile verrutscht... Man muss jetzt nicht davon ausgehen, dass auf Basis dieser falschen Zahl nun alle möglichen Entscheidungen getroffen würden.

    Ansonsten sind das doch sehr schöne Zahlen. Die Anzahl der Infizierten geht stetig zurück und derzeit verzeichnen wir täglich mehr Genesene als Neuinfizierte. Das ist ein sehr positiver Trend, der durch die Reproduktionszahl von inzwischen sogar nur noch 0,74 bestätigt wird. Inzwischen auch knapp unter 2.000 Corona-Intensivpatienten. Man könnte anhand dessen meinen, dass man hierzulande sehr viel richtig gemacht hat, was man ja auch in weiten Teilen der Welt so beurteilt, wo Deutschland als Vorbild in der Corona-Bekämpfung herangezogen wird. Schön an der Situation ist, dass man sich nun Lockerungen erlauben kann (abzuwarten ist noch, wie sich die letzten Lockerungen auswirken) und selbst wenn die Reproduktionszahl auf etwas über 1 steigt, so wäre dies (zumindest vorübergehend) recht unproblematisch, da unser Gesundheitssystem ein Vielfaches an Fällen auffangen könnte.

    Hinsichtlich der Testkapazitäten möchtest du wahrscheinlich die geringe Nutzung der Kapazitäten kritisieren. Zunächst einmal muss man sich vergegenwärtigen, dass die Testkapazitäten erst seit kurzer Zeit nicht mehr annähernd ausgeschöpft werden, so circa seit KW 14, also insgesamt vielleicht fünf Wochen. Zuvor sah dies anders aus, da mehr Tests angefordert waren und die Testkapazitäten noch niedriger waren. Bis man nun die Daten aus KW 14 zur Verfügung hatte und diese Problematik feststellte, war es schon Mitte KW 15 (daher wird ganz zufällig seit KW 15 auch die wöchentliche Kapazität der Labore vom RKI erfasst zwinker). Bis man eine Fortsetzung dieses Trends bestätigt sehen konnte, war es Mitte KW 16. Das ist die erste Problematik.

    Die zweite Problematik ist die Logistik. Es ist nicht ganz so einfach Kapazitäten, die bspw. in Schleswig-Holstein frei wären, nun für Bayern zu verwenden. Erst einmal müssten die Proben ja weiterhin in Bayern genommen werden und entsprechend dort Kapazitäten zur Verfügung sein. Anschließend müssten die Proben zur Untersuchung nach S-H gebracht werden, was einen zeitlichen Verzug bis zur Auswertung der Probe bedeutet. In Anbetracht dessen, dass die Infektiosität rund um die ersten Symptome häufig am Stärksten ist, ist so ein zeitlicher Verzug sehr problematisch, wenn auch sicherlich besser als gar keine vorgenommene Testung.

    Weitere Problematiken sind, dass Testkapazitäten z. T. aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht ausgeschöpft werden können. Das umfasst u.a. Corona-Teskits bzw. Extraktionskits, Abstrichtupfer oder auch Reagenzien. Da geht es teilweise darum, dass deutschlandweit nicht genügend dieser Materialien zur Verfügung stehen, oftmals aber auch darum, dass ein Labor einen Mangel aufweist, während andere Labore noch gut versorgt sind. Hier arbeitet man derzeit sehr stark an einer verbesserten Koordinierung. Hinzu kommen personelle Aspekte, durch die Testkapazitäten nicht ausreichend genutzt werden können. Krankheit, Urlaub, Quarantäne etc. etc..

    Hinzu kommt, dass ja in den meisten Fällen unterschiedliche Stellen die Tests vornehmen (also den Rachenabstrich durchführen) und auswerten (also die PCR-Analyse in die Wege leiten). Insofern weiß man bei der Stelle, die die Tests vornimmt nicht unbedingt, dass bei der Auswertung noch Kapazitäten frei wären. Oftmals sind es ja 10 verschiedene Teststellen, die dann ein Labor beliefern. Insofern ist ein Teil der nicht ausgeschöpften Testkapazität mit Sicherheit immer rein theoretischer Natur.

    All diese Punkte muss man sich zunächst vergegenwärtigen. Nichtsdestotrotz ist die Lage natürlich derzeit unbefriedigend wenn in KW 17 nur 467.000 von 890.000 theoretisch möglichen Tests durchgeführt werden und ohne Frage wäre dort deutlich mehr möglich gewesen, auch wenn man einige Prozent der 890.000 Tests realistischerweise abziehen muss. Nur bleibt dann eben die Fragestellung, wer nun über die zusätzlichen Testungen entscheiden soll. Wie gesagt kann dies die Teststelle nicht, es kann aber auch das PCR-Labor nicht und so braucht es dort eine generelle Anweisung seitens der Politik, wer getestet werden soll. Dies waren lange Zeit nur diejenigen mit starkem Verdacht infolge einer Symptomatik oder diejenigen mit nachweislichem Kontakt zu infizierten Personen. Dies reichte zunächst aus um die Kapazitäten auszufüllen, nun jedoch zunehmend nicht mehr. Daher gab es von unserem Bundesgesundheitsminister im Verlaufe der KW 16 (als sich der Trend bestätigte, dass die Fälle abnehmen und gleichzeitig die Kapazitäten steigen) auch die Ansage, dass die Tests ausgeweitet werden sollen und alle Personen mit Atemwegsproblemen getestet werden sollen. Hinsichtlich der "späten Entscheidung" hat wie gesagt hier der Meldeverzug, die Beobachtung der Entwicklung und mit Sicherheit auch die Vorsicht eine Rolle gespielt, dass erst jetzt eine Änderung kommt, da man nicht riskieren wollte plötzlich nicht mehr genug Kapazitäten für die "ernsten Fälle" zu haben.

    Insofern ist schließlich aber eigentlich davon auszugehen, dass die Kapazitäten ab KW 18 wieder besser ausgenutzt werden (auch in KW 17 hat die Anzahl der durchgeführten Tests bereits um 137.000 zugelegt). Ob auch nahezu vollständig wird man jetzt beobachten müssen. Grundsätzlich aber geht es selbstverständlich darum die Ernstfälle schnellstmöglich zu testen, gleichzeitig aber auch die Kapazitäten weitestgehend auszuschöpfen. Die Entscheidung darüber wen man noch zusätzlich testet, ist aber durchaus schwierig, zumal ja oftmals auch regionale Aspekte eine Rolle spielen. Es ist einfach nicht so, dass das PCR-Labor sich denkt, dass da noch 30 Tests mehr möglich wären, das weiterleitet und man bei der Teststelle nun einfach dreißig zusätzliche Leute testet... Das bedarf schon einer umfangreicheren Koordinierung.

    Ich würde jetzt mal stark behaupten, dass die 0,75 schon seine Richtigkeit hat. Der Deutschlandfunk ist eigentlich als Quelle sehr zuverlässig. Zum Thema Fußball fällt mir absolut nichts mehr ein. Ich bin großer Fußballfan gewesen das hat sich aber in den Jahren immer mehr geändert. Kommerz, Korruption und der Hass gegen Migranten waren die Auslöser. Wenn sie jetzt noch anfangen wider Fußball zu spielen dann ist glaube ich der Ofen endgültig aus bei mir. Es gibt Sportarten ohne Zwangsläufigen Körperkontakt der nicht Stattfinden darf. Hierzu zähle ich natürlich auch unser geliebtes Dartspiel. Natürlich darf nicht rumgereist werden, aber man könnte eher ein PC Event statt Fußball.

    Selbstverständlich haben die 0,75 Richtigkeit, ist doch längst vom RKI publiziert, da bedarf es keiner Einschätzung von Sekundärquellen:

    https://www.rki.de/DE/Content/Inf…publicationFile

    Die Diskussion um den Fußball ist dann doch etwas weitreichender als vielerorts dargestellt. Es geht ja nicht generell darum, dass der gesamte Amateurfußball wieder den Betrieb aufnehmen soll, sondern lediglich um die ersten Bundesligen. Da ist es dann ein Kosten-Nutzen-Vergleich, der einen Neustart durchaus legitimieren würde. So unschön man das auch finden mag, der Profifußball ist inzwischen ein eigener Wirtschaftszweig mit zehntausenden Arbeitsplätzen, insgesamt Milliardenumsätzen und auch wichtigen Steuergeldern seitens der Unternehmen, Spielern und sonstigen Beschäftigten. Natürlich ist die Ausübung eines Kontaktsportes in dieser Zeit sehr schwierig, aber wenn ein begrenzter Kreis von circa 500 Bundesligaspielern sich einem erhöhten Risiko aussetzt (wobei die geplanten Testungen das Risiko deutlich minimieren), so ist dies für die allgemeine Entwicklung der Pandemie vergleichsweise bedeutungslos. Wenn man dann das Ansteckungs- und Verbreitungsrisiko der Sportler in Relation zu dem wirtschaftlichen Nutzen setzt, so fände ich es nur vernünftig, dem Fußball die Möglichkeit einzuräumen die Saison weiter auszutragen.

    Ich kann nachvollziehen, dass das kritisch beäugt wird, weil man selber dieselben Tätigkeiten auf dem nächsten Fußballplatz nicht ausüben darf und Kontaktbeschränkungen bestehen. Aber da geht es eben um die Unterscheidung zwischen Amateurfußball und dem Profifußball, inklusive dessen wirtschaftlicher Bedeutung. Letztendlich verzichtet der Profifußball bis dato komplett darauf staatliche Hilfen anzufordern und hat ein eigenes Konzept zur Weiterführung des Spielbetriebs vorgelegt. Nun hat man die Wahl dieses Konzept zu akzeptieren oder aber es abzulehnen, dann aber wird der wirtschaftliche Schaden für die Szene zu groß und die Vereine werden nicht mehr in der Lage sein sich selbstständig zu retten. Dann geht es um Arbeitsplätze und zuletzt auch um staatliche Hilfen, die grundsätzlich aber an anderen Stellen viel dringender benötigt würden.

    Ganz ehrlich, wir haben hierzulande inzwischen Schulen geöffnet, da geht es um Hunderttausende oder Millionen, die täglich in Kontakt treten und deren Einhaltung der Abstandsregelungen kaum kontrollierbar ist. Wir diskutieren inzwischen, dass die Kitas schnellstmöglich wieder teilweise geöffnet werden, wo Kleinkinder überhaupt nicht voneinander zu trennen sind, die sich gegenseitig ins Gesicht fassen und alle möglichen Dinge ablecken oder in den Mund nehmen, wo sich Virus konzentriert haben könnte. Friseure haben ab Montag wieder geöffnet, wenn dort auch Maskenpflicht besteht. Aber 500 regelmäßig getestete Bundesligaspieler dürfen nicht gegeneinander antreten? Das ist mir persönlich zu kleinkariert, auch wenn ich den Reflex nachempfinden kann und auch glaube, dass Teile der Bevölkerung hierfür wenig Verständnis aufbringen würden bzw. dies zum Anlass nehmen würden um selbst etwas lockerer mit dem Virus umzugehen. Letztendlich geht es bei dem Fortlaufen der Fußball-Bundesliga aber nicht nur um Kommerz und Kapitalismus, sondern schlicht um Existenzen. Das muss man sich vergegenwärtigen.

    PS: Dartsport ist sicherlich auch möglich, mit entsprechendem Hygienekonzept. Nur lebt der Dartsport von Zuschauereinnahmen und ist auf diese stark angewiesen. Ohne Zuschauer bringt dem Sport eine Weiterführung der Saison wenig bis nichts. Da wären die Kosten höher als die Einkünfte. Der Fußball in Deutschland und den anderen großen Ligen hingegen lebt in erster Linie von den Fernsehgeldern, da sind die Zuschauereinnahmen nur ein kleiner Einnahmenzweig. Dementsprechend können die Vereine mit den Fernsehgeldern allein überleben. Nur finden keine Spiele statt, so fließt auch kein Fernsehgeld bzw. wäre dieses zurückzuerstatten.

    PPS: Beeindruckende Statistiken...

    https://twitter.com/VincentRK/status/1255133558848413701

    In Zeiten wo es darum geht Existenzen zu wahren, ist es wahrlich ein Skandal dass die, von dir so gelobten, Wissenschaftler
    die Zahlen auf oder abrunden. Zumal die Dame aus der Ukermark doch gesagt hat das kleinste Veränderungen dieser Zahlen
    sich auf die Lockerungsmaßnahmen auswirken. Und wenn es um Kleinigkeiten geht, dann sollte man schon genau sein.

    Das ist man auch sehr wohl. Nur ist die Reproduktionszahl eine Schätzung, die mit 95%igem Konfidenzintervall ermittelt wird. Dementsprechend kann es da logischerweise gar keine genaue Zahl geben und man hält den Wert normalerweise bewusst ungenau, um keine falsche Erwartung einer Genauigkeit zu erwecken, die jedoch gar nicht gegeben sein kann. Das steht so übrigens auch seit Wochen in den täglichen Lageberichten des RKI:

    https://www.rki.de/DE/Content/Inf…publicationFile

    Teil 2:

    Ein weiterer Punkt ist die scheinbare Beliebigkeit der wissenschaftlichen Erkenntnis. Anfangs hat man gebannt auf die Anzahl der Neuinfektionen gestarrt und von Herdenimmunität gesprochen. Dann waren es plötzlich die Verdoppelungszahlen, die über Tod und Leben entscheiden. Bei 12 besser 15 Tagen sind wir auf der sicheren Seite so die Kanzlerin. Heute liegen wir wo? 30-40 Tage vielleicht? Interessiert aber auch Niemanden mehr denn jetzt haben wir den Reproduktionsfaktor. Ach ja, Herdenimmunität? So ein Quatsch.
    Man könnte den Eindruck gewinnen, man müsse sich ständig etwas Neues ausdenken, um die Bevölkerung auf Linie zu halten.

    Grundsätzlich denke ich erst einmal, dass man hier seitens der Politiker und Virologen versucht, irgendwie eine Nachvollziehbarkeit für die Bundesbürger zu schaffen, die jedoch immer nur bedingt gegeben sein kann, sofern man sich nicht sehr intensiv mit dem Thema auseinander setzt. Man versucht etwas stark zu einfachen und so dem Bürger nahezubringen. Schlussendlich werden Entscheidungen an oberster Stelle aber sicherlich nicht nur anhand eines Wertes getroffen, sondern anhand der Gesamtsituation, in die viele Werte mit hinein spielen. Das sind dann auch gar nicht nur Infiziertenzahlen, Reproduktionszahlen und dergleichen, sondern auch Krankenhauskapazitäten, Schutzausrüstungen, wirtschaftliche Aspekte, Gesellschaftsforschungen usw. usw.

    Zu den Werten: Die Neuinfektionen bleiben während einer solchen Pandemie mit Sicherheit immer interessant, man muss sie nur als Ottonormalbürger richtig deuten können. Hier besteht die Gefahr von Missverständnissen, wenn Bürger die Zahlen "falsch" lesen. In der Anfangszeit der Ausbreitung waren die Fälle insgesamt und die aktiven Fälle quasi identisch. Nun aber sind von 157.000 Fällen nur noch 37.000 aktiv. Die restlichen Fälle gelten entweder als geheilt, gestorben oder sind derzeit noch in medizinischer Behandlung. Zu Beginn hatte man dann 10.000 Fälle, es kamen 3.000 neue Fälle hinzu und jeder konnte sich ausrechnen, dass dies ein Anstieg um 30% ist und die Fallzahlen sich so sehr schnell verdoppeln. Gibt es nun 3.000 neue Fälle, so könnte man den Fehler machen und dies prozentual auf die 157.000 Fälle beziehen. Dann wäre dies ein verschwindend geringer Prozentsatz. Bezogen auf die 37.000 aktiven Fälle sieht das jedoch ganz anders aus. Da sind wir noch immer bei einer Verdoppelung der Fallzahl innerhalb von 9 Tagen und somit tendenziell mehr neuen als im gleichen Zeitraum abgeschlossenen Fällen. Einzig auf die Neuinfektionen zu schauen wird somit weniger nachvollziehbar für den Bürger.

    Von demher agiert man nun mehr mit der Reproduktionszahl, die schlussendlich aber denselben Nutzen verfolgt, nämlich zu beobachten ob ein exponentielles Wachstum stattfindet und wie schnell sich Infiziertenzahlen verdoppeln. Sich hier anzuschauen ob der Wert über oder unter 1 liegt, das ist für den Bürger sehr simpel und schnell nachvollziehbar. Das bedeutet aber ja nicht, dass die Infiziertenzahlen plötzlich unwichtig wären. Sie sind nur für den Bürger inzwischen schwieriger zu bewerten und tatsächlich fließen diese ja bspw. bei der Berechnung des RKI in die Reproduktionszahl mit ein. Insofern hat man hier meines Erachtens lediglich eine Vereinfachung für den Bürger vorgenommen. Grundsätzlich andere Handlungsrichtlinien der Politik ergeben sich jedoch daraus nicht.

    Das Thema Herdenimmunität ist derweil kompliziert. Zunächst eingeworfen sei allerdings, dass die Berechnung einer möglichen Herdenimmunität auf Grundlage der Basisreproduktionszahl geschieht. Insofern sind auch hier weiterhin Parallelen ersichtlich. Ansonsten ist aber die Frage, inwieweit eine Herdenimmunität anzustreben ist. Hierfür sind viele Faktoren entscheidend, die z. T. wieder kaum zu bewerten sind. Das ist eben eines der Hauptprobleme bei einer Pandemie und auch ein Grund dafür, dass die Haltwertszeit einiger Aussagen nicht allzu lange ist. Zunächst einmal ist noch strittig ab wann man bei Covid-19 tatsächlich von einer Herdenimmunität ausgehen könnte, momentan geht man da von 60-70% aus. Das sind grob gerechnet in Deutschland circa 50 Millionen, die sich demnach mit Covid-19 infizieren müssten. Rechnet man mit 5% Intensivpatienten, sind das 2,5 Millionen Intensivpatienten. Wenn man jetzt rechnet, dass die im Schnitt nur eine Woche dort liegen und im Schnitt 30.000 Intensivbetten nur für Covid-19-Patienten zur Verfügung stünden, so landen wir immer noch bei 83 Wochen, die es (bei unrealistischer ständiger Volllast) benötigen würde um diese Anzahl an Patienten aufzufangen. Ohne Überlastung des Gesundheitssystems ginge die Durchseuchung bis zur Herdenimmunität demnach auch nur in über 1 1/2 Jahren. Ist nur eine grobe Modellrechnung, bei der mit kleinen Unterschieden in den Daten (z.B. nur 4% oder 6% Intensivfälle) gänzlich andere Ergebnisse zustande kommen, aber sie zeigt vielleicht ein wenig die Problematik auf.

    Die nächste Problematik betrifft dann die Immunität selbst. Noch gibt es logischerweise überhaupt keine Daten darüber, wie lange solch eine Immunität vorherrscht. Womöglich hält die nur ein Jahr (sicherlich auch stark abhängig von weiterer Mutation des Virus, die zwar bislang recht gering ausfällt, aber nichtsdestotrotz mit jedem zusätzlich Infizierten voranschreitet) und wir stünden trotz zwischenzeitlich 40 Millionen Infizierter in einem Jahr an demselben Ausgangspunkt und haben noch immer keinen Impfstoff. Generell muss man berücksichtigen, dass Herdenimmunität ja auch nicht gleichbedeutend mit einem Ende der Pandemie wäre. Wenn bspw. die Großstädte zunächst eine Art Herdenimmunitäten aufbauen (wird sehr wahrscheinlich tatsächlich so sein), so wird die Verbreitung des Virus dort deutlich verlangsamt. Gleichzeitig kann es aber passieren, dass Kleinstäde und Dörfer solche Immunitäten noch nicht in ausreichendem Maße entwickelt haben und dort weiterhin exponentielles Wachstum stattfindet bis man auch dort zur Herdenimmunität gelangt ist.

    Letztendlich geht man aber nach heutigem Stand (kann schnell überholt werden) davon aus, dass die Immunität zumindest bis zur Entwicklung und Produktion eines Impfstoffes vorhält. Insofern wäre eine Herdenimmunität sicherlich wünschenswert und man würde diese auch grundsätzlich gerne erreichen. Nur geht dies eben nur in einem Rahmen, in welchem die Krankenhauskapazitäten dies hergeben. Ob innerhalb dieses Rahmens tatsächlich eine Herdenimmunität entstehen kann, das wird sich zeigen und auch stark davon abhängen, wie lange der Impfstoff benötigt. Grundsätzlich aber hilft sicherlich jede einzelne Person mit entwickelter Immunität um das Voranschreiten des Virus einzudämmen, da weniger Wirte bleiben und der Virus sich schlechter verbreiten kann (die Reproduktionszahl sinkt). Insofern werden mit fortlaufender Dauer dieser Pandemie auch mehr und mehr Lockerungen möglich. Nur befindet man sich in einem Marathon und nicht in einem Sprint, insofern ermöglicht dies sicherlich nicht wochenweise Lockerungen, sondern eher monateweise und moderat (nur um hier keine falschen Erwartungen zu hegen). Insgesamt ist somit eigentlich nur die Frage, was eher kommt: Der Impfstoff oder die Herdenimmunität. Dies kann sich aber letztlich von Region zu Region unterscheiden, selbst innerhalb Deutschlands. Der Fortbetrieb der Wirtschaft ist in der Gewichtung so stark, dass eine gewisse Durchseuchung der Bevölkerung in Kauf genommen werden muss und wird.

    Nein, ich weiß es nicht besser als die Experten. Ich halte mich aber für einen halbwegs vernünftigen Menschen, der für Argumente zugänglich ist. Davon kommt aber nur wenig. Und ja, die Regierung muss ihr Vorgehen rechtfertigen denn wir leben in einer Demokratie. Herr Putin und Herr Erdogan müssen nichts rechtfertigen. Aber das sind andere Staatsformen.

    Hier bin ich anderer Meinung. Ich vertrete die Ansicht, dass man hierzulande sehr bemüht ist, die Entwicklung der Pandemie nachvollziehbar darzustellen und auch Gefahren deutlich zu machen, sofern Beschränkungen vorliegen. Ich kann mich bspw. bei Frau Merkel in ihrer gesamten Amtszeit nicht erinnern, sie so präsent erlebt zu haben wie in den letzten Wochen. Letztendlich wird man aber nicht jede Entscheidung bis ins Detail erläutern können, das liegt in der Natur der Sache. Ich habe aber schon den Eindruck, dass man gewillt ist, die Bürger soweit möglich mit ins Boot zu holen, wenn auch womöglich nur, da das Verhalten dieser Bürger für die Entwicklung der Pandemie maßgeblich ist. Ohne die Akzeptanz der Bevölkerung wird dieser Kampf nicht gewonnen werden können, dessen muss man sich bewusst sein, insofern ist auch die Kommunikation und Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen von elementarer Bedeutung. In der Anfangsphase inklusive täglich neuer Erfahrungen und Entwicklungen mit dem Virus, finde ich unsere Regierung bis dato erstaunlich wohlbesonnen und informativ. Als positives Beispiel dient da z.B. die Entwicklung der Tracing-App, bei der man auf breite Akzeptanz der Bevölkerung angewiesen ist und daher die ursprünglich geplante zentrale Datenspeicherung aufgegeben hat, die hinsichtlich des Datenschutzes Kritiker auf den Plan rief.

    Teil 1:

    An der Corona Diskussion stören mich einige Dinge. Angefangen damit dass immer Menschenleben gegen Wirtschaft gestellt wird. Selbst wenn man den Standpunkt vertritt "scheiß auf die Wirtschaft", haben die Corona Maßnahmen massive Auswirkungen auf das Leben vieler Menschen und damit meine ich nicht triviale Dinge wie dass ich gern mal wieder auf ein Rockkonzert gehen würde. Dringend notwendige, wenngleich nicht lebensnotwendige Operationen wurden verschoben, Therapien nicht begonnen bzw. abgebrochen, Menschen mit leichteren Herzinfarkten oder Hirnschlägen gehen oftmals nicht ins Krankenhaus aus Angst vor Infektionen. Gleichzeitig sind manche Krankenhäuser so überlastet, dass sie Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt haben. Existenzen werden vernichtet, Familien in Armut gestürzt. Welche Auswirkungen dies auf die heranwachsende Generation hat, wird man erst in vielen Jahren sehen. Auch diese Menschenleben zählen, nicht nur die 150.000 Infizierten.

    Das Problem ist, dass man zum heutigen Zeitpunkt kaum die Folgen verschiedener Maßnahmen absehen kann. Klar ist, dass die momentanen Maßnahmen große Einschnitte für die Wirtschaft bedeuten und Schäden in Billionenhöhe verursachen, an denen man noch sehr sehr viele Jahre zu knabbern haben wird. Zunächst mal muss man sich aber vergegenwärtigen, dass Deutschland in vielen wirtschaftlichen Bereichen vom Ausland abhängig ist. Ob das nun Branchen wie der Tourismus sind, wo es offensichtlich ist, oder stark exportierende Gewerbe oder auch einfach nur produzierende Gewerbe, die auf Produkte aus dem Ausland angewiesen sind. Insofern entsteht allein dadurch ein riesiger wirtschaftlicher Schaden, auf den wir hierzulande kaum einen Einfluss haben. Hinzu kommt dann, dass ein Teil der Maßnahmen meiner Ansicht nach alternativlos sind. Über die zwischenzeitliche Schließung von Geschäften etc. kann man sicherlich kontrovers diskutieren, aber Abstandsregelungen sind meines Erachtens alternativlos. Diese Regelungen schränken Teile der Wirtschaft auch sehr sehr stark ein und führen zu deutlichen Rückgängen im Umsatz.

    Letztlich bleibt halt immer die Frage der Alternative und was diese bedeutet. Mehr und mehr Lockerungen bedeuten exponentielles Wachstum, mehr Infizierte, mehr Tote und eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems. Die Folgen eines Kollapses des Gesundheitssystems sind kaum absehbar. Was dadurch an kurzfristigen Krankheits- und Todesfällen hinzukäme und wie sich dies auf die Gesellschaft auswirken würde, das ist nicht zu beziffern. Wenn dadurch Behandlungen nicht mehr wie nötig stattfinden können und Operationen etc. erst recht nicht, so wird es nicht nur zusätzliche Todesfälle geben, sondern auch viele Langzeitschäden. Langzeitschäden, die sich dann auch wieder massiv auf die zukünftige Wirtschaftslage auswirken. Generell ist das ja nicht nur bei einer Überlastung des Gesundheitssystems eine Problematik. Wer weiß denn heute schon was Covid-19 für Langzeitschäden verursacht? Der Virus wirkt sich stark auf die Lunge aus (bei Sporttauchern sind schon nachhaltige Schwierigkeiten aufgetaucht) und wird dort Schäden verursachen, der Virus wirkt sich auf das Nervensystem aus (siehe Geschmacks- und Geruchsverlust) und es ist völlig unklar inwieweit dies für die Zukunft von Bedeutung ist.

    Letztendlich ist jede gesundheitliche Problematik gleichzeitig auch eine Problematik für die Wirtschaft. Ob nun Behandlungskosten, etwaige Betreuungskosten, vorübergehende Arbeitsunfähigkeit etc. etc. Insofern sind das hochkomplexe Hochrechnungen, die man anstellen müsste um so etwas auch nur annähernd gegenzurechnen. Klar ist aber, dass jeder eingeschlagene Weg Vor- wie Nachteile bringt und weder schwarz noch weiß ist. Meiner persönlichen Meinung nach muss es daher irgendwie einen Mittelweg geben, der die Infektionszahlen am Rande des für die Krankenhäuser zu leistenden bewegt, aber keineswegs darüber hinaus schießt. Die Folgen eines Zusammenbruchs des Gesundheitssystems sind zu unvorhersehbar und zu gewaltig um solch ein Szenario zu riskieren. Denn spätestens dann bräuchten wir nicht mehr über hauptsächlich ältere Personen und Personen mit Vorerkrankungen diskutieren. Dann kommen wir in gänzlich andere Dimensionen. Gleichzeitig aber muss die Wirtschaft auch so gut es geht am Leben gehalten werden um hier weiteren Schaden abzuwenden, sowohl wirtschaftlich als auch daraus resultierend gesundheitlich, psychisch etc.. Nur ist es natürlich wahnsinnig kompliziert so ein Ausbruchsgeschehen so zu steuern, dass man eine hohe Auslastung der Krankenhäuser hat, zugleich aber keine Überlastung.

    Von demher kann die Diskussion sich eigentlich auch nie darum drehen ob Menschenleben oder Wirtschaft. Mit jedem Menschenleben bzw. dessen Gesundheit wird die Wirtschaft beeinflusst und umgekehrt bringt jeder wirtschaftliche Schaden auch gesundheitheitliche Schäden mit sich. Das sind zwei Punkte, die eng miteinander verknüpft sind und jede Entscheidung der Regierung muss dazu dienen, hier den Mittelweg zu finden, der den geringsten Gesamtschaden bedeutet.

    Generell glaube ich, dass die wirtschaftlichen Schäden vielerorts bis dato noch stark unterschätzt werden. Die Umsatzeinbrüche sehr vieler Unternehmen werden enorm sind und das nicht nur während eines Monats, sondern bis zum Ende dieser Pandemie und weit darüber hinaus infolge gesunkener Kaufkraft. Befristete Verträge werden überwiegend nicht verlängert werden, Arbeitslosenzahlen in die Höhe schnellen und dann fallen nicht nur Steuereinnahmen weg, nein, man zahlt stattdessen plötzlich Arbeitslosengeld. Aktuell wird in Deutschland diskutiert, dass wir demnächst wieder bei drei Millionen Arbeitslosen liegen. Am Ende dieser Krise werden wir ganz andere Dimensionen haben und sicherlich bei Zahlen angelangen, die wir hierzulande seit vielen Jahren nicht mehr hatten. Aber: Man sollte an dieser Stelle nie vergessen, wie privilegiert man in Deutschland ist. Es gibt so viele Länder dieser Erde, wo man deutlich weniger Kündigungsschutz genießt, bei Arbeitslosigkeit nicht vom Staat aufgefangen wird, bei Krankheit die Kosten selber tragen muss, das Gesundheitssystems sowieso schon marode ist etc. etc.. Da sprechen wir auch nicht von Afrika (auch wenn dies eh keinen Unterschied machen sollte), sondern von großen europäischen Ländern oder auch den USA. Allein in den USA gibt es seit Ausbruch der Corona-Krise 25 Millionen zusätzliche Arbeitslose (prozentual zur Bevölkerung wären das hier ungefähr 6 Millionen!), deren Krankenversicherung hauptsächlich an ihrem Arbeitgeber hing und die nun nicht nur ohne Job dastehen und riesige Einkommensverluste haben, sondern auch etwaige Kosten bei Erkrankung selber tragen müssten, dies aber nicht mehr könnten. Länder wie Frankreich haben schon seit Jahren eine Jugendarbeitslosigkeit von 20%, das wird die Krise nun sicherlich nicht verbessern, über Griechenland, Italien oder deren Schuldenstand braucht man eh schon kaum mehr Worte verlieren. So etwas sollte man sich bitte immer vergegenwärtigen, bevor man hier in Deutschland die Keule auspackt. Es gibt wenig Länder dieser Erde, in denen man der aktuellen Krise entspannter entgegentreten kann als hierzulande. Nichtsdestotrotz ist und bleibt fundierte Kritik legitim, wichtig und richtig.


    Ich frage mich auch, wo die derzeit an den Tag gelegten hohen moralischen Standards in anderen Fällen sind. Jährlich sterben geschätzt 9 Millionen Menschen an Hunger. Um dies zu verhindern, müsste man nicht Billionen von Euro oder US Dollar aufwenden, so wie dies in der Corona Krise der Fall ist. Könnte es daran liegen dass die Hungeropfer überwiegend in Afrika zu beklagen sind?

    Wie oben geschrieben, denke ich zunächst, dass wir die moralischen Standards gar nicht unbedingt viel höher gesetzt haben, sondern die Gesamtsituation uns dazu zwingt die Gesundheit scheinbar in den Vordergrund zu stellen.

    Ansonsten bleibt der afrikanische Kontinent natürlich ein sehr zweifelhafter Punkt wenn es um ethische Fragestellungen geht. Auch wenn man dort von vielen Teilen der Welt schon sehr viel macht, so müsste dort sicherlich noch sehr viel mehr getan werden. Ohne die Situation dort nur im Ansatz beschönigen zu wollen, so gibt es dort aber auch wahnsinnig viele kulturelle Schwierigkeiten und eigenes Verschulden in der Entwicklung der einzelnen Länder. In vielen Bereichen bedarf es auch jahrzehntelanger Aufbauarbeit, angefangen bei Bildungsarbeit, um dort das Leben produktiver zu gestalten. Der Kolonialismus war aber sicherlich auch ein starker Treiber vieler negativer Entwicklungen in Afrika. Letztendlich ist es aber, leider, wie du sagst: Es ist "nur" Afrika. Aber das trifft auf sehr viele Bereiche zu... Ich könnte dich nach Terroranschlägen mit zweistelligen Todesopfern der letzten 10 Jahre in Europa befragen, du wirst wahrscheinlich fast alle, wenn nicht gar alle, davon kennen. Dabei hat man von weit schlimmeren Anschlägen in Jemen, Syrien, Kasachstan, Afghanistan, Kamerun, Nigeria, dem Kongo und dergleichen teilweise noch nicht einmal gehört. So sind viele Menschen leider, solange etwas sie selber nicht betrifft, ist es nur bedingt relevant. Erst wenn es örtlich näher zu rücken scheint und die Bedrohungslage scheinbar zunimmt, gewinnt etwas an Bedeutung.

    Sehr interessanter Artikel der NY Times zur Übersterblichkeit in verschiedenen Ländern:

    https://www.nytimes.com/interactive/20…ce=articleShare

    Da zeigt sich die Wucht des Virus und damit verbunden die Gefährlichkeit. Wir sollten hierzulande unbedingt aufpassen nicht zu nachlässig zu werden und nicht zu sehr zu lockern. Die Folgen für die Wirtschaft werden so oder so beispiellos katastrophal. 2-3 Wochen mehr mit Einschränkungen werden wirtschaftlich am Ende dieser Krise nur einen geringen Unterschied machen, eine Rezession ist unausweichlich. Ich hoffe, dass man sich nun nicht weiter in Lockerungen "überbietet", sondern mit großem Augenmaß agiert. Natürlich muss es eine Rückkehr zum normalen Leben geben, aber es benötigt allerorts gute Konzepte für Abstandsregelungen und Hygiene, insbesondere im ansonsten oftmals überfüllten Nahverkehr infolge des Schulbetriebs und des Berufsverkehrs. Es bringt wenig wenn die Geschäfte und Schulen gut vorbereitet sind, aber der Weg hin und zurück zu diesen Orten kann eine mindestens genauso große Gefahr darstellen. Meine Hoffnung wäre auch, dass eine Tracing-App (die im Laufe der nächsten 2-4 Wochen erscheinen soll) weitere Lockerungen ermöglicht. Nur muss man hoffen, dass so eine App auch breit genug genutzt wird und die Bürger sich derzeit nicht zu sehr in Sicherheit wiegen, da man die Lage hierzulande derzeit gut im Griff zu haben scheint.

    https://www.worldometers.info/coronavirus/
    156 Tote in Deutschland heute, mit Abstand Rekord. Morgen werden wir die 1000 Toten leider erreichen.
    Die letzten beiden Tage auch wieder ein deutlicher Anstieg der Neuinfektionen pro Tag von 4.000 auf 6.000.
    Sieht schlecht aus.

    Bei den Totenzahlen war ein deutlicher Anstieg ja leider vorauszusehen, da diese Toten eben überwiegend aus den Infiziertenzahlen von vor 10-14 Tagen resultieren. Da zu der Zeit ein massiver Anstieg der Infizierten stattfand, steigen nun quasi zwangsläufig auch die Totenzahlen.

    Auch den Anstieg bei den Neuinfektionen würde ich jetzt nicht allzu kritisch betrachten. Da einzelne Tage zu bewerten macht zumeist relativ wenig Sinn, da sollte man längere Zeiträume berücksichtigen. Vier Tage in Serie mit deutlich weniger Infizierten als an den drei Hochtagen zuvor würde ich da eher als positiven Trend einordnen. Insgesamt geht es ja hauptsächlich darum den exponentiellen Wachstum zu stoppen und da scheint die letzten Tage ein positiver Trend eingesetzt zu haben.

    Generell bin ich auch der Ansicht, dass 5.000-6.000 tägliche Neuinfektionen für unser Gesundheitssystem noch recht problemlos aufzufangen sind. Man sieht ja momentan auch, dass noch über 8.000 Intensivbetten zur Verfügung stünden (und das nur bei den Kliniken, die dem RKI melden. Insgesamt soll es ja lt. Krankenhausgesellschaft noch 22.000 weitere Intensivbetten geben, von denen sicherlich auch längst nicht alle belegt sind). Sicherlich werden das in den kommenden 2-3 Wochen ein paar weniger (in den letzten 3-4 rund 300 Corona-Intensivpatienten täglich mehr), aber da sind wir schon noch sehr gut aufgestellt, da ja auch fleißig weitere Kapazitäten geschaffen werden. Man muss ja umgekehrt auch sehen, dass wir nun vor rund 2 Wochen auch schon bei etwa 4.000 Fällen täglich lagen. Fast so viele genesen dann ja auch wieder bzw. fallen die gesamten 4.000 Fälle dann ja auch täglich wieder aus der Statistik aktiver Fälle heraus. Man sieht es ja jetzt schon, dass von 77.000 Fällen nur noch 57.000 aktiv sind.

    Insgesamt hat man da hierzulande einfach das große "Glück", dass man verhältnismäßig viele Intensivbetten aufweist. Vor der Krise hatte man lt. dem Statistischen Bundesamt 33,9 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner. Spanien und Italien hatten nicht einmal ein Drittel davon, bei den Briten sieht es auch nicht groß besser aus. Jedenfalls gibt es wohl derzeit wenig Länder, in denen man der Corona-Krise, trotz bedenklicher Zahlen, entspannter entgegen sehen kann als in Deutschland, was sich durch wirtschaftliche Aspekte nur noch weiter verstärkt. Allein die Todeszahlen aus anderen Ländern verheißen da momentan nichts Gutes.

    Tote pro 1.000.000 Einwohner:
    218 - Italien
    201 - Spanien
    87 - Belgien
    68 - Niederlande
    62 - Frankreich
    56 - Schweiz
    46 - Luxemburg
    35 - UK
    18 - Österreich
    18 - Dänemark
    15 - USA
    11 - Deutschland
    4 - Tschechien
    1 - Polen

    Bei den großen Krisenherden Italien und Spanien sieht es da sowieso ganz anders aus, aber auch bei vielen unserer Nachbarstaaten sind die Todeszahlen in Relation zur Bevölkerung deutlich höher. Sowohl die Schweiz als auch die Benelux-Staaten haben diesbezüglich bedenkliche Zahlen. Österreich und Dänemark liegen "leicht" schlechter, einzig Tschechien und Polen können von unseren Nachbarstaaten bessere Werte aufweisen. Insgesamt scheint Osteuropa bisher noch glimpflicher betroffen, immer vorausgesetzt, dass dort auch entsprechende Tests großflächig durchgeführt werden.

    Heute gab es seitens des RKI wieder den Vergleich von durchgeführten Testungen und positiven Fällen.

    Vergangene Woche wurden lediglich 6.000 Tests mehr durchgeführt als in der KW 12 (von den Laboren, die in der Zwischenzeit ans RKI übermittelt haben), die positiven Tests sind dabei jedoch fast 7.000 mehr. Die Quote positiv getester ist also von 5,9% in KW 11 auf 6,8% in KW 12 und nun auf 8,7% in KW 13 gestiegen.

    https://www.rki.de/DE/Content/Inf…publicationFile

    Sehr ernüchternd sind derweil auch die Zahlen aus Großbritannien. Ursprünglich wurden diese ja teilweise von Regierungskritikern für ihr verhaltenes Vorgehen gelobt, spätere Schulschließungen, Ausgangsbeschränkungen, spezieller Schutz Älterer etc. etc. Heute musste man nun 563 Tote innerhalb eines Tages vermelden. Insgesamt hat man dort inzwischen 2,5mal so viele Todesfälle wie in Deutschland zu beklagen.

    Interessante Zahlen, ja. Aber man bräuchte Vergleichszahlen aus den Vorjahren, bzw. eine Studie darüber, um die Zahlen einordnen zu können. Auch ohne Covid-19 gibt's all diese Probleme (momentan wird nur Alles Covid-19 zugeordnet, sobald das Virus bei einem Patient festgestellt wird):
    https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldu…gefaehrdet.html

    Alles bekannte Probleme, ganz ohne "Corona": Krankenhäuser an ihren Kapazitätsgrenzen, Intensivbetten Mangelware, Lungenversagen, etc.

    Immer bedenken, dass momentan parallel eine Grippewelle grassiert, auch wenn es gerade noch weniger thematisiert wird, als immer schon.

    Wolltest du nicht gestern noch deinen Account löschen lassen? :ohno_

    Ganz interessante Zahlen aus dem gestrigen Lagebericht des RKI:

    "Für 40.931 übermittelte Fälle liegen klinische Informationen vor. Häufig genannte Manifestationen waren Husten (53%), Fieber (41%) und Schnupfen (23%). Für 771 Fälle (2%) ist bekannt, dass sie eine Pneumonie entwickelt haben. Eine Hospitalisierung wurde bei 4.904 (12%) der Fälle angegeben."

    Aus früheren Berichten aus China erinnere ich mich an das Auftreten von Fieber bei rund 3/4 der Patienten. Hierzulande scheint das bislang nicht so verbreitet zu sein. Husten und Schnupfen sind stattdessen hier als Symptome eher vorhanden. Ein Krankenhausaufenthalt bei 12% der Patienten ist schon durchaus besorgniserregend, besonders da hierzulande bislang hauptsächlich die Bevölkerungsgruppe zwischen 35 und 59 Jahren betroffen ist. Sollte der Virus vermehrt ältere Menschen befallen, so würde der Wert sehr wahrscheinlich noch weiter ansteigen. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass noch bei einigen der Betroffenen ein Krankenhausaufenthalt nötig wird, der lediglich bis dato nicht erfolgt ist.

    Nicht neu, aber durchaus interessant ist auch die Statistik zu den Todesfällen. Bislang sind in Deutschland zu 67% Männer betroffen und zu 87% Personen ab 70 Jahren. Gerade da die Gruppe ab 70 Jahren bislang nicht die höchsten Infektionszahlen aufweist (lediglich 11% der gemeldeten Fälle), ist die Sterberate umso bedenklicher. Diese Bevölkerungsgruppe muss unbedingt geschützt werden. Bei den unter 60-jährigen sind es auch immerhin schon 26 Todesfälle.

    Interessant auch die Statistik zur intensivmedizinischen Behandlung. Von 14.412 registrierten Intensivbetten sind derzeit noch 6.709 frei. Man hat also in der Hinsicht noch reichlich Kapazitäten. Covid-19-Patienten sind in 1.218 Fällen in intensivmedizinischer Behandlung. 78% davon müssen beatmet werden. Das ist eine erschreckend hohe Prozentzahl. Von den abgeschlossenen Behandlungen im intensivmedizinischen Bereich führten 103 von 413 zum Tode, also 25%.

    https://www.rki.de/DE/Content/Inf…publicationFile

    Die oben aufgeführten Zahlen sind zum jetzigen Zeitpunkt aber natürlich schwer zu bewerten. Man könnte jetzt sagen, dass nur 450 von 60.000 verstorben sind. Das wären lediglich 0,75%. Geht man dann noch von einer zusätzlichen Dunkelziffer bei Infizierten, aber weniger bei Verstorbenen aus, so läge die Letalitätsrate nochmal niedriger. Klingt erst einmal völlig harmlos, allerdings ist da nicht mit einberechnet, wieviele der Infizierten womöglich noch im Anfangsstadium der Erkrankung stecken. Sehr wahrscheinlich werden noch einige dieser 60.000 versterben.
    Umgekehrt könnte man sagen, dass von 8.950 abgeschlossenen Fällen 450 zum Tod geführt haben. Das wären dann immerhin schon knapp über 5%. Allerdings ist auch hier zu bedenken, dass die Dunkelziffer der Geheilten voraussichtlich höher liegt als bei den Toten.

    Von demher: Was will man zum jetzigen Zeitpunkt groß aus diesen Zahlen herleiten? Man weiß schlicht zu wenig um die Letalitätsraten auch nur annähernd valide einzuschätzen. Hinzu kommt, dass viele Gesichtspunkte in den aktuellen Zahlen überhaupt nicht berücksichtigt sind. Dabei muss nämlich auch berücksichtigt werden, dass die meisten bislang nachgewiesenen Fälle im Alter zwischen 35 und 59 Jahren sind. Verschiebt sich dies, hin zu älteren Altersgruppen, könnten die Todesfälle prozentual zunehmen. Wie wirkt sich eine Überanspruchung des Gesundheitssystems und insbesondere der Krankenhäuser auf die Letalitätsraten aus? Man sieht es an den Beispielen Italien und Spanien, dass sich so etwas dramatisch auswirken kann. Insbesondere wenn dann auch noch Beatmungsgeräte fehlen würden, würde dies weitere Opfer infolge schlechter Versorgung mit sich bringen, selbst solcher ohne Corona aber mit anderen Erkrankungen. Hinzu kommen auch Gesichtspunkte wie Folgeschäden, die bis dato überhaupt nicht einzuschätzen sind. Nachgewiesen ist meines Wissens bislang lediglich, dass die Infektion bei vielen zumindest zu Narbengewebe im Lungenraum führt. Niemand weiß was das für die Zukunft von Infizierten bedeutet und insbesondere für die schweren Fälle mit Lungenentzündung etc. Das ist leider das große Problem einer solch schnell verbreiteten Pandemie, dass alle Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind und viele Zahlen erst im Anschluss an die Pandemie wirklich aussagekräftig sein werden.

    Klar ist aber, dass jeder zusätzliche Tag Zeit verschafft, um das Gesundheitssystem besser vorzubereiten, Beatmungsgeräte zu beschaffen, mehr Tests durchführen zu können, Antikörpertests zu verbessern, Antigentests zu entwickeln und schlussendlich auch um die Letalitätsraten besser einschätzen zu können und womöglich wirksame Medikamente zu finden. Diese Zeit erkauft man sich derzeit teuer. Es gibt nur kaum eine Alternative, außer man hätte dem Virus freien Lauf gelassen. Dann hätte es nur kein zurück mehr gegeben, sollte sich das Zahlenbild schlechter darstellen als zunächst gedacht. Insofern befürworte ich die derzeitigen Maßnahmen, bei anschließend erfolgender Lockerung bedarf es aber Plänen um die ältere Bevölkerung bestmöglich zu schützen. Denn hier ist das Zahlenwerk bereits jetzt sehr deutlich: Dieser Teil der Bevölkerung ist besonders gefährdet, zusätzlich zu typischen sonstigen Risikopatienten.

    Klar ist aber auch, dass Panik völlig übertrieben ist. Wenn ich am Wochenende 20 Minuten bei meinem Supermarkt anstehen soll um meinen Einkaufswagen abzugeben, nachdem ich zuvor schon fast 10 Minuten stand um diesen überhaupt zu holen, so muss man die Sinnhaftigkeit hinterfragen, insbesondere wenn man dann bei 5 Grad so lange in der Kälte stehen soll. Genauso sind natürlich jegliche Hamsterkäufe völliger Irrsinn. Ich hatte aber in der letzten Woche schon den Eindruck, dass sich dies verbessert hat und gehe auch davon aus, dass sich dies weiter bessert. Die Menschen merken ja, dass sie weiterhin versorgt sind und versorgt werden (auch wenn es vereinzelt bei Milch, Klopapier, Tiefkühlwaren oder Mehl Schwierigkeiten beim Nachschub gibt). Der derzeit lebende Mensch kennt aber solche Situationen mit Ausgangsbeschränkung, Kontaktsperre etc. nicht, das führt zwangsläufig zu Verunsicherung und die Berichterstattung der Medien ist da auch nicht immer hilfreich.

    Eines noch: Da man derzeit vielerorts die wirtschaftlichen Einschnitte der aktuellen Maßnahmen diskutiert. Viele dieser Einschnitte bleiben, unabhängig von den weiteren Maßnahmen unserer Regierungen, erhalten. Es fängt an bei der Zulieferung aus dem Ausland... Stehen dort Produktionen weiterhin still, so betrifft dies auch zwangsläufig unsere Produktion und legt hier viele Zweige lahm. Die Problematik mit dem Absatz hier hergestellter Produkte stellt sich ähnlich dar. Auch hier sind wir von anderen Nationen abhängig. Von der Tourismusbranche braucht man gar nicht erst zu reden. Dann sind da noch Zweige wie der Einzelhandel (abgesehen von den Supermärkten) oder die Gastronomie. Deren Läden werden auch nicht binnen weniger Tage wieder brechend voll sein, nur weil man gewisse Verbote lockert. Die Menschen sind vorsichtig geworden, meiner Ansicht nach zurecht (sofern man es nicht übertreibt), und diese Wirtschaftszweige werden kämpfen müssen, egal wie sehr die Regierungen die Maßnahmen lockern. Für unsere Wirtschaft ist die Pandemie so oder so eine Katastrophe, aber nun zu glauben, dass eine Aufhebung der Kontaktverbote, Ladenschließungen und Ausgangsbeschränkungen daran gewaltig etwas ändern würde, das ist mir zu kurz gegriffen, auch wenn es sicherlich helfen würde. Schlussendlich ist die Welt aber dafür zu vernetzt und insbesondere wir, als Exportnation, sehr viel auf das Ausland angewiesen.

    Aus dem täglichen Lagebericht vom RKI (26.03.2020)

    KW 11 (9. bis 15. März)
    127.457 getestete Personen
    7.582 positiv (5,9%)

    KW 12 (16. bis 22. März)
    348.619 getestete Personen
    23.820 positiv (6,8%)

    https://www.rki.de/DE/Content/Inf…publicationFile

    Diese Zahlenwerte bzw. deren weitere Entwicklung in den kommenden Wochen sind sicherlich sehr sehr maßgeblich für die künftige Vorgehensweise unserer Regierung. Von KW 11 zu KW 12 war der Trend nicht allzu positiv. Fast 1% mehr positive Tests, obwohl über 200.000 Tests mehr durchgeführt wurden und dementsprechend voraussichtlich auch bei verhältnismäßig, im Vergleich zur Vorwoche, geringerer Symptomatik getestet wurde. Hier gilt es nun abzuwarten wie sich die ergriffenen Maßnahmen auf die weitere Ausbreitung auswirken.

    Ja...und die Tests die zu diesen Zahlen führen, sind Tests von vor 4-5 Tagen, weil die sich in den Labors stapeln und die Testkapazitäten nur langsam steigen.
    Ganz einfache Rechnung.......wenn ich nur 100 Tests in einem bestimmten Zeitraum abarbeiten kann und einen Tag später 150 schaffe weil die Testkapazitäten gestiegen sind steigen die Infektionen zwangsläufig an, da mehr getestet und vor allen Dingen mehr alte aufgelaufene Proben gestestet wurden.
    Es ist viel zu früh um diesbezüglich einen Aussage zu treffen und es ist ja mal klar, das die Zahlen ohne Kontaktverbot um ein vielfaches höher wären, aber jetzt auch noch nicht offiziell erfasst worden wären, da die Testkapazitäten einfach dafür lange noch nicht ausreichen.

    Glücklicherweise ist man derzeit sehr fleißig dabei, die Testkapazitäten hochzuschrauben. Auf der gestrigen Pressekonferenz war von inzwischen circa 400.000 Tests pro Woche die Rede. Von ursprünglich mal rund 10.000 Tests pro Tag hat man die Kapazitäten also auf über 50.000 pro Tag hochgeschraubt. Bis Mitte April sollen 100.000 Tests pro Tag möglich sein. Ähnlich sieht es bei der Beschaffung von Beatmungsplätzen aus, die hat man inzwischen von 20.000 auf knapp über 30.000 angehoben. Auch die Produktionen von Testkits und Reagenzien laufen inzwischen derart auf Hochtouren, dass vorerst wohl keine größeren Engpässe zu erwarten sind. Einzig bei Schutzkleidung, Schutzmasken etc. wird es dünn. Da klang Herr Spahn auf der gestrigen Pressekonferenz aber auch sehr optimistisch und da scheint man auch zumindest einiges in die Wege geleitet zu haben. Problematisch ist aber natürlich, dass da derzeit quasi alle Länder weltweit auf dem Markt agieren und versuchen sich die Bestände zu sichern. Hinzu kommt dann noch, dass man vor nicht allzu langer Zeit selber noch massig Material nach China abgegeben hat, als bei uns noch nichts los war und dort die Nachfrage ins Unermessliche stieg. Man hört ja aus Spanien, Italien, Frankreich oder auch den USA von ähnlichen Problematiken. Für die kommenden 2-3 Wochen scheint aber noch genügend Material vorhanden zu sein. In der Zwischenzeit kann man hoffentlich mehr Schutzmaterialien erwerben und/oder entsprechende Produktionen hochschrauben.

    Man sieht an all diesen Zahlen auf jeden Fall sehr gut, wie wertvoll die Zeit ist, die wir uns momentan teuer erkaufen. Wenn man sich die Zahlen von John Hopkins ansieht, wird hierzulande heute wohl die 50.000er Marke an Infizierten geknackt.


    Unser Virologe der Nation, Christian Drosten, hat sich da weitaus weniger kritisch geäussert. Kennst du den Podcast in dem er dazu ausführlich Stellung nahm? Wahrscheinlich nicht, sondern nur die Ausführungen irgendwelcher Redakteure?

    Du wirst mir zustimmen müssen, dass eine vollständige Isolation aller Risikogruppen es unmöglich machen würde, dass die betroffenen Personen infiziert würden (und sterben). Natürlich darf ich diese Lösung herausschreiben, weil es eine Lösung wäre. Die Frage ist, wie gut können wir diese Menschen isolieren, wie genau können wir die Risikogruppen definieren, etc. Die Frage ist also nur, wie gut wir diese Lösung umsetzen könnten und wie viele Fehler uns dabei unterlaufen würden.


    Dein dritter Satz ist dermaßen dreist, dass ich die weitere Diskussion mit dir hiermit einstelle. Ich möchte deinem persönlichen Feldzug gegen was auch immer keine zusätzliche Plattform mehr bieten. An einer inhaltlichen Diskussion besteht offenbar eh kein Interesse... Allein, dass meine Beiträge ständig in Einzelteile zerfleddert werden und Aussagen so verfälscht dargestellt werden, macht eine vernünftige Diskussion unmöglich.

    Nur so viel noch: Sehr wohl kenne ich den Podcast, den es übrigens sogar in abgedruckter Form gibt. Ich kenne auch die Folge, in der er zu Wodarg Stellung bezieht, ebenso übrigens wie die Folge, in der er die Hochrechnungen bzgl. ausschließlicher Isolation von Risikogruppen thematisiert, um auch noch auf den zweiten Absatz einzugehen.


    Sehr guter Artikel...

    Seine Ausführungen werden hier ebenfalls berücksichtigt:
    https://www.achgut.com/artikel/wenn_d…hinunterspringt

    Dieser Artikel ist auf deutsch, der Autor ist selbst Arzt und Dozent. Wirklich lesenswert.

    Zunächst einmal muss man grundsätzlich nicht jede Rotzquelle einbringen. Die von dir zitierte Seite ist inzwischen wohlbekannt für sein breit gestreutes rechtes Gedankengut. Genauso frage ich mich, wieso ich immer ständig davon lese, jetzt gar nicht so sehr auf dich bezogen, dass da jemand Arzt sei... Ob nun Allgemeinarzt oder Mikrobiologe, deren Wissen über die Virologie und epidemiologische und pandemische Entwicklungen sind rudimentär. Wenn ich sehe, dass sich bspw. der Beitrag vom Ex-Politiker Wodarg, mit völlig abstrusen Thesen und Behauptungen, so verbreitet hat, so kann ich nur den Kopf schütteln.

    Zu dem hier zitierten Arzt habe ich mir spaßeshalber gerade nur mal den Wikipedia-Artikel gegönnt:
    - "Die Rolle der Ernährung bei der Gesunderhaltung hält Frank für deutlich überschätzt. Die Schädlichkeit von einem Übermaß an Fett, Salz oder Zucker sei nie erwiesen worden"
    - "Pommes frites bewertet er als angemessenes Lebensmittel für Kinder, da bei der Zubereitung pflanzliche Giftstoffe zerstört würden. Auch Zuckerzusätze, z. B. in Tomatensoße rechtfertigt er mit biochemischer Begründung."
    - "Frank hält die Problematisierung der Adipositas für übertrieben. Übergewicht führe nur in Extremformen zu Gesundheitsschäden"

    Ich bin dabei sicher niemand, der Gegenmeinungen verurteilt, ganz im Gegenteil. Ich finde kritische Stimmen wichtig, insbesondere in der momentanen Situation. Wir sind in einer Situation, die ihresgleichen sucht und am Ehesten mit der spanischen Grippe zu vergleichen ist, die jedoch so lange zurückliegt, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht vergleichbar sind. Insofern wird es in dieser Phase massiv Fehleinschätzungen geben und es wird auch massiv Fehlentscheidungen geben. Die Wahrheit liegt dabei wie so oft in der Mitte... Es braucht ganz sicher keine übermäßige Panik, noch viel weniger bedarf es jedoch übermäßiger Relativierungen der Gefährdung. Denn jene bringt Bürger dazu sich nicht mehr verantwortungsvoll zu verhalten und dies ist die größte Gefährdung in Zeiten einer Pandemie.

    Zu dem Artikel: Leider sehr einseitig, wenn auch vieles drin steckt, was nicht falsch ist. Richtig ist, dass man derzeit eigentlich viel zu wenig weiß um die Situation korrekt zu beurteilen. Die Sterberaten sind zu unklar, die Dunkelziffer infizierter Personen ist zu unklar und auch die schweren Verläufe. Nur wie kann man bitte dies zitieren, im nächsten Moment aber die angeblich richtige Vorgehensweise "herausschreien". Da dreht sich mir der Magen um. Ja, wir wissen derzeit zu wenig und vielleicht sind die momentanen Maßnahmen tatsächlich zu viel. Ich will das nicht einmal ausschließen. Nur was ist die Alternative? Wir machen nichts und lassen sich die Menschen munter anstecken? Wenn wir dann feststellen, dass die Sterberaten doch recht hoch sind und auch die schweren Verläufe häufig auftreten, dann stehen wir vor dem totalen Kollaps des Gesundheitssystems und nehmen allein hierzulande zehntausende Tote in Kauf. Ganz ehrlich, da ist es mir lieber, dass man vorsichtig an die Sache herangeht, die Menschen ein wenig abschottet und einen wirtschaftlichen Schaden akzeptiert. Das bringt uns Zeit. Zeit, die Gefährlichkeit des Virus besser einschätzen zu können und unser Gesundheitssystem mehr und mehr darauf vorzubereiten.

    Generell sollte man aber bei dem Hantieren mit Sterberaten und daraus folgender Hochrechnungen, wie im Artikel, sehr vorsichtig sein. Das aktuelle Beispiel Italien zeigt, wie sich eine Überlastung des Gesundheitssystems auf die Sterberaten auswirken kann. Solche Zustände gilt es hier um jeden Preis zu verhindern, diesbezüglich sollte Einigkeit herrschen.

    Ganz ehrlich, es ist einfach derzeit alles zu hinterfragen und in den Raum zu stellen, dass andere Lösungen womöglich besser wären. Ich will dies nicht einmal ausschließen, aber dies kann heute niemand weltweit abschließend beurteilen, da zu viele Variablen daran hängen (wie lange braucht der Impfstoff, Antigentests etc., werden womöglich abfedernde Medikamente gefunden, sind die Sterberaten womöglich geringer als momentan eingeschätzt etc. etc.). Eines ist jedoch sicher: Vorerst hilft uns jeder zusätzliche Tag das Virus besser zu verstehen und uns auf dessen Wucht vorzubereiten. Stellt dieser sich dann als ungefährlicher als gedacht heraus, wunderbar. Dann schrauben wir die Maßnahmen zurück und erlauben mehr und mehr Personen, möglichst außerhalb der Risikogruppen, die Ansteckung zwecks Erreichung einer Herdenimmunität. Momentan gibt es aber noch Hochrechnungen, die selbst bei völliger Isolation der Risikogruppen und einer exponentiellen Ansteckung des Restes der Gesellschaft unser Gesundheitssystem kollabieren lassen. Theoretisch könnte der Virus auch weit gefährlicher als gedacht sein. Etwaige Langzeitfolgen bspw. kann logischerweise noch niemand beurteilen.

    Der Blick nach Spanien, Italien oder inzwischen auch Frankreich zeigt, wie schnell Gesundheitssysteme an ihre Grenzen kommen können. Im Artikel wird die dauerhafte Solidarität infrage gestellt und von "verzweifelten Menschen" gesprochen, "die nicht mehr wissen, wie sie ihre nächste Rate bezahlen sollen". Die gibt es sicherlich, aber für diese gibt es noch Hoffnung. Es gibt riesige Rettungsschirme und die Menschen können Hoffnung haben, dass diese Rettungsschirme auch ihnen helfen. Wenn jedoch das Gesundheitssystem wie in Italien kollabiert, dann gibt es auch "verzweifelte Menschen", die nicht nur finanzielle Nöte haben, sondern kurzfristig um ihr Leben kämpfen. Viele dieser verzweifelten Menschen können dann nicht mehr ausreichend versorgt werden und ich glaube nicht, dass die Menschen beim Kampf um ihr eigenes Leben mehr Solidarität aufbringen als beim Kampf um die eigenen Finanzen.

    Insofern: Einfach mal ruhig zurücklehnen und darauf vertrauen, dass die handelnden Personen, unterstützt von den Virologie-Experten, schon die richtigen Schritte einleiten werden. Ob dies tatsächlich so ist, das wird man voraussichtlich erst in einigen Jahren beurteilen können und wahrscheinlich nicht einmal dann, da zu viele Variablen in jeglicher Gleichung enthalten sind. Klar ist: Wir gewinnen momentan Zeit, die in vielen Szenarien wertvoll sein kann. Klar ist aber auch, dass Zeit allein kein Allheilmittel sein wird und wir die Wirtschaft nicht dauerhaft stilllegen und finanziell unterstützen können. Auf Dauer werden wir die Wirtschaftssysteme wieder mehr und mehr hochfahren müssen. Bis dahin sind wir hoffentlich noch besser aufgestellt und/oder der Virus entpuppt sich als weniger gefährlich als gedacht.


    Also, wenn wir nur genug testen, rotten wir DAS Virus aus? So wie wir auch alle anderen Viren bereits ausgerottet haben, z.B. HIV und die ganzen anderen Coronaviren? Der Plan klingt so realistisch wie die Versuche von Deutschland aus das Klima zu retten. Da müssten schon Alle weltweit mithelfen. Leider gibt's Länder, die bekommen es nicht einmal hin eine Müllabfuhr zu installieren...

    Jein. Es gibt sehr wohl quasi ausgerottete Coronaviren, insofern ist dies theoretisch auch bei COVID-19 möglich. Könnte man theoretisch weltweit alle Menschen binnen weniger Tage testen und die Personen dann isolieren, könnte man das Virus möglicherweise ausrotten, da es zu wenig Zeit zur Mutation hätte. Hier ging es ja um eine Empfehlung der WHO und somit auch weltweite Testkapazitäten. Realistisch ist das aber natürlich nicht, daher sprach ich ja davon, dass es lediglich um eine Verlangsamung geht. Wobei das Beispiel China, sofern man deren Zahlen glauben möchte, ja durchaus zeigt, dass man den Virus zumindest aus dem eigenen Land fernhalten kann und ihn dort ausrotten kann. Hielte man dann die Ländergrenzen geschlossen bzw. isoliert alle ins Land kommenden Personen, gibt es da national durchaus Möglichkeiten. Mit zu wenigen Tests bleibt es aber auch national nicht realistisch.

    Aber ehrlich gesagt keine Ahnung warum du dir nun einen einzelnen Satz herauspickst und daraus irgendwelche Dinge herleitest.

    Wie kann es sein, dass hier immernoch einige behaupten, dass wir hier in Deutschland alles im Griff haben und die Regierung einen Plan hat.

    Weil es entsprechende Pläne gibt und weil wir insbesondere im Vergleich zu anderen Ländern noch hervorragend aufgestellt sind. Man braucht ja aktuell nur mal nach Italien, Spanien, USA, Frankreich oder in die Schweiz schauen. Die haben weit größere Probleme wie wir und u.a. deshalb, weil man viel zu spät zu testen begonnen hat, die Gefahren ewig verleugnet hat und teilweise zusätzlich auch noch schlechte Gesundheitssysteme aufweist. Großbritannien wird demnächst etliche Probleme bekommen und haben bspw. pro Einwohner gerechnet nur ein Viertel der hierzulande vorhandenen Intensivbetten und Beatmungsgeräte.

    Es sieht im Moment so aus, weil die Intensivbetten noch teilweise leer stehen und die Todesfälle in Deutschland noch sehr niedrig sind, (obwohl nur ein geringer Bruchteil unser Sterbenden auf Corona getestet wird/ wurde, da in Deutschland täglich ca. 2750 Menschen sterben wird von den möglichen 14000 Tests derzeit vermutlich keiner für Tote "verschwendet") als ob wir alles im Griff haben und als ob alles mögliche getan wird.

    Warum sind denn hier noch Intensivbetten frei? Weil man generell verglichen mit anderen Ländern sehr viele zur Verfügung hat, zusätzlich seit etlichen Tagen dabei ist weitere Kapazitäten zu schaffen und man sehr sehr frühzeitig den Ausbruch des Virus hierzulande erkannt hat. So konnte man frühzeitig viele Infizierte isolieren und den Virusausbruch schon jetzt entscheidend verlangsamen. Der Virus wird uns hierzulande schwer treffen, aber wir sind vergleichsweise gut aufgestellt. Auch dein "vermutlich" stimmt so nicht, da zumindest jeder mit einer typischen Corona-Symptomatik auch post mortem darauf getestet wird.

    Dabei hat gestern die WHO ausdrücklich gesagt, dass die Ausgangsbeschränkungen nichts bringen, wenn nicht wesentlich mehr getestet wird und dann die Infizierten isoliert werden. Wenn man aber nur 14000 Menschen am Tag testen kann, dann wird man wohl kaum die Menschen mit symptomarmen/ bzw. leichten Verläufen der Krankheit finden können. Aber die meisten Infizierten haben leichtere Verläufe, die eben sich eher nur wie eine Erkältung anfühlen und Kinder haben teilweise noch nicht mal das. Die Infektionszahlen werden also auch in Deutschland weiter hochschnellen, zwar nicht die getesteten, aber dafür die tatsächlichen Infizierten, da ja nur 14000 täglich getestet werden können, von denen mal 2000 Stück in BaWü aufgrund des Fehlens einer Chemikalie, jetzt wiederholt werden müssen.

    Zunächst einmal hat die WHO nicht gesagt, dass Ausgangssperren nichts bringen, sofern man nicht mehr testet und isoliert. Es wurde lediglich gesagt, dass Ausgangssperren allein nicht ausreichen. Ansonsten hast du hier nicht Unrecht. Die Problematik ist vorhanden. Man hat nicht ausreichend Testkapazitäten und kann den Virus dementsprechend nicht ausrotten, sondern nur verlangsamen.

    Das ist pures Versagen der Politik und seiner Behörden auf ganzer Linie! Die Gesetze geben es jetzt schon her, dass Beschlagnahmungen durchgeführt werden dürfen. Warum wird bei unseren Chemie-Riesen wie Bayer, BASF und Böhringer nicht ein paar Labors inklusive ihrer Mitarbeiter beschlagt nahmt, bzw. warum stellen diese der Gesellschaft in der sie tätig sind nicht die nötigen Labore/ Personal und Chemikalien zur Verfügung. Wie oben beschrieben, es zählt jeder Tag und 14000 Tests finde ich extrem wenig, dass müssten mindestens 50000 am Tag sein, die man nehmen und analysieren kann für ein Land mit 83 Millionen Einwohner!!! Es würde dann theoretisch immer noch 4,5 Jahre dauern bis man jeden Einwohner einmal getestet hätte. OK nur 4,4 Jahre, denn die anderen wären ja schon längst an Corona verstorben.

    Hier wird es dann allerdings völlig abstrus. Was würde bitte eine Beschlagnahmung von Bayer, BASF mitsamt Labor und Personal bringen? Labor ist nicht gleich Labor. Es geht hier um eine PCR-Diagnostik mittels eines Thermocyclers. Ich bezweifle, dass solche Untersuchungen bei einem der Chemie- oder Pharmariesen in großem Stil vorgenommen werden könnten, wenn überhaupt. Von demher ist auch die Forderung unsinnig, dass längst 50.000 solcher Tests täglich durchgeführt werden müssten. Man hat die Kapazitäten bereits von knapp über 10.000 auf 14.000 gesteigert. Das sind fast 40%. Solche Untersuchungen kann eben nicht jedes Labor durchführen, es braucht spezielle Geräte und es braucht speziell geschultes Personal. Da kann man nicht mal eben binnen ein paar Wochen die Kapazitäten verfünffachen. Das ist fern jeglicher Realität. Zumal die Nachfrage nach Thermocyclern und vollautomatischen Geräten zur PCR-Diagnostik derzeit weltweit riesengroß ist. Allein bei den vollautomatischen Geräten hast du 6 Monate Lieferzeit. Zudem braucht es auch Labore zur Herstellung der Corona-Testkits (auch die sind knapp), es braucht Hersteller von Reagenzien (auch die sind knapp) etc. etc. Mit Ausnahme einiger weniger asiatischer Länder, die seit Jahren auf die Vollautomatik bei der PCR setzen, kann weltweit kaum ein Land pro Kopf derart viele Tests durchführen wie Deutschland. Alle Länder haben identische Probleme.

    Wenn man bedenkt, dass so ein Test sogar um ein Vielfaches billiger ist, als ein Intensivbett zur Verfügung zu stellen, oder ein Beatmungsgerät anzuschaffen und man durch die Isolation eines positiv getesteten in der jetzigen Phase mehr als Hundert Folgeinfizierte verhindern könnte ist es auch noch komplett unwirtschaftlich gedacht!!! Herr Kekule hat das mit dem wesentlich mehr testen übrigens schon vor ca. 3-4 Wochen, als in Deutschland noch niemand an Corona verstorben war in einer der ersten Corona-Talksendungen angesprochen, aber die Verantwortlichen haben da wohl gerade etwas anderes zu tun gehabt, bzw. er wurde eben nicht erhört!

    Doch, er wurde sehr wohl erhöht. Und man arbeitet auch in allen Bereichen fleißig daran die Kapazitäten hochzuschrauben, aber das geht eben nicht von heute auf morgen. Auch hier bringt jeder zusätzliche Tag zusätzliche Kapazitäten und umso mehr gilt es die Virusausbreitung nun zu verlangsamen.