Posts by Quintus

    Leider ist da von den teilnehmenden Interpreten nicht mehr so viel musikalische Kunst und musikalische Diversitätzu sehen, wie es die showeinlagen darbieten. Ich höre ja nahezu alles, wenn es gut gemacht ist. Aber gerade jazz, swing, Rock'n'Roll, Rockabilly oder auch progressive rock usw haben ja Riesen Talente hervor gebracht. Warum ist da nur mehr alles so poplastiger Einheitsbrei. (Ausnahmen bestätigen die Regel).

    Stimmt, beim ESC gibt es viel Einheitsbrei. Es finden auch jedes Jahr diverse Songwriting Camps statt, in denen nach aktuell gültigen ESC-Formeln unzählige Beiträge entstehen. Die letzten Sieger stammen allesamt aus solchen Camps. Und wenn sich dann mal eine neue Erfolgsformel herauskristallisiert, wird diese für die nächsten Jahre einfach kopiert. Da geht natürlich musikalische Diversität flöten.

    Dazu kommt der Umstand, dass gewisse Genres beim europäischen Publikum einfach keinen Nerv treffen. In den Vorentscheiden sind jedes Jahr nischige Beiträge zu finden, aber die setzen sich dort eben selten durch. Umso mehr freut man sich dann über die Ausnahmen von der Regel :)

    Ui, hier kennt noch jemand Jonny Logan ❤️❤️❤️ - da werd' ich ja glatt sentimental. Wobei mich dieser Thread doch tatsächlich dazu gebracht hat, auf der Site eurovision.de nachzusehen, an was ich mich noch so durch die Jahrzehnte erinnern kann. Und als Anfang bin ich da tatsächlich im Jahr 1972 gelandet - da durfte ich wohl zum ersten Mal mitkucken und kann mich tatsächlich noch sowohl an den deutschen Titel (Mary Roos mit "Nur die Liebe lässt uns leben") als auch das Siegerlied von Vicky Leandros für Luxemburg "Après toi" erinnern.

    Mann, bin ich antik. 🤣

    Jonny Logan ist auch heute noch sehr aktiv im ESC-Umfeld. Den sieht man öfter mal bei internationalen Vorentscheidungen oder gar beim ESC selbst als Showact. Als dreimaliger Gewinner (zweimal als Sänger und einmal als Komponist) ist er natürlich eine absolute Legende.

    Vicky Leandros durfte dieses Jahr den ESC im ersten Halbfinale sogar eröffnen.

    Meine Kritik am ORF bezog sich nur auf die 3 Fernsehshows und da im Speziellen auf die schwache Moderation und eigentlich das gesamte Writing der Shows. Viele Gags haben leider so gar nicht gezündet und die Nummer über Austria/Australia im zweiten Halbfinale war so ziemlich das unlustigste, was ich in den letzten Jahren beim ESC gesehen habe. Was die Organisation und das drum herum in Wien angeht, habe ich ebenfalls sehr viel Gutes gehört.

    Der Intervall-Akt mit Max Mutzke und Co. hat mir auch ganz gut gefallen. Es gab auch noch weitere schöne Zwischenstücke, aber da war die Qualität in den letzten Jahren einfach etwas höher mMn. Ist natürlich immer Geschmackssache.

    Conchita hat unlängst ihren Rückzug aus der ESC-Welt angekündigt. Angeblich fühlte sie sich vom ORF übergangen, weil man für sie beim diesjährigen ESC nur eine kleinere Rolle vorgesehen hatte. Natürlich wird auch über politische Gründe spekuliert, so wie bei vielen anderen ehemaligen Teilnehmern. Keine leichte Zeit für den chronisch unpolitischen ESC ;(

    Ich wusste gar nicht, dass es hier einen ESC-Thread gibt :love:

    Ich würde mich definitiv als eingefleischten ESC-Fan bezeichnen. Seit 2023 verfolge ich die gesamte ESC-Saison (erstreckt sich über mehrere Monate) sehr aufmerksam inklusive der internationalen Vorentscheidungen, diverser Konzerte, haufenweise Interviews, Reactions etc. Aber alles nur online und nicht vor Ort.

    Obwohl mir auch dieses Jahr wieder viele Beiträge gut gefallen haben, hatte ich nicht diesen einen Favoriten. Mein Herz schlug unter anderem für Moldau, Rumänien, Serbien, Australien, Norwegen und Italien. Vor den Live-Shows hatte ich auch noch den sommerlichen Ethno-Banger aus Zypern auf der Liste, aber ihre Gesangsleistung war leider suboptimal, um es mal positiv auszudrücken.

    Den Gewinner-Song aus Bulgarien finde ich ganz okay. Es ist einer dieser Songs, die aus vielen verschiedenen Versatzstücken zusammengeschustert wurden. Die einzelnen Versatzstücke gefallen mir auch ganz gut, aber insgesamt ist der Song für mich keine runde Sache. Eine Spur zu viel musikalisches Chaos für meinen Geschmack. Mit Blick auf die moderne und sehr aufwändige Präsentation des Beitrags halte ich den Sieg aber für völlig verdient. Die ganze Choreo ist einfach Weltklasse. Dazu ist es für Bulgarien der erste ESC-Sieg überhaupt und der ESC wandert endlich mal wieder Richtung Osten.

    Ansonsten bin ich einfach froh, dass ein israelischer Sieg mal wieder erfolgreich abgewendet wurde. Nicht das ich mich in diesem leidigen Nahostkonflikt auf eine Seite schlagen würde, aber für den ESC wäre ein Sieg Israels in den aktuellen Zeiten einfach eine Katastrophe. Hoffentlich kommen auch mal wieder andere Zeiten.

    Die Leistung des ORF als Veranstalter empfand ich als ziemlich schwach. Weder die Moderatoren (und deren Gags), noch die Intervall-Acts kamen an die Qualität der letzten Jahre heran. Auch die Qualität der Wettbewerbsbeiträge war schon mal höher.

    Ich bin jedenfalls jetzt schon sehr gespannt, wie der ESC in Bulgarien nächstes Jahr aussehen wird. In den letzten Jahren waren die Shows konzeptionell recht ähnlich, wobei Österreich längst nicht mit der Schweiz und Schweden mithalten konnte. Hoffentlich gehen die Bulgaren ihren eigenen Weg.

    Ich hatte mich tatsächlich auf dieses Interview bezogen ^^ Aber danke für die Richtigstellung.

    Aktuell sieht es wirklich etwas mau aus bei den Deutschen :germany: Es herrscht eine gewisse Flaute :(

    Aber wenn ich an meine Anfänge hier im Forum zurückdenke (vor ca. 8 Jahren), dann hat sich im deutschen Dartsport so einiges getan :thumbup:

    In den letzten Jahren gab es nicht nur mehrere Titel auf der Pro-Tour zu feiern (durch verschiedene Spieler), sondern auch vermehrt starke Ergebnisse (und Titel) auf der DT/CT sowie in der WDF. Mit Krohne, Unterbuchner und Preis haben drei der aktuell formstärksten deutschen Spieler noch nicht mal eine Tourcard.

    Anno 2018 wurde (in meiner Erinnerung) noch jeder deutsche Top 8 Run auf dem Floor ordentlich abgefeiert; heute wird sowas bei einem PC-Block eigentlich schon erwartet.

    Ich empfinde diese Entwicklung innerhalb von nur 8 Jahren als sehr beachtlich :thumbup:

    Da ich gerade Langeweile habe, möchte ich hier mal ein paar Gedanken zu einigen deutschen Tourcard-Holdern loswerden:

    - Unsere Nummer 1 befindet sich leider seit einiger Zeit in der Formkrise. Für mein Gefühl hat Martin mit der Schwelle zur Top 16 sein aktuelles Limit erreicht. Vielleicht kommt da irgendwann noch mehr, schließlich ist er noch recht jung. In näherer Zukunft rechne ich aber nicht damit. Schon gar nicht, wenn er das Problem mit der 5 nicht in den Griff bekommt. Seinen Sport1 Boykott fand ich ein bisschen unglücklich.

    Insgesamt verlief seine Entwicklung jedoch höchst erfreulich. Vier Titel auf der Pro-Tour ist schon eine Ansage. Vor allem seine Konstanz auf der ET war zwischenzeitlich sehr beeindruckend. Da gehörte er zu den Besten der Welt. Zumindest auf ET-Ebene hat er den deutschen Dartsport auf ein komplett neues Level gehoben:thumbup:

    Und was die Formkrise angeht, da befindet sich Martin doch in prominenter Gesellschaft. Ich bin jedenfalls guter Dinge, dass er zeitnah wieder in die Spur findet und seinen Platz in der Top 32 behaupten wird.

    Bei Gaga und Ricardo bin ich da leider nicht so sicher ;(

    - Gaga ist zwar immer mal für kleinere (und größere) Highlights gut, aber ansonsten kommt da seit geraumer Zeit zu wenig. Zwischendurch flackert sein Können öfters mal auf (zuletzt das Humphries-Spiel), doch den Rückenwind kann er nur selten mitnehmen. Ich hatte ja gehofft, dass die aufstrebenden Schindler und Pietreczko etwas Druck von seinen Schultern nehmen, nur leider hat sich das auch nicht positiv bemerkbar gemacht. Er wirkt weiterhin ziemlich verkrampft. Aktuell steckt Gaga im Niemandsland fest, wobei die Tendenz eher nicht in Richtung Top 32 geht.

    Wenn man jedoch den Blick auf seine gesamte PDC-Karriere richtet, dann kann man eigentlich nur zu einem sehr positiven Fazit kommen. Ich habe das Dartn-Forum anno 2018 noch nicht so genau verfolgt. Aber an eine hohe Erwartungshaltung in Bezug auf Gaga kann ich mich nicht erinnern.

    Mittlerweile ist er 8 Jahre auf der Tour, hat 7 Finals erreicht (6x ProTour und 1x World Series), mehrfach für Deutschland als Kapitän den World-Cup gespielt, war mehrere Jahre deutsche Nummer 1 und Top 32 der PDC und er hat beim wichtigsten Turnier des Jahres gleich zweimal (historisch) groß aufgespielt und Deutschland in ein Dartfieber versetzt.

    Ich weiß noch, wie ich beim WM-Spiel gegen Ratajski am Ende vor lauter Anspannung nicht mehr hinsehen konnte ^^

    Oder der Matchdart gegen Jim Williams und Gagas anschließender Jubel :vic:

    Auch Price mit seinem Gehörschutz kommt mir sofort in den Sinn. Die Prüfung hat Gaga mit Bravour bestanden :thumbup:

    Der German Giant hat schon für einige (deutsche) Gänsehaut-Momente gesorgt, und das auf der größten Bühne von allen. So einen Karriere-Verlauf hätte doch anno 2018 jeder unterschrieben.

    Einzig der fehlende Titel macht die Sache etwas unrund. Auch wenn die Rückkehr in die Top 32 nicht mehr gelingen sollte (die Konkurrenz wird gefühlt immer stärker), hoffe ich noch auf diesen einen Titel. Als Gaga-Fan war es schon etwas schmerzhaft, als plötzlich ein deutscher Spieler nach dem anderen Titel gewonnen hat und bei Gaga weiterhin nichts Zählbares heraussprang :(

    Aber wer weiß, vielleicht schlägt er irgendwann nochmal aus dem Nichts zu 1.D

    - Ricardo ist für mich ein schwieriger Fall. Ich kann ihn nie so richtig greifen. Als Scorer in die PDC gekommen und dort plötzlich zu einem Doppel-Spezialisten mutiert. Zumindest zeitweise. Sein Finale auf der ET-Tour mit 100 Prozent Doppelquote wird auf ewig ein Highlight der deutschen Dartgeschichte sein.

    Aus seinem Verhalten wird man nicht wirklich schlau. Manchmal charmant und kommunikativ, dann wieder bockig und merkwürdig. Und das zieht sich ja schon über viele Jahre. Ein "odd guy", wie Nathan Aspinall es ausgedrückt hat. Wahrscheinlich ist Ricardo einfach ein launenhafter Mensch und das wird dann unter dem Wettbewerbsdruck nochmal verstärkt. Würde mir persönlich nicht anders gehen :D

    Auch sportlich gesehen ist Ricardo eine wandelnde Wundertüte. Und das nicht nur im negativen Sinn. Einen tiefen Run oder gar einen Titel aus dem Nichts würde ich ihm aktuell noch eher zutrauen als Gaga. Auch für eine Rückkehr in die Top 32 sehe ich bei Ricardo etwas bessere Chancen. Aber bekommt er noch die nötige Konstanz in sein Spiel (und sein Gemüt)?

    Aus meiner Sicht hat Ricardo in seiner PDC-Karriere ebenfalls überperformt, wenn auch (noch) nicht so stark wie Gaga. Und mit seiner bisweilen kauzigen Art ist er für mich auch ein willkommener deutscher Farbtupfer im Tourzirkus. Ricardo ist schließlich immer für ein paar hitzige Diskussionen hier im Forum gut :D

    - Kommen wir zu Niko Springer. Nachdem ihn seine Ausbildung zwischenzeitlich etwas ausgebremst hat, ist er dann doch auf der Tour gelandet. Ein Nico-Kurz-Szenario blieb uns also erspart. Und das erste Jahr auf der Tour konnte sich sehen lassen. Gleich zwei Finals auf der European Tour und dabei einen Titel abgestaubt (außerhalb der DACH-Region!). Und so ein Finale bei einem ET-Event ist für deutsche Spieler keine Selbstverständlichkeit. Auf dem Floor hat er die typischen Symptome eines sehr talentierten Neulings gezeigt. Teilweise echt hohe Averages und Weltklasse Phasen in den Spielen, aber dafür zu wenig Ertrag. Erinnerte stark an Gian van Veen.

    Seine aktuelle Form erinnert leider so gar nicht an die Nummer 3 der Welt. Seit einiger Zeit ist spürbar Sand im Getriebe :(

    Vielleicht hat er sich noch nicht vollends an den harten Touralltag gewöhnt, oder die hohe Erwartungshaltung macht ihm zu schaffen. Ich würde mal behaupten, dass viele Beobachter Niko als zukünftige deutsche Nummer 1, potenziellen ersten deutschen Major-Gewinner, zukünftigen Top 16 Spieler etc. sehen. Und dafür gibt es auch gute Argumente. Niko selbst scheint ebenfalls sehr ambitioniert zu sein. Aber diese hohe Erwartungshaltung kann eben auch negative Begleiterscheinungen mit sich bringen. Dazu ist er jetzt erstmals als Vollprofi unterwegs, muss also mit dem Dartsport seinen Lebensunterhalt finanzieren. Auch das kann nochmal für zusätzlichen Druck sorgen.

    Mit Blick auf Littler, van Veen, Nijman oder aktuell vielleicht noch Zonnefeld und Doets kann ich die Ungeduld einiger User gut verstehen. Niko hat schon großes Potenzial angedeutet und kann sich jetzt endlich vollends auf die Darts fokussieren. Da hatte man eigentlich eine andere Entwicklung im Sinn. Aber er wäre längst nicht der erste talentierte Spieler, bei dem der nächste größere Schritt etwas länger auf sich warten lässt. Er ist ja gerade mal in seinem zweiten Tourjahr. Ich bin weiterhin guter Dinge, dass er uns auch in Zukunft noch viel Freude bereiten wird.

    - Als Letztes möchte ich nochmal kurz etwas zu Lukas Wenig schreiben.

    Vor seiner Entwicklung kann ich nur den Hut ziehen. Trotz vieler bitterer Rückschläge hat er sich stetig nach oben gekämpft und immer wieder an ein höheres Niveau angepasst. Mittlerweile gehört er wahrscheinlich zu jenen Spielern, die sich niemand früh im Turnier wünscht. Die Anfänge auf der Tour waren ein hartes Brot, obwohl er zuvor schon mehrmals als Nachrücker aktiv war. Ganz neu war das für ihn also nicht. Er hat sich dann aber nach und nach stabilisieren können und beim Grand-Slam gab es schließlich eine üppige Ernte. Das war wirklich ein bockstarkes Turnier von Lukas, vor allem weil er im ersten Gruppenspiel noch so tragisch gegen The Freeze verliert. Das haben wir doch alle als Genickbruch wahrgenommen. Am Ende geht er vor Noppert und Clayton als Gruppenerster durch und besiegt auch noch seinen favorisierten Landsmann im Achtelfinale.

    Damit hat er sich nach dem schwachen ersten Jahr wirklich noch die Tourcard gesichert :vic:

    Ach ja, ein Finale bei den Players Championships steht ebenfalls schon zu Buche.

    Ich sehe Lukas aktuell nicht als potenziellen Top 16 Spieler oder so, aber an den Top 32 könnte er durchaus mal kratzen. Sein Auftreten ist mittlerweile viel selbstbewusster geworden und beim Jubeln zeigt er auch etwas physische Präsenz. Wobei letzteres noch ausbaufähig ist bei seiner Statur ^^

    Hoffentlich hat ihm der Run beim Grand Slam etwas mehr Vertrauen in seine Bühnentauglichkeit gegeben. Daran hat es gefühlt immer etwas gehapert.

    Stand jetzt sehe ich realistische Chancen, dass sich Lukas die nächsten Jahre auf der Tour halten kann. Einen (Überraschungs-)Titel bei einem PC könnte ich mir ebenfalls vorstellen. Aber dafür kommen natürlich dutzende Spieler in Frage.


    So, das wars erstmal. Wobei da noch so einige interessante Namen auf der Tour herumschwirren. Aber das zeigt ja nur, wie sehr sich der deutsche Dartsport in der Breite verbessert hat.

    Einigen mag meine Sichtweise vielleicht zu unkritisch erscheinen, aber wie oben schon mal erwähnt bin ich mit der Entwicklung im deutschen Dartsport ziemlich zufrieden. Und das Ende der Fahnenstange ist da gewiss noch nicht erreicht. Es braucht nur etwas Geduld.

    Eventuell sehen wir gerade auf der Next Gen einen zukünftigen PDC Top-Spieler. Und wenn es schon kein deutscher Luke Littler sein sollte, dann doch wenigstens ein deutscher Rocky;)