Hello,
ich eröffne hier mal einen Thread für mich selbst und für Leute, die es interessiert und eventuell etwas mitnehmen können. (Mir ist langweilig
)
Im Februar 2025 hat unsere Familie bzw. haben meine Geschwister und ich ein Scolia-System gekauft, da wir sehr überzeugt waren, in Sachen Darts richtig aktiv zu werden. Wir fingen anfangs auch aktiv an, aber diese Motivation hielt nicht lange an – vor allem, weil wir alle bis dahin sehr im SimRacing verfangen waren.
Ab Sommer hatte ich allerdings langsam keine Lust mehr, jeden Tag aktiv im Rig zu sitzen und zu fahren, allein schon wegen der Wärme. Im August fing ich also wieder an, jeden Tag am Scolia-System meine Pfeile zu werfen. Im Gegensatz zur Anfangszeit machte es mir plötzlich richtig Spaß, und ich wollte mehr erreichen. Seitdem konnte ich mich bis heute motivieren, jeden Tag knapp 3–5 Stunden am Board zu stehen und meine Pfeile zu werfen. Diese Stunden verteile ich über den ganzen Tag, aber insgesamt kommt das dabei heraus.
Der Anfang war natürlich schwer. Ich spielte nur 501 und erreichte im besten Fall bei einem First to 4 Legs einen Average von 45 mit einer Checkoutquote von 10–15 %. Ich merkte, dass ich so definitiv nicht vorankomme – und dabei war ich auch noch in der Findungsphase mit meinem Setup: Welche Shafts benutze ich? Welche Spitzen? Ist der Barrel überhaupt der richtige? Stehe ich richtig? Greife ich den Dart richtig? Und so weiter…Ich bin jemand, der sich sehr viele Gedanken macht, und das könnte mir irgendwann auch noch zum Verhängnis werden. Denke ich zumindest. Ich blieb hartnäckig bei meinem 501, und irgendwann kam die Routine. Ich konnte zeitweise am 52er-Average im Durchschnitt kratzen.
Im November 2025 fand ich dann endlich mein Setup, das ich bis heute benutze:
Barrels: Mission Cam Crabtree 90 % – 23 g
Spitzen: Condor Beak Point With Cut – 46 mm
Shafts: Harrows Dimplex Nylon Black – Inbetween
Flights: Winmau Prism Zeta Valhalla
All in all bin ich super zufrieden. Der Dart liegt mir unfassbar gut in der Hand, und es macht unglaublich viel Spaß, ihn täglich zu benutzen. Das Einzige, was mich stört, sind die Flights. Ich muss sie zurzeit wöchentlich wechseln, weil der Kleber, der alles zusammenhält, sich sehr schnell abnutzt. Vielleicht kennt ihr ja gute Standard-Flights, die besonders lange halten. K-Flex und L-Style habe ich auch lange gespielt, aber auf Dauer ist mir das einfach zu teuer. Deshalb habe ich mir ein solides „Old-School“-Flight-Shaft-System zusammengestellt.
Im Dezember 2025 musste ich allerdings mein Trainingspensum drosseln. Ich hatte seit Jahren ein Ganglion im rechten Handgelenk, und durch das regelmäßige Training wurde es wohl größer. Deshalb ließ ich es mir im Januar dieses Jahres entfernen. Drei Wochen Zwangspause waren die Folge der Operation, was aber nicht schlimm war, denn mit der Entfernung konnte ich endlich wieder schmerzfrei spielen.
Damit sind wir auch schon im Januar bzw. Februar nach der OP angekommen, als ich endlich wieder spielen konnte.
Während der Pause durchdachte ich meine Trainingsroutine, denn wenn ich wirklich aus diesem "Low" Average rauskommen möchte, muss einfach alles besser werden, vorallem die Doppel.
Zum Start werfe ich mich mit Scoring-Wurfen ein: 20 → 19 → 18 im Wechsel. Danach spiele ich Bull-Shanghai und zu guter Letzt Bobs’ 27. Erst danach spiele ich 301 bzw. 501. 301, weil man so schnelles Scoring und Checkouts unter Druck perfekt trainieren kann – zumindest ist das meine Meinung. Allerdings spiele ich auch regelmäßig 501, um nicht aus dem Tritt zu kommen. - Gerne empfange ich hier weitere Trainingsmethoden, welche ich auch noch dazwischen klemmen kann.
Neben meinem täglichen Training spiele ich ab sofort jeden Donnerstag in einer Spielstätte bei einem Turnier mit. Letzte Woche Donnerstag war ich dort zum ersten Mal und spielte eine gute Gruppenphase, schied allerdings im Achtelfinale aus. Mein Scoring lag dabei zwischen 50 und 55, in einem Spiel sogar bei 65.
Was ich hier aber auf jeden Fall jedem mitgeben kann: Schaut nicht auf die Stats. Spielt euer Spiel, und ihr werdet automatisch besser. Ich habe in den ersten drei bis vier Monaten denselben Fehler gemacht, mir unnötig viel Druck gemacht und bin dadurch teilweise verkrampft. Seitdem ich nicht mehr aktiv auf die Stats schaue, ist mein Spiel deutlich besser geworden – und es macht viel mehr Spaß als vorher.
Hier noch ein paar Stats aus Scolia:
Es sind natürlich immer wieder schlechte Spiele dabei, vor allem gegen richtige Gegner. Ich bin allerdings sehr motiviert, denn ich glaube, dass das für die paar Monate schon relativ solide aussieht. Es bleibt aber definitiv noch ausbaufähig und ich glaube nicht dass ich an meinem Maximum bin.
Gerade in realen Matches merkt man dann doch, dass Training und Wettkampfsituation zwei komplett unterschiedliche Dinge sind. Unter Druck lassen sich die gewohnten Abläufe nicht immer so abrufen wie im Training, und kleine Unsicherheiten werden direkt bestraft. Trotzdem sehe ich auch in solchen Spielen Fortschritte, sei es im Scoring, im Timing oder im Umgang mit verpassten Doppeln. - Mir ist bewusst, dass Konstanz der nächste große Schritt sein wird, und genau daran möchte ich in den kommenden Wochen und Monaten weiter arbeiten, um mein Trainingsniveau auch im Spiel gegen reale Gegner regelmäßig abrufen zu können.
Ich gebe mir Mühe diesen Thread lange und aktiv am Leben zu halten 