Beim Tennis bekommt der Sieger größerer Turniere, also etwa der Grand Slams, mittlerweile weit mehr als 1 Mio. € Preisgeld, also weit mehr, als bei der PDC-WM insgesamt an Preisgeld ausgezahlt wird. Bei Wimbledon sind es z.B. 1,6 Mio. Pfund allein für den Sieger der Herren und 22,5 Mio. Preisgelder insgesamt (Quelle). Das zeigt, in welchen Dimensionen man sich dort mittlerweile bewegt und wie klein Dart trotz aller Fortschritte der PDC immer noch ist.
Und der Witz dabei ist, dass im Tennis die Spieler anteilsmäßig deutlich weniger von den Einnahmen sehen als die Darter. Jedes der vier Grand-Slam-Turniere hat Umsätze von über 100 Millionen US-Dollar, die US Open als Klassenprimus liegen wohl mittlerweile sogar über der 200-Millionen-Marke. Die Preisgelder sind auf Druck der Spieler in den letzten paar Jahren massiv erhöht worden (ein Prozess, der auch weitergehen soll), und liegen trotzdem noch unter 20% der Umsätze. (Die Größenordnung auf den Tennis-Touren liegt anscheinend etwa bei 25-30%, deshalb sollen nach Spielermeinung auch die Grand Slams dort hin.) Zum Vergleich: In den geschlossenen US-Ligen für Football, Basketball, Baseball und Eishockey mit ihren relativ starken Spielergewerkschaften liegt der Prozentsatz üblicherweise bei über 50% allein für die Profigehälter, und irgendwo über 60%, wenn man alle anderen Spielerbezüge mit einrechnet, also z.B. Spieler in Minor-League-Verträgen oder Bonuszahlungen an neu gedraftete Spieler.
Als ich mir vor einer Weile das erste Mal einen Geschäftsbericht der PDC vorgenommen habe (muss das Geschäftsjahr 2009 oder 2010 gewesen sein), lag die Preisgeldquote dort ebenfalls über 60%. Mittlerweile ist das Richtung 50% gegangen, allerdings führt die PDC im Vergleich zu damals auch deutlich mehr Veranstaltungen durch - hauptsächlich durch die dazugekommenen Youth- und Challenge-Touren - und hat dementsprechend auch deutlich höhere Aufwendungen für ihren Turnierkalender; das Preisgeld ist ja bei weitem nicht der einzige Posten bei der Finanzierung eines Tourwochenendes.