Madhouse vs. Weissmann

  • Hallo,

    wie bereits hier kurz erwähnt, habe ich mir Darts anfertigen lassen. Das Ganze hat doch länger gedauert als gedacht, denn bereits die Planungsphase war ein nicht endenwollendens Rumprobieren, Vergleichen und wieder Rumprobieren, Abändern,...
    Da ich kein CAD-Programm besitze, bzw. auch nicht bedienen kann :cool: habe ich etliche Skizzen von Hand auf Milimeterpapier gezeichnet, auch das hat nicht eben zur Beschleunigung beigetragen.

    Herausgekommen sind die Darts aus dem obigen Link von Jochen Weissmann (Blid 1) und es es hat sich gelohnt. Sie liegen perfekt in meiner Hand und fliegen ideal. Schöner Bonus am Rande: Mein bisher genutztes Setup mit L-Style-Flight und entspr. Schaft kann ich genauso weiterbenutzen, damit hatte ich eigentl. nicht gerechnet. Die neuen Darts sind mit 23g nämlich etwas schwerer und mit 50mm auch 8mm länger als meine Bisherigen.

    Der Grund für diesen Thread allerdings ist jetzt nicht, euch mit meinen neuen Picksern zu langweilen, sondern ein Vergleich mit Madhouse Custom Darts, denn ein Freund hat meine Skizze übernommen und dort ebenfalls einen Satz fertigen lassen.
    Im 2. + 3. Bild seht ihr die beiden Barrels im direkten Vergleich.
    Ich selbst habe von Madhouse damals wieder Abstand genommen, da mir zwar der Preis gefiel, aber die Kommunikation eher mau war, siehe hier

    Herausgekommen ist auch bei Madhouse ein eigentl. schöner Dart, allerdings mit Abzügen.
    Die Standardvorgaben erfüllen auch diese Darts: 23g, 50mm Länge und max. Durchmesser 7,5mm.

    Auch den Schwerpunkt haben beide Manufakturen exakt an die vorgegebene Stelle gesetzt (unmittelbar vor die Mulde).

    Tony von Madhouse baut einen Dart exakt nach der Skizze, die er bekommt. Ist man darin ein blutiger Anfänger, können kleine Details, die anfangs lapidar wirken, doch große Auswirkungen haben, wie man bspw. am Übergang von der Griffmulde Richtung Mitte sieht. Die ist relativ hart ausgefallen. (Mich würde es jetzt beim Werfen nicht stören, meinen Kumpel schon...)
    Die beiden Gripzonen unterscheiden sich sehr deutlich. Microgrip + Purist war die Vorgabe...urteilt selbst.
    Die Rundung an der Spitze des Barells war mir wichtig (bei meinem unorthodoxen Grip ruht der Dart dort auf meinem Ringfinger), Madhouse konnte dies nicht umsetzen. Auch der explizit gewünschte nahtlose Übergang ist Madhouse nicht ganz gelungen. Es ist ein kleiner Absatz spürbar, denn man evtl. aber selbst wegschleifen könnte. Aber wenn ich mir schon Darts machen lasse, sollen sie auch fertig bei mir ankommen und nicht als Do-it-yourself-Bausatz (Notiz an mich: neue Geschäftsidee?).
    Aber auch die Madhouse Darts sind schön ausbalanciert und fliegen sehr gut.

    Mit Jochen Weissmann dagegen hatte ich regen Austausch via Email und mehrere sehr angenehme Telefonate. Man merkt schnell dass da ein Fachmann am Werk ist.
    Bspw. war in meiner Skizze das hintere Ende für den Schaft mit 6mm Dicke angegeben. Jochen machte mich darauf aufmerksam, dass es u.U. vorkommen kann, dass man einen Schaft erwischt der nur 5,8 oder 5,9mm dick ist. Trifft man dann genau diese Stelle kann am Barell schon mal was abplatzen...also das Ende besser bißchen dünner machen.

    Madhouse ist zeitlich nicht zu schlagen. Eine Woche nach der Abklärung per Mail, waren die Darts auch schon da. Aber auf eine Beratung muss man halt verzichten.
    Jochen hat, auch bedingt durch kleine Änderungen meinerseits, ca. 3,5 Wochen gebraucht.

    So, vllt. helfen meine Erfahrungen ja dem ein oder anderen bei der Entscheidungsfindung :cool:


    Pew

  • Wenn man Qualität und vor allem das bekommen möchte was man bestellt, dann ist bzw. muss man auch gewillt sein den Preis dafür zu bezahlen. Wer sich Handmade Darts machen lässt, der sollte natürlich exakt und genau wissen was er möchte, und das hat eben seinen Preis. Vernünftige Handmade Darts sind eine Investition, die man normalerweise nur einmal macht, ausser man möchte etwas daran verändert haben, und dann kommt einem auch wieder der beispiellose Service von J. Weißmann zu gute. Denn was nützt mir die schönste Skizze wenn diese nicht umgesetzt wird.
    Sollte man es aber nicht so genau nehmen, dann spricht natürlich nichts gegen Grays, Individual, Madehouse, König und co.

    Einmal editiert, zuletzt von talb (24. April 2016 um 15:10)

  • Exakt talb. So sehe ich das auch.


    fehlt nur noch die Gegenüberstellung der Finazen

    Ich habe bewusst keine Preise dazugeschrieben. Nur soviel...Zum Preis meiner Darts, bekäme ich bei Madhouse 2 Sets...aber wie oben beschrieben, würde ich es immer wieder so machen.

    Pew

    Einmal editiert, zuletzt von theblindPew (24. April 2016 um 15:23)

  • Ich kann mich da talb nur anschliessen!!!

    :verb: Peter Wright , Paul Nicholsen , Robert Thornton, Stephen Bunting

    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gerne behalten :thumbup:

    Best Leg: 13 DO

  • Danke. So kann man sich die Umsetzung besser visualisieren. Bei beiden war wohl vor allem das Mittelteil der Knackpunkt, denn da weichen beide Versionen von der Vorlage ab. Bei MAdhouse fehlt es ganz, bei Weißmann wurde es etwas mehr in die Länge gezogen.

  • JoelH: mit dem Unterschied dass diese Abweichung, ebenso wie paar andere, mit Jochen so besprochen war...

    @ Smithi: meine Darts wiegen 22,95g + 22,96g + 22,97g...die Madhouse unterscheiden sich ebenfalls nur in diesem Rahmen. Das genaue Gewicht kenne ich allerdings nicht.

    Pew

  • Wahnsinns Präzision beim Gewicht, da ist jeder Cent Wert. Würde mich freuen, wenn du uns auf dem laufenden hältst, wie sich die Darts werfen lassen bzw. und wovon ich ausgehe sich dein Wurf verbessert hat...Vorteile gegenüber Custom Darts sprich Ausgewogenheit, Flugeigenschaften, Balance, Schwerpunkt usw...eben ein kleines Resümee :thumbup:

    • Offizieller Beitrag

    Smithi: Ich denke das ist halt eine Frage ob man so selbstverständlich davon ausgehen kann daß es dadurch eine Verbesserung gegeben hat. Vor allem Anfänger werden mit 99% Sicherheit bei Custom Made Darts einen Reinfall erleben, da man ja Punkte immer noch selber werfen muss ;)

    Natürlich hoffe ich für den Thread Ersteller daß sich dieser Effekt eingestellt hat, gar keine Frage!

    Ich glaube aber, es bedarf jahrelangen Unzufriedensein mit den meisten am Markt befindlichen Barrels, bevor man als Spieler auch nur halbwegs in der Lage ist einem Hersteller zu vermitteln was man denn eigentlich für einen Dart haben will und warum der so aussehen soll wie der aussieht. Und dann muss man auch noch so viel Ahnung haben, daß man sich keinen "unmöglichen" Dart, was das Thema Schwerpunkt und Ballance angeht, zusammengeschraubt hat! Denn der Hersteller stellt den Dart genau nach den Vorgaben her, wenn der dann nicht "ordentlich" fliegt ist ja so der Kunde schuld!!!

    Und auch nicht zu unterschätzen ist der psychologische Effekt, den ein eigener Dart haben kann: Spieler welche jahrelang auf der Suche nach "ihrem" Dart waren und (eigentlich) schon diverse Standard Darts gefunden hatten, welche auch gepasst hätten, für diese Spieler kann es noch einmal einen zusätzlichen Boost geben wenn sie jetzt wissen daß der Dart genau so ist wie sie es wünschen und die Leistung jetzt nicht mehr am "falschen" Dart hängen kann...

    Es kann aber auch ordentlich ins Geld gehen, ich weiß z.B. von Putzi daß der eine ganz lange Zeit immer wieder auf der Suche nach dem (für ihn) perfekten Scalloped Darts (also Dart mit Griffmulde(n) ) war und ihn die Suche einiges an ausprobieren von Standard Modellen und zum Schluß von diversen extra angefertigten Hand Made Darts gekosten hat!!!

    Echse

    "Leisten wir uns den Luxus, eine eigene Meinung zu haben" - Otto von Bismark


  • Echse, dass unterschreib ich Dir sofort.
    Für Custom Made Darts, egal von welchem Hersteller, sollte man sich wirklich erst entscheiden, wenn man ganz genau weiß, was man will bzw. braucht. oder Geld keine Rolle spielt.

    Auch was mein Zwischenfazit angeht, kann ich mich Echse nur anschließen. Von selbst fliegen die dann doch nicht in die T20. Aber sie erfüllen eben alle Ansprüche, die ich an einen Dart habe.
    Mit etwas Übung kann man eigentl. nahezu jeden Dart werfen, auch in einer vernünftigen "Flugbahn", also ohne Eiern oder sonstwas. Das das jetzt mit meinen Darts direkt mit meinem alten Setup so perfekt funktioniert, verbuche ich ehrlich gesagt unter Zufall. Das hatte ich zwar erhofft, aber damit gerechnet habe ich nicht. Erhofft deshalb, weil ich einfsch die einzelnen "positiven" Aspekte unzähliger Darts zusammengeworfen habe und auf ein positives Gesamtresultat gesetzt habe. (Bspw. wusste ich als "Hintenhalter", dass ein Barrel mit mittigem Schwerpunkt zu 99% passt.)
    Dass das dann tatsächlich so klappt... denke ich ist schon ein Stück weit ein Zufallstreffer, allerdings hat Jochen mich auch echt top beraten, damit diese einzelnen Aspekte zu einem stimmigen Gesamten werden. Mein allerallererste Skizze konnte ich z. B. direkt vergessen. Jochen hat das durchgerechnet und gesagt, dass ich damit auf max.19g komme. Schau an, hätt ich nicht gedacht, weil so abwegig war die Skizze eigentlich nicht (Jochen hat sie übrigens so gut gefallen, dass er für sich nen Satz Softtips danach gemacht hat).

    Langes Geschwafel, wenig Sinn:
    Unterm Strich wird ichs wieder machen... einfach weil sich die Darts schon so gut anfühlen. Man sagt ja schonmal, das passt wie die Faust aufs Auge oder das ist wie für mich gemacht. Und so ist es... einfach wie für meine Hand gemacht :!D

    Pew

    Einmal editiert, zuletzt von theblindPew (27. April 2016 um 18:13)

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