Formtief ohne Aussicht auf Besserung - Was kann ich dagegen tun?

  • Hi zusammen,

    sicherlich bin ich nicht der erste mit diesem Problem und vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

    In den letzten 3-4 Wochen läuft das Darten einfach nicht mehr so, wie ich es gewohnt bin. Es fühlt sich an und bestätigt sich auch in Zahlen, dass ich in einem Formtief bin. Davor hatte ich zumindest immer mal wieder gute Phasen, in denen die Würfe saßen und die Scores nach oben gingen. Aber aktuell scheine ich einfach keinen richtigen Zugriff auf das Spiel zu finden. Da ich viele Turniere zu Hause und Auswärts spiele und auch Trainingsspiele spiele, lässt sich das Ganze auch in Zahlen (anhand von 50+ Spielen) abbilden, als Beispiel:

    501-Avg vor dem Formtief: 50-55

    501-Avg seit dem Formtief: 40-45, selten 50

    Doppelquote vor dem Formtief: ~20%
    Doppelquote vor dem Formtief: 10-15%

    First-9-Avg vor dem Formtief: 60+
    First-9-Avg seit dem Formtief: ~50

    Das Ganze ist besonders frustrierend, weil ich nicht wirklich erklären kann, warum es so ist, trotz wöchentlichem Training (2-3 Stunden). Dass man mal stagniert ist logisch, auch phasenweise, aber diese Verschlechterung zieht sich nun seit mehr als 3 Wochen und ich kann an meine alten Leistungen, die bis dahin monatelang konstant waren, nicht mehr anknüpfen.

    Ich hab meine Technik mal genauer angeschaut – vom Gefühl her meine ich, dass sie noch ähnlich ist wie vor ein paar Wochen. Auch an der Ausrüstung liegt es vermutlich nicht, immerhin benutze ich immer noch dieselben 1-2 Set Darts (zu 90% das gleiche Set), die ich seit Beginn habe. Vielleicht bin ich mental nicht richtig fokussiert, oder es hat sich unbewusst ein kleiner "Knoten" in meinem Kopf gebildet, der mich blockiert?

    Falls jemand von euch das gleiche schon mal durchgemacht hat oder vielleicht einen Tipp hat, wie man so eine Phase überwinden kann, wäre ich echt dankbar. Ob es nun an mentalem Training, Technikfehlern oder einfach an der Einstellung liegt – ich bin für alles offen.


    Danke euch!

  • Gehört zum Dartleben dazu und ist in meinen Augen eine "Lernphase" und kein Tief oder Krise. In dieser Phase macht man sich über Gott und die Welt Gedanken und ändert im doofsten Fall alles (vom Wurf bis hin zum Setup) was einen noch weiter reinreitet.

    Mir hilft oft, diese Phase anzuerkennen und mich aus dieser Phase wieder herauszuspielen indem ich mit Motivation und Spaß ans Board gehe ohne eine Erwartung an meinen Average zu haben und ganz wichtig: Nicht den Wurf zu ändern! Wenn du mit dem gleichen Wurf bereits tolle Leistungen erzielt hast, wieso sollte es auf einmal nicht mehr so sein? Meine einzige Erwartung ist, dass ich Spaß am Spiel habe und kleine, gesteckte Ziele erreiche z.B. möchte ich einfach alle Darts in einen Bereich werfen (5,20,1) und sehe es als Erfolg an wenn ich es geschafft habe weil ich für mich als positives Fazit herausziehe "Hey, du hast in einer Lernphase alle Darts in den von dir gesteckten Zielbereich geworfen".

    So bin ich sehr oft aus diesem negativen Gedankenkarussell herausgekommen und es war bisher immer eine Steigerung dabei, angefangen vom Fokus bis hin zum Selbstvertrauen.

    LG Patrick

    Ein Ratloser findet immer einen noch Ratloseren, der ihn bewundert.

  • Sorry, alcatel, solche oder ähnlich Fragen kommen immer wieder mal.

    Du weisst sicherlich, dass zumindest in unserer Lidarts Liga alles vorhanden ist: von Mitspielern, die in der Nahe der PDC-Leistungen stehen, wie auch Darter, die "nur" unter 40 im Ave spielen. Was erwartest du von wem? Dies ist keine böswillige Frage, sondern sollte zum Nachdenken anregen. Insbesondere die Mitspieler, die einen recht geringen Ave spielen, denken dann "Oh Gott, wieder einer, solche Probleme möchte ich haben". Andere, die z.B. Liga 3 oder besser spielen, denken sich möglicherweise auch: "Einer weniger bedeutet weniger Konkurrenz".

    Grundsätztlich gilt: jeder, der schon länger Darts spielt, kennt das Problem, und es gibt keinen allgemeingültigen Weg, der ist immer sehr persönlich.

    Schaue dich mal um, es gibt zu dem Problem durchaus Hilfe bei (semi-)professionellen Organisationen (ich kenne eine in Köln) - ich denke da bist du besser aufgehoben.

  • Hallo Alcatel,

    mir geht/ging es ganz ähnlich wie Dir. Jetzt, nach 2 Monaten, wird es langsam wieder besser.

    Ich würde meinen Vorrednern zustimmen und meine persönlichen Gedanken ergänzen:

    Es braucht viel Geduld.

    Ruhe bewahren.

    Notfalls auch mal die Darts für ein paar Tage beiseite legen.

    Sich nicht immer an der besten Form, die man mal hatte orientieren.

    Und (aber das Patrick ja schon) auf keinen Fall anfangen mit Material und Technik herumzuexperimentieren, denn es ist wahrscheinlich, dass die Verunsicherung dadurch nur größer wird.

    Sich umso mehr an den kleinen Erfolgen freuen, denn zwischendurch gelingt ja doch immer mal etwas.

    Ich habe mich außerdem darüber gefreut, in den dartn Lidarts Wettbewerben (wo ich noch relativ neu bin) viele nette Leute kennenzulernen.

    Ich glaube fest daran, dass ich, sobald die Talsohle durchschritten ist besser spielen werde als vorher;).

    Check Out,

    Hendrik

    P.S.: Als ich eine derartige Erfahrung mit Darts das erste mal gemacht habe (da war ich 14 Jahre oder so) habe ich nach 2 bis 3 Monaten ganz aufgehört - für 30 Jahre:D

    Turn on, Tune in, Check Out!

  • Hey zusammen,

    ich danke euch für das rasche Feedback!

    Waldhoefer: Da gebe ich dir Recht, und den Gedankengang habe ich auch sehr oft im Sinne von "Mach es genau so wie sonst auch, es hat doch auch so geklappt", da dies aber aktuell nicht der Fall ist, ist die Verzweiflung am Ende umso größer. Ich werde es mir aber zu Herzen nehmen.

    Semper: Na klar, letztendlich geht es mir immer um die eigene Erwartungshaltung, ich würde niemals Dartspieler über "einen Kamm scheren", da jeder seinen eigenen Weg finden soll und muss und eigene Leistungen stets anerkennt werden sollten, das bemerke ich auch oft in Turnieren. Ein Spieler, der bspw. sonst nur 40 spielt und plötzlich einen guten Turniertag mit ~50 hat sagt sich "Heute war geil", ein Spieler der aber vielleicht immer 70+ spielt und diesmal nur bei ~60 lag, sagt sich "Das war ein gebrauchter Tag".

    Max_Yasgur: Geduld und Ruhe bewahren, ich glaube das sind die zwei aktuellen Knackpunkte. Die Gewissheit, dass ich es eigentlich besser kann und bis vor einigen Wochen noch konstant gezeigt habe, treibt mich glaube ich zu dieser Ungeduld, weil ich mir denke "Das geht so nicht, ich muss und will es sofort wieder ändern", und stattdessen wird es dann nur noch schlimmer.

    Ansonsten habe ich mir vorgenommen ab jetzt einen festen Trainingsplan zu fahren, den ich 2-4x pro Woche für knapp ne Stunde umsetze, mit Schwerpunkt Technik & Kontrolle, Scoring & Doppel - einfach befreit und unvoreingenommen spielen und schauen, was sich daraus entwickelt. Vielleicht führt mich ein strikter Plan, Geduld und die daraus resultierende Konstanz (Trainingseinheiten + wöchentliches Turnier) wieder in die Spur.

  • Klingt gut.

    Und lass die ersten Wochen Mal die Zahlen (Aversage, Doppelquote, Treffer pro Runde - was es eben gibt) außen vor....

    Damit gar kein Zahlenmäßiger Vergleich stattfinden kann....einfach um den Kopf Mal auf das Gefühl hören zu lassen.

    Damit kannst du später wieder anfangen

    "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen."
    (Antoine de Saint-Exupéry)

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