Kurz zum Wort "Schlampe". Ich finde die Bezeichnung für die 26 als absolut passend. Warum? Weil Schlampigkeit der Wortbedeutung nach für eine unordentlich ausgeführte Arbeit steht. Genau das liegt vor, wenn man die Darts derart auf der Scheibe verteilt. Dass der Begriff inzwischen derart negativ behaftet ist, ist gewissermaßen sogar positiv, eben weil man diese 26 ja ein wenig abwertend beurteilen möchte. Ich sehe bei der Verwendung des Wortes aber keinerlei Verbindung zu der verbreiteten sexuellen Konnotation. Da sind wir für mich in dem Bereich "Zigeunersoße" oder "Negerkuss". Zwei Wörtern, an denen sich kaum jemand gestört hat, die eigentlich sogar eher positiv behaftet waren. Mit dem Verbot der jeweiligen Bezeichnungen hat sich dies eher in die andere Richtung verändert, womit der Sinn und Zweck des Verbots völlig verfehlt wurde.
Ganz schwierig finde ich es bei "unfairem Verhalten" des Publikums in die Sparte "Andersfeindlichkeit", "Fremdenfeindlichkeit" oder gar "Rassismus" zu kommen. Patriotismus steckt da sicherlich mit drin, aber an sich ist Patriotismus ja nichts schlechtes, ganz im Gegenteil. Es geht immer darum wie man diesen auslebt bzw. in welchen Extremen man dabei denkt und handelt. Einen gewissen Patriotismus finde ich richtig und wichtig. Den beobachtet man auch in quasi allen Ländern der Welt. Bei jeglichen Sportveranstaltungen ist es üblich, dass die breite Masse der Bevölkerung die Sportler ihres eigenen Landes unterstützt. Man kann beim Dart jetzt diskutieren ob das auspfeifen eines Gegners schon über Unterstützung hinaus geht und unfair ist. Aber ich denke, hier ist der Übergang sehr fließend. Ich denke, dass man diesbezüglich in der Vergangenheit beim Darts auch einfach sehr verwöhnt war. Grundsätzlich ist es eine Form der Verunsicherung des "Gegners" wenn man diesen auspfeift. Aber ist das schon unsportlich oder unfair, oder ist das Teil eines Wettkampfes? Ich finde, dass es hier legitim ist beide Ansichten zu vertreten. Mit einer Geringschätzung des Gegners hat dies aber überhaupt nichts zu tun, was sich ja spätestens zeigt, wenn der Lokalmatador die Segel gestrichen hat und die ausländischen Darter unter sich sind. Da werden die Jungs im Normalfall alle angefeuert.
Grundsätzlich aber gibt es sicherlich eine gewisse Verrohung. Ob bei Frauen, bei Schreienden, zu langsam Spielenden, Hustenden oder nicht Hände schüttelnden. Der Mainstream wird immer mehr zum Optimalbild und wer daraus hervorsticht, wodurch auch immer, droht schnell Gefahr zu laufen negativ betrachtet zu werden. Das ist aber sicherlich ein gesellschaftliches Problem. Insbesondere Ausländerfeindlichkeit vernehme ich beim professionellen Darts aber kaum, auch wenn das in der Kneipe um die Ecke individuell immer anders aussehen kann. Umgekehrt ist eine gewisse Frauenfeindlichkeit bei einem Kneipensport dafür womöglich umso verbreiteter.