...Außer den Top 32 bis 40 Spieler der Order of Merit wird kein Dartspieler der PDC ausschließlich von den Preisgeldern bei den Tunieren leben können. Also eine Tourcard und selbst wenn man sehr gut spielt reicht nicht um Dartprofi zu sein, denn als solchen würde ich nur jemanden bezeichnen, der mit dem Dartsport seinen und im besten Fall auch den seiner Familie Lebensunterhalt verdienen kann. Für einen Spieler aus Mitteleuropa sind ja die Anfahrtskosten zu den Tunieren nochmal deutlich teurer und zeitaufwendiger und somit muss ein Mitteleuropäer noch besser sein um mit Darts tatsächlich ein wenig Geld zu verdienen. Mit Challenger-Tour und Developpment-Tour wird ein Festlandeuropäer nicht mal als Gewinner der Geldrangliste wirklich ins Plus kommen. Also nicht die besten Spieler treten dort an, sondern die die sich es leisten können oder es durch ihren eigentlichen Job oder den Job des Lebenspartner als Hobby finanzieren. Ich sehe absolut keine Entwicklung mehr in den letzten Jahren in der PDC hin zu wenigstens 100 Dartprofis.
Man sollte einfach mal realistisch einordnen, dass es sich bei Darts noch immer um eine Randsportart handelt. Hier nun eine Entwicklung zu erwarten, dass binnen weniger Jahre hunderte Leute vom Dartsport leben können, das ist zu viel verlangt. Generell ist es schon wahnsinnig beeindruckend wie sich der Sport, die Professionalität und auch die Preisgelder in den letzten Jahren entwickelt haben. Ehrlich gesagt glaube ich, dass wenig andere Sportarten einen solch prozentualen Zuwachs an Verdienstmöglichkeiten in den letzten Jahren geboten haben wie der Dartsport. Man sieht inzwischen ja auch, dass man bereits wieder an Limitierungen stößt, Hallen öfter nicht voll werden etc.
Grundsätzlich halte ich deine Zahlen zudem für arg reißerisch und für eine unzureichende Diskussionsgrundlage. Ich sehe zunächst nicht, dass nur die Top 32-40 Spieler der PDC rein vom Preisgeld leben könnten. Devon Petersen auf Rang 60 der OoM liegt bei circa 82.000 Euro Verdienst binnen zwei Jahren (dahinter liegen übrigens auch noch einige, deren Einkommen aus nur einer Saison resultiert). Von dem Gehalt sollte man durchaus leben können. Zudem halte ich es für sinnlos hier nur auf das Preisgeld zu verweisen. Spieler haben über Exhibitions, Sponsoring, Medienauftritte etc. noch weitere Verdienstmöglichkeiten. Dies gehört ebenfalls zum normalen Einkommen eines Dartspielers und Sportlers. Insofern sehe ich bei der PDC mehr als 60 Spieler, die von den Einkommen als Dartspieler leben können. Damit ist circa die Hälfte zwischen deiner Top 32 und den 100 Dartprofis schon geschafft. Die extreme Preisgeldverteilung in Richtung Spitze sehe ich zwar auch kritisch, die ist bei der PDC gefühlt aber noch weniger ausgeprägt als in vielen anderen Sportarten. Nichtsdestotrotz würde ich mir hier eine größere Verteilung in Richtung der früheren Runden wünschen.
Ich möchte hier mal noch anmerken, dass Schindi wirklich die ärmste ... in der PDC sein muss was eine Quali für die WM angeht und eigentlich kann es gar nicht sein, dass er nicht qualifiziert ist. Er ist im Finale an Kurz gescheitert, er hat nur um 1000 Pfund es über die PRO tour order of merit verpasst, er hatte bestimmt etliche Finalniederlagen bei der Qualifikation zu einem Europeantourevent, beim PDPA-Qualifier verliert er dann wohl auch etwas unglücklich, obwohl er in der ersten Runde einen 100er Average erzielt hatte. Er ist in der Playerchampionchipwertung, der mit Abstand höchstplatzierte Spieler, der sich nicht für die WM qualifiziert hat und diese Wertung sollte man für die letzten Startplätze verwenden und nicht so ein kurzen mal reingeschobenen Hopp-oder-Top-Qualifier, denn für die Playerchampionchipwertung haben alle Tourcardler die gleiche Möglichkeit sich Preisgeld zu erspielen und diese zeigt wer das über das Jahr hinweg am besten gemacht hat und das wäre dann Schindi, Scott Baker, Alan Tabern/ Conan Whitehead gewesen und das wäre sportlich gerechter gewesen und hätte weniger Aufwand und Kosten wieder für die Spieler bedeutet. Die Payerchampionchiptuniere sind die Bundesliga der PDC, als solche sollten sie sie auch sehen und eindeutig weiter aufwerten!!!. Die Majortuniere dementsprechen Championleague, European Tour: Euroleague und Challenger/Developpment: Zweite/ Dritte Liga folgt, dass deren Preisgelder auch in der Order of Merit mal auftauchen sollten und zwar aus den letzten beiden Jahren!!!.
Kann ich absolut nicht nachvollziehen. Schindler ist im Finale an Kurz gescheitert, richtig. Aber wieviele andere Spieler mit Tourkarte hatten denn nicht einmal die Möglichkeit einen solch "einfachen" Qualifier wie die Superleague zu spielen? Hinzu kamen für ihn Möglichkeiten über die Development Tour und die Jugend-WM, die vielen anderen Spielern auch nicht zur Verfügung standen. Hinzu kommt, dass er bei seiner Ranglistenposition extrem von "Begünstigungen" bei den European Tour Qualis über Host Nation Qualifier in 2018 profitiert hat und bspw. jetzt auch beim Grand Slam Preisgeld als Jugend-WM Finalist einspielen konnte. Auch das ein Weg, der vielen anderen Spielern nicht zur Verfügung stand. Wenn er es dann am Ende trotz aller Vorteile nicht schafft, so hat er es schlussendlich auch einfach nicht verdient.
Welche Chancen man hat durch die Tourcard um die es in der Q-School geht Geld zu verdienen. Ob man mit einer sehr guten Leistung dort überhaupt eine Tourcard bekommen kann, oder wieviel Glück und Zufall der Tuniermodus der Q-School mit sich bringt und ob man durch den Gewinn einer Tourcard zum Dartprofi wird oder sich finanziell eventuell sein eigenes Grab schaufelt, weil man keine Sponsorenverträge und ähnliches hat und dies nicht Dein Leben zum positiven verändert, wenn Du gut genug bist, so wie es Barry Hearn prophezeit, sondern das Anreisen und spielen aller PC-Tuniere, CH oder DV-Tuniere und Qualis (wo es kein Geld gibt, außer für die Qualifikanten, was eine weitere Reise und Kosten bedeutet) alle Deine Ersparnisse aufbraucht und Dich nach 2 Jahren finanziell ruiniert hat. Sprich wieviel Sinn macht es für einen Festlandeuröpäer an dieser Q-School überhaupt teilzunehmen bei zu 75%iger Sicherheit zwei finanziell verlustreiche PDC-Dartsjahre zu spielen!!!
Auch hier sind die 75% natürlich völliger Unsinn. Wie schon angesprochen sind es locker über 60 Spieler, die allein vom Dartsport leben können. Dann sind das bei 128 Tourcardholdern eher 50% als 75%, wobei ich selbst das noch für hochgegriffen halte. Ich bezweifle übrigens auch, dass es Tourcardholder gibt, die über keinen Sponsor verfügen. Selbst wenn, so sind das mit Sicherheit absolute Einzelfälle. Grundsätzlich bietet die PDC Tour natürlich ein finanzielles Risiko, eben weil ein hohes Leistungsniveau erforderlich ist um konstant ausreichend Geld zu verdienen. Das liegt aber bei einer Randsport in der Natur der Sache und wird auch so schnell nicht zu ändern sein. Es ist doch schon positiv, dass überhaupt so viele von dem Sport leben können. Das wäre vor 15 Jahren noch völlig undenkbar gewesen. Ich denke aber auch nicht, dass jemand sich auf der PDC Tour finanziell ruiniert. Da benötigt es dann eben auch eine gesunde Selbsteinschätzung inwieweit es nebenher noch eines anderen Berufes bedarf. Sofern diese vorhanden ist, ist die PDC Tour eher eine Möglichkeit seinen Verdienst noch zusätzlich aufzustocken. Ansonsten wäre der Andrang auf eine Tourcard bei der PDC garantiert auch nicht so hoch wie derzeit.
Michi Unterbuchner überlegt auch Q-School zu melden..grad auf FB gelesen
Darauf bin ich tatsächlich sehr gespannt. Seine diesjährigen Leistungen auf der BDO-Tour waren nicht allzu berauschend, wohl auch berufsbedingt. Ob er dann in Richtung BDO-WM und anschließender Q-School sein Niveau wieder wird steigern können, das wird man abwarten müssen. Einen Automatismus gibt es dafür nicht und generell ist er von seinem Leistungsvermögen auch nicht so überragend gewesen, dass man eine Tourcard für ihn als sehr wahrscheinlich ansehen dürfte. Allein die Auftritte von Glen Durrant oder auch etlichen anderen BDO-Spielern bei der letztjährigen Q-School sollte da Warnung genug sein. In der Nachbetrachtung könnte ich mir vorstellen, dass er es inzwischen bereut es nicht bereits im Januar versucht zu haben. Bei einem Scheitern hätte er ja nichts verloren und bei einer erfolgreichen Quali hätte sich beruflich sicherlich irgendeine Lösung gefunden. Schafft er es aber jetzt im Januar nicht, so landet er in der ganz harten Mühle der PDC.