Training der Wurfmechanik

  • In den allermeisten Fällen wird beim Darten Training ja gleichgesetzt mit Übungsspiel auf das Board, und die Trainingstips kreisen um die Frage welche Felder oder Feldkombinationen die sinnvollsten sind. Das Problem dabei ist, dass man dabei die eigentliche Mechanik des Wurfes in der Regel als "gegeben" ansieht, man unterstellt einfach dass durch häufiges Wiederholen automatisch schon besser wird. Natürlich stimmt das bis zu einem gewissen Grad, allerdings lernt oft genug nur wie man seine eigenen etwas Wurfmacken besser kompensiert. Oder wie es bei mir mal ein Golfpro formuliert hat: "Das war kein guter Schlag, das war kompensierter Zufall".

    Ich bin überzeugt, dass man als Darter eigentlich mindestens 50% seiner Trainingszeit der reinen Wurfmechanik widmen sollte, der Rest wäre dann fürs Board reserviert. Aber wie könnte ein solches Training denn aussehen? Nachdem die Literatur in dem Bereich bekanntlich recht dünn ist, habe ich hier mal ein paar Anregungen zusammengestellt.

    Training ohne Board

    Als ich noch kein Dartboard in der Wohnung hatte, habe ich aus der Not geboren ohne Board geübt. Man braucht so ca. 4m freie Flugbahn im Raum und einen "Kugelfang" für die Darts um die Einrichtung zu schonen. Bei Steeldarts eignet sich als Kugelfang z.B. eine dickere Schaumstoffplatte. Bei Softdarts kann man sich einen Satz Spitzen abschneiden und vorne mit Sandpapier etwas abrunden, damit kann man dann auch unbesorgt aufs Sofa oder Bett werfen.

    Inzwischen habe ich ein Board, allerdings trainiere ich die Wurfmechanik konsequent ohne Board. Ich habe einfach festgestellt, dass man so weniger auf das Ziel fixiert ist und sich deutlich besser auf die verschiedenen Aspekte der Wurfbewegung konzentrieren kann.

    Vorsicht, der Wurf muß regelmäßig am Board überprüft werden da man sonst keine Rückmeldung über die korrekt Wurfhöhe hat. Mehrere Stunden oder Tage ohne Board könnnen eigenartige Phänomene erzeugen, glaubt mir ich weiß wovon ich spreche :) Mit Zeit und Übung pegelt sich sich dann aber auch eine stabile Wurfhöhe ein.

    Grundsätzliche Überlegungen

    Beim Training der Wurfmechanik sollte man nach Möglichkeit nur ein Detail herausnehmen auf das man sich besonders konzentrieren will. Also nicht z.B. gleichzeitig versuchen die Ellenbogenstellung zu korrigieren und langsamer im Rhythmus zu werden. Immer schön eins nach dem anderen.

    Außerdem gilt grundsätzlich die Regel: Trainiere Darts als ob Du nach Zeit bezahlt wirst und nicht nach Stückzahl. (Ja, auch diese Weisheit ist von einer Golftrainerlegende geklaut: Harvey Penick) Idealerweise sind zwischen zwei Würfen immer ca. 20 Sekunden Pause, wem es schwerfällt sich selbst zu bremsen kann es so machen wie ich: Abwechselnd mit dem einen und dem anderen Arm werfen. So bekommt der Wurfarm immer ausreichend Pause, außerdem kann ein Arm vom anderen lernen (ja, so etwas geht!).

    Übungsbeispiele

    Greifen der Darts


    Ein großer Anteil schlechter Würfe dürfte seine Ursache im unregelmässigen Greifen der Darts haben. Meiner Meinung ist es eine echte Kunst, den Dart immer gleich zu greifen, insbesondere weil das beim Darten ja automatisiert abläuft und ich Fehler nicht mehr wahrnehme.
    Training beim Greifen heisst sich die Bewegung vom Follow Through zum Dart immer wieder bewusst machen: Was macht mein Oberarm / Unterarm / Handgelenk, wie greifen meine Finger? Diese Bewegung trainiert sich dann am besten in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mal Superzeitlupe, mal langsam, mal Normalgeschwindigkeit.

    Eine Übung hat mir beim sauberen Greifen sehr weitergeholfen, allerdings dürfte sie sich bei jedem Griff eignen. Falls sich beim Griff der Dart ohne Daumen noch halten lässt wenn der Arm senkrecht nach unten hängt, dann sollte man mal versuchen den Dart ohne Daumen zu greifen und den Daumen erst verzögert einzusetzen. Zugegeben, das ist anfangs richtig schwer, aber es schult das Gefühl beim Greifen ungemein.


    Wurfbewegung variieren

    Beim Training variiere ich die Elemente der Wurfbewegung bewusst, das unterstützt u.a. den Aufbau des Muskelgedächtnisses:

    • Werfen mit unterschiedlichem Kraftaufwand bzw. Wurfgeschwindigkeit
    • Bewusstes Vorwippen mit Unterarm, z.B. 5x Wippen vor dem ersten Dart, 4x vor dem 2. Dart, 3x vor dem 3. Dart
    • Verlängerung bzw. Verkürzung vom Rückschwung
    • unterschiedliche Wurfhöhen einstreuen
    • No-Look Würfe einstreuen
    • etc. etc


    Wurfrhythmus variieren

    Auch hier gilt es unterschiedliche Varianten in das Training einzustreuen.
    Ich selbst ziele vor dem Wurf, d.h. ich unterbreche den Bewegungsablauf kurz um mich zu konzentrieren. Beim Training streue ich aber bewusst ein paar Rhythmusrunden a la van Gerwen ein in denen ich die 3 Darts in durchgehender Bewegung abfeuere.
    Ein tolles Hilfsmittel zum automatisieren des gesamten Bewegungsablaufes ist Musik, am besten einen stark rhythmusbetonten Song nehmen (ich nehme eher einen langsamen Groove). Dazu versuche ich die gesamten Bewegungen im Timing der Musik ablaufen zu lassen, und zwar erst einmal Half-Time und dann relativ dazu in der doppelten Geschwindigkeit.

    Wurf überprüfen

    Im Zeitalter von Smartphones / Tablets ist es ein leichtes, sich selbst beim Werfen aufzunehmen und kritisch zu hinterfragen. Bei meinem Tablet gibts eine Frontkamera mit der das Gerät als Art Spiegel misbrauchen kann. Eine hervorragende Perspektive zur Selbstkontrolle ist dabei die Froschperspektive direkt unterhalb des Wurfarms, das geht per Tablet oder per Spiegel der vor dem Oche auf den Boden oder einen Stuhl gelegt wird. Die typischen Fehler bei der Ausrichtung des Arms erkennt man damit wunderbar.

    Einmal editiert, zuletzt von Fastdrin (21. Januar 2015 um 15:03)

  • Hört sich ja ganz gut an, bis auf den Punkt mit dem komplett ohne Board, einfach durch den Raum pfeffern! Ich glaube nicht das das was bringt, außer der Gefahr nach solch einer Übung jemanden aus versehen mit dem Dart abzuwerfen. Sorry, aber das sollte man sein lassen.

    Stattdessen statt dem Board eine Korkplatte oder sowas an die Wand hängen, damit man kein Ziel hat. Das ist denke ich schon richtig, dass man das auch mal versucht, damit einem die Ziele nicht unnötig die Konzentration auf den eigentlichen Wurfablauf behindern.

    Ich glaube das mindestens 90% des Wurfergebnisses, wenn mann hier die Konstanz mit einrechnet, abhängig sind von einer guten Pfeilhaltung. Wenn man die Pfeile immer gleich anfasst, was unglaublich schwierig ist, dann bekommt man gleich eine deutliche bessere Konstanz.
    Aber auch die Wurftechnik muss hier mit einbezogen werden. Es gibt Wurftechniken mit der es nicht ganz so Wichtig ist ob du den Pfeil wenige mm weiter vorne oder hinten anfasst. Andere Wurftechniken reagieren darauf sofort in der Höhe und oder der Breite der Streuung.

    Wünsche viel Erfolg.

    Edit: Was für ein Niveau spielst du denn, oder von wo nach wo hast du dich verbessert nachdem du dein Training wie beschrieben verändert hast?

    Einmal editiert, zuletzt von Haehni (21. Januar 2015 um 15:21)

  • Hört sich ja ganz gut an, bis auf den Punkt mit dem komplett ohne Board, einfach durch den Raum pfeffern! Ich glaube nicht das das was bringt, außer der Gefahr nach solch einer Übung jemanden aus versehen mit dem Dart abzuwerfen. Sorry, aber das sollte man sein lassen.

    Finde ich auch. Eine Alternative wäre, ein altes Board zu nehmen, den Spider zu entfernen (falls möglich) und das Board komplett zu schwärzen (geht ganz gut mit einem Edding).

    Meiner Meinung ist es eine echte Kunst, den Dart immer gleich zu greifen

    Finde ich auch. Ich frage mich in dem Zusammenhang, wie sehr dabei ein sich über die Länge des Darts verändernder Grip helfen kann, also z. B. unterschiedlich große Abstände zwischen den Ringen.

    Training beim Greifen heisst sich die Bewegung vom Follow Through zum Dart immer wieder bewusst machen: Was macht mein Oberarm / Unterarm / Handgelenk, wie greifen meine Finger? Diese Bewegung trainiert sich dann am besten in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mal Superzeitlupe, mal langsam, mal Normalgeschwindigkeit.

    Mache ich auch. Oft stelle ich dabei fest, dass ich den Dart besser beschleunigen kann, wenn ich die Wurfbewegung langsam ausführe, zumindest den Teil der Wurfbewegung, die auf den eigentlichen Wurf vorbereitet, also Zurückziehen des Arms, Anspannung der Muskeln.

    Je sauberer die Wurfbewegung, desto geringer scheint die Kraft zu sein, die ich in die Beschleunigung investieren muss.

    Und was mir auch hilft, ist, darauf zu achten, dass sich nichts außer Arm, Hand und Schulter bewegt. Ich bemerke oft, dass der Rest des Körpers viel zu angespannt ist.

    Oder wie es bei mir mal ein Golfpro formuliert hat: "Das war kein guter Schlag, das war kompensierter Zufall".

    Schöner Satz. Werde ich mir merken.

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    Es gibt noch diverse andere körperliche Faktoren: Trockene Hände (mein Problem), Raumtemperatur, Kreislauf, Fußstellung/Schuhwerk. Also die Konstanz der Bedingungen. Manchen scheint das wenig, anderen, wie mir, viel auszumachen.

    Wie sollte man mit sich verändernden Bedingungen umgehen? Spätestens bei einem Wettkampf hat man da ja kaum noch Einfluss drauf. D. h. welche Übungen kann man machen, die den Körper lockern, den Kreislauf etwas (aber nicht zu sehr) in Schwung bringen u. s. w., und wie kann man das in einen Wettkampf integrieren, ohne sich lächerlich zu machen?

    4 Mal editiert, zuletzt von D-O-S (21. Januar 2015 um 16:13)

  • Hört sich ja ganz gut an, bis auf den Punkt mit dem komplett ohne Board, einfach durch den Raum pfeffern! Ich glaube nicht das das was bringt, außer der Gefahr nach solch einer Übung jemanden aus versehen mit dem Dart abzuwerfen. Sorry, aber das sollte man sein lassen.

    Ich gebs zu, das klingt schon dämlich klappt aber erstaunlich gut (mit Steeldarts ist natürlich besondere Vorsicht angebracht). Die Alternative mit einem neutralen Board bzw. einer Korkplatte hat natürlich auch was, vielleicht fällt jemandes dazu noch die "perfekte" Lösung ein.

    Was für ein Niveau spielst du denn, oder von wo nach wo hast du dich verbessert nachdem du dein Training wie beschrieben verändert hast?

    Nachdem ich nach fast 20 Jahren Dartpause erst seit knapp 3 Monaten wieder regelmäßig spiele hält sich das Niveau leider noch in Grenzen. Hat mich aber in der Zeit von Streuselkuchendarts wieder auf einen stabilen 50er Ave gebracht und bin damit schon recht zufrieden, das ist in etwa das was ich in meinem früheren Dartleben so maximal gespielt habe. Ich merke aber deutlich dass meine Lernkurve so viel steiler ist als durch unreflektiertes Aneinanderreihen von Trainingsspielen.

    Grundsätzlich leuchtet es mir einfach nicht ein, warum in "ähnlichen" Sportarten Berge von Trainingsliteratur gibt und wir Dartspieler nur darüber diskutieren ob ich Round the World besser im oder gegen den Uhrzeigersinn spielen. Und wenn ich nix mehr treffe sind bestimmt die Schäfte schuld oder ich brauch mal wieder neue Darts...

  • Klingt ja sehr spannend (ich vermute aber, bei mir bringt das kaum noch was - wird aber probiert!): Wie wärs mitm Handtuch oder irgendwas Blickdichtes Stoffiges übers Board gehängt (Reisszwecken oder so zur Befestigung?)?? Taugt das? Oder Stecknadeln, weil die dünner sind?

    Einmal editiert, zuletzt von BenSchreck (21. Januar 2015 um 16:44) aus folgendem Grund: Stecknadeln?

  • Muskelgedächtnis und immer anders werfen?
    Komische Marotten einstudieren?
    Werfen ohne Kontrollmöglichkeit und Feedback?
    Denken ein- statt ausschalten?
    Steile Lernkurve und 50er Avg?

    Interessanter Ansatz. Widerspricht wohl in fast allen Punkten den gängigen Meinungen.

    Einmal editiert, zuletzt von Ico (21. Januar 2015 um 16:45)

  • vielleicht fällt jemandes dazu noch die "perfekte" Lösung ein.

    Die ist aber nicht billig: Perfekt wäre das Lincoln-Dartboard. Da müsste nur der Spider entfernt werden. Und der ist nur aufgesetzt, dürfte also relativ leicht gehen.

    In der Dartscorner ist das Board deutlich günstiger.

    Einmal editiert, zuletzt von D-O-S (21. Januar 2015 um 16:51)

  • Klingt alles sehr gut!

    Was ich ab und zu mache ist dass ich das Raumlicht so dimme, damit ich das Dartboard nur mehr schemenhaft erkenne.

    So schalte ich den visuellen Sinn etwas aus und kann mich mehr auf das Gefühl eines guten Wurfes konzentrieren. Feedback erhält man wenn man die Darts aus dem Board holt.

    Geübte sollten am Wurf erkennen können ob der Dart die 60 getroffen hat oder nicht......

    .....nicht wenig oft entstehen so hohe Scores 100+.

    Ist auch eine gute Übung wenn man mal zu verkrampft am Board steht......

  • Ico Es geht darum Muskelgedächtnis aufzubauen, eben damit es dann ohne Denken automatisiert abläuft.

    Das funktioniert viel besser wenn man die eigentliche Bewegung variiert, in Teilelemente zerlegt und wenn möglich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten übt. Diese Methode wird in ganz unterschiedlichen Bereichen erfolgreich angewandt (z.B. Klavierunterricht, Golf etc.), warum also nicht auch auf Dart übertragen?

    Dank Deines Youtube-Kanals weiß ich dass ich Deine Spielstärke in diesem Leben sicher nicht mehr hinbekomme (Neid!), ja, für meine Verhältnisse hat sich sehr viel in relativ kurzer Zeit verbessert. In einem Jahr sprechen wir nochmal drüber .... :S

  • Danke für die Blumen - aber so doll spiel ich auch nicht.... ich sag immer, was ich schaffe, kann jeder andere auch. ;)

    Lansgam und bewusst werfen finde ich auch nicht schlecht. Für die Wurfbewegung braucht man eigentlich nicht mal nen Dart in der Hand. Nur zu viel variieren im Sinne von so oder so probieren - das würde ich nicht. Eine Technik sauber, und dann wiederholen.

    Wobei man durchaus auch argumentieren kann, dass man vielseitig trainieren kann. Verschiedende Darts, verschiedene Umstände, verschiedener Stand... wenn der Körper sich darauf schnell anpassen kann, hat man offensichtlich einen guten Grundwurf.

    Alles nicht so einfach - aber... sonst wird's ja jeder machen! :cool:

  • ich sag immer, was ich schaffe, kann jeder andere auch.

    So nett wie gelogen. Übertreib's nicht mit der Bescheidenheit. Ich werde das auch nicht in meinem Leben schaffen. Das zu glauben, wäre völlig unrealistisch. Ich wäre schon mit einer gewissen Konstanz zufrieden. Aber das Rätselraten, warum es nicht läuft, wenn es nicht läuft, ist jedes Mal das gleiche. Eben z. B. lief gar nichts. Nach 5 Minuten völlig entnervt aufgegeben. Nach einer halben Stunde nochmal versucht und beim dritten oder vierten Wurf alle drei Darts ins Bullseye. Aber was sich in der halben Stunde verändert hat, weiß ich nicht. Die fehlende Abrufbarkeit von Leistung auf einem mittleren Niveau finde ich echt blöd.

  • Danke.....endlich mal wieder ein Beitrag, den es lohnt zu lesen!
    Ein sehr interessanter Ansatz, den ich noch nie in Erwägung gezogen habe aber von dem ich glaube, dass er über einen längeren Zeitraum Platz in meinem Training finden wird.

    Es grüßt
    Hamski

  • Der Ansatz ist interessant. Bringt bestimmt was, wenn man bewusst seinen Wurfablauf trainiert (also wenn man nicht unbedingt so ein trainingsfauler Hund ist wie z.B. ich).

    Aber da

    Hört sich ja ganz gut an, bis auf den Punkt mit dem komplett ohne Board, einfach durch den Raum pfeffern!

    hört bei mir auch etwas das Verständnis auf. Ein wichtiger Punkt im Verlauf des Wurfes ist doch der "Loslass-Punkt" (blödes Wort ... aber mir fällt nix besseres ein). Und der ist doch ganz gewaltig abhängig von Höhe und Abstand des Zieles, oder? Und danach geht's dann in den Follow Through über.

    Eine Alternative wäre, ein altes Board zu nehmen, den Spider zu entfernen (falls möglich) und das Board komplett zu schwärzen (geht ganz gut mit einem Edding).

    Ein altes Board fände ich auch passend. Zahlenkranz runter und Spider mit der Zange ziehen (alternative beim Eclipse 2mal von hinten mit der flachen Hand draufklopfen und vorne plumpst der Spider raus) ... dann mit der Sprühdose einschwärzen (aber vorsichtig ... soll ja keine fette Farbschicht drauf)

    2 Mal editiert, zuletzt von DerDartagone (22. Januar 2015 um 07:21)

  • Sehr interessanter Artikel. Hier mal meine Sicht und Trainingserfahrung


    Ich trainiere seit ca. 10 Monaten, leider nicht durchweg so
    wie ich es geplant habe, mit diesen „Alternativen“ Methoden.
    Gerade zum Anfang hat das Motorik- und Techniktraining sehr
    schnell zu einem Erfolg geführt.


    Abgeleitet aus anderen Sportarten habe ich meinen eigenen
    Trainingsplan erstellt und mir, ähnlich wie du es gemacht hast, Methoden
    ausgedacht um die motorischen und technischen Eigenschaften zu verbessern.
    Dabei habe ich Wert darauf gelegt mir wöchentliche
    Schwerpunkte zu setzen, die aus den Trainingserfahrungen der Vorwoche
    resultierten.

    Da bislang keine trainingsmethodischen Grundlagen für den
    Dartsport vorhanden sind, ist man auf die Selbstbeobachtung angewiesen.
    Nicht alle Methoden führen zu dem gewünschten Erfolg.
    Aber wichtig bei der
    Beurteilung ob es sich um eine sinnvolle Methode handelt ist der zeitliche
    Faktor. Änderungen brauchen ihre Zeit und sind oft erst nach einer
    Zeitverzögerung erkennbar.

    Wie du schon angesprochen hast, unterteile auch ich in
    motorisches Training um den Bewegungsablauf zu trainieren und einem speziellen
    Techniktraining um einzelne Elemente zu ökonomisieren.


    In der Literatur findet man hierfür die Begriffe Bewegungsablauf-
    und Elementeraining.


    Trotzdem kann man dieses Teilgebiet nicht isoliert sehen, da
    wie in allen Dingen des Lebens auch hier die richtigen Reize gesetzt werden
    müssen.So ist in Abhängigkeit von deinem Ziel das Trainings zu
    variieren. Damit meine ich die Anteile der der jeweiligen Übungsformen.

    Es bringt wenig in einer Zeit mit vielen (oder wichtigen)
    Wettkämpfen dem Motoriktraining einen großen Platz einzuräumen.

    Hier sind Wettkampftraining, Mentaltraining;
    Trefferbildtraining und Leistungskontrollen wichtiger, der motorische Bereich
    sollte bis dahin abgeschlossen sein und spielt dann eine eher untergeordnete
    Rolle im täglichen Training.

    Das führt dann zu dem Thema was mich sehr viel weiter
    gebracht hat, die Periodisierung.


    Mein Training führt jetzt über mehrere Phasen die mit
    Motoriktraining und Grundlagen anfangen, hier wird dann neues eingeführt, das
    ungefähr 8 Wochen dauert. In dieser Zeit sind Wettkämpfe nicht zu empfehlen, da
    die Bewegung zu sehr aus dem Bewusstsein kommt und daher in schwierigen
    Situationen nicht 100 % abrufbar ist in seiner optimalen Form.


    Danach geht es weg von der oben beschrieben Form und hin zu
    mehr Wettkampftraining, das mit Leistungskontrollen und längeren
    Trainingszeiten (höhere Umfänge) geht.
    Mentaltraining ist dann auch ein wichtiger Aspekt, der
    natürlich auch in der ersten Phase trainiert wird.

    Wichtig ist zu erkennen wo es jetzt noch hakt um dann noch
    an den nötigen Stellschrauben zu drehen.


    Ich kann nicht behaupten dass ich ein guter Spieler bin,
    auch meine Technik ist in hitzigen Situationen oft noch unterirdisch schlecht.
    Aber ich habe ein besseres Wurfgefühl und die Leistung
    beweist dass es förderlich ist.
    Zumal ich immer noch in das alte Schema verfalle und dann
    wieder wochenlang 501 D.O spiele L


    Im Endeffekt habe ich nach meiner Dartitis und einem
    anfänglichen 40 er Average es geschafft besser zu sein als vorher. D.h ich spiele
    im Training 74 Schnitte und in Wettkämpfen läuft es mit abstrichen auch besser
    als vorher. Obwohl ich noch ein großes Potential im mentalen Bereich sehe.


    Die Konstanz in Turnieren fehlt noch, da kommt ein 17, 14,18
    gefolgt von einer Niederlage wo man 100 Darts auf Doppel nicht trifft und adie Beweungs völlig steif ist. Das ist aber ein Problem mit der mentalen Einstellung und daher ein neues Traininsziel.

    Einmal editiert, zuletzt von O_K (22. Januar 2015 um 09:56)

  • Ähem.....mal ganz blöde Frage:

    Warum kann man sowas nicht ganz normal üben?? :s?:

    Also ich meine einfach so wie immer.....so mit ner Scheibe an der Wand wo man immer mit möglichst gleicher Bewegung so
    spitze Eisendinger draufschmeisst.

    Ehrlich gesagt verschliesst sich mir gerade die Logik :ohno_

    Gruss Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Bernd G (22. Januar 2015 um 10:13)

  • Verschließt sich mir ständig dazu. Deshalb beteiligte ich mich an solchen Themen nicht,obwohl ich sonst zu ALLEM en Mist sagen kann.

    Habe mich schonmal mit einigen hier angelegt in Bezug auf Mentaltraining. Drucksituationen ZU HAUSE simulieren und dann glauben das ist wie die Wettkampfreallität.
    Wenn ich das hier lese denke ich ähnlich,das hier mMn für einen in unserem Lande definitiv unprofessionellen Freizeitsport zu viel Aufwand betrieben wird um Pfeile an die Wand zu bringen.
    Aber das ist nur meine Meinung. Daher bin jetzt wieder raus hier.

  • Kannst du doch machen Bernd, keiner hindert dich daran. Wenn es dein Anspruch und Ziel ist nur aus Gaudi zu spielen, dann ist das ok.
    Aber wenn man zusätzlich zum Spaß auch eine möglichst gute Leistung erbringen möchte, dann wird das nicht über stundenlanges Eisendingerwegeschleudern gehen.

  • peter K.
    Auch hier kann ich nur sagen, wer stundenlang auf die Scheibe wirft kann natürlich Spaß haben. Aber Leistung ist Arbeit durch Zeit. Das bedeutet wer seine Leistung verbessern möchte muss an einem der Hebel ansetzen. Da Zeit aber ein begrentzes Gut ist, jedenfalls für die die Arbeiten, ist die Effektivität wichtig.

    Einmal editiert, zuletzt von O_K (22. Januar 2015 um 10:33)

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