Material prüfen

  • Hallo,

    hier hängt seit Weihnachten das erste E-Board. Jetzt spiele ich etwas damit herum, welche Pfeile mir damit liegen.

    Die ersten waren dabei - einfach verchromter Stahl.

    Als nächstes mal ein Super-Sonderangebot von Heinrich Hecker, Paderborn - beworben als "Profi Dartpfeil / Dartpfeile Champion", 18 g, "mit Messingbarrel und silberfarbenen Aluminium-Shaft". Ich kann nur sagen, Finger weg. Bei den Shafts waren drei von sechs schief geschlitzt. Service dort ist flott, aber unwillig. Krönung des ganzen: ich stellte heute fest, dass die vermeintlichen Messingbarrels heftig magnetisierbar sind - das ist garantiert nur vermessingtes Eisen.

    Nebenbei hab' ich jetzt zwei Mittelklasse-Darts genommen:

    Tyrone 16g, "Nickel-Silber-Barrel", Model 02920. Die sind gänzlich unmagnetisierbar. Daher vermute ich vielmehr, dass die aus Messing mit galvanischer Nickel-Beschichtung bestehen.

    British Darts, 14 g. Die sind schwach magnetisierbar. Ansonsten findet sich dort weder Modell- noch Hersteller noch Materialbezeichnung - ich vermute, dass die tatsächlich aus einer Nickel-Legierung bestehen. Überraschenderweise ähnelt die Verpackung und Kennzeichnung von British Darts und Tyrone einander zum verwechseln. Nutzen die alle den gleichen Blister, die gleichen Gewichtsmarkierungen, oder kommen die alle aus der gleichen Fabrik?

    Dann gibt's noch die "Tungsten Look" im Handel, also die Mogelpackung mit Wolframbeschichtung auf Messing, Nickel oder gar nur Eisen. Hauptsache Tungsten steht drauf.

    Bei echten Wolfram-Legierungen muss der Wolfram-Anteil wohl ausdrücklich dabei stehen - also die typische Angabe von 80%, 85%, 90%, richtig? Schade dass das nur auf der Verpackung steht, eine Kennzeichnung der Darts selbst ist wohl unüblich - auch wenn man das heute leicht auflasern könnte. Das lädt zu Mogeleien geradezu ein.

    Hat von euch schon mal jemand die Materialangaben nachgeprüft?

    Die Methode mit dem Magneten ist die wohl einfachste. Eisen stark magnetisch, Messing unmagnetisch. Nickel leicht magnetisierbar.
    Wie schaut's mit Wolfram aus? Da kommt's auf die Legierung an? So finde ich z.B. für die Tiramet-Werkstoffe G17B und G17,5B mit 90 bzw. 92,5% Wolfram eine schwach ferromagnetische Eigenschaft - die sind mit Nickel und Eisen legiert. Hingegen ist S17 mit 90% Wolfram, Nickel und Kupfer paramagnetisch (sprich schwach, aber nicht dauerhaft magnetisierbar).

    Abkratzen kann man das Barrel natürlich auch - das nimmt den natürlichen Abrieb vorweg, der bei der Benutzung normal wäre, ist aber eine absichtliche Schädigung, die der Verkäufer bei einer Reklamation sicher nicht gerne sieht. Im Sicht- und Griffbereich will man das sicher nicht haben

    Kann man Gewicht und Dichte mit Hausmitteln hinreichend genau prüfen?

    Ich hab' die Frage daher hier ins Forum gestellt - die E-Barrels sind ja homogen, da könnte man mit Wasserbad noch was bewirken. Bei den Steeldarts mit eingepresster Stahlspitze hat man ja immer auch deren Gewicht beim Barrel mit dabei.

    Einmal editiert, zuletzt von traut (17. Februar 2016 um 06:22)


  • Kann man Gewicht und Dichte mit Hausmitteln hinreichend genau prüfen?

    Ich hab' die Frage daher hier ins Forum gestellt - die E-Barrels sind ja homogen, da könnte man mit Wasserbad noch was bewirken. Bei den Steeldarts mit eingepresster Stahlspitze hat man ja immer auch deren Gewicht beim Barrel mit dabei.


    Zum Messen von Gewicht bieten sich Wagen an.

    Dichte, ist Masse pro Volumen. Wenn du vorher die Masse bestimmt hast, brauchst du nur noch das Vorlumen. Dazu kannst du einen Wasserverdrängungstest machen ....das Volumen und die Masser der Spitzen musst du eben abziehen (etnweder ausrechnen [zylinderform annhemen - ausreichend genau] oder eben nen neues Set Spitzen wiegen und vermessen.


    Aber warum willst du das alles herausfinden?
    Für mich persönlich ist wichtig herauszufinden, ob mir der Dart liegt oder nicht. Aus was er ist, interessiert mich nicht wirklich.

    "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen."
    (Antoine de Saint-Exupéry)

  • Aber warum willst du das alles herausfinden?
    Für mich persönlich ist wichtig herauszufinden, ob mir der Dart liegt oder nicht. Aus was er ist, interessiert mich nicht wirklich.

    1) Neugier
    2) Aktueller Beschiss macht noch neugieriger
    3) weil es hier schon gefühlt 200 Fragen zur Wahl der richtigen Darts gibt, aber wohl noch sehr wenig zum Material selbst.

    Vielleicht seid ihr in der glücklichen Lage, einen Händler vor Ort zu haben, bei dem man sogar ausprobieren kann. Vieles erfolgt aber anderswo über den Versand - und da hilft es auch, wenn man schon mal weiss, auf welche Produktauswahl man sich beschränken kann.

    IMHO kann man sich die ganzen Fragen zur Dart-Auswahl weitgehend sparen, weil das eine vor allem subjektive Frage ist, womit man sich wohlfühlt, womit man gut trifft. Da hilft alle Theorie nichts, da braucht's die Praxis.

    Die Frage zur Materialwahl kann man hingegen sehr gut theoretisch behandeln.

    Dein Vorschlag, Ausrechnen über das Volumen, das ist wohl nur eine recht grobe Abschätzung. Gerade das Gewinde ist eher schwieriger zu ermitteln - da kann man nur schätzen. Auch Rillen und Riffelung kann man nur überschlagen. Bei gewölbten, holzfassförmigen Formen geht das eh' nicht mehr.

    Und beim Verdrängungstest ist eine genaue Abschätzung wohl auch recht schwierig, weil beim kleinen Volumen wohl kaum genau zu ermitteln. Obendrein hat man das Problem, dass im Gewinde Luftblasen bleiben - wie ermittelt man das?

    Um weiter zu theoretisieren: Auf jeden Fall gehört etwas Spüli ins Wasser, damit sich nicht ein riesiger Wasserberg aus dem Messglas rauswölbt und damit Luftblasen sich leichter lösen. Vermutlich würde ich die Messung auch zusammenpuzzlen, Barrels trocken, Barrels nass mit wassergefülltem Gewinde , dann Verdrängung messen und nachher den Gewindeanteil der nassen Barrels draufschlagen.

    Selbstverständlich macht man die Messung auch gleich mit allen drei Barrels - das drittelt den Fehleranteil.

    Aber wenn hier nur Praktiker diskutieren, dann hat das wohl noch nie einer hier versucht?

  • Frag doch mal bei Target, Unicorn, Nodor & Co. aus welchen Komponenten Mr. Wang die Rohlinge sintert.

    Mal ganz im Ernst. Wenn du wirklich nicht weiterleben kannst ohne zu wissen ob im Taylor Dart wirklich 95% Wolfram drin ist lass einen Satz analysieren. Das geht auch zerstörungsfrei.
    Das Wissen ist nur völlig nutzlos.

    Der theoretische Vorteil aus Billets mit höherem Wolframgehalt dünnere Barrel bei gleich bleibendem Gewicht herzustellen wird in den allermeisten Fällen wieder ad absurdum geführt wenn man hinten 2cm ausbohrt um das Gewicht wieder zu drücken.
    Bleibt als hauptsächlicher Zweck die Verkaufsförderung.

    Beispiel wieder der Taylor Dart (Gen2 Soft Tip). Der ist fast komplett durchbohrt um auf 16g für das Barrel zu kommen. Hätte man also prima aus z.B. 80% statt 95% Tungsten-Billets bauen können.
    Spart beim Rohling und bei der Maschinenlaufzeit.
    Sieht auf der Packung aber doof aus und lässt sich nicht für 110 verkaufen.

    Was nütz dir die Gewissheit ob die 80% wirklich 80% sind oder doch nur 76% oder gar 82%`
    Nur die Neugier? Nachvollziehbar. Dann auf zum nächsten Metaller oder Gold- Dealer bei dem ein RFA-Gerät steht und Auftrag erteilen.

    Horrido, Markus

  • Der theoretische Vorteil aus Billets mit höherem Wolframgehalt dünnere Barrel bei gleich bleibendem Gewicht herzustellen wird in den allermeisten Fällen wieder ad absurdum geführt wenn man hinten 2cm ausbohrt um das Gewicht wieder zu drücken.

    Ja, das ist natürlich unsinniges Marketing

    Was nütz dir die Gewissheit ob die 80% wirklich 80% sind oder doch nur 76% oder gar 82%`
    Nur die Neugier? Nachvollziehbar. Dann auf zum nächsten Metaller oder Gold- Dealer bei dem ein RFA-Gerät steht und Auftrag erteilen.

    Ich sprach von Hausmitteln, nicht damit Abby Sciuto zu beauftragen.

    Der theoretische Vorteil aus Billets mit höherem Wolframgehalt dünnere Barrel bei gleich bleibendem Gewicht herzustellen wird in den allermeisten Fällen wieder ad absurdum geführt wenn man hinten 2cm ausbohrt um das Gewicht wieder zu drücken.

    Naja - immerhin dient sowas durchaus auch noch der Balance. So ganz unsinnig ist's also nicht unbedingt. Aber ob der höhere Wolframanteil sich überhaupt drastisch im Gesamtpreis auswirken dürfte? Wolfram kostet auf dem Weltmarkt etwa 300 $/Tonne, also etwa 0,02 €/60g (hab' ich mich da echt nicht verrechnet?).

    Nachtrag: Hm. http://www.boersennews.de/markt/rohstoff…8355062/profile schreibt von Preisen je Tonne - Erz! Andere Quellen nennen 300 bis 400 $/MTU, also je Metrische Tonnen Unit (Einheit) - und die entspricht 10 kg. Dann kommt also ein Faktor 100 drauf. Den Materialpreis verschiebt's dann auf plausiblere 2 € je Set. Runden wir mal großzügig auf 5 Euro auf... Trotzdem ist das noch kein Beinbruch und wenig relevant für den Gesamtpreis.

    Früher brauchte man davon manches für Glühfäden in Glühbirnen, da ist der Markt ziemlich weggebrochen. Der Materialpreis ist also nicht so dramatisch, auch wenn die passende Legierung teurer sein wird. Die muss ja auch zur Verarbeitung entsprechend geeignet sein. Der Preisunterschied zwischen 80% und 90% Darts ist eher Marketing.


    Da der Preisunterschied so gering ist spielt's auch keine Rolle ob man nun 80% etwas weniger oder 90% Material etwas mehr ausbohrt (für den Schrott gibt's 1000 €/t zurück).

    Aber bei selbst bei so geringen Beträgen werden manche schummeln.

    Aus Herstellersicht ist es eher sogar einfacher, gleich nur das bessere Material zu verwenden und es generell zu verarbeiten - das spart Lagerhaltung, verbilligt den Einkauf und vereinfacht die immer gleiche Verarbeitbarkeit. Für's Marketing kann man noch immer das bessere Material auch als billigeres Material deklarieren. Nur in umgekehrter Richtung kann man massive Gewinneinbrüche erleben, wenn man plötzlich als Betrüger dasteht.

    5 Mal editiert, zuletzt von traut (17. Februar 2016 um 10:26)

  • Nebenbei - die Legierungsfrage bei Wolfram beschäftigt wohl vor allem die Allergiker. Klassischer Legierungs-Hauptbestandteil ist Nickel. Mit der Zunahme von Nickel-Allergien reagieren manche Leute allergisch auf ihre Barrels und müssen sich nach Alternativen umsehen. Es gibt auch Nickellegierungen mit z.B. Kupfer. Da muss man aber schon sehr gezielt suchen, um die zu finden.

  • Au man. Bin ich inzwischen weit weg vom darten! Ich nehm immer nur die Darts mit denen es bei mir funktioniert und spiel damit. Ich hab mich noch niemals um Material und Weltmarktpreise usw. interessiert. Ich glaube ich mach da einiges falsch.
    Und auch krumme Schafts! Was soll's. Die Darts fliegen auch damit dort hin wo man sie hinwirft. Es sein denn das krumme geht nahe 45 Grad hin. Ich denke dann hat es auch Auswirkungen. Ich spiele Aluschäfte und die werden erst ausgetauscht wenn was abbricht. Und das mach ich schon seit über 27 Jahre so. :blink:

    180er: unzählig
    HF: mehrere 170er
    Short Game: 2 x 9er
    Avg: Irgendwo zwischen 70 und 90

    Don't Panic

    • Offizieller Beitrag

    Ich glaube auch damit sind wir ein absolutes Auslaufmodell "de Bauer"! Seit 25 Jahren mache ich das auch so: Ich nehme Darts im Geschäft in die Hand und werfe mit denen. Wenn mir der Dart von der Dicke, vom Grip und vom Gewicht her zusagt dann kaufe ich den, wenn nicht, dann nicht...

    Sollte ich NACH der Berührung eines neuen Dart nach einem Trainingsabend einmal rote Flecken an den Händen haben wäre DAS der frühste Zeitpunkt an dem ich mir Gedanken über das Material meines Dart machen würde...

    Ansonsten ist es ehrlich gesagt VÖLLIG egal ob ein Dart 80-90-95% Tungsten Anteil hat: Ich sehe, berühre und werfe den Dart und kann dann direkt in dem Moment entscheiden ob ich gewillt bin für DEN Pfeil DAS Geld auszugeben! Alles andere ist mir doch völlig egal und selbst wenn ein Pfeil statt der angegebenen 90% nur 80% Tungsten haben sollte wäre mir das sowas von egal!!!

    Ich kann mich leider nur der Meinung meiner Vorredner anschließen: Manche Leute haben einfach zu viel Zeit!!!

    Ansonsten an die Hobby-Metallurgen unter euch: Da dürft ihr gerne unter euch bleiben und weiter diskutieren, wer er wirklich genau wissen möchte darf gerne ein Labor beauftragen den Tungsten Gehalt zu testen...

    Echse

    "Leisten wir uns den Luxus, eine eigene Meinung zu haben" - Otto von Bismark


  • Na ja ...

    Fakt ist, dass auch ich schon mal Probleme mit dem Material Mix von Winmau bekommen habe.
    An den Barrels ist innerhalb von ca 4 Monaten soviel Material abgeplatzt, dass sie für mich den Grip vollkommen verloren haben.
    85% Wolfram

    Ich habe Winmau kontaktiert und die meinten ich solle mich freuen so gut zu sein, da ich die Darts ja wohl so eng platzieren kann damit sowas passieren kann ... Kein Materialfehler lt. Winmau :cursing:

    Natürlich lege ich jetzt mehr Wert auf mind. 90% oder höher ... weil da passiert nix 8o

    Und zur Erinnerung:

    bevor hier jemand auf die Idee kommt sich angegriffen oder beleidigt zu fühlen - Nein das ist nicht in meinem Sinne :takefive:

  • Hallo,

    Ich dachte, ich frage mal hier im Forum - denn die Forensoftware ist eine der besseren und das Forum das wohl aktivste in Deutschland.

    Den bisherigen Antworten entnehme ich, dass die wenigsten über ihren eigenen Tellerrand rausblicken wollen, aber trotzdem was zu allem glauben sagen zu müssen.

    Sorry, dann tut's mir leid, eure Zeit verschwendet zu haben. Ich bin hier wohl im falschen Pub. Da übe ich lieber 'ne Runde Dart...

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