... Begründete Kritik soll allerdings respektiert werden. Und das passiert leider auch immer weniger. Das ist unsere zunehmend dünnhäutiger Gesellschaft geschuldet.
Da gebe ich dir recht. Kritik ist ja auch immer etwas, dass einem zeigt, woran man noch arbeiten kann.
Was ich hier aber bei fast allen Dauerkritikern hier vermisse, ist die Kritikkompetenz. Ich behaupte sogar, dass die, die am lautesten Kritik ausüben, ihre eigene Kritik nicht ertragen könnten, wenn sie gegen sich gerichtet wäre.
Nur weil ich mir die Spiele auf einer Couch anschaue, heißt es noch lange nicht, dass ich ein Sportpsychologe bin. Und wenn man hier die üblichen Verdächtigen so liest, könnte man glauben, dass sie diesen Selbstanspruch besitzen.
Für mich sollte Kritik immer den Anspruch haben, dass der andere einen Mehrwert daraus ziehen kann, wenn er dazu breit ist. Aber niemals sehe ich Kritik als eine Form an, seinen unkontrollierten Emotionen freien Lauf zu lassen und anmaßend, abwertend oder hämisch zu werden.
Das scheint aber für den einen oder anderen ein Mittel der eigenen Frustbewältigung zu sein.
Ist das hier für dich Kritik?
Ich erwarte, dass er als Profi dann den Anspruch hat, so ein Spiel auch zu gewinnen und diese Chancen zu nutzen. Wenn er diesen Anspruch nicht haben sollte, könnte er besser aufhören. Und den Anspruch dürfen auch ruhig Darts Fans haben, dass ein Spieler seiner Qualität (besser gesagt: seines Potentials) so ein Match dann auch mal als Außenseiter gewinnt.
Ich sehe hier nur jemanden, der seinen Frust freien Lauf lässt und sich anmaßt, die Karriereberatung von Clemens ungefragt in die Hand zu nehmen.
Wie gesagt, ich sehe hinter dem Sportler auch immer einen Menschen, der nicht nur in Niederlagen mit seinen eigenen Emotionen zu kämpfen hat, sondern sich der Hetze im Netz stellen muss. Welchen Sinn ergibt es dann noch, mit Häme über die sozialen Medien darauf zu regieren? Das kann nur zur eigenen Frustbewältigung dienen.
Und dann ist es keine Kritik mehr. Kritisieren ist eine Kunst.