Ganz ohne Druck. Kein 501 mehr gegen den Computer, nur noch Trainingsspiele! Vielleicht bekomme ich es ja so in den Griff.
Die Kunst ist den Stress so zu kanalisieren, dass er als Herausforderung gesehen wird. Das wird natürlich schwer umzusetzen, wenn man das nicht trainiert und Stress als Bedrohung fühlt. Das geht halt nur bedingt im Training oder im Wettkampf, wenn ich das nicht mental trainiere.
Es ist ja nicht so, dass ein guter Spieler keinen Stress verspürt, er ordnet ihn nur anders ein und hat ein ganz anderes Mindset. Seine Denkweise ist eher Lösungsorientiert und der Fokus liegt beim "Ich mache das jetzt und treffe die Doppel 20 zum Matchgewinn". Während die anderen eher an "Hoffentlich treffe ich nicht in die 1, dann ist das Ding verloren" denken.
Die Darts wegzulegen ist eine gute Basis, um einen Neustart zu beginnen. Aber wenn du mental nicht an dir arbeitest, werden die Probleme wiederkommen.
Und das man die Problemsuche bei seiner Technik beginnt, ist ein Phänomen, das nicht nur im Dart auftritt. Aber hier ist es doch sehr stark verbreitet.
Das liegt zum einen an dem fehlenden Wissen, das Dart aus mehr als nur feinmotorischen Bewegungen besteht und dem schlechten Training.
Ein kleines Beispiel gestern las ich "Immer mit einem positiven Erfolg das Training beenden"
Das bedeutet, ich trainiere nur den Erfolg, aber im Wettkampf, steht auch der Misserfolg am Ende eines Tages. Ich kann also gar nicht damit umgehen.
Somit kann mich das unter Stress setzen und mich belasten.
Auch das motorische Training ist bei vielen Dartern nicht auf das wesentliche ausgerichtet. Trainiert wird nach dem Motto: "Immer schön dasselbe trainieren und das immer wieder und immer wieder."
Im Wettkampf kommt es aber zu Veränderungen, die durch den Stress auch auf unseren Körper wirken. Wenn ich jetzt mit einer höheren Muskelspannung werfen muss, kann mich das aus der Bahn werfen. Dann ist nicht die Technik an sich Schuld, sondern die eingrenzende Vorstellung, dass wir unseren Wurf "einschleifen" müssen.
Unser Denken "Im Training immer wieder die optimale Bewegung anbieten und somit abrufbar für alle Situationen machen."
Genau das Gegenteil ist der Fall. Hier heißt das Zauberwort Variabilität im Training. Wer in der Lage ist unter maximal unterschiedlichen Bedienungen heraus das Ziel zu treffen, der hat damit einen enormen Lernerfolg und kommt schneller zur Automatisierung seines Wurfs.
Wer das so trainiert wird auch mit Misserfolg umgehen müssen, denn es wird immer wieder zu Übungen kommen, die Anfangs gar nicht klappen wollen. Das ist ein sehr schöner Nebeneffekt, denn wir trainieren den oben erwähnten Misserfolg und lernen damit umzugehen und erkenne, dass wir durch harte Arbeit Erfolg generieren können.
Und das hilft ihm seinem Wurf zu vertrauen und auch unter Stress seinen Wurf nicht als das Problem anzusehen.
Der Rest ist dann das erlernen den Stress richtig zu deuten und ggf. zu regulieren.