Beiträge von dartblog

    Was mir in dem "Brüll" Zusammenhang noch in den Sinn kam:

    ich beobachte immer wieder sehr viele (vor allem junge) Spieler, die bei ihrem Jubeln/Brüllen sich immer nach links drehen.

    Da merkt man wie sehr sich gerade die Anfänger an den TV Übertragungen orientieren :D

    Price und Co. jubeln da ja in die Kamera hinein...die jungen Spieler dagegen ins Leere :D

    Amüsiert mich immer sehr, wenn ich das beobachte.

    Das hat aber damit zu tun, wie wir am Dartbord stehen und mit welcher Hand wir werfen. Schau dir mal Linkshänder an, die drehen sich entgegengesetzt.

    Und wenn ich Emotionen zeige, dann unterstütze ich das mit meiner "starken" Seite. Z.b. ein Fistpump. Mach den mal als Rechtshänder in die andere Richtung :)

    Nein, die war es nicht. Nur das man sie akzeptieren sollte.

    Ich finde diese ganze Küchenpsychologiedeutungen im Sport häufig ein wenig übertrieben. Was dem einen hilft, hilft dem anderen häufig nicht. Und trifft der van Gerwen, wie in der letzten Zeit auch des öfteren mal, das Doppel im Decider nicht, liest man seine "Körpersprache" ganz anders. Natürlich erst hinterher. Dann war es überzogen etc.

    Gut, das konnte ich aus deinem Satz "Genervt sein ist doch auch eine Emotion. Warum sollte man das nicht zeigen" so nicht herauslesen.

    Aber auch egal, ich muss in die Küche

    Wo ist das Problem, dass wir es als Problem sehen? Ist doch subjektiv

    In einem gebe ich dir recht, Wahrnehmung ist subjektiv. Aber meine Frage hast du falsch interpretiert, ich wollte damit nicht feststellen, dass ihr ein Problem damit habt, sondern wo ihr das Problem seht, was das Wechseln der Darts angeht.

    Ob er dadurch ein schlechteres Gefühl bekommt, oder abfallenden Fokus etc.

    Ich wollte lediglich wissen wie jemand über die Wechselei denkt. Was er als Gefahr sieht etc.

    Wer heute ein Major gewinnt, der hat gezeigt, dass er mit der Weltspitze mithalten kann.

    Ohne die Erfolge von Spielern kaputt zu reden, aber die aktuelle Lage ist nicht vergleichbar mit den bisherigen Majors oder gar einer vergangen gesamten Saison.

    Durch den Wegfall der Zuschauer und den speziellen Umständen, die die Pandemie mit sich bringt, ist das eine Momentaufnahme. Es ist schon sehr auffällig, dass Spieler, die eher in der "zweiten" Reihe anzusiedeln waren, plötzlich um Siege mitspielen können. Bislang dominierende Spieler können zurzeit eher nicht ihre Rolle ausfüllen.

    Wie gesagt, ich möchte die Leistung nicht schlecht reden und würde mich freuen, wenn diese momentane Leistungsexplosion ein Produkt aus besserem Training ist.

    Aber erst, wenn die Hallen wieder voll sind und das Publikum wieder hinter den Spielern steht, kann man die Situation einschätzen. Denn in den letzten Turnieren habe ich zu oft "Das ist die größte Überraschung..." gehört.

    ...und "in die Hose scheißen" ist für dich genauso schlimm wie "Arschloch"?

    Natürlich hat jeder Mensch eine eigene Ansicht von Anstand und Respekt.

    Für mich spielen beide Vorgänge aber in derselben Liga.

    Einzig die Beweggründe und Auslöser sind unterschiedlich. Der eine zeigt Verachtung und ist abwertend gemeint, der andere ist eher in Richtung Verärgerung ("Der Price tritt meine Werte mit Füßen, so ein Arschloch.")

    Aber einen Spieler oder Spielerin zu Verachten ist ja in unserer Gesellschaft fast Normalität. (Hopp, Schindler etc). Vielleicht wird es daher von etlichen als Normal angesehen und in der Intensität als geringerwertig wie das Arschloch angesehen.

    Aber wie gesagt, jeder hat da eine eigene Meinung.

    Es muss nicht unbedingt Druck in dem Sinne sein, dass man sich unter Stress setzt, der mit irgendeiner Versagensangst einher geht. Ich kann zum Beispiel entspannt spielen, was diese Art von Druck betrifft, werde aber trotzdem schneller und durch diese Hektik wird der Wurf ungenau. Sobald man angefangen hat, sich um das Drumrum Gedanken zu machen, passiert einfach so viel im Kopf. Da muss man mit umgehen lernen.

    Generell ist es so, dass Stress per se nichts Schlimmes ist. Auch ist Stress wichtig um überhaupt Leistung abrufen zu können. Das verstehen die wenigsten und interpretieren das Gefühl (mulmig, angespannt, etwas zittrig usw.) als "jetzt wird es schlimm werden". Damit gehen die negativen Gedanken einher und die Abwärtsspirale geht los.

    Wenn der Stress zu hoch wird, wird erst problematisch. Dabei ist die Art an stressauslösenden Optionen (Gedanken, Emotionen, Wahrnehmung, etc) vielfältig. Hier muss man halt analysieren, was führt zu dem Stressanstieg und was kann ich dagegen unternehmen.

    Ganz ohne Druck. Kein 501 mehr gegen den Computer, nur noch Trainingsspiele! Vielleicht bekomme ich es ja so in den Griff.

    Die Kunst ist den Stress so zu kanalisieren, dass er als Herausforderung gesehen wird. Das wird natürlich schwer umzusetzen, wenn man das nicht trainiert und Stress als Bedrohung fühlt. Das geht halt nur bedingt im Training oder im Wettkampf, wenn ich das nicht mental trainiere.

    Es ist ja nicht so, dass ein guter Spieler keinen Stress verspürt, er ordnet ihn nur anders ein und hat ein ganz anderes Mindset. Seine Denkweise ist eher Lösungsorientiert und der Fokus liegt beim "Ich mache das jetzt und treffe die Doppel 20 zum Matchgewinn". Während die anderen eher an "Hoffentlich treffe ich nicht in die 1, dann ist das Ding verloren" denken.

    Die Darts wegzulegen ist eine gute Basis, um einen Neustart zu beginnen. Aber wenn du mental nicht an dir arbeitest, werden die Probleme wiederkommen.

    Und das man die Problemsuche bei seiner Technik beginnt, ist ein Phänomen, das nicht nur im Dart auftritt. Aber hier ist es doch sehr stark verbreitet.

    Das liegt zum einen an dem fehlenden Wissen, das Dart aus mehr als nur feinmotorischen Bewegungen besteht und dem schlechten Training.

    Ein kleines Beispiel gestern las ich "Immer mit einem positiven Erfolg das Training beenden"

    Das bedeutet, ich trainiere nur den Erfolg, aber im Wettkampf, steht auch der Misserfolg am Ende eines Tages. Ich kann also gar nicht damit umgehen.

    Somit kann mich das unter Stress setzen und mich belasten.

    Auch das motorische Training ist bei vielen Dartern nicht auf das wesentliche ausgerichtet. Trainiert wird nach dem Motto: "Immer schön dasselbe trainieren und das immer wieder und immer wieder."

    Im Wettkampf kommt es aber zu Veränderungen, die durch den Stress auch auf unseren Körper wirken. Wenn ich jetzt mit einer höheren Muskelspannung werfen muss, kann mich das aus der Bahn werfen. Dann ist nicht die Technik an sich Schuld, sondern die eingrenzende Vorstellung, dass wir unseren Wurf "einschleifen" müssen.

    Unser Denken "Im Training immer wieder die optimale Bewegung anbieten und somit abrufbar für alle Situationen machen."

    Genau das Gegenteil ist der Fall. Hier heißt das Zauberwort Variabilität im Training. Wer in der Lage ist unter maximal unterschiedlichen Bedienungen heraus das Ziel zu treffen, der hat damit einen enormen Lernerfolg und kommt schneller zur Automatisierung seines Wurfs.

    Wer das so trainiert wird auch mit Misserfolg umgehen müssen, denn es wird immer wieder zu Übungen kommen, die Anfangs gar nicht klappen wollen. Das ist ein sehr schöner Nebeneffekt, denn wir trainieren den oben erwähnten Misserfolg und lernen damit umzugehen und erkenne, dass wir durch harte Arbeit Erfolg generieren können.

    Und das hilft ihm seinem Wurf zu vertrauen und auch unter Stress seinen Wurf nicht als das Problem anzusehen.

    Der Rest ist dann das erlernen den Stress richtig zu deuten und ggf. zu regulieren.

    Es ist sehr schwierig ohne zu sehen was du meinst, eine vernünftige Meinung abzugeben.

    Was ich aber durchweg in den sozialen Medien sehe, ist die extrem hohe Anforderung der eigenen Leistungsfähigkeit. Wenn das nicht hinhaut, wird am Wurf geändert, bis der Arzt kommt. Es geht dann so weit, das der Spieler gar nicht mehr weiß, was nun motorisch für ihn gut ist und was nicht. Er kommt nie dazu, seinen Wurf auszuarbeiten und zu automatisieren.

    Dann kommt noch der mentale Druck hinzu und schon ist das eine Problemlawine, die man vor sich herschiebt.

    Und das Gerede von "Ich brauche einen perfekten Wurf, damit ich auch gute Ergebnisse erziele", ist so leider der falsche Ansatz.

    Es gibt Sachen, die sind wichtig für einen guten Wurf, der langfristig erfolgreich ist, aber die wenigsten sind in der Lage das selbst zu managen.

    Dafür sind viel zu wenig Informationen bekannt, um eine vernünftige Antwort abzuliefern. Die von dir beschriebenen Ereignisse könnten von allem möglichen herrühren.

    Und wenn Darts ihm dabei hilft, ist das Abschneiden doch egal.

    Genau das ist sein Problem.

    Meine Meinung:

    Er ist ein Gewinnertyp durch und durch. Er empfindet den zweiten Platz als Niederlage und kann sich auch nur freuen, wenn er großartig gespielt hat.

    Es gibt viele Menschen, die so handeln und fühlen. Ich kann ihn voll und ganz verstehe.

    Ich glaube RvB wird nur mit einem gewandelten Mindset, wenn er seine eigenen Anforderungen herunterschraubt, durchhalten können. Sein Problem, dass er mal ein richtig Großer war. Da sind die Anforderungen an sich ganz andere und bei der aktuellen Lage, die Leistungsdichte ist enorm, wird das eine mental brutale Herausforderung.

    Wenn er sich professionelle Hilfe geholt hat, die ihn für sein Vorhaben fit macht hat, dann gebe ich der Sache eine Chance. Wenn er aber nur aus der akuten Langeweile heraus wieder anfangen will, weil es momentan für ihn nicht wichtiges gibt, dann wird das schwer für ihn.

    Aber ich hoffe, er ist Profi genug und hat sich Einstellungstechnisch weiterentwickelt, denn lernen kann man das.