Ich möchte Mal naiv fragen, warum man überhaupt 2 Stages macht? Ich dachte, letztes Jahr wäre das wg. Corona gemacht worden,, damit nicht zu viele Spieler gleichzeitig an einem Ort sind. Ich meine mich auch daran erinnern zu können, dass Kevin Münch seinerzeit sich in einem Podcast sehr kritisch dazu geäußert hat, dass Tour Card-Verlierer direkt in die Final Stage kamen.
Allgemein gesprochen gibt es drei hauptsächliche Gründe, warum man einen Qualifikationsmodus mehrstufig machen sollte. Zur zeitlichen Entzerrung wegen sonst zu vielen Teilnehmern, zur räumlichen Entzerrung wegen sonst zu hohem Reiseaufwand, und/oder um zu vermeiden, dass man viele Teilnehmer in sportlich wertlosen Wettkämpfen antreten lässt, bei denen das Ergebnis faktisch schon vorher feststeht. Idealerweise gleich aus allen drei Gründen. Als Paradebeispiel kann man da die Pokalstruktur im Fußball nehmen. Amateurteams spielen Kreispokale im Jahr X, die Gewinner davon spielen Verbandspokale in X+1, und die Gewinner davon spielen DFB-Pokal in X+2, wobei höherklassige Vereine dann teilweise erst in den Verbands- oder im DFB-Pokal einsteigen.
Corona war natürlich der Hauptgrund dafür, letztes Jahr eine Aufteilung in zwei Stages vorzunehmen, aber das spricht ja nicht dagegen, die Struktur dann auch anderweitig sinnvoll zu nutzen, zumal Matt Porter vor ein paar Monaten in einem Interview hat anklingen lassen, dass die PDC wohl auch unabhängig von den Notwendigkeiten der Pandemie den Modus vom letzten Mal positiv bewertet hat. Nur bringt es in der aktuellen Version halt nicht viel - da fast alle Teilnehmer auch die First Stage spielen müssen, hat man de facto einfach nur die ersten zwei Turnierrunden mit den riesigen Leistungsunterschieden auf andere Tage ausgelagert. Allein dafür muss man es tatsächlich nicht wirklich beibehalten.
___________________
Meinen idealen Zweistufen-Modus hab ich vermutlich schon im letztjährigen Thread dargelegt: First Stage regional aufgeteilt im frühen Dezember, damit man sie spielerfreundlich über ein langes Wochenende spielen kann, und dann die Final Stage wie früher an einem einzigen Spielort Mitte Januar auch als langes Wochenende, so dass man den Kampf um die Tourcards nicht mit irgendwelchen Nationalitäten-Quotenregelungen verzerrt.
Und natürlich mit Direktquali für die Final Stage für deutlich mehr Spieler als aktuell. Vor langer Zeit (so 2015 rum?) hatte ich das schon mal durchgetestet, Kriterien so in etwa: Alle ziemlich frischen Ex-Tourcardler (vor der aktuellen QS verloren oder ein Jahr zuvor), Top 128 Pro Tour, Top 64 Challenge Tour, Top 32 Development Tour, ein paar Topspieler (vielleicht jeweils 8 oder so) von den ganzen regionalen Affiliate-Touren, knapp gescheiterte Spieler aus der letzten QS, dazu alle PDC- und WDF-WM-Teilnehmer* des aktuellen Jahres, weil die im Dezember schon was zu tun haben. Nach meiner Erinnerung bin ich damals hypothetisch so auf ungefähr 270 direktquali-berechtigte Spieler gekommen - viele hätten natürlich mehrere Kriterien erfüllt - von denen dann im betreffenden Jahr rund die Hälfte tatsächlich an der QS teilgenommen hatten. Wenn man dann die Final Stage mit 256er Feld spielt, könnte man noch 100+ Plätze über die regionalen First Stages verteilen, was mehr als ausreichend sein dürfte, wenn wir mal von ca. 600 bis 800 Teilnehmern dort ausgehen. (2020 vor Corona und ohne Zweistufigkeit hatten summa 853 Spieler gemeldet.) Die Durchlassquote wäre damit in beiden Stages auch ähnlich.
Jedenfalls hätte man damit ein System, das für den ganz großen Teil der Teilnehmer - nämlich alle, die in der First Stage ausscheiden, sowie alle, die direkt in die Final Stage gehen - den Aufwand minimiert, und gleichzeitig auch noch die Wettbewerbsstruktur verbessert, weil in beiden Stages deutlich weniger sinnlose Spiele stattfinden würden. Nur die Spieler, die sich aus einer First Stage qualifizieren, müssten für die zwei Wochenenden mehr Zeit und Geld investieren - das wären dann allerdings auch hauptsächlich solche Leute, die zwar ein gutes Leistungsniveau aufweisen, aber sonst im Jahr nicht viel bzw. gar nicht zu den relevanten Touren reisen. Denen kann man das einmalig im Jahr ruhig abverlangen.
* Damals natürlich noch BDO.
Welche Gründe sprechen denn dagegen, die Tourkarten in der Q-School nur über eine Q-School OoM zu vergeben? Und z.B. denjenigen, die die TC erhalten, ein Preisgeld (für die Main OoM) anhängig von ihrer Platzierung zu geben, um auch für die bereits hoch platzierten Spieler die Motivation zu erhalten? Ehrlich gefragt?
Welchen Zweck möchtest du denn damit verfolgen, Spieler, die ihr eigentliches Ziel (den Gewinn einer Tourcard) schon erreicht haben, noch weiter in den Qualifikationsturnieren zu belassen? Fairer wird es dadurch nämlich nicht, da steht die Austragung im KO-Modus im Weg. So was geht allenfalls in Sportarten, wo man alle Teilnehmer objektiv miteinander vergleichen kann, also z.B. per Schlagzahl im Golf oder per Zeit oder Weite in der Leichtathletik. Da fällt es dann nicht ins Gewicht, wenn bereits Qualifizierte noch mit anderen im Wettbewerb stehen.
Natürlich ist es so, dass, wenn man in der Q School jeden Tag einen Schwung Spieler rausnimmt, das durchschnittliche Leistungsniveau der verbleibenden Spieler sinkt. Daran ist aber nichts unfair, denn den bereits durchgekommenen Spielern kann es egal sein, dass man an einem späteren Tag die Card etwas leichter gewinnen kann, und für alle diejenigen, die noch im Turnier sind, ist die Ausgangslage dieselbe. Auch ändert es nichts daran, welche Leistung ungefähr notwendig ist, um die letzte verfügbare Card zu gewinnen. Wenn du die besten Spieler bis zum bitteren Ende mitspielen lässt, damit alle über die OOM verglichen werden können, dann saugen diese Topspieler einfach nur zusätzliche Ranglistenpunkte auf und sorgen dafür, dass der Punkte-Cutoff absinkt.