Wenn man sich die Zahlen dieses Jahr anguckt, kann man schon zu dem Schluss kommen, dass Sherrock keineswegs hinter Ashton zurücksteht.
Sherrocks Ergebnisse bei der Challenge Tour waren zwar enttäuschend, aber Ashton hat bei den Players Championships dieses Jahr auch nicht wirklich was gerissen mit nur 5 gewonnenen Matches bei 23 Turnieren. Vom Average her steht Sherrock mit ihren 85,11 bei der CT ebenfalls nicht viel schlechter als Ashton mit 85,96 bei den PCs gegen stärkere Gegner (First 9 Avg ist bei Sherrock 92,51, Ashton 89,70).
Wobei sich das durchaus mit dem deckt, was man bei der BDO jahrelang in den Damenturnieren beobachten konnte, auch da war Sherrock eigentlich im reinen Scoring schon immer die Stärkste. Es waren halt häufig die Doppel, die das Problem darstellten...wenn die vernünftig kamen, waren ihre Leistungen auch da schon absolut Weltklasse. Aber grundsätzlich war Ashton die deutlich konstantere und deshalb auch erfolgreichere Spielerin bei den Damen; die Spiele mit ihrer Beteiligung waren für mich im Damenbereich immer so ziemlich die einzigen, bei denen ich nicht vorher die Erwartung hatte, dass wohl mal wieder mindestens ein Leg zum 30+ Darts Madhouse-Krimi werden wird.
Und das hat sich jetzt die letzten paar Jahre so in den gemischten Turnieren bei der PDC fortgesetzt. Wie man das ja auch von diversen Herren kennt: Die Highlights setzt eher die unkonstantere Sherrock (höhere Highs, niedrigere Lows), die insgesamt besseren Ergebnisse liefert die konstantere Ashton ab.
Unabhängig von allen anderen Aspekten gilt aber schlicht: Sherrock kann durchaus noch in 20 Jahren eine der weltbesten Darterinnen sein, für Lisa Ashton gilt das nicht. Allein schon deshalb macht es für die PDC absolut Sinn, in Sachen Vermarktung eher auf Sherrock zu setzen. (Ähnliches hatten sie ja vor über 10 Jahren auch schon mit Dobromyslova versucht, auch die war damals nicht die absolut beste Spielerin, aber unter den guten mit Abstand die jüngste.)
Im Endeffekt glaube ich nicht (mehr) daran, dass Sherrock ihre Leistungsschwankungen von Spiel zu Spiel bzw. Tag zu Tag noch signifikant reduziert bekommt. Muss sie aber auch nicht, wenn sie es stattdessen schafft, ihr Grundniveau weiter zu steigern - dann wäre sie halt eher Typ Michael Smith als Typ Ian White.