Beiträge von dartblog

    Das Problem ist ja nicht neu. Gerne stelle ich hier noch einmal einen Bericht aus dem Jahr 1965 (Der Spiegel 42/1965) rein.

    Für die, die glauben, dass Alkohol nicht wirkt, oder dass es nur ein Phänomen das Dartsports ist.

    Nach dem letzten Schuß legte der bundesdeutsche Schütze seine Pistole ab. Er stakste auf einen der Volkspolizisten in Leipzig zu und stülpte ihm das Uniformkäppi von hinten über die Nase.

    Täter war der Deutsche Meister Elmar Frings. Er gehörte zur Mannschaft der Bundesrepublik, die im September an der Weltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf (Reiten, Fechten, Schießen, Schwimmen, Laufen) in Leipzig teilnahm. Vor dem Pistolenschießen hatte sich Frings mit Alkohol gestärkt - wie die meisten Fünfkämpfer.


    Ihm und den Bundesdeutschen half das Zielwasser: Die Equipe des kleinsten deutschen Sportverbandes (176 Mitglieder) wurde Vierte und gewann den »Entwicklungs-Pokal« für die Mannschaft mit der auffallendsten Leistungssteigerung. Anschluß an die Weltspitze hatten die Bundesdeutschen mit Hilfe des Deutschen Fußball-Bundes gefunden. Der größte deutsche Sportverband (2,2 Millionen Mitglieder) übernahm 1965 die Patenschaft und unterstützt die Fünfkämpfer mit jährlich 18 000 Mark.


    Der Zonen-Fünfkampfverband überflügelte allerdings die westdeutsche Konkurrenz. Einen noch auffallenderen Erfolg verhinderte nur eine Fehlplanung. Das übliche alkoholische Doping hatte sich auf den Zonen-Fünfkämpfer Wolfgang Lüderitz verhängnisvoll ausgewirkt. Mit einem Schuß verfehlte er die Scheibe völlig. Das DDR-Kollektiv verpaßte dadurch den möglichen zweiten Platz um vier Punkte.

    Völlig nüchtern betritt kaum noch ein Fünfkämpfer den Schießstand. Dreierlei sollen hochprozentige Getränke bewirken: eine ruhigere Hand, Entspannung verkrampfter Muskelpartien und Beruhigung für die durch den Wettkampf aufgeputschten Nerven.


    Für reine Schieß-Wettbewerbe eignet sich dagegen keine Alkoholspritze. Denn beispielsweise ein Kleinkaliber-Wettkampf dauert gewöhnlich sechseinhalb Stunden, zu lange, um wesentlich von den leistungsfördernden Wirkungen des Alkohols zu profitieren; lange genug, um durch die leistungshemmenden Eigenschaften des Alkohols behindert zu werden.

    Innerhalb des Fünfkampfes hingegen beansprucht das Pistolenschießen allenfalls 20 Minuten. Jeder Schütze feuert, zwanzig Patronen auf eine Zehnerscheibe ab, die für jeden Schuß nur drei Sekunden lang erscheint.

    Experten berichten von beachtlichen Leistungssteigerungen maßvoll alkoholisierter Fünfkampf-Schützen in dieser Disziplin. So vermochte der Sowjetrusse Igor Nowikow bei den Weltmeisterschaften 1962 in Mexiko nicht allein den Schießstand zu erreichen. Doch dann schoß er 198 von 200 möglichen Ringen. Die UdSSR wurde Weltmeister. Die zur Weltspitze dieser Sportart zählenden Ungarn dagegen hatten in jenem Jahr scharfen Getränken abgeschworen. Ihr bester Schütze schaffte nur 188 Ringe.



    Seitdem griffen immer mehr Fünfkämpfer zur Flasche. Der Russe Nowikow bevorzugte - auch in Leipzig - Wodka. Der Deutsche Meister Frings schluckte lieber Rotwein. Die Österreicher schätzten Bier am höchsten.

    Umstritten ist allerdings das rechte Maß. Der Österreicher Herbert Polzhuber hatte sich in Leipzig offenbar in der Dosis vergriffen. Er war in der Gesamtwertung noch Dritter, als er disqualifiziert und die österreichische Mannschaft somit gesprengt wurde.

    Polzhuber zersplitterte auf Stand 8 mit seinen Schüssen den hölzernen Rahmen und schoß dann sogar in den Erdwall neben der Scheibe. Ein Betreuer führte ihn vom Schießstand in den Wald jenseits der Hans-Driesch-Straße. Dort schlief der zweimalige Militär-Weltmeister der Degenfechter und frühere Boxer seinen Rausch aus.

    Er hatte zehn Flaschen Bier und zwei Taschenampullen Kognak getankt.

    Ok, ja mein Fehler. Die Formulierung »schlimmer als es ist« würde ja eine Verharmlosung bedeuten. Das will ich nicht beurteilen.

    Wenn aber in zwei Institutionen gleich viel getrunken wird, aber nur eine hat ein Säuferimage, dann wird es doch in dieser schlimmer geredet, als in der Anderen.

    Es geht um die Tatsache, dass Alkohol zur Leistungssteigerung konsumiert wird. Btw macht das in der Musik auch den Kopf frei und die bist viel lockerer als ohne

    Hmm, da fällt mir mal ein Vergleich ein. Bei uns im Verein stehen 2 Kästen Bier und wir sind im Schnitt 8 Leute, die zweimal pro Woche trainieren. Da kann es passieren, dass nach zwei Wochen immernoch Bier da ist.

    Früher, bei der Bandprobe, haben wir zu Viert bei einer Probe zwei Kästen geschafft (OK, einer davon war Bananenbier). Und wenn ich mir das mal auf Dorfebene im Vergleich mit allen gesellschaftlichen Institutionen ansehe, wird im Dartverein eigentlich am wenigsten gesoffen. Man könnte fast den Eindruck kriegen, dass das Problem schlimmer geredet wird, als es ist. Die Leute, die es übertreiben, gibt es doch überall, das ist gar nicht dartspezifisch.

    Dein Mikrokosmos ist also repräsentativ? Respekt!

    ...

    aber was den höheren Ligabetrieb und die Profis betrifft, hört man doch immer nur, dass Alkohol verpönt (und sowieso verboten) ist. Aber die Realität sieht wohl anders aus...

    Wo hört man sowas?

    So etwas ist mir noch nie zu Ohren gekommen. Ich kenne auch keinen der das so kommuniziert. Viele reden nicht darüber und schweigen sich aus. Aber, dass Alkohol verpönt und sogar verboten wäre, sagt niemand.

    Klar, wenn man die Szene nicht kennt, fallen viele vom Glauben ab, wenn sie dann erfahren, wie es wirklich läuft.

    Dirk mal wieder der Beweis dafür, dass dieses ganze Gerede von Körpersprache und "man muss positiv denken" Unfug ist. Er sagte selbst, dass er bei den ersten 8 Events dachte er gewinnt eines der Turniere, weil er sich super fühlte und super scorte. Heute früh dachte er angesichts der schwachen Form "hoffentlich gewinne ich wenigstens 1 Spiel". Und dann gewinnt er gleich das Event.

    Schön solche Experten wie dich zu haben.

    Hallo,

    ich möchte hier das Ganze beenden. Es gibt allgemein keinen idealen Dart, Abwurf und Stand am Oche.

    Letztendlich muss jeder selbst sein Material bestimmen und wie er seinen Sport ausübt.

    Das Thema um das es eigentlich ging ist längst nicht mehr Bestandteil der Kommentare.

    ^^ Neu im Internet?

    Ich würde mir auf einem abgedeckten Board Bereiche aufteilen und somit Abstände definieren, die es dann zu bewerfen gilt. Auch helfen Quiet Eye Übungen und spezielle Wahrnehmungsübungen.

    Vielleicht bist du mit der Aufmerksamkeit auf dem Flight und gar nicht auf dem eigentlichen Ziel. Es gibt da viele Übungen, die man machen kann.

    Wie gesagt, bei mir beobachte ich wenn dann das Gegenteil, da kann mir die Studie (bei der ich ja nich dabei war) dann erzählen was sie will...

    Mir ging es ja nicht darum, ob bei dir sowas anschlägt, sondern um den Satz "Dass mit dem festen Glauben halt ich aber ehrlich gesagt sowieso für nen 'Gerücht'."

    Was du im Endeffekt glaubst oder nicht, ist ja deine Entscheidung. Und wenn du meinst das du für sowas immun bist, auch ok.

    Dass mit dem festen Glauben halt ich aber ehrlich gesagt sowieso für nen 'Gerücht'. Beim Radfahren hab ich z.B. meine besten Leistungen meist gezeigt als ich rein gar nix erwartet hab, während große Erwartungen in den allermsiten Fällen enttäuscht wurden...

    Es handelt sich dabei nicht um ein Gerücht. Dazu gibt es Untersuchungen in der Sportwissenschaft, die belegen, dass der Placebo Effekt sich auf Trainingsverhalten auswirkt.

    In einem Seminar, was ich über den LSB im letzten Monat mitgenommen habe, ging es um dieses Phänomen.

    Ein kleines Beispiel:

    Es ging um die Wirksamkeit von Eisbädern nach dem Training.

    Eine Gruppe, die nach dem Training ins Eisbad steigt, eine, die in ein normal temperiertes Bad stieg, aber mit einem Placebo Badezusatz, der als Regenerationsfördern deklariert wurde und eine Kontrollgruppe

    Im Ergebnis waren die Gruppen 1 und 2 mit fast identischen Ergebnissen unterwegs. Die Kontrollgruppe zeigte natürlich keine Veränderungen.

    Also kann man im Teil ableiten, dass die Vorstellung, dass so ein Eisbad einen regenerativen Effekt hat, einen Effekt herbeiführt.

    Wurde das hinsichtlich Darts auch schon wissenschaftlich untersucht:?:

    Was meinst du genau? Dass man eine Sportart, die Feinkoordination erfordert, mit Koordinationstraining und anderen, die Koordination fördernden Maßnahmen, verbessern kann?

    Oder zielst du auf Methoden, wie differenzielles Lernen ab?

    Eines kann ich vorab sagen. Es sind viele Sachen wissenschaftlich bewiesen, müssen aber nicht unbedingt zu deinem Lerntypen passen. Genauso gilt es natürlich auch andersherum.

    Oftmals spielt auch der mentale Aspekt eine große Rolle. Glaubst du an die Maßnahme, dann hast du einen ganz anderen Zugang dazu, als ohne den festen Glauben an die Methode.

    Bitte verstehe das nicht falsch. Ich will nicht sagen, das ich der Allwissende bin. Ich spreche dabei von meinen Erfahrungswerten.

    Das sind aber deine persönlichen Erfahrungswerte und können nicht verallgemeinert werden.

    Ich benötige maximal 3-4 Trainingstage, um meine 60 zu erreichen. Und das auch nach fünf Jahren Pause, wo ich, wenn es hochkommt 100 Stunden gespielt habe. Wenn ich jeden Tag trainiere, oder Spiele, fällt meine Leistung in den Keller.

    Kann ich daraus jetzt ein allgemeingültiges Wissen ableiten? Nein.

    Man muss nicht 7 Tage die Woche "trainieren", um Leistung zu verbessern. Der gezielte Einsatz von Training und Pausen ist ein sehr individuelles Thema. Aber gerade für Spieler, die leistungstechnisch eher schlechter angesiedelt sind, wirken sich zu viele Trainingstage eher negativ aus.

    Gerade, wenn mit Training das pure Zocken gemeint ist. Denn die mentale Seite wird von vielen Spielern zu stark beansprucht.

    Hier wäre der eine oder andere Ruhetag sehr förderlich.

    Aber letztendlich ist die Trainingszeit auf den Spieler anzupassen und nicht dem Spieler zu sagen, das er jeden Tag spielen müsse, um gut zu werden.

    Je besser man wird, desto mehr wird man natürlich trainieren müssen, um neue Trainingsreize zu setzen.

    Und zu dem Punkt, dass man immer am selben Punkt stehen muss, weil man sonst seinen Wurf nicht automatisiert. Das wäre nur dann richtig, wenn man seinen Wurf so einschleifen könnte, das man immer wieder die Bewegung gleich wiederholt. Eher das Gegenteil ist der Fall, aus der variablen Breite seiner Bewegungsmöglichkeiten das beste herauszuholen, sollte Trainings-technisch im Vordergrund stehen.

    Also Variation ftw

    Was meinst du mit Trainingserfahrung? Das Wissen um ein vernünftiges Training oder die Erfahrung aus dem selbst ausgeführten Training.

    Und der Grundgedanke für das Trainingstagebuch war schon über dem Jahreswechsel angedacht. Da ich meinen Hauptkanal nicht mehr so intensiv bedienen wollte und mehr Bock auf Filmen und dokumentieren habe.

    Die Richtung ist ja auch eine ganz andere und hat mehr mit "Mit welchen Maßnahmen, kann man das Maximum herausholen" zu tun.

    Das dieses Training fernab von der aktuellen Trainingsphilosophie ist, sollte auch klar sein.

    Ich glaube, eine geringfügige Verbesserung im Trefferbild zu erkennen.

    Es kommt mir sogar so vor, als ob ich auf die nicht abgedeckte Scheibe noch besser bin, weil ich da irgendwie eine bessere Orientierung beim Zielen habe. Aber vielleicht ist das auch nur psychologisch, weil man die 26er und 1-T1-1er schneller vergisst als die Erfolge.

    Ich habe die offene Zoomsitzung noch in Erinnerung. Meld dich einfach, wenn du möchtest.