Fakt ist halt, dass es momentan im Darts den Transgendern erlaubt ist, bei den Männern als auch bei den Frauen anzutreten. Das ist der einzige Fakt, der zählt und bis das geändert ist, muss man es halt akzeptieren und kann sich darüber totdiskutieren.
Ich glaube, der Umstand, dass Transfrauen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen antreten dürfen, ist den Meisten bewusst.
In der Diskussion geht es doch darum, ob das gerecht ist. Wobei auch Gerechtigkeit wieder ein dehnbarer Begriff ist, der nicht von Allen gleich definiert wird.
Als Nebenprodukt der Diskussion wo Noa-Lynn antreten sollte, denn an ihr macht sich ja die Diskussion fest, wird dann vereinzelt behauptet, dass im Darts Männer keinen biologischen Vorteil gegenüber Frauen hätten und wenn genau so viele Frauen wie Männer Darts spielen würden und genau so fleißig trainieren würden wie Männer, dann wären die Hälfte aller TCH Frauen, etwas überspitzt formuliert. Vereinzelt verbunden mit der Forderung die Women's Series einzustampfen, weil dies eine ungerechte Bevorteilung der Frauen sei. An der Stelle geht dann dem einen oder anderen der Hut hoch.
Einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Beweis für den Vorteil der Männer wird es wohl auch in Zukunft nicht geben, auch weil Niemand Millionen Euro oder Pfund für ein solches Forschungsprojekt versenken wird. Aber wenn bei PC Events averages von über 90 die Regel sind und auf der Women's Series die averages zwischen 60-65 liegen, dann reicht mir das zunächst mal als Evidenz für einen bedeutenden Vorteil der Männer, so lange es keine neuen Erkenntnisse gibt.
An der Stelle kann man auch mal über den Tellerrand Darts hinaus schauen. Das IOC hatte früher eine Empfehlung für eine Testosteron Obergrenze abgegeben. Diese Empfehlung haben sie wieder einkassiert, weil neben dem Testosteron noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen. Sicherlich richtig. Gleichzeitig lässt das IOC die Verbände damit aber im Regen stehen, weil sich nun diese selbst eine Regelung ausdenken müssen.
Nehmen wir die Leichtathletik, olympische Disziplin mit zahllosen Wettbewerben, wo es neben Ruhm und Medaillen auch um eine Menge Geld geht. Die geballte wissenschaftliche Erkenntnis lautet dort, wer unter 2,5 Nanamol pro Liter Testosteron liegt, darf bei den Frauen antreten, wer darüber liegt eben nicht. Unter Umständen entscheiden 0,02 Nanomol ob man sportlich gesehen eine Frau oder ein Mann ist. Gerecht? Und der Wert wurde erst vor 1-2 Jahren von 5,0 Nanomol auf 2,5 abgesenkt. Das Thema ist also alles andere als trivial und die bisherigen "Lösungen" haben doch sehr den Charakter von Notlösungen.