Scoring "Problem" 41/45

  • Hallo,

    trotz Suche keinen spezifischen Beitrag für mein Anliegen gefunden. Spiele wieder seit ca. 8 Monaten und komm irgendwie nicht vorwärts. Mal abgesehen von mittelmäßiger Doppelquote leidet vor allem das Scoring. Ich bin 20er-Werfer und mache dabei zumeist 41er und 45er. Mit Triple entsprechend mehr, ist aber der Wahrscheinlichkeitsrechnung zufolge eher Zufall. Dabei ist es egal, ob 1., 2., oder 3. Dart, einer geht meist aus der Mitte. Ok, es sind auch viele 60er dabei, trotzdem nerven die endlosen 41er/45er.

    Wie kann man das verbessern? Oder anders gefragt, in welchen Situationen wäre es geschickt das Triple zu wecheln (T19, T18, u.a.)? Oder ist es eine Frage des Trainings, da ich zwar Triple übe, aber vorzugsweise natürlich die 20? Oder sollte man bei (egal) welcher Art Scoring Training nicht stets die 3 Pfeile auf das selbe Ziel werfen? Ich bin sicher, viele kennen diese Problematik, und so manche sind ihr hoffentlich entkommen. Erzählt mal, wie ihr das Dilemma besiegt habt.

    P.S. Funktioniert auch um die 19 herum mit dem selben Ergebnis (41/45 oder schlimmer).

  • Ich habe lange Zeit mit dem selben Problem gehadert bzw. noch immer. Was mir dann oft hilft ist, wenn ich über längere Distanzen versuche bewusst das große Singlefeld zu fokussieren.

    Ist gerade im Training eine nette Sache, denn du hast mehr Trefferfläche und siehst, wohingehend deine Abweichungen sind.
    Im Spiel selbst musst du dir nur in den Kopf setzen, dich von ner 1 oder 5 nicht aus dem Konzept bringen zu lassen.

    Was ich auch gern trainiere ist einfach bei jeder Aufnahme 20/19/18, so wirst du es "gewohnt" auch während der Aufnahme das Segment zu wechseln.

    LG

  • Genau, trainieren, trainieren, trainieren um die Auge-Handkoordination zu schulen und nicht verrückt machen, wenn es nicht immer klappt. Ich schaffe das auch nicht immer und wenn ich mal wieder nicht treffe, dann regt mich das auch auf und es wird nur noch schlimmer. Habe ich den Kopf hingegen frei, läuft es um Längen besser. Manchmal helfen auch Kleinigkeiten, wie den Oberkörper etwas weiter drehen. Ich habe das Gefühl, wenn Schultern, Zielauge, Ausgestreckter Wurfarm und angepeilter Punkt auf dem Board von oben gesehen eine gedachte Linie bilden, ist meine rechts-links-Streuung am geringsten. Wenn es dann nicht so läuft, besinne ich mich genauer auf diesen Stand und nehme mir zwei Sekunden mehr Zeit mich ganz bewußt richtig hinzustellen, weil ich merke, dass ich Stand und Wurf über einen längeren Zeitraum ganz langsam zum Lässigen hin verändere und dann schlechter treffe.

  • Horst hat schon eine gute Antwort gegeben. Oft liegt es an der Konstanz der Bewegung.

    Wenn der Arm nicht der gedachten Wurflinie "hinterher läuft", dann wird das mit der Konstanz auch nur sehr schwer zu erreichen sein. Achte einmal darauf, wie dein Follow Through aussieht.

    Zieht der Arm nach links oder rechts?
    Macht dein Handgelenk eine Ausgleichsbewegung oder verreisst?
    wie lange trainierst du pro Session?
    Oft ist es so, wenn du zu lange trainierst/spielst wird der Wurf unsauber und du verziehst. Auch schnele Wurfrythmen machen da Probleme, da man den FT nicht sauber zu ende führt und schon am "nachladen" ist, also eine kreisrunde Bewegung mit dem Wurfarm ausführt.
    Übungen können hier auch ohne Dart gut helfen. Trockenübugnen mit dem Ziel den FT sauber in Richtung Ziel zeigen zu lassen. Das kann auch mit einer langsamen Bewegung erfolgen. So entwickelst du ein Gefühl wie sich das anfühlt und merkst wenn es mal unsauber ist.
    Ein besonders Augenmerk liegt natürlich auch auf dem Handgelenk, dass oft untergeht im Wurfablauf. Hier gibt es auch gute Übungen die einem eine bessere Wahrnehmung verschaffen.
    Und letztendlich ist das natülrich ein langfristiger Prozess, der seine Zeit und gutes Trainin braucht. Wenn man da zu viel will und sich Druck macht, geht das oft genau in die falsche Richtung.

  • Letztlich ist es egal, ob man an der "26", der "7 / 11" oder der "41 / 45" leidet. Die Antwort ist einfach: du hast zu viel azimutale Streeung und ist am Ende immer eine Frage der Präzission. Natürlich wäre es wünschenswert immer schön brav im 20er-Segment zu bleiben. Das hebt den Matchaverage locker von 40-50 auf 60. Aber dieser Sprung ist eben auch brutal schwer. Und ich gebe zu, ich habe ihn selbst noch nicht geschafft. Aber ich habe mich davon verabschiedet zu glauben, dass es doch "nicht schwer sein kann" einfach die blöde 20 zu halten. Doch, ist es. Und genau deshalb sollte man daran eben konstant arbeiten durch Üben, üben, üben.

    Je mehr Konstanz im Wurf ist, desto geringer deine Range. Deshalb gilt wie immer: such dir einen Wurf, mit dem du dich wohlfühlst und hämmer ihn 10, 100, 1000, 10000 mal ins Bord. Vergiss aber nicht, dass Scoring nicht alles ist - die Doppel zu üben ist mindestens genauso wichtig.

    Ich würde an deiner Stelle auch mal eine Weile versuchen auf T11 und T6 zu zielen. So kannst du herausfinden, ob es ein "rechts-links" oder ein Azimut-Problem ist (mit Azimut meine ich die Winkelabweichung, also der Winkel des "Tortenstücks" mit Bull's Eye als Mittelpunkt).

    Wenn du mal in einem Match bist, wo es gar nicht klappt, geh ein Stück nach oben und ziel etwas unterhalb der D20, dort ist das Feld größer. Das mache ich aber nur in seltenen Fällen, denn selbst gelegentliche T20-Treffer sind wertvoller als einigermaßen konstante S20-Treffer. Außerdem trübt das Scoring oben ein bisschen darüber hinweg, wie gut deine horizontale Konstanz wirklich ist.

  • Am Anfang macht man auch noch häufiger den Fehler, bewußt Ungenauigkeiten ausgleichen zu wollen. Das Training, seinen Wurf konstant zu bekommen und dann aber absichtlich ein Stückchen weiter links zu werfen, weil der Dart etwas nach rechts zog, vertragen sich nicht.

    Und dann – und da wiederhole ich mich – kann man das 41/45 Problem auch positiv sehen. Was hat man am Anfang mit 20 - 18 - 12 für schöne 50er Aufnahmen geworfen. Klar sind 41 in der Summe blöderweise weniger Punkte, aber man hat seine Streuung schon enorm verbessert, wenn man nun schon 2 Darts im 20er Segment hat und der Dritte nur noch 1 Segment daneben ist. Ich gucke beim locker Trainieren oft gar nicht mehr so auf die Punkte, sondern wie weit bin ich vom gewollten Ziel weg. Oft ist eine 43 ja eine nur um 2 Millimeter verpasste 100. Das ist dann Schade aber von der Treffsicherheit doch besser als eine 79 mit ungewollter T13.
    Das nutzt einem im Spiel nichts in Sachen Punkte, aber man kann sich eine Menge Verzweiflung sparen, die sich ihrerseits ja auch negativ auf das Spiel auswirkt.

  • Am Anfang macht man auch noch häufiger den Fehler, bewußt Ungenauigkeiten ausgleichen zu wollen. Das Training, seinen Wurf konstant zu bekommen und dann aber absichtlich ein Stückchen weiter links zu werfen, weil der Dart etwas nach rechts zog, vertragen sich nicht.


    Training ist jetzt kein starres Gebilde, wo du bei dem gerinsten Fehler in der Ausführung, gleich einen negativen Einfluss auf deinen Versuch, den Wurf zu automatisieren bekommst.
    Was aber schwer zu ändern sein wird, ist eine Fehlhaltung im Wurfbild. Wenn du die einschleifst wird es umso schwerer das aufzulösen.

    Daher sollte man eher schauen woher die Abweichung entsteht und ob eindeutige Tendenzen erkennbar sind. z.B links oder rechts. Dann kann man schon sehr gut eingrenzen wo die Fehlerquelle liegt.

  • Ich meine, wenn ich auf die 20 ziele und die 1 treffe, dann muß ich doch rauskriegen, woher die Abweichung kommt und das versuchen abzustellen, damit ich auch die 20 treffe, wenn ich auf die 20 ziele und nicht auf die 5 zielen, um die 20 zu treffen. Wenn ich das mache, während ich dabei bin meine Auge-Hand-Koordination zu sensibilisieren, dann kommen sich doch beide Methoden in die Quere.

  • Was hat man am Anfang mit 20 - 18 - 12 für schöne 50er Aufnahmen geworfen.

    Habe deswegen aus Spaß mit nem Kumpel so gespielt, dass die glücklichen Streupunkte (z.B. T18 beim zielen auf die T20) nicht zählen. D. h. es zählen beim Scoring nur die Felder 1, 20, 5 oder 7, 19, 3. Wer mit Bull oder 18 scoren will, muss es vorher ankündigen, dann zählen eben nur die entsprechenden Felder, bzw. deren Nachbarfelder. Ist zumindest für nicht ganz so fortgeschrittenen Spieler mal ne ganz nette Variante zum üben.
    Funktioniert logischerweise nur bei Steeldarts.

  • Vielen Dank für die Antworten, sind gute Aussagen dabei, die mir eventuell helfen.

    Im Spiel selbst musst du dir nur in den Kopf setzen, dich von ner 1 oder 5 nicht aus dem Konzept bringen zu lassen.


    Naja, leider doch. Ich versuche gedanklich, dies zu korrigieren. Leider zu "aktiv".

    Profis haben eine fast doppelt so hohe horizontale Streuung im Vergleich zur Vertikalen. Bis man aber gefühlt fast immer die 20 horizontal trifft benötigt es ein generell hohes Spielniveau.


    Sehr interessant, bin mir der Teilung in horizontale und vertikale Fehlerabweichung noch nicht bewusst. Würde ich gerne mal in einem "horizontalen" Training probieren.

    ... und nicht verrückt machen, wenn es nicht immer klappt.


    Sehr gut, werde meine Selbsterwartung runter regeln. War gerade beim Werfen sehr hilfreich und wirkt. Mal sehen, wie lange :)

    wie lange trainierst du pro Session?


    20-30 min, vielleicht 2-5 am Tag. Ist vielleicht zu viel, macht aber Freude.

    Ein besonders Augenmerk liegt natürlich auch auf dem Handgelenk, dass oft untergeht im Wurfablauf. Hier gibt es auch gute Übungen die einem eine bessere Wahrnehmung verschaffen.


    Ist meine aktuelle Baustelle, nicht einfach unter gleichbleibende Kontrolle zu bringen.

    Deshalb gilt wie immer: such dir einen Wurf, mit dem du dich wohlfühlst und hämmer ihn 10, 100, 1000, 10000 mal ins Bord.


    Hm, den such ich jeden Tag. Ab 1000 bekomm ich allerdings sozialen Stress :D

    Am Anfang macht man auch noch häufiger den Fehler, bewußt Ungenauigkeiten ausgleichen zu wollen.


    Da bin ich wieder. Am Anfang. Ich werde versuchen, dies zu ändern, weniger Erwartung, alles entspannter anzugehen. Vielleicht reine Kopfsache. Ständige Wurfkorrektur und/oder -änderung führt zwar zu deutlichen Verbesserungen, aber eben nicht zu Präzision bzw. Konstanz.

    Funktioniert alles ganz gut im Training, nur war es bisher so, wenn ich wieder Competition spiele, dann waren es immer wieder 41/45. Bis jetzt habe ich das Gefühl ich kann das Training nicht mit ins Spiel nehmen, es bleiben 30-40 Darts pro 501DO. Vielleicht sollte ich darauf auch einfach keinen Gedanken verschwenden, sondern lieber spielen.

    Einmal editiert, zuletzt von Jens57 (28. September 2018 um 19:25)


  • Funktioniert alles ganz gut im Training, nur war es bisher so, wenn ich wieder Competition spiele, dann waren es immer wieder 41/45. Bis jetzt habe ich das Gefühl ich kann das Training nicht mit ins Spiel nehmen, es bleiben 30-40 Darts pro 501DO. Vielleicht sollte ich darauf auch einfach keinen Gedanken verschwenden, sondern lieber spielen.


    Das wird so nicht, oder nur schwer funktionieren. Im Grunde hast du ja dann kein technsiches Problem, sondern ein mentales. Wenn du imTraining gut dabei bist (klar kann man sich immer verbessern) aber im Wettkampf dann nichts mehr abgerufen werden kann, dann musst du dich mit deiner mentalen Stabilität auseinander setzen, dass kann man auch trainieren.

  • Macht dein Handgelenk eine Ausgleichsbewegung oder verreisst?

    Das ist meine aktuelle Baustelle (vor allem zur energieärmeren Beschleunigung des Darts), und die Hinweise darauf mehr zu achten scheinen/werden helfen nachdem ich bemerkt habe, daß mein Handgelenk sich gelegentlich dreht und dadurch der Unterarm sich im follow through deutlich aus der Wurfrichtung dreht. Passiert gern beim Versuch einen Fehlwurf zu korrigieren. Wenn ich mehr darauf achte, das die Finger der Wurfhand dem Pfeil bzw. dem Ziel folgen, scheint es sich zu bessern. Mal sehen, ob sich das bestätigen und halten lässt. Im Alter ist man ja lernwillig aber eventuell nicht mehr so lernfähig, zumindest nicht in dem Tempo, in dem ich es gerne hätte.

    Vielen Dank nochmal für die hilfreichen Beiträge!

  • Im Alter ist man ja lernwillig aber eventuell nicht mehr so lernfähig, zumindest nicht in dem Tempo, in dem ich es gerne hätte.


    Das kann ich bestätigen, ich habe vor 4 Jahren mit dem Eishockey angefangen und das war schon eine harte Nuss, alles neu zu erlernen. Aber es hat auch sehr viel neue Erkenntisse mit sich gebracht, die einen weitergebracht haben auch außerhalb des Sports.

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