Van Gerwens Wurfstil Anfällig für Fehler ?

  • Servus Gmeinde,


    hab mal leider wieder an meinem Wurfstil angefangen zu spielen und dann ist mir aufgefallen, dass ich meine Würfe viel besser reproduzieren kann,
    wenn ich den Arm nicht nach oben ziehe hier kurz eine Pause mache und dann los werfe sondern wenn ich eine fließende Bewegung von unten nach oben mache.
    Das heißt wie van Gerwen den Arm von unten hin zum Gesicht ziehen und dann sofort nach "vorne Schleudern" (https://www.youtube.com/watch?v=f8M-rs2MRvM).
    Man könnte jetzt sagen, dass der Wurfstil vom besten Dartspieler aktuell nicht verkehrt sein kann, aber vielleicht hat sich das ja bei ihm einfach so durch die Jahre eingeschliffen.
    Jetzt meine Frage weil ich mir immer denke, wenn ich meinen Wurfstil schon verändere dann nur im positiven, dass ich nicht dann mal in ein paar Jahren ein Fehler einschleife.

    Glaubt ihr diese Art von Wurfbewegung ist anfälliger für Fehler. Meine Erklärung wäre dafür:
    Man hat eine längere Bewegung und bei mehr Bewgung können sich auch mehr Fehler einschleifen.

    Aber immer wenn ich versuche den Stil umzustellen, also dass weniger Bewegung drin ist, werf ich Kraut und rüben und kaum wechsel ich zurück,
    flutschts schon wieder bei den ersten drei Darts.
    Ich weiß man sollte eigentlich immer so werfen wies einem am besten im Gefühl liegt.
    Aber ich denke mir, lieber beiß ich mich jetzt durch gewöhn mir was an und profitiere vielleicht in Zukunft davon.

    Einmal editiert, zuletzt von igustl (30. Januar 2019 um 15:59)

  • Ich an deiner Stelle würde nach meinem eigenen Wurfstil suchen und nicht den von anderen Spielern kopieren, jeder Spieler hat seinen individuellen Stil, der sich mit der Zeit einschleift. Wenn du immer wieder einen neuen Stil probierst, wirst du nie einen eigenen finden. Der muss sich im Kopf einschleifen, nur so wird er reproduzierbar. Andersum löschst du vorhandene Würfe irgendwann sind so viele Würfe irgendwie miteinander verbunden, so dass der große Knall kommt und du gar nichts mehr triffst. Ist meine Meinung dazu.

    Also denk nicht zuviel und wirf einfach so wie du es für richtig hälst, ist ja davor auch gelaufen, warum sollte es dann auf einmal nicht mehr gehen? Höhen und Tiefen hat jeder Spieler.

    Good Darts

  • Ich an deiner Stelle würde nach meinem eigenen Wurfstil suchen und nicht den von anderen Spielern kopieren

    Da stimm ich dir voll zu.
    Sollte jetzt auch nicht heißen, dass ich den Stil von MvG komplett 1 zu 1 übernommen habe nur er ist der Spieler der meinem Wurf am nähersten kommt.
    Deswegen hab ich ihn hier als Beispiel genommen.

    Also denk nicht zuviel und wirf einfach so wie du es für richtig hälst, ist ja davor auch gelaufen, warum sollte es dann auf einmal nicht mehr gehen? Höhen und Tiefen hat

    Ja hab halt 1 1/2 Jahre nicht mehr gespielt und als ich wieder angefangen hab wars nur noch scheiße deshalb wollte ich iwas ändern, weil sich gar nix getan hat und seit dem Tag versuch ich immer etwas über Änderungen zu verbessern auch wenn ich weiß, dass das nicht sinnvoll ist. Aber mein ganz Ursprünglicher Wurf ist soweit zurück, dass ich den nicht mehr so hinbekomme. :cursing:

  • Ich hab schon verstanden, dass du den MVG nicht kopierst sondern nen ähnlichen hast, alles gut :)

    Und ja, 1,5 Jahre ist ne lange Zeit, da geht vieles was man sich erarbeitet hat verloren.. Verbesserung ist ein Prozess der sich nicht von heute auf morgen realisieren lässt, sondern auf lange Zeit..
    Und denk nicht zu weit nach hinten.. Damals war damals, heute ist heute.. vielleicht wirst du deinen Wurf von vor 1,5 Jahren nie wieder finden. Whs ist es die eine Kleinigkeit die damals in deinem Wurf war, die du jetzt nicht mehr machst, weshalb sie dich verzweifeln lässt. Aber wie gesagt, wenn du Spaß dran hast, mach es einfach. Kommt halt auch drauf an, worauf du hinarbeitest.. Spielst du es zum Spaß? In nem Verein? Willst du iwann Turniere spielen?
    Aber dir dazu jetzt Tipps zu geben ist schwer, ohne deinen Wurf zu kennen.

    Mfg

  • Mir wurde gesagt im Verein, such dir deinen eigenen Wurfstyle, ich ging ans Board und spielte ca15 minuten, ich habe aber nicht bemerkt, dass der eine das Handy hingestellt hat und mich aufgenommen hat, er sagte als ich Rauchen gehen wollte, hey warte, nimm das handy mit und schaue dir das an, ich dachte so was hat der jetzt gemacht oder was soll ich mir anschauen..
    Ich dachte immer, ich hätte nen änlichen Style wie A.Lewis, doch es ist genau betrachtet, nicht der Lewisstyle sondern mein eigenen...


    Doch man entwickelt automatisch seinen eigenen...

    PS: Ich habe diesen Fehler auch gemacht und es hat mir nichts gebracht, doch!
    3 Monate verschwendete Zeit =)


    Ich würde gerne ein Video sehen von deinem Wurf, würde mich freuen, falls du das einrichten kannst =)

  • Sorry! Erledigt!

    Kleiner Nachtrag
    Wenn die eine Perspektive nicht reicht meldet euch gerne.
    Ging jetzt nur icht besser weil die Sonne so blöd Stand dann kann ich heute Abend noch von vorne mal ein Video machen !

    Einmal editiert, zuletzt von igustl (31. Januar 2019 um 11:48)

  • Was mir auffällt, du hast nen super follow through, scheinst deinen Arm am Ende fast zu überstrecken, so wie MVG.
    Außerdem hälst du deinen Oberarm sehr hoch, wodurch er bei der Wurfbewegung sehr ruhig bleibt.
    Aber du holst quasi kaum aus.Also du überstreichst bei deiner Wurfbewegung "nur" einen Winkel von etwa 105°.
    So hast du vor dem release nur eine sehr kurze Beschleunigungsphase, du lässt den Dart quasi sofort los, sobald deine Wurfbewegung überhaupt anfängt.
    Das würde ich aus der Ferne (achtung, nur meine persönliche Meinung und ich bin ganz sicher kein Experte) als mögliche Fehlerquelle deines Wurfes sehen.
    In diesem Thread:
    Studie Dartwurfanalyse - Messung mittels Beschleunigungssensoren und Videoanalyse
    wird untersucht, wie sich verschiedene Faktoren auf das Wurfergebnis auswirken.

    Von dieser herangehensweise halte ich sehr viel und deswegen komme ich zu obiger Meinung.
    Aber ich würde meinen Wurf sofort gegen deinen tauschen.

    Das maximale Volumen subterraner Agrarprodukte steht in reziproker Relation zur intellektuellen Kapazität ihrer Produzenten.

    2 Mal editiert, zuletzt von handsomeone (31. Januar 2019 um 16:44)

  • Ich habe hier eine etwas andere Sicht der Dinge, ich halte sowohl den kurzen Backswing wie das frühe Release für ein Qualitätsmerkmal, nicht umgekehrt.

    Deine Bewegung ist schon sehr reif und gut, mittefristig sehe ich zwei Bereiche in denen Du dich evtl. verbessern könntest:

    1) Das Follow Through nicht halten sondern möglichst entspannt durchschwingen lassen, deine Schulter sollte im Idealfall schon direkt nacht dem Abwurf schon wieder auf dem Weg nach unten sein. Daraus ergibt sich wieder eine etwas andere Grifftechnik, einfach mal experimentieren.

    2) Eine etwas tiefere Schulter incl. Oberarm könnte dir das lockere Durchschwingen vielleicht noch erleichtern. Also gefühlt eher von unten nach oben werfen, MvG z.B. setzt die Schulter nicht grundlos sehr tief an. Aber Vorsicht, mit einer solchen Anpassung läufst du auch Gefahr dass das grundsätzliche Wurfgefühl eine Zeitlang verloren geht.

  • Aber du holst quasi kaum aus.Also du überstreichst bei deiner Wurfbewegung "nur" einen Winkel von etwa 105°.
    So hast du vor dem release nur eine sehr kurze Beschleunigungsphase, du lässt den Dart quasi sofort los, sobald deine Wurfbewegung überhaupt anfängt.

    Ja das ist mir selbst auch schonmal aufgefallen, geht aber kaum anders.
    Zumindest nicht ohne richtig viel Übung.
    Sobal ich den Arm weiter nach hinten ziehe, landen die Darts sonst wo und ich hab nicht mehr so viel Gefühl im Wurf wie davor.
    Wenn ich das Feeling und das Trefferbild sehe, komm ich einfach zu dem Entschluss, dass es sich nicht lohnt das ganze umzustellen.

    Aber ich würde meinen Wurf sofort gegen deinen tauschen.

    Merci dir. Hab jetzt gernell viel positives über meinen Wurf gehört und bin darüber ehrlich gesagt etwas überrascht.
    Und so blöd wie sich das jetzt auch anhört, aber das vielleicht hilft mir das jetzt mal weiter, dass ich mich damit zufireden gebe
    und von hier an mit diesem Wurf versuche zu trainieren und nicht dauernd dran zu schrauben und wieder was komplett anderes zu machen.

    Ich habe hier eine etwas andere Sicht der Dinge, ich halte sowohl den kurzen Backswing wie das frühe Release für ein Qualitätsmerkmal, nicht umgekehrt.

    Was glaubst du ist der Vorteil von einem kurzen Backswing und frühen Releas der das ganze zu einem positiven Aspekt macht im Gegensatz zu einer längeren Wurfphase?


    1) Das Follow Through nicht halten sondern möglichst entspannt durchschwingen lassen, deine Schulter sollte im Idealfall schon direkt nacht dem Abwurf schon wieder auf dem Weg nach unten sein. Daraus ergibt sich wieder eine etwas andere Grifftechnik, einfach mal experimentieren.

    2) Eine etwas tiefere Schulter incl. Oberarm könnte dir das lockere Durchschwingen vielleicht noch erleichtern. Also gefühlt eher von unten nach oben werfen, MvG z.B. setzt die Schulter nicht grundlos sehr tief an. Aber Vorsicht, mit einer solchen Anpassung läufst du auch Gefahr dass das grundsätzliche Wurfgefühl eine Zeitlang verloren geht.

    Ich werd beides mal ausprobieren und schauen ob sich das für mich anbietet und ob das auch mein Rücken mitmacht.
    Auch wenn ich noch jung bin, MVG hat nicht umsonst Rückenprobleme und ich bin e etwas vorbelastet.

    Aber ich werde mir das ganze mal zu Herzen nehmen und bei Gelegenheit die ein oder andere Stellschraube nachziehen.

    Aber Insgesamt habe ich hier erfahren, dass ich mit dem Wurfstil jetzt getrost weiter arbeiten kann ohne mir Gedanken machen zu müssen.

  • Ich werd beides mal ausprobieren und schauen ob sich das für mich anbietet und ob das auch mein Rücken mitmacht.

    Was die Schulter angeht: Mit tiefere Schulter heisst nicht zwangsläufig auch eine Änderung des Standes ala MvG. Bei gleichem Stand ist es durchaus mglich die Schulter höher oder tiefer anzusetzen, das Biest ist nämlich viel beweglicher als man glauben mag (und damit auch eine grossartige Fehlerquelle). Wenn du bei gleichem Stand die Schulter tiefer ansetzt ist das natürlich auch die Basis vom Oberarm der damit auch tiefer steht, zu Ausgleich verläuft dann der Wurf etwas mehr von unten nach oben.

    MvG treibt das zusätzlich über seine extreme Körperhaltung natürlich zum Exzess, allerdings bin ich sicher dass er sich auch über diese Haltung ermglicht seine Wurfbewegung konstant im "lockeren" Korridor zu halten.

  • Ich habe hier eine etwas andere Sicht der Dinge, ich halte sowohl den kurzen Backswing wie das frühe Release für ein Qualitätsmerkmal, nicht umgekehrt.

    Hallo Fastdrin, das würde mich interessieren, wieso Du das für Dich ein Qualitätsmerkmal ist. Ich frage deshalb nach, weil ich nach sehr vielen Dartwurfanalysen sagen würde, dass es wichtig ist, den Dart möglichst lange (vom kleinsten Ellbogen-Winkel beim Ausholen bis zum Release) in der Hand zu halten. Falls Du eine zeitlich kurze (sprich schnelle) Ausholbewegung meinst, ist mir das klar. Aber falls Du meinst, dass der Dart nur vom Weg her relativ kurz zurück geführt wird, bitte um Erklärung Deiner Sicht.

    Vielleicht ganz kurz zu meiner Sicht (Interpretation der Daten): Das Bewegungsausmaß (Ellbogen-Winkel Endposition minus kleinster Winkel beim Ausholen) hängt mit der Wurfkonstanz zusammen, und die wieder mit der Geradlinigkeit der Beschleunigung. Nach inzw. fast 200 gemessenen Spielern habe ich auch sehr gute Spieler gesehen, die bei der Ausholbewegung einen relativ großen Winkel im Ellbogen haben, diese sind aber eher die Ausnahme bzw. diese kompensieren das durch vermehrte Bewegung des Handgelenks beim Ausholen (Überstreckung des Handgelenks). Der Release wiederum ist komplett individuell, da lässt sich (nach meinen Messungen) kein Optimum bestimmen. Da die Wurfstärke zwar individuell aber tendenziell mit zunehmendem Niveau eher abnimmt, bin ich beim Release bei Dir, dass ein früher Release ein Qualitätsmerkmal sein kann. Ob das aber leistungsbestimmend ist, kann ich nach den Ergebnissen (noch) nicht behaupten.


    Freue mich auf Antwort bzw. Diskussion dazu.

  • Hallo Hummel,

    leider etwas verspätet meine Beobachtungen zum Thema Release. Angefangen hat mein Interesse daran wie ich einmal durch einen glücklichen Umstand mehrer PDC Jungs längere Zeit in nächster Umgebung beobachten konnt, da fiel mir auf das diese eigentlich durchwegs früheres Release als meine sonstigen Mitspieler hatten. Natürlich nur "gemessen" mit meinen Augen, aber das war doch ein ziemlich auffälliger Unterschied.

    Warum also? Inzwischen glaube ich auch die Antwort verstanden zu haben. Ein Dartwurf hat ja nicht nur die Aufgabe den Pfeil ins Ziel zu bringen sonder gleichzeitig auch den Arm möglichst entspannt zu halten um ihn so schon für den nächsten Pfeil vorzubereiten und natürlich generell Verspannung und Übermüdung minimal zu halten. Der natürliche Feind dieses Ziels sind die zahlreichen Sehnen im Arm die hierfür nicht wirklich hilfreich gewachsen sind. gerade im Unterarm gibt es jede Menege Sehnen zu Steuerung der Hand die bei geschlossenen Griff gespannt und durch die Öffnung "freigegeben" werden. Man kann den Effekt sehr deutlich spüren wenn man versucht in Zeitlpue einen Wurf zu simulieren ohne den Dart freizugeben - fast unmöglich.

    Das frühe Release vereinfacht es enorm für den Oberarm und die Schulter die Bewegung zu Ende zu führen ohne zwangsläufig in einer Verdrehung /Verspannung zu enden.

    Allerdings warne ich hier grundsätzlich vor Verallgemeinerung: Das ganze Theme ist sehr stark abhängig vom Griff, vertrikalem Unterarmwinkel und anderen Faktoren. Ausserdem gibt es viele Dartspieler die eine eigene Bewegungslösung gefunden haben um dem Thema zu begegnen (.Z.B. abgekürztes Follow Through etc.). Im einigen Fällen kann der Tipp "frühes Release" sogar völlig kontraproduktiv sein.

    Was die Messergebnisse betrifft bin ich erstmal nicht sonderlich überrascht, ich denke dass ein frühes Release eine konstante Ellenbogenhhe sogar erleichtert.

  • Hallo Fastdrin,
    Danke für die Antwort. Da bin ich bei Dir, bzgl. Release bzw. würde das subjektiv auch so sehen, allerdings sagen meine Messdaten,dass der Release sehr individuell ist und somit aus meiner Sicht nicht als leistungsbestimmend zu sehen ist. Ich hatte mich mehr auf die Ausholbewegung bezogen, wobei ich mir denke, dass wir von den selben Dingen sprechen. Da sehr viele gute Spieler eben einen sehr spitzen Ellbogenwinkel in der Ausholbewegung erzielen, und somit den Dart lange in der Hand halten, bis zum (frühen) release.

    Wo ich dir jedenfalls zustimme, ist die Bedeutung der Lockerheit bzw. Gefahr der Verspannung. Hier wurde bereits studienmäßig in der Wurfvorbereitung verglichen, und ein dem Zielen ähnliches nach vorne Halten des Armes und eine Ausholbewegung und statischem Anteil in der Ausholbewegung wirken sich negativ auf die Wurfpräzision aus, im Vergleich zu einer flüssigen Aushol- und Wurfbewegung

    LG

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