Grundlegend sieht das für den anfang ja gar nicht soo verkehrt aus. Viele anfänger meinen wenn sie nicht ihre felder treffen, das sie technisch meilenweit von gut entfernt sind. Das ist aber nur bedingt korrekt und sieht man in deinem Beispielvideo sehr gut.
Was du selbst angesprochen hast ist die armbewegung. Der ellebogen darf bzw soll sogar im wurf nach unten gehen. Allerdings in der abwurfbewegung und nicht schon davor. Zu links rechts abweichenden darts kann man aus der Perspektive leider nichts sagen. Da bräuchte man ne frontansicht.
Was mir aber hier auffällt ist dein Stand. Klar soll der für jeden so angenehm wie möglich sein und individuell. Da beugen sich einige pros auch mal etwas weiter nach vorne, was aber nicht immer zum Vorteil führt. Je weiter du dich nach vorne beugt, desto weiter verlagerst du den Schwerpunkt vor dein Standbein. Und das ist erstens auf Dauer unangenehm und wird bei einem Turnier oder längerem Match zu Problemen führen. Und zweitens bekommst du deinen Körper hingegen der selbst gefühlten Meinung nicht stabil. Das extrem in die andere Richtung ist joe cullen. Der steht quasi komplett gerade. Ähnlich aber nicht ganz soo aufrecht Peter wright. Nur um hier mal paar Beispiele angesprochen zu haben, die man sich via YouTube mal ansehen kann.
Ein wenig nach vorne beugen um Gewicht auf das Standbein zu bringen und somit Stabilität in den Stand, ist gut. Den Schwerpunkt aber vor das Standbein zu verlagern aber vor allem für Anfänger eher kontra. Selbst Michael van gerwen hat damit bis heute seine Probleme. In langen matches wie bei der WM sieht man bei ihm allzuoft, das das trefferbild im Verlauf etwas nach unten wandert und er mit mehr fe (Schwung in der wurfbewegung) ausgleichen muss. Das geht dann aber auch nur eine Weile gut. Oftmals sieht man dann im Verlauf eines solchen matches wie er in so einer Situation den Stand ab nem bestimmten Punkt korrigiert und sich nicht mehr ganz so weit vor beugt.
Wichtig am Ende ist es für jeden Anfänger den Fokus auf das trefferbild zu legen. Avr kommt von alleine. Wird das Trefferbild ganz am Anfang besser bzw enger, gehen die Punkte erstmal runter. Reine Mathematik. Während du zu Beginn noch Ausreißer in die 12 und 18 hattest beim anvisieren auf die 20, gehen da immer weniger bis gar keine mehr rein und dafür immer mehr in die 5 und 1. Ab hier geht es schon nur noch darum, die stellschrauben ein klein wenig zu bewegen.
Mach dir Markierungen am Boden wenn du eine Aufnahme (3 darts) schön mittig in die 20 platziert hast. 4 Punkte. Jeweils die beiden fusspitzen und die beiden Fersen. Grade zu Beginn ist es extrem wichtig wie man steht. Und alleine das Standbein am oche immer an den gleichen Punkt zu bringen ist noch lange nicht genug. Wenn das hintere Bein mal mehr links, mal mehr rechts steht, musst du deine hüfte verdrehen, was so nicht sein soll, da du sonst nie raus finden wirst, welche Haltung für dich den größten Komfort bietet.
Der Rest ist Training. Jeden Tag. Nicht zu lange, das bringt nichts. Lieber ein paar mehr trainingseinheiten pro Tag. 2-3 mal 20 bis 30 Minuten pro Tag zu Beginn und Länge dann langsam steigern. Wenns läuft, dann mal gerne nach paar Monaten noch eine weitere Einheit dazu nehmen.
Je Einheit einen festen Plan (dient dem Rhythmus) 5min einwerfen 10min Training (je Einheit 2 Disziplinen. Z.b. ein bis zwei Runden doppel Training oder Bobs 27 und im Anschluss bullriding. In der nächsten Einheit dann round the clock und checkouts) und zum Schluss noch ne runde 301.
Das mir bekannteste und beste Training für jeden Tag ist 121. Geht wie folgt. Du hast 3 Aufnahmen Zeit 121 Punkte inkl doppel zu checken. Schafst du das, geht's auf 122 Punkte. Nach belieben kann man sich alle 2,3 oder 5 Punkte nach oben einen safe einbauen, damit man nicht immer wieder auf 121 runter fällt, sollte ein Check mal nicht funktionieren. Checkt man die jeweilige Stufe mit einem high finish, ergo gleich mit der ersten Aufnahme, geht's zwei Zähler nach oben. Bei dieser Übung geht es so ziemlich um alles wichtige in einer Übung vereint. Tripple und doppelfelder treffen. Über die Single Felder zu stellen und nebenbei richtig rechnen lernen. Denn beim darten ist nicht immer der bequemste rechenweg auch der sinnvollste. Wann du welches tripple Feld anspielst hat viel mehr damit zu tun, was um dieses Feld an Risiken liegen.
Triffst du das tripple nicht sondern in ein benachbartes feld und stellst dir damit eine ungerade Zahl ist das nicht sehr klug. So ist es bei den meissten ungeraden Zahlen beispielsweise sinnvoll auf t19 anzuvisieren, da um dieses Feld alles aus ungeraden Zahlen besteht und da ziemlich sicher eine gerade Zahl am Ende bei raus kommt.
Egal. Selber ausprobieren und dir deine Wege erarbeiten.
Ganz am Anfang empfiehlt es sich, das ganze mit 81 Punkten zu beginnen, um ein wenig erfolgserlebnisse rein zu bringen.
Mein tip noch um das vermeiden von bogiezahlen zu trainieren, 350. Ab jener Zahl ist es möglich mit 6 darts das Match zu beenden. Eine 180 und eine 170. Sehr selten, aber zumindest rechnerisch möglich. Das sollten fortgeschrittene immer wieder mal trainieren. Dabei geht es darum, sich mit möglichst wenig darts ein mögliches finish zu stellen und sämtliche bogies zu vermeiden. Ziel der Übung ist, das Gehirn darauf zu trainieren in Stresssituationen weniger Fehler zu machen und automatisiert zu arbeiten. Denn wenn du am oche anfangen musst zu rechnen, wirst du mit Sicherheit dein gewünschtes tripple nicht treffen. Alles in allem, Good Darts und der Rest kommt von selbst.
Aja, fast vergessen. Suche dir die richtige Situation um das Training zu beenden. Ich selbst trainiere ganz am Ende nochmal tripple Felder. Ergo nur die richtige wurfbewegung. Hat 2 Vorteile. 1. Du kannst dich kaltspielen was ebenso wichtig ist, wie das warmwerfen, da man dabei den Kopf weg von der ganzen rechnerei bringt. 2. Und meiner Meinung nach das wichtigste am ganzen Training ist die erfolgssituation. Die kannst du selbst bestimmen. Wenn du deine letzten Aufnahme spielst und ne 26 bei raus kommt ist das dein ding ob du noch paar Aufnahmen hinten dran setzt. Ich persönlich mache das so. Ich beende mein Training mittlerweile IMMER mit einer hohen Zahl und schön gruppiert. 100, 140, 180. Oder 95, 123, 171. Falls das nicht klappt als einzige Alternative noch 135 oder 123 auf t20, wobei der dart am missglückten tripple dann zumindest den Draht am richtigen berühren sollte. Sollte ich noch 2 min auf der Uhr haben für diese trainingseinheit, überlege ich es mir genau, ob ich noch paar Darts werfe oder nicht. Bzw ob ich es noch schaffe in der zeit nochmal so ein schönes bild zu werfen. Wenn ich der meinung bin, nein. Dann lege ich die darts auf die seite.