• Von 14.412 registrierten Intensivbetten sind derzeit noch 6.709 frei. Man hat also in der Hinsicht noch reichlich Kapazitäten.

    Also wenn jetzt schon mehr als die Hälfte der Betten belegt ist fänd ich das mehr als beängstigend. Wir reden derzeit davon, dass sich die Zahl der Infektionen in ca. 6 Tagen verdoppelt.

  • Also wenn jetzt schon mehr als die Hälfte der Betten belegt ist fänd ich das mehr als beängstigend. Wir reden derzeit davon, dass sich die Zahl der Infektionen in ca. 6 Tagen verdoppelt.

    Intensivbetten werden auch so gebraucht. Die anderen Krankheiten haben nicht wegen Corona aufgehört zu existieren.

  • Das wären m. E. sogar erstaunlich viele freie Betten. Eine Feundin arbeit als Krankenschwester auf der Intensivstation und da gab es Ende des letzten Jahres immer mal wieder die Situation, dass alle saarländischen Intensivbetten belegt waren. Das ist die traurige Realität, wenn ein Krankenhaus zweistellige Rendite abwerfen soll.

    Keine Ahnung, ob es in anderen Regionen entspannter aussah. Ich hoffe es mal. Das war schließlich noch vor der Grippesaison.

    Ein weiteres Bsp. gefällig?
    Laut saarl. Pandemieplan (der aktuelle ist übrigens über 10 Jahre alt) soll es im Ernstfall 8 Kliniken geben die als Schwerpunktzentren ausschließlich Infizierte versorgen und so in anderen Kliniken der reguläre Betrieb weiterlaufen kann.
    Von diesen 8 hat man im Zuge der Profitmaximierung 2 mittlerweile komplett geschlossen. Nr. 3 + 4 sollten dieses Jahr folgen. (Fun Fact: Die Mitarbeiter hat man zuvor Jahre lang genötigt auf tariflich zugesichertes Weihnachts- und Urlaubsgeld zu verzichten. Im Gegenzug sollte ihr Arbeitsplatz sicher sein... mmhh... doch kein Fun im Fact).

    Ich denke im internationalen Vergleich ist unser Gesundheitssystem hervorragend. Aber ich befürchte, dass sich der Fokus auf das Kaufmännische auch bei uns rächen wird.

    Pew

  • Ich denke im internationalen Vergleich ist unser Gesundheitssystem hervorragend. Aber ich befürchte, dass sich der Fokus auf das Kaufmännische auch bei uns rächen wird.

    Das Gesundheitssystem mag vielleicht im Vergleich gut sein, trotzdem ist es kurz davor kaputt gefahren zu werden. Die Belastung für die Krankenhausmitarbeiter war auch schon vor der Pandemie mehr als bedenklich.
    Der "Kunde" kann nicht unbedingt von einer guten Fürsorge ausgehen. Dafür müssen sich zu wenig Fachkräfte um zu viele "Kunden" kümmern.

  • Ich verbringe ja regelmäßig viel Zeit in Krankenhäusern und wenn man 2004 mit 2019 vergleicht kriegt man einen riesengroßen Schreck. Da kommt einem in der nachträglichen Erinnerung 2004 fast schon so vor, wie die Traumwelten in den Krankenhausserien. Das ist inzwischen son bißchen wie eine hochgezüchtete Maschinerie, die wunderbar funktioniert, aber eben dicht am Limit und es darf nichts Größeres dazwischen kommen.


  • Das Gesundheitssystem mag vielleicht im Vergleich gut sein, trotzdem ist es kurz davor kaputt gefahren zu werden. Die Belastung für die Krankenhausmitarbeiter war auch schon vor der Pandemie mehr als bedenklich.
    Der "Kunde" kann nicht unbedingt von einer guten Fürsorge ausgehen. Dafür müssen sich zu wenig Fachkräfte um zu viele "Kunden" kümmern.

    Exakt das meinte ich. "Hervorragend" im wahrsten Sinne des Wortes auch nur, weil die meisten Anderen noch miserabler dastehn. In dem Bezug kann einem für die Britten bspw. wirklich Angst und Bange werden.

    Pew

  • Heute gab es seitens des RKI wieder den Vergleich von durchgeführten Testungen und positiven Fällen.

    Vergangene Woche wurden lediglich 6.000 Tests mehr durchgeführt als in der KW 12 (von den Laboren, die in der Zwischenzeit ans RKI übermittelt haben), die positiven Tests sind dabei jedoch fast 7.000 mehr. Die Quote positiv getester ist also von 5,9% in KW 11 auf 6,8% in KW 12 und nun auf 8,7% in KW 13 gestiegen.

    https://www.rki.de/DE/Content/Inf…publicationFile

    Sehr ernüchternd sind derweil auch die Zahlen aus Großbritannien. Ursprünglich wurden diese ja teilweise von Regierungskritikern für ihr verhaltenes Vorgehen gelobt, spätere Schulschließungen, Ausgangsbeschränkungen, spezieller Schutz Älterer etc. etc. Heute musste man nun 563 Tote innerhalb eines Tages vermelden. Insgesamt hat man dort inzwischen 2,5mal so viele Todesfälle wie in Deutschland zu beklagen.

    2 Mal editiert, zuletzt von hfgon (2. April 2020 um 06:32)

  • https://www.worldometers.info/coronavirus/
    156 Tote in Deutschland heute, mit Abstand Rekord. Morgen werden wir die 1000 Toten leider erreichen.
    Die letzten beiden Tage auch wieder ein deutlicher Anstieg der Neuinfektionen pro Tag von 4.000 auf 6.000.
    Sieht schlecht aus.

    Bei den Totenzahlen war ein deutlicher Anstieg ja leider vorauszusehen, da diese Toten eben überwiegend aus den Infiziertenzahlen von vor 10-14 Tagen resultieren. Da zu der Zeit ein massiver Anstieg der Infizierten stattfand, steigen nun quasi zwangsläufig auch die Totenzahlen.

    Auch den Anstieg bei den Neuinfektionen würde ich jetzt nicht allzu kritisch betrachten. Da einzelne Tage zu bewerten macht zumeist relativ wenig Sinn, da sollte man längere Zeiträume berücksichtigen. Vier Tage in Serie mit deutlich weniger Infizierten als an den drei Hochtagen zuvor würde ich da eher als positiven Trend einordnen. Insgesamt geht es ja hauptsächlich darum den exponentiellen Wachstum zu stoppen und da scheint die letzten Tage ein positiver Trend eingesetzt zu haben.

    Generell bin ich auch der Ansicht, dass 5.000-6.000 tägliche Neuinfektionen für unser Gesundheitssystem noch recht problemlos aufzufangen sind. Man sieht ja momentan auch, dass noch über 8.000 Intensivbetten zur Verfügung stünden (und das nur bei den Kliniken, die dem RKI melden. Insgesamt soll es ja lt. Krankenhausgesellschaft noch 22.000 weitere Intensivbetten geben, von denen sicherlich auch längst nicht alle belegt sind). Sicherlich werden das in den kommenden 2-3 Wochen ein paar weniger (in den letzten 3-4 rund 300 Corona-Intensivpatienten täglich mehr), aber da sind wir schon noch sehr gut aufgestellt, da ja auch fleißig weitere Kapazitäten geschaffen werden. Man muss ja umgekehrt auch sehen, dass wir nun vor rund 2 Wochen auch schon bei etwa 4.000 Fällen täglich lagen. Fast so viele genesen dann ja auch wieder bzw. fallen die gesamten 4.000 Fälle dann ja auch täglich wieder aus der Statistik aktiver Fälle heraus. Man sieht es ja jetzt schon, dass von 77.000 Fällen nur noch 57.000 aktiv sind.

    Insgesamt hat man da hierzulande einfach das große "Glück", dass man verhältnismäßig viele Intensivbetten aufweist. Vor der Krise hatte man lt. dem Statistischen Bundesamt 33,9 Intensivbetten pro 100.000 Einwohner. Spanien und Italien hatten nicht einmal ein Drittel davon, bei den Briten sieht es auch nicht groß besser aus. Jedenfalls gibt es wohl derzeit wenig Länder, in denen man der Corona-Krise, trotz bedenklicher Zahlen, entspannter entgegen sehen kann als in Deutschland, was sich durch wirtschaftliche Aspekte nur noch weiter verstärkt. Allein die Todeszahlen aus anderen Ländern verheißen da momentan nichts Gutes.

    Tote pro 1.000.000 Einwohner:
    218 - Italien
    201 - Spanien
    87 - Belgien
    68 - Niederlande
    62 - Frankreich
    56 - Schweiz
    46 - Luxemburg
    35 - UK
    18 - Österreich
    18 - Dänemark
    15 - USA
    11 - Deutschland
    4 - Tschechien
    1 - Polen

    Bei den großen Krisenherden Italien und Spanien sieht es da sowieso ganz anders aus, aber auch bei vielen unserer Nachbarstaaten sind die Todeszahlen in Relation zur Bevölkerung deutlich höher. Sowohl die Schweiz als auch die Benelux-Staaten haben diesbezüglich bedenkliche Zahlen. Österreich und Dänemark liegen "leicht" schlechter, einzig Tschechien und Polen können von unseren Nachbarstaaten bessere Werte aufweisen. Insgesamt scheint Osteuropa bisher noch glimpflicher betroffen, immer vorausgesetzt, dass dort auch entsprechende Tests großflächig durchgeführt werden.

  • Die Anzahl der genesenen hat sich verdoppelt. Von ~8.500 auf weit über 16.000!
    Sieht gut aus.

    Und in diesem Zusammenhang von Rekord zu sprechen, was ich nicht tue, wäre dann auch nur noch halb so pietätlos.

    Dartista, Dartista, Antifascista!

  • Danke für den Link, Pew.
    Sehr interessant und vor allem weit weg vom Stammtischwissen, Schwarzmalerei und BILDungsbürgertum.

    Ich mag auch mal wieder eine Zahl in den Raum werfen: die Zeit zur Verdoppelung der Infizierten ist jetzt laut Tagesspiegel auf 10 Tage angestiegen. Diese 10 Tage gelten als kritischer Wert, der über wohl oder weh unseres Gesundheitssystemes, d.h. der Behandelbarkeit von Infektionen ohne Triagieren, entscheidet. 12 Tage gelten als absolut sicher und kontrolliert handhabbar. Die Tatsache, daß sich dieser Wert beständig verlängert verleitet mich zu folgender Bewertung: sieht gut aus.

    Dartista, Dartista, Antifascista!

    • Offizieller Beitrag

    Auf den sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram, Whatsapp, Telegram, etc. sind ja ein Haufen Spinner unterwegs! :vogel:

    Mit welcher Intension auch immer, ob braune Gesinnung, Aluhutträger oder Profilierungssucht.

    Der Bayrische Rundfunk hat da eine schöne Seite, den Faktenfuchs

    Allein was schon der Coronavirus-Fakes-und-Faktencheck zu Tage bringt - Leute gibt's :wand:

  • Auf den sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram, Whatsapp, Telegram, etc. sind ja ein Haufen Spinner unterwegs! :vogel:

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    Danke für den Link Brummi :thumbup:
    Die Anzahl der absoluten Vollpfosten geht leider gegen unendlich und man fragt sich schon was da manche für ein Spielchen spielen... :cursing:

    ”Two things are infinite: the universe and human stupidity; and I'm not sure about the universe.”
    Albert Einstein

  • Was ich genauso bekloppt finde ist, wie einige Journalisten immer wieder versuchen, jeden Politiker, der damit zu tun hat, auf irgendein Datum festzunageln, wann die Beschränkungen wieder aufgehoben werden und das zu einem Zeitpunkt, wo es gerade losgeht, dass man erstmal die Wirksamkeit der Maßnahmen abwarten und bewerten muß und noch gar keiner weiß, was in zwei Wochen überhaupt ist.

  • Was ich genauso bekloppt finde ist, wie einige Journalisten immer wieder versuchen, jeden Politiker, der damit zu tun hat, auf irgendein Datum festzunageln, wann die Beschränkungen wieder aufgehoben werden und das zu einem Zeitpunkt, wo es gerade losgeht, dass man erstmal die Wirksamkeit der Maßnahmen abwarten und bewerten muß und noch gar keiner weiß, was in zwei Wochen überhaupt ist.

    Ja,das nervt mich auch. Realistischerweise hilft jetzt einfach nur abwarten. Seriös kann da im Moment einfach niemand ein Aussage machen. Das ist wirklich brutal für viele - und damit mein ich nicht die ausgefallenen Osterbesuche sondern diejenigen die es wirklich hart trifft...
    Aber mehr alles andere ist unqualifiziertes Lesen im Kaffeesatz...

    ”Two things are infinite: the universe and human stupidity; and I'm not sure about the universe.”
    Albert Einstein

  • Sehr interessanter Artikel der NY Times zur Übersterblichkeit in verschiedenen Ländern:

    https://www.nytimes.com/interactive/20…ce=articleShare

    Da zeigt sich die Wucht des Virus und damit verbunden die Gefährlichkeit. Wir sollten hierzulande unbedingt aufpassen nicht zu nachlässig zu werden und nicht zu sehr zu lockern. Die Folgen für die Wirtschaft werden so oder so beispiellos katastrophal. 2-3 Wochen mehr mit Einschränkungen werden wirtschaftlich am Ende dieser Krise nur einen geringen Unterschied machen, eine Rezession ist unausweichlich. Ich hoffe, dass man sich nun nicht weiter in Lockerungen "überbietet", sondern mit großem Augenmaß agiert. Natürlich muss es eine Rückkehr zum normalen Leben geben, aber es benötigt allerorts gute Konzepte für Abstandsregelungen und Hygiene, insbesondere im ansonsten oftmals überfüllten Nahverkehr infolge des Schulbetriebs und des Berufsverkehrs. Es bringt wenig wenn die Geschäfte und Schulen gut vorbereitet sind, aber der Weg hin und zurück zu diesen Orten kann eine mindestens genauso große Gefahr darstellen. Meine Hoffnung wäre auch, dass eine Tracing-App (die im Laufe der nächsten 2-4 Wochen erscheinen soll) weitere Lockerungen ermöglicht. Nur muss man hoffen, dass so eine App auch breit genug genutzt wird und die Bürger sich derzeit nicht zu sehr in Sicherheit wiegen, da man die Lage hierzulande derzeit gut im Griff zu haben scheint.

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