Aber ob das Durchrechnen/-simulieren mit Einzelwahrscheinlichkeiten sinnvollere Ergebnisse gibt als die Betrachtung der bisher eingetretenen Fälle? Vielleicht... Auf jeden Fall wäre meine Fragestellung einfacher zu berechnen (zumindest für mich) 
Ich sage es mal so, die bisher eingetretenen Fälle sind ja auch so etwas wie eine kleine Teilmenge aller möglichen Fälle. Von daher, simple Mengenlehre, ist die Gesamtmenge aller Möglichkeiten natürlich genauer als nur ein Teilaspekt davon zu betrachten.
Und was das simulieren angeht. Ich habe mir mal ein Programm geschrieben, dass mir die Wahrscheinlichkeiten für Pokerhände berechnet. Zuerst wollte ich das vom Programm per Logikregeln bestimmen lassen. Das geht durchaus. Ist aber ziemlich kompliziert und extrem aufwendig zu programmieren. Du musst eben zuerst den Wert deiner Hand bestimmen und dann schauen wieviel Hände es geben kann die besser sind als deine. Mit allen Varianten die deine Hand noch bekommen kann. Sprich wenn du schon einen Drilling hast, dann kannst du natürlich einen Vierling bekommen und dann schlagen dich nicht viele Hände, aber wenn es beim Drilling bleibt, dann schlagen dich plötzlich jede Menge Hände, zumal du dann auch immer noch schauen musst welche Karten noch zu deiner Hand gehören. Hast du zwei hohe karten zum Drilling oder zwei kleine? Das verändert die Position der Hand sehr oft noch ziemlich stark. Usw.
Deshalb bin ich dazu übergegangen einfach die Monte-Carlo-Methode zu verwenden. Ich habe einfach einige 100.000 bis Millionen von Händen spielen lassen, von der besagten Ausgangsbasis aus, und geschaut wie oft habe ich gewonnen und wie oft nicht.
Das Ergebnis ist bis unzählige Nachkommastellen gleich zu den was die Logikregel auch ausgibt. Es ist nur deutlich einfach zu programmieren. Und weniger fehleranfällig. Und länger dauert es auch kaum.
Was das Sinnvoll oder nicht angeht. Ich habe dazu eine kleine Geschichte. Wir saßen mal in der Mittagspause bei einem Bier in der Sonne. Mit dabei ein Mitschüler der mit Fußball gar nichts am Hut hat. Wir haben uns dann über Fußballwetten unterhalten und sind irgendwie auf die Bayern gekommen, die hatten für das Spiel am folgenden Samstag eine Quote von 1.023, also für 1000€ bekommst du 1023 zurück.
Wie auch immer, es waren sicher mehr als einige Bierchen in der Sonne im Sommer an einem Freitag. Auf jeden Fall, wir haben ja nur gelabert und nie gespielt. Aber der Typ, der kam am Samstag und meinte doch tatsächlich er hätte am Samstag Blut und Wasser geschwitzt.
Da hat der doch tatsächlich 1000€ auf die Bayern gesetzt und die haben ihn bis nach der 80. Minuten zittern lassen ehe sie das 1:0 geschossen haben.
Soviel Stress für 23€ wo doch die Wahrscheinlichkeit, welches die Buchmacher errechnet hatten deutlich über 99% lagen, dass der Gewinn schon fast garantiert ist? Ich hätte mir das nicht gegeben, auch wenn es bei einem Bierchen nach leicht verdientem Geld ausgesehen hat, in der Wahrscheinlichkeitsberechnung.
Der Punkt ist eben, das Casino verdient zuverlässig an der grünen 0 beim Roulette. Auch wenn man selbst praktisch nie gewinnt wenn man auf die Null setzt.