Wie sollte die Wurfarmhöhe beim Anvisieren auf verschiedene Felder sein?

  • Gerade spielen Lorraine Winstanley gegen die Hölländerin Zijlstra (BDO WM).
    Und sie ist nicht schlecht...

    Sie hat beim Wurf:
    - Oberarm 20° nach unten geneigt (nicht horizontal)
    - Oberarm nicht senkrecht (schief)
    - Wurf mit 'Flip' (= nicht den Ansatz eines ThrowTRough)

    ... was machen wir uns hier eigentlich einen Kopf??? :ohno_

    Lorraine Winstanleys Wurfstil ist ja wohl auch so ziemlich der unmöglichste den man im TV je mit anschauen musste. Sowas kann man ja nun wirklich nicht als Beispiel heranziehen. Für mich sieht ihr Wurfstil aus als ob sie an Arachnophobie leidet und der Dart für sie wie eine Spinne ist, die sie ekelerregt wegwirft.

  • Guten Morgen

    Der Beitrag hier hat mich doch ein klein wenig verrückt gemacht.
    Irgendwie konnte ich kein Dart Video finden, wo zu sehen ist
    was ein Profi Darter mit seiner Armhaltung macht,wenn er vom oberen
    in den unteren Bereich wechselt.

    Ich konnte bei mir selbst beobachten, das ich nicht den Schwung oder die Kraft verändere
    sondern , das mein meine Armhaltung in richtung des zu treffenden Feldes verändert.

    Ich weiß nicht wirklich wie ich mit der gleichen Haltung Tripple 20 auch die 19 treffen soll.
    Der Dart kann doch dann unmöglich mit dem gleichen Schwung geworfen werden.
    Vielleicht kennt hier ja jemand ein Video bei dem man dies erkennen kann

    Gruss

  • Das ist auf den Videos tatsächlich sehr schwer zu erkennen, subjektiv kommt einem die eigene Änderung sehr deutlich vor, von aussen gesehen wirkt das viel subtiler.
    Bei vielen Pros (z.B. MvG) wird die Anpassung auch grossteils über die Körperhaltung gesteuert, das macht das Erkennen noch deutlich schwieriger.

  • Hallo

    Ich habe jetzt mal selbst drauf geachtet was sich tatsächlich verändert. Also in meinem Fall.
    Die Höhe des Armes bzw Ellenbogen verändert sich tatsächlich nicht.
    Bei mir verändert sich die Körperhaltung und evtl etwas die Dartspitze nach unten.

    Habe auch einmal ausprobiert an der Haltung nichts zu verändern. Das geht mal gar nicht

  • Hallo erstmal, ist mein erstes Posting hier.

    Kurze Anfänger Fragen:

    Mit senkrechtem Unterarm, meint Ihr von vorne gesehen?

    Wenn beim Wurf, der Oberarm sich nicht bewegen soll, dann macht der Unterarm eine Kreisbewegung (Ellbogen = Drehpunkt). Von der Seite gesehen, wann läßt man den Pfeil aus? Bei senkrechtem Unterarm oder erst weiter vorne?

    Bleibt das Handgelenk während des Ausholens und Wurfes steif oder gleicht es den Winkel des Unterarmes aus, so daß der Pfeil möglichst waagrecht bleibt?

  • @menigo Wenn du keine Antwort zur Frage hast ist zwangsläufig die Frage unsinnig?

    In konkreten mathematischen Winkeln zu denken ist deswegen so schwierig weil die Natur den menschlichen Arm nicht als Scharnier konstruiert hat. Kurz: der perfekte geometrische Winkel existiert nich, es gibt nur Näherungswerte. Der aktuelle Trend geht wohl in Richtung vertikaler Unterarm, es gibt aber auch gute Gründe das nicht ins Extrem zu ziehen. Biomechanisch ist das aber hochkomplex und sprengt hier den Rahmen . Als Anfänger sollte man sich jedenfalls nicht von einer "idealen" Geometrie in die Irre führen lassen,dafür ist der Mensch nunmal nicht gebaut.


  • In konkreten mathematischen Winkeln zu denken ist deswegen so schwierig weil die Natur den menschlichen Arm nicht als Scharnier konstruiert hat.
    .......
    Als Anfänger sollte man sich jedenfalls nicht von einer "idealen" Geometrie in die Irre führen lassen


    Na ja, grundsätzlich hat sowohl die Schulter, als auch der Ellbogen einen definierten Drehpunkt.
    Natürlich, kann man sich, während des Wurfes, mit dem Körper oder dem Oberarm bewegen, wodurch der Drehpunkt wandert.

    Laut diversen Postings, soll sich der Oberarm, nicht bewegen >> fixer Drehpunkt >> Kreisförmige Bewegung der Hand.

    Ok, somit stellt sich die Frage: Eher ergonomisch, angenehm und "schlampiger" Technik werfen oder gleich an einer guten Wurftechnik arbeiten?

  • Nun, die Scharniervorstellung geht schon deswegen in die Irre weil die Muskeln und Sehnen im Arm nicht dartoptimiert amgebracht sind. Zu deiner Frage: Mein Rat wäre sich erstmal an der Idealvorstellung zu orientieren und dann intensiv in den Arm " hineinzuhorchen". Im Zweifel nimm die Variante die sich einfach anfühlt, es geht in Wesentlichen um die Wiederholbarkeit der Bewegung.

  • Mich interessieren oft auch die theoretischen Hintergründe: Was meinst Du mit "dartoptimiert " angebracht?

    Gestern noch div. Videos angesehen: Wirklich ruhig bleibt der Oberarm auch bei den Pros nicht. Es ist eher eine Mischung aus Schub- und Kreisbewegung.

    Werde die Haltung/Bewegung also nicht erzwingen, sondern, wie es sich ergonomisch gut anfüllt, weiter werfen.
    Danke

  • Servus zusammen,

    ich habe mir die gleiche Frage auch schon öfter gestellt und damals beschlossen, dass es keine einzig richtige Antwort gibt. Für MICH habe ich eine gute Lösung gefunden und vielleicht dient sie ja als Inspiration für andere, die ihren Weg noch suchen:

    Mein Ellbogen bleibt im besten Fall für jedes Target auf der Scheibe auf der gleichen Höhe. Die grobe Anpassung erreiche ich mit

    a) Geradlinigkeit / Gekrümmtheit der Beschleunigungsphase
    b) Zeitpunkt des Loslassens
    c) Heben und Senken der Spitze

    Mit a) meine ich das hier: bei Targets weiter oben (z.B. Doppel-20) beschreibt meine Wurfbewegung eher eine Parabel. Ich ziele direkt frontal vom Gesicht weg, in dem Fall würde ich den Flight etwa auf meine Lippen setzen. Um das bequem zu schaffen, knicke ich ggf. mein Handgelenk noch etwas zu mir, wobei das auch die Gefahr birgt, dass man "overpaced" wirft, also der Dart nach oben abhaut und im Catchring einschlägt. Will ich ein Target weiter unten erwischen (z.B. 3x19), ist die Beschleunigung eher geradlinig, also die Flights ins Auge und dann direkt nach vorne beschleunigen.

    b) ist direkt mit a) verknüpft. Ist die Beschleunigung eher parabelförmig, muss ich kurz vor dem Zenit (höchster Punkt) loslassen um ihn nach oben zu beschleunigen. Will ich weiter unten treffen, lasse ich zusätzlich zur eher geradlinigen Bewegung den Dart auch später los. Es geht letztlich immer um Kraft-Vektoren und die besitzen mathematisch einen Betrag und eine Richtung. Man kann also bei gleichem Kraftaufwand über die Wurfrichtung entscheiden, wie viel von der Kraft in diese Richtung eingesetzt wird - der Rest "verpufft" im Arm.

    c) mit ist zusätzlich aufgefallen, dass ich bei Targets, die weiter unten sind, bewusst die Spitze etwas nach unten senke oder sogar mit dem Ringfinger (ich lege drei Finger oben auf den Dart beim Werfen) den Pfeil von oben begrenze, damit er auch wirklich nur gerade fliegt.

    Zusätzlich zu der groben Einstellung kann man auch leichtere Korrekturen durchführen, z.B. wenn man ein Stück über oder unter der 3x20 gelandet ist. Will ich ein Stück höher, fasse ich den Dart ein bisschen weiter in Richtung Spitze an (so etwa, wie Barney wirft). Oder ich gebe ihm eine leichte Drehung mit, dadurch fliegt er stabiler/schneller und landet weiter oben. Das mit der Geschwindigkeit geht bei mir eigentlich IMMER in die Hose. Bin ich ein Stück zu hoch und nehme dann nur einen Ticken Kraft raus, dann kann ich mir sicher sein, dass der Pfeil vor der Scheibe verhungert und nach unten abstürzt. Wenn man Glück hat, dann nur nen Zentimeter, aber ich hab auch schon statt der 3x20 das Bullseye getroffen. Da muss man schon gut argumentieren, damit die anderen glauben, das sei Absicht gewesen :D

  • Hallo,

    jetzt möchte ich auch mal meine Meinung hierzu abgegeben auch wenn das Thema schon 7 Jahre alt ist. Aber alle Dinge die meine Vorredner aufgeführt haben sind nicht relevant für die Wurfarmhöhe und das anvisieren. Wenn ihr das lest vergesst das bereits geschriebene. Das einzige was dafür sorgt dass der Dartpfeil in die richtige Richtung fliegt ist der Kopf. Kein Profi nimmt Anpassungen an seinem Wurf vor, stellt sich irgendwie anders (außer der Dart blockiert den Bereich) oder hebt den Arm höher oder niedriger oder kann die Wurfstärke kontrollieren. Alles Quatsch. Profis haben immer den gleichen Stand, einen gleichen Dartwurf Ablauf und dadurch meist auch präzise Würfe. Diese Dinge sind durch stundenlanges Training und vielleicht auch bei dem ein oder anderen durch Wurfanalysen so perfektioniert worden dass sie jetzt auf diesem Niveau spielen können. Sie treffen einfach häufiger den Bereich in ihrem Release der einen präzisen Treffer garantiert. Im Internet kann dies nachgelesen werden.

    Was man aber sieht ist, dass die Profis ihren fokussierten Blick auf das Ziel richten und sich dann der Kopf hebt oder senkt und somit die Sichtlinie entweder leicht erhöht, gerade oder leicht nach unten gerichtet ist. Also je nach Zielzahl. Dadurch liegt natürlich auch der Punkt des loslassens z.b. auf die 20 in der vertikale höher als der, der für die 3 benötigt wird. Da die Erdanziehung immer mit der gleichen Kraft an dem Dart zieht entsteht dadurch auch fast immer ein Parabelflug. Diesem kann man nur entgegen wirken wenn der Dart eine gewisse Geschwindigkeit erreicht und somit einen Auftrieb erhält. Verliert dieser Dart aber zunehmend diese Geschwindigkeit dann wird die Flugbahn auch zu einer Kurve nach unten weil der Widerstand der Luft dadurch stärkerwird. Bei Spielern mit einem geraden Wurf würde ich jetzt mal die Theorie aufstellen dass diese 1. Stärker werfen also dem Dart mehr Geschwindigkeit verleihen und einen späteren Releasepoint haben. Durch den kürzeren Weg den der Dart zurücklegen muss mit der höheren Geschwindigkeit wird natürlich die Dauer des Weges kürzer und die Flugbahn gerader.

    Also folgendes Fazit daraus. Wenn man das geschriebene mal als wahrscheinlichste Ursache für die Flugbahn und das anvisieren nimmt. Dann kann man nur durch folgende Dinge besser werden:

    Training:

    Bevor irgendwelche Doppel, Finishes oder Scoring Statistiken (z.B Avg) beachtet werden, sollte der erste Schritt sein, seinen Wurfabluf von Stellen ans Oche über Stand am Oche, die einzelnen Aspekte die einen Wurfablauf ausmachen usw. sich sauber an zu trainieren sein. Und wie wir alle wissen sind das nicht gerade wenige Punkte. Als Ziel würde ich hier das Bull+Bullseye empfehlen. Denn dieses Ziel ist wie wir wissen das zentralste. Also lasst euch nicht verunsichern sondern lasst das Ergebnis eures Übens für euch sprechen. Am Anfang wird man nichts treffen aber je mehr man wirft desto näher kommt man dem Ziel. Nehmt euch dafür sehr viel Zeit. Zu diesem Zeitpunkt muss man sich auch noch keine teuren oder irgendwie geformte Tungsten Darts zulegen. Geht am besten in einen Dartladen und probiert verschiedene Gewichte aus werft nicht nur ein paar Minuten sondern nehmt euch Zeit bis ihr ein Gewicht gefunden habt welches sich angenehm anfühlt. Vertraut eurer Intuition, beim Schuhe oder Hosen anprobieren oder beim Kaufen von Dingen merkt ihr doch auch das es passt oder nicht. Dieses Gefühl solltet ihr auch beim Kauf eurer Darts haben. Hoffe ihr wisst wie ich es meine. Noch ein Tipp zum Gewicht. Wenn ihr euch nicht sicher seid welches Gewicht ihr nehmen sollt, weil sich z.B. 23, 24 und 25 Gramm gleich gut anfühlen, nehmt das niedrigere. Es gibt zusatz Gewichte von 1 oder mehr Gramm die den Dart dann in die gewünschte Gewichtsklasse bringen aber nur einen Bruchteil von dem Kosten was ein neues Set kosten würde. Und dann wie geschrieben einfach werfen, werfen, werfen.

    Irgendwann habt ihr euren Ablauf so verinnerlicht und das passende Gewicht gefunden sodass ihr zum nächsten Punkt übergehen könnt.

    Beobachten lassen:

    Da gibt es eigentlich mehrere Möglichkeiten. Lasst eine Wurfanalyse durchführen. Heißt euer Wurf wird gefilmt und darüber gesprochen welche Auffälligkeiten bestehen. Oder aber geht zu einem Verein und trainiert dort mit und bittet darum euch mal während des Wurfes zu beobachten ob irgendwelche Besonderheiten bestehen die vielleicht Fehler verursachen könnten. Aber es geht hierbei nur um Auffälligkeiten. Darter haben gerne mal unmengen an Ratschläge und Verbesserungsvorschläge. Die nicht beachten. Der einzige der weiß ob eine Auffälligkeit euren Wurf negativ beeinflusst seid ihr selbst.

    Jetzt kommt die Endphase

    Spaß haben:

    Ihr habt euren kompletten Ablauf verinnerlicht. Die Darts fliegen häufig dahin wo sie sollen. Es fühlt sich einfach ungehindert an. Jetzt kann man anfangen auch mal was auszuprobieren. Aber immer daran denken, Änderungen brauchen mal mehr, mal weniger Zeit bis Sie ihre Wirkung zeigen und Veränderungen können positiv aber auch negativ sein. Auch hier ist eure Intuition ausschlaggebend ob ihr das ausprobierte beibehaltet oder nicht. Und lasst euch nicht von Averages runterziehen. Dart ist nicht nur Ziele treffen sondern auch viel Taktik z.B. durch Kenntnis der Checkout wege oder deren Vor- und Nachteile. Sowie viel Kopfsache.

    Entschuldigt bitte den langen Text. Aber jetzt solltet ihr einen guten Überblick haben was euch erwartet. Es wird höhen und tiefen in eurem Spiel geben. Aber vergesst nie den Spaß am Spiel und am meisten Spaß macht es wenn man diesen mit anderen teilt.

    Also good Darts.

  • Hab ich heute Nacht ne Zeitreise gemacht.....und wir sind wieder im Zeitalter des Einschleiftrainings aufgewacht...


    Selten so gelacht zum Frühstück

    "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen."
    (Antoine de Saint-Exupéry)

  • Zum Teil ein ganz ganz übler Beitrag. So haben es mir die Alteingesessenen im Dartverein auch versucht zu vermitteln. Dürfte aber mittlerweile dank dartblog in das Reich der Mythen verwiesen werden.

  • Mein Senf dazu,

    ich habe die letzten Wochen wahnsinnig viel daheim am Board trainiert und probiert...

    Jetzt läuft es wirklich erstaunlich gut.

    Die für MICH Entscheidende Verbesserung ist die Umstellung von der Drück- zur Wurfbewegung

    rein über den Unterarm, der Rest vom Körper bleibt möglichst ruhig.

    Also immer schön darauf achten dass der Ellenbogen nicht zu tief ist, sonst wird wieder

    gedrückt...

    Auch die Sache mit dem Dominanten Auge hab ich wieder verworfen, jetzt wird wieder

    ganz normal über BEIDE Augen gezielt ;)

    Es läuft wirklich erstaunlich gut 1.D

    Mach das Beste daraus, egal was kommt.

    Einmal editiert, zuletzt von Chipsy97 (13. Oktober 2024 um 23:54)

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