World Grand Prix 2025

  • Immer nur jammern, dass die Gegner der Deutschen so unglaublich stark spielten, greift meiner Meinung nach deutlich zu kurz.

    Wenn die beiden Deutschen ihr erstes Leg gewinnen (was durchaus möglich war, bei Springer eigentlich sogar ein Muss), bauen sie, vor allem bei dieser sehr kurzen Spiel-Distanz, direkt von Anfang an sehr viel Druck auf den Gegner auf. Mit mehr Druck spielen die Gegner dann vermutlich eben nicht dieses hohe Niveau.

    Da halte ich dagegen/ bzw ist mir das zu viel 'wenn'. Zumal Ratajski gestern auch Drucksituationen gemeistert hat siehe 259 Punkte in 5 Darts

  • Und für sich betrachtet stimmt es dann natürlich das beide hier trotz guter Leistung ausscheiden. Aber genauso stimmt es das wir einem ganz tiefen Major Run weiter hinterherlaufen...

    Woher kommt denn diese Erwartung ? Martin , Ricardo , Niko , Gaga wären doch die Glücklichsten wenns klappt , die Versuchen es doch. Es gibt bei jedem Turnier mindestens 30 andere die auch Dart spielen können. und mindestens 60 die sich gar nicht Qualifizieren konnten.

  • Immer nur jammern, dass die Gegner der Deutschen so unglaublich stark spielten, greift meiner Meinung nach deutlich zu kurz.

    Wenn die beiden Deutschen ihr erstes Leg gewinnen (was durchaus möglich war, bei Springer eigentlich sogar ein Muss), bauen sie, vor allem bei dieser sehr kurzen Spiel-Distanz, direkt von Anfang an sehr viel Druck auf den Gegner auf. Mit mehr Druck spielen die Gegner dann vermutlich eben nicht dieses hohe Niveau.

    Aber auch das ist natürlich spekulativ. Keine Frage, Springer muss sich das erste Leg holen, aber ob sich ein Vollprofi in Topform wie Bunting davon unter Druck setzen lässt, wenn sein Gegner das allererste Leg eines Matches gewinnt? Glaube ich nicht. Entscheidend gegen so Leute wie Bunting ist es, über die gesamte Dauer des Matches Momente im Scoring und im Checkout zu nutzen und sie dadurch nicht ins Rollen kommen zu lassen. Und da hatte Springer gestern auch unabhängig vom ersten Leg diverse (Mini-)Chancen ausgelassen - und ich rede wie gesagt nicht nur von Versuchen auf die Doppel. Trotzdem hat er natürlich gut gespielt und er wird seinen Weg weiterhin gehen. Wie auch Schindler.

  • ... Keine Frage, Springer muss sich das erste Leg holen, aber ob sich ein Vollprofi in Topform wie Bunting davon unter Druck setzen lässt, wenn sein Gegner das allererste Leg eines Matches gewinnt? Glaube ich nicht. ...

    Da muss ich widersprechen.

    Selbstverständlich macht es für Bunting einen gewaltigen Unterschied, ob er

    a) das erste Leg unverhofft geschenkt bekommt, dabei sieht dass der Gegner schwächelt und nun selbst das zweite Leg zum für den Satz vorentscheidenden 2:0 anwerfen darf, oder ob er

    b) das erste Leg verliert, dabei sieht dass der Gegner sicher checkt und deshalb nun unbedingt das zweite Leg durchbringen muss um im Satz nicht sehr stark ins Hintertreffen zu geraten,

  • Da muss ich widersprechen.

    Selbstverständlich macht es für Bunting einen gewaltigen Unterschied, ob er

    a) das erste Leg unverhofft geschenkt bekommt, dabei sieht dass der Gegner schwächelt und nun selbst das zweite Leg zum für den Satz vorentscheidenden 2:0 anwerfen darf, oder ob er

    b) das erste Leg verliert, dabei sieht dass der Gegner sicher checkt und deshalb nun unbedingt das zweite Leg durchbringen muss um im Satz nicht sehr stark ins Hintertreffen zu geraten,

    Das sehe ich in dem Fall auch so. Und dazu kommt das, was sich mutmaßlich in Springers Kopf abspielt. Der Gedanke, dass er im ersten Leg Probleme auf Doppel hatte und sich in einem Turnier befindet, in dem die Doppel nicht unerheblich sind, wird schon in irgendeiner Art in seinem Kopf gewesen sein. Ganz ausschalten lässt sich sowas nicht. Er hat mit diesem ersten Leg also Bunting gestärkt und sich geschwächt.

    Aber ich denke, sowas kann in einem ersten Major, in dem er so sehr im Rampenlicht steht, passieren. Er wird es als Erfahrung abspeichern und stärker aus dem Turnier herausgehen.

  • Da muss ich widersprechen.

    Selbstverständlich macht es für Bunting einen gewaltigen Unterschied, ob er

    a) das erste Leg unverhofft geschenkt bekommt, dabei sieht dass der Gegner schwächelt und nun selbst das zweite Leg zum für den Satz vorentscheidenden 2:0 anwerfen darf, oder ob er

    b) das erste Leg verliert, dabei sieht dass der Gegner sicher checkt und deshalb nun unbedingt das zweite Leg durchbringen muss um im Satz nicht sehr stark ins Hintertreffen zu geraten,

    Dass was du schilderst impliziert ja dass Bunting dann Druck verspürt hätte...

    Was ich mich frage: Wie kommt ihr darauf, dass er den so nicht hatte oder weniger verspürt?! Bei der kurzen Distanz hast du Dauerdruck. Sieht man doch auch gut an der Reaktion von Bunting am Ende

  • Klar wirft keiner extra vorbei, aber im Darts geht es nun mal um eine gute Balance von Average, Scoring, Checken und Timing.

    Und Springer war beim Checken und im Timing nicht gut

    Hier wird von vielen aber immer nur der reine Average Wert für eine Beurteilung herangezogen, ob jemand gut oder schlecht war.

    Und das ist einfach zu schlicht gedacht, weil es die anderen Sachen einfach außen vor lässt.

    Für mich - und das darf gerne jeder anders sehen - ist es der größte Quatsch, immer auf einen reinen Average rumzureiten und diesen als Maßstab für eine gezeigte Leistung zu nehmen.

    Hier wird eine Average höher bewertet, als die entscheidenden Momente, die oftmals über Sieg und Niederlage entscheiden.

    Und daher kann man m. E. nicht sagen, dass beide für sich gesehen, eine gute Leistung gezeigt hätten. Sie haben einen verhältnismäßig guten Average gezeigt, aber in Sachen Timing, checken waren sie nicht gut.

    Schindler hatte einen recht guten Average, aber trotzdem zu viel Streudarts in den Fünferbereich.

    Wenn ein Spieler wie Schindler bei den Major Turnieren eigentlich regelmäßig früh ausscheidet, hat das primär mit ihm zu tun. Es ist Quatsch und nur das Suchen nach Ausreden, dass er ständig in übermäßig stark spielende Gegner läuft, oder ihm Spielglück fehlte etc.

    Das liest man hier fast nach jeder Niederlage eines deutschen Spielers bei den diversen Turnieren.

    Letzte Woche schrieb sogar jemand (was auch sein gutes Recht ist),.dass er sogar Gotthardt oftmals gar nicht so schlecht sieht und diesem häufig das Spielglück fehlen würde.

    Das Jahr ist fast um und Gotthardt hat noch nicht mal eine zweistellige Zahl an Siegen. Bei jedem Turnier hofft wahrscheinlich jeder Spieler, gegen Gotthardt gelost zu werden, weil das dieses Jahr leider mehr oder weniger einem Freilos gleichkommt.

    Aber stimmt: Tasmania Berlin war eigentlich auch gar nicht so schlecht und häufig fehlte nur Spielglück.

    Auch ein völliger Nonsens ist immer der Verweis darauf, dass es nicht wundern würde, wenn ein siegreicher Gegner von gestern wie Ratajski im nächsten Spiel nur einen Average von 75 spielen würde.

    Schindler könnte in seinem nächsten Spiel auch nur einen Average um die 80 spielen und vielleicht trotzdem damit gewinnen, auch wenn der Gegner einen höheren Avg. spielen würde.

    Aus meiner Sicht haben gestern beide einen guten Average gespielt, aber auch jeweils nicht ihr A Game gezeigt, welches aber gerade bei einem Major nötig ist, um Spiele gewinnen zu können. Und wenn man nicht das A Game abrufen kann, dann muss im B Game das Timing stimmen, was gestern auch bei beiden nicht der Fall war Vor allem bei Springer nicht

    Es waren ja nicht nur die zig ausgelassenen Legdarts zum 1-0 im 1. Satz.

    Es waren auch die ausgelassenen Leg-Darts bei eigenem Anwurf zum 2-0 im 2. Satz, nachdem er Bunting vorher gebreakt hatte, dann aber mit 3 Darts nicht 46 checken konnte, um das Break zu bestätigen

    Das 2-0 im 2. Satz wäre eine Vorentscheidung gewesen, um den 3. Satz zu erreichen, wo er den Vorteil des eigenen Anwurfs gehabt hätte.

    Und diese riesigen ausgelassenen Chancen hatten also nichts mit einem starken Bunting zu tun, sondern nur mit Springer selbst.

  • Was ist denn mit den anderen Spielern von gestern? Die müssen ja dann in deinen Augen unfassbar schlecht gewesen sein, weil im Wesentlichen die Schwächen der jeweiligen Gegner zu den Siegen führten und bei so gut wie niemandem eigene Momente oder Stärke beim Check-In, Scoring und Check-Out in Summe gut waren. Beim Darts stehen halt immer 2 am Oche, und manchmal ist der andere halt wirklich stark. Nach deiner Argumentation muss man übertrieben ausgedrückt dann halt im Zweifel immer nen 9er werfen, dann gewinnt man das Spiel auch. Ok, wenn man das Ausbullen verliert reichen die 7 9er nicht, weil der Gegner dann vielleicht 8 9er wirft, aber dann hat man halt den Fehler bereits vor dem eigentlichen Spiel gemacht.

  • (...)

    Und diese riesigen ausgelassenen Chancen hatten also nichts mit einem starken Bunting zu tun, sondern nur mit Springer selbst.

    Das stimmt - zum Teil. Denn hätte Bunting nicht im Übrigen so stark gespielt und seine eigenen Chancen incl. meherer HF genutzt, hätte sich die Anzahl der Chancen für Niko weiter erhöht.

    Deswegen ist der Befund, dass Niko (und auch Martin) in erster Linie selbst für ihr Ergebnis verantwortlich sind, nicht falsch. Und trotzdem darf man sich doch wünschen, ihre Gegner hätten gestern so gespielt wie Dobey, Nijman oder Cross.

    Oder um die beliebten Fußballvergleiche aufzugreifen: Wenn der Gegner einen Elfmeter erhält, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er reingeht, groß, und doch hoffe ich, dass er an den Pfosten geht.

    Premier League ist doof!

  • Was ist denn mit den anderen Spielern von gestern? Die müssen ja dann in deinen Augen unfassbar schlecht gewesen sein, weil im Wesentlichen die Schwächen der jeweiligen Gegner zu den Siegen führten und bei so gut wie niemandem eigene Momente oder Stärke beim Check-In, Scoring und Check-Out in Summe gut waren. Beim Darts stehen halt immer 2 am Oche, und manchmal ist der andere halt wirklich stark. Nach deiner Argumentation muss man übertrieben ausgedrückt dann halt im Zweifel immer nen 9er werfen, dann gewinnt man das Spiel auch. Ok, wenn man das Ausbullen verliert reichen die 7 9er nicht, weil der Gegner dann vielleicht 8 9er wirft, aber dann hat man halt den Fehler bereits vor dem eigentlichen Spiel gemacht.

    Ich finde es immer wenig hilfreich auf andere Spiele zu gucken und zu sagen "gegen den hätte Schindler so auf jeden Fall gewonnen", weil Darts halt mehr ist als nur das nebeneinander Stellen von Averages. Nicht wenige Spieler sind abhängig vom Rhythmus des Gegners und reagieren auch auf das was der Gegner macht (Auf bull gehen <--> stellen z.B.).

    Und Averages kommen halt auch immer auf eine bestimmte Art und Weise zu Stande. Schindler hatte bei allen vier Versuchen auf den Check out in einem Leg, jeweils nur seinen letzten Dart. Da wo er gewinnt, wäre er auf jeden Fall noch mal dran gekommen, aber ansonsten war Ratajski einfach danach da. Aber solche Legs pushen natürlich den Avg etwas nach oben.

    Nichtsdestotrotz war es schon eine ordentliche Leistung von Schindler, aber die Erwartungshaltung wird halt einfach nicht erfüllt aktuell. Denn die ist mittlerweile halt einfach höher als die reine Quali für solche Major (und das sollte sie auch sein als Top 16 Spieler).

  • Eigentlich ist der Sachverhalt recht eindeutig und überhaupt nicht prekär. Sowohl Martin als auch Niko sind gestern in sehr starke Gegner gelaufen. Sie haben beide nicht ihr A-Game zeigen können und hatten v.a. im Timing und Check-Out Defizite. Double-In hat hingegen sehr gut funktioniert. Unterm Strich bleiben ordentliche bis gute Leistungen, die an dem Abend gegen diese Gegner leider nicht gereicht haben. Das wird für Martin besonders ärgerlich sein, weil er mit Sicherheit den klaren Anspruch hatte, Ratajski zu schlagen. Aber letztlich kommt hier die Elite des Sports zusammen und praktisch jeder im Feld kann ein absolutes Topspiel rausfeuern - erst recht über diese kurze Distanz. Und genau das hat Ratajski gestern gezeigt und somit verdient gewonnen.

    Ich würde da keine große Geschichte draus machen und mich mit irgendwelchen Majorkomplexen beschäftigen. Die Auftritte von Martin bei den Majors in diesem Jahr waren in meinen Augen mehr als in Ordnung. Bei jemandem wie Menzies habe ich es zum Beispiel anders gesehen: da konnte man sehr klar beobachten, wie schwierig es ihm auf der großen Bühne fällt und wie sehr ihn das belastet. Aber auch er hat gestern sein Erfolgserlebnis sammeln können und offensichtlich gar ein anderes Gesicht gezeigt. Und wenn Martin bei sich bleibt und jedes Majorturnier einzeln & fokussiert angeht, dann werden die Erfolge kommen - denn dazu ist sein Level hoch genug.

    Meine 3 Lieblingsspieler: Flo Hempel, Gary Anderson, Niko Springer 1.D2.D3.D

    Erweiterter Kreis: Schindi, Domi, Barney, Humphries, Noppert, Gezzy, Hopp

  • "Für mich - und das darf gerne jeder anders sehen - ist es der größte Quatsch, immer auf einen reinen Average rumzureiten und diesen als Maßstab für eine gezeigte Leistung zu nehmen."

    Ne, und deshalb reitest du seit Jahr und Tag auf einzelnen Fehldarts rum... Das ist sinnvoller?

  • Ich hoffe nicht. Gibt doch nix Schöneres, als exzessiv über Darts zu fachsimpeln und sei es noch so repetitiv.

    Wenn die Fachsimpelei allerdings so oder so immer auf den selben Punkt kommt, nämlich das Ratajski und Bunting echt stark gespielt haben, aber Schindler und Springer den und den Dart hätten reinmachen müssen oder ihr Spiel besser timen können, reicht es auch langsam.

    Lidarts: schäimel2010

    113 180er

    1.DPikachu 2.DJoyce 3.DBaetens + alle Deutschen

    Einmal editiert, zuletzt von thebull2010 (7. Oktober 2025 um 17:52) aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Wenn die Fachsimpelei allerdings so oder so immer auf den selben Punkt kommt, nämlich das Ratajski umd Bunting echt stark gespielt haben, aber Schindler und Springer den und den Dart hätten reinmachen müssen oder ihr Spiel besser timen können, reicht es auch langsam.

    Tut es ja nicht. Ich lese hier durchaus unterschiedliche Perspektiven heraus.

  • Da fehlen einem einfach nur die Worte. ^^

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