Ich bin da schon irgendwie bei manicha. Es gibt ja durchaus die Möglichkeit, bestimmte Gruppen direkt in die Final Stage der Q-School zu schleußen, bzw. sie von der Pflicht zur Qualifikation in der Vorrunde zu befreien. Solche Freistellungen gibt es auch in anderen Sportarten, die über Verbände organisiert sind. Es gibt ja auch Startplätze für die besten aus der Development Tour und aus der Challenge Tour. Wieso nicht auch von der Women Series? Es geht darum, bestimmten Gruppen einen kleinen Schub zu geben, weil man die Tour damit interessanter macht, z.B. indem mehr Nachwuchstalente mitspielen. Warum nicht auch Frauentalente? Man schenkt ja niemandem eine Tourcard, sondern erleichtert ihnen den Kampf um diese. Wenn sie in der Q-School dann performen und sich die Card erarbeiten, bin ich damit ok.
Falls mein ursprünglicher "da gibt's größere Baustellen"-Kommentar so angekommen sein sollte, ich hätte grundsätzlich nichts gegen Direkteinladungen für die Final Stage von der Women's Series; 4 würden bei den insgesamt 256 Plätzen kaum ins Gewicht fallen. Das Problem ist eher, was kommt dabei auf Dauer raus?
Sagen wir mal, Ashton/Greaves/Sherrock (Reihenfolge alphabetisch, keine Qualitätseinschätzung impliziert) holen sich alle in diesem Jahr die Tourcard. Die würden dann natürlich auch nächstes Jahr bei der WS mitspielen und höchstwahrscheinlich auch wieder mit großem Vorsprung die ersten drei Plätze belegen. Dann ginge ausschließlich die Nr. 4 in die 2024er QS Final Stage und das wäre dann wohl tatsächlich lediglich eine Spielerin ohne wirkliche Chancen. Bringt das dem Damendarts was, wenn diese Spielerin dann da aus den vier Tagen vielleicht mit null Siegen und einer Legbilanz von 5-20 rausgeht? Und wenn man (entgegen den aktuellen Regeln) statt den Plätzen 1-4 die Plätze 4-7 einladen würde, wäre es auch kaum besser. Diese Problematik gibt es bei der CT und DT nun mal nicht, da sind immer Spieler mit der Qualität zum Tourcardgewinn unter den Direkteinladungen.
Insofern halte ich die Einladungen zur First Stage - die, nicht zu vergessen, den 8 Damen jeweils £400 sparen - tatsächlich für den Moment für zielführender. A/G/S sollten hoffentlich keine Probleme haben, da durchzukommen, und für die weiteren fünf Spielerinnen ist die First Stage einfach die passendere Umgebung. Eine wirklich gute Lösung gibt es da aktuell nicht, abgesehen vielleicht von reinen Final-Stage-Wildcards für A/G/S aufgrund ihrer gezeigten Leistungen (womit ich persönlich auch kein Problem hätte, aber mit Sicherheit viele andere Fans).
Edit: Vielleicht könnte man ja eine Regelung für die Zukunft festlegen, die ungefähr so lautet: "Es werden die Top 8 der Women's Series zur Q School eingeladen, wobei alle Spielerinnen, die mindestens 3 der 24 Turniere gewinnen konnten, direkt in die Final Stage gesetzt werden." Damit könnte man dem Klassenunterschied zwischen dem Spitzentrio und dem Rest des Feldes Rechnung tragen.
(Nein, ich habe nicht die 3 gewählt, weil Sherrock zufällig in der abgelaufenen Saison drei Turniere gewonnen hat, sondern weil ich das für ein Ergebnis halte, was auf jeden Fall nicht nur durch gute Auslosungen und Spielglück erreichbar ist. Wenn die Top 3 weiterhin so dominieren wie letztes Jahr, sind natürlich auch schon zwei Siege für alle anderen Damen verdammt schwer, aber so extrem muss es ja nicht bleiben.)