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Trainingstagebuch - Der Kampf gegen die seitliche Streuung

  • Hallo zusammen, in letzter Zeit treibe ich mich ja immer mehr im dartn-Forum rum und gebe meinen Senf zu Fragen rund ums Thema Training. Mein Ansatz ist dabei im Wesentlichen: Leute, hört auf Oliver von dartblog bzw. Harald von Bewegungsanalyse Darts. Nur halte ich mich in meinem eigenen Training nicht so ganz an das, was ich selbst predige.
    Deswegen nun also dieses öffentliche Trainingstagebuch. In der Hoffnung, dass ich dadurch den letzten Extraschub Motivation und vor allem Disziplin bekomme, der mir noch fehlt.


    Regel Nr 1 für ein richtiges Training. Man braucht ein klares Ziel. Bei mir ist das die Reduzierung der seitlichen Streuung beim Scoring, vor allem in die 5.

    Um zu überprüfen, ob sich eine Verbesserung einstellt, schaue ich auf zwei Dinge.

    1 - Trefferbild


    Ich werfe in jeder dritten Trainingseinheit 30 Darts auf ein Stück Papier mit vertikalen Linien, die das Blatt in sechs Bereiche teilen, wobei die inneren beiden Bereiche zusammen 3 cm breit sind (also ein bisschen kleiner als ein Triple-Feld). Da sollen die Darts wenn möglich rein.


    Links seht ihr mein Start-Trefferbild und das passt auch zu meinem Gefühl. 57% der Darts passen ziemlich gut, wobei eine deutliche Tendenz nach links zu erkennen ist, was für einen Rechtshänder aber auch ziemlich normal ist.



    Die Ergebnisse pflege ich in folgender Tabelle:


    DatumL außerhalbL2L1LRR1R2R außerhalb
    27.03.20210%13%17%40%17%13%0%0%
    05.04.20210%3%17%37%23%17%3%0%
    15.04.20210%13%3%37%23%13%10%0%
    25.04.20210%10%13%20%37%20%0%0%


    2 - Scores


    Natürlich möchte ich auch messen, wie sich die Streuung im Spiel verändert. Dafür spiele ich am Ende jedes Trainings ein paar Matches Bo5 gegen den CPU Level 5 in der MyDartTrainings-App und schaue mir Monat für Monat die Scores im Scoring-Bereich, also bis zu einem Rest von 200, an. (Zuerst wollte ich einfach die Top10 Scores anschauen, aber das funktioniert nicht so richtig, da die eben nicht immer die gleichen 10 Scores sind).
    Also betrachte ich drei Gruppen:

    • 140 - 100 - 60 - 59 - 58 (3 Darts in 20 bzw. 19)
    • 95 - 85 - 55 - 45 - 44 (2 Darts in 20 bzw, 19 und einer in der 5)
    • 83 - 81 - 43 - 41 - 40 (2 Darts in 20 bzw, 19 und einer in der 1)

    Im Laufe des Trainings sollte der Anteil der ersten Gruppe steigen und die anderen beiden sich auf niedrigerem aber gleichverteilten Niveau einpendeln.


    Monat140 - 100 - 60 - 59 - 5895 - 85 - 55 - 45 - 4483 - 81 - 43 - 41 - 40Avg. bis Restscore 170
    März 2021
    38.9%38.3%22.8%64.05
    April 2021
    36.8%36.2%27.0%63.10
  • So, das Ziel steht. Nun braucht es einen Plan wie wir von A nach B kommen. Das ist der Weg, den ich nun dreimal pro Woche so durchziehen möchte:



    Das Aufwärmen entspricht so ziemlich den Empfehlungen von dartblog. Ein bisschen die Muskeln und Gelenke aufwärmen und dann im wesentlichen locker auf ein abgedecktes Board ohne großes Ziel werfen. Einfach den Arm gut durchschwingen und gerne auch mal mit der falschen Hand, damit das Gehirn schön wach ist.

    Der Technik-Teil ist ganz klar von Harald. Die Korridorübung gibt's hier. Die Übungen mit einem gespannten Gummi sehen so aus:



    Warum mache ich das so? Der Korridor gibt mir ein externes Feedback und der gespannte Gummi ein vertikales Ziel, an dem ich mich orientieren kann. Dabei ist die Variante durch das 20er-Segment eine Steigerung in der Schwierigkeit, da deutlich mehr Ablenkung für den Fokus auf dem normalen Board besteht.


    Die Koordinationseinheiten, die ich einschiebe würden dartblog sicher gefallen und sind für den Anfang mal die erste und zweite Hälfte des SkyGym Brain Trainings. Das soll das Training auflockern und dabei an den Grundlagen der Hand-Auge-Koordination feilen.

    Wenn der Technik-Teil geschafft ist, spiele ich eines meiner Lieblingsübungsspiele zur Belohnung und am Ende wird noch ein bisschen gezockt :dart:

  • Für die Übung ganz oben (bzw. so ähnlich) hatte ich mal ne Segment-Schablone gebastelt.


    Ansonsten mache ich auch Übungen mit einem Pfeil. Also mein Lieblingsübungsspiel ist ja bekanntlich Around the Clock auf die Doppel aber auch bei allen anderen Spielen, wo es darum geht, in einem bestimmten Moment oder einer bestimmten Reihenfolge ein bestimmtes Feld zu treffen, spiele ich das mit nur einem Pfeil. Also einen Pfeil werfen und wieder holen, einen Pfeil werfen und wieder holen. So versuche ich zu trainieren, dass gleich der Erste sitzt.

  • Die Koordinationseinheiten, die ich einschiebe würden dartblog sicher gefallen und sind für den Anfang mal die erste und zweite Hälfte des SkyGym Brain Trainings. Das soll das Training auflockern und dabei an den Grundlagen der Hand-Auge-Koordination feilen.

    Wenn der Technik-Teil geschafft ist, spiele ich eines meiner Lieblingsübungsspiele zur Belohnung und am Ende wird noch ein bisschen gezockt :dart:

    :PJa, die Übungen sind ein Bestandteil meiner Livetrainings. Vor allem ist es interessant zu sehen, wie schnell die Teilnehmer sich entwickelt haben. Wo der eine beim Elefantenrüssel, sich vor Tagen fast noch das Auge ausgepickt hätte, geht das jetzt recht flott.


    Ich hoffe du bleibst am Ball. Werde dann hier öfter hereinschauen.

  • Genial hier zu sehen, wie es immer mehr gibt, die den Input von Harald, Dartblog und anderen ernst nehmen und sich weiter auf die Suche nach TRAINING machen!


    Bin gespannt!


    Und DANKE für den link zum SkyGym Brain Training....

    "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen."
    (Antoine de Saint-Exupéry)

  • So, heute stand die erste Einheit auf dem Programm und zusammengefasst kann man sagen:



    Naja, das Aufwärmen war gefühlt ein wenig zu kurz. Ich hätte wohl noch ein paar Minuten dran hängen sollen, um den anstrengenden Arbeitstag hinter mir zu lassen und den Kopf frei zu kriegen. Ab jetzt geh ich also beim Warmwerfen eher nach dem Gefühl, als genau nach der Uhr. Lieber zu viel als zu wenig.

    Mit der Korridorübung fremdel ich auch noch ein bisschen. Ich habe kein einziges Mal die Stangen des Korridors berührt. Da war der Korridor wohl noch zu breit. Der Harald hat mir aber netterweise eh noch ein wenig Feedback zum Trainingsplan geschrieben und ein paar weitere Übungen mit dem Dart-Technik-Tool empfohlen. Die schau ich mir in den nächsten Tagen mal an, aber die Korridorübung bekommt natürlich noch eine zweite und sicher auch dritte Chance.

    Nach dem Technik-Part (inkl. der Koordinationsübungen) war ich mental auch schon ziemlich platt. Trotzdem hab ich die Einheit genau wie geplant durchgezogen und im letzten Bo5-Match hat dann eine schöne 133 (T20-T19-D8) den Abend gerettet.

    Insgesamt hat das Training 105 Minuten gedauert und war wirklich anstrengend, aber auch sehr abwechslungsreich. Demnächst gibt's mehr davon.

  • Gestern gab es Runde zwei und es lief deutlich entspannter als am Dienstag. Ich bin aber auch mit einem anderen Gefühl ins Training gestartet: Der Arbeitstag endetete mit einem schönen Erfolgserlebnis und die kommenden Feiertage bieten einen schönen Ausblick auf eine entspannte Zeit.


    Wie vorgenommen habe ich die Aufwärmphase ein bisschen ausgedehnt und den Korridor der ersten Technikübung ein wenig schmaler gewählt. Zusätzlich habe ich für die Korridorübung eine Schablone am Board angebracht, die mir nur das 20er Segment frei lässt, damit ich ein klares Ziel habe auf das ich mich fokussieren kann. Diesmal hatte die Korridorübung auch definitiv Einfluss auf meinen Wurf und ich bin auch mal an die seitlichen Begrenzungen gestoßen. Wobei ich gar nicht so genau beschreiben kann, wie mein Wurf sich während der Übung geändert hat.
    Das ist auch das interessante an der seitlichen Abweichung. Sie hat ihre Ursache in einem Teil des Wurfes, der viel zu schnell ist, als dass ich ihn während des Wurfes wahrnehmen könnte. Ich sehe das Ergebnis, aber die Ursache ist eher ein Gefühl. Deswegen brauche ich ja auch unbedingt das externe Feedback und vertraue darauf, dass sich mein Wurf durch die erfahrenen Misserfolge langsam in die richtige Richtung bewegt.

  • So, die erste Woche mit dem neuen Trainingsplan ist geschafft und nach der dritten Trainingseinheit, habe ich wieder das Blatt zur Messung der seitlichen Abweichung durchlöchert. Diesmal ist das Trefferbild nicht mehr ganz so weit links wie beim ersten Mal, aber ob sich das in den nächsten Wochen bestätigt bleibt noch abzuwarten. Gerade deswegen messe ich relativ häufig, um am Ende auch sicher zu sein, dass sich wirklich etwas getan hat und ich nicht nur nen guten Tag erwischt habe.

    Eine kleine Neuerung gab es heute: Die Technik-Übung Nr. 2 lief direkt so gut, dass ich die Schwierigkeit ein bisschen erhöht habe, in dem ich ein Crossboule-Säckchen auf dem Kopf liegen hatte, das beim Wurf nicht runterfallen durfte.

  • Eine kleine Neuerung gab es heute: Die Technik-Übung Nr. 2 lief direkt so gut, dass ich die Schwierigkeit ein bisschen erhöht habe, in dem ich ein Crossboule-Säckchen auf dem Kopf liegen hatte, das beim Wurf nicht runterfallen durfte.

    Mich bringt das aus dem Rhythmus. Also ich benutze meine Jonglierbälle, wo ich einen davon auf der Schulter positioniere. Der fällt natürlich beim Pfeile holen runter, aber nach dem Wurf runter nehmen und vor jeder Aufnahme neu drauflegen unterbricht ja den natürlichen Ablauf. Manchmal werfe ich dann und klemme den Ball zum Pfeile holen zwischen Kopf und Schulter ein, aber das Wahre ist es auch nicht. Eine brauchbare Lösung habe ich da noch nicht gefunden.

  • Mich bringt das aus dem Rhythmus. Also ich benutze meine Jonglierbälle, wo ich einen davon auf der Schulter positioniere. Der fällt natürlich beim Pfeile holen runter, aber nach dem Wurf runter nehmen und vor jeder Aufnahme neu drauflegen unterbricht ja den natürlichen Ablauf. Manchmal werfe ich dann und klemme den Ball zum Pfeile holen zwischen Kopf und Schulter ein, aber das Wahre ist es auch nicht. Eine brauchbare Lösung habe ich da noch nicht gefunden.

    weiß nicht ob das was ist, aber evtl. kannst du den Ball von der Decke hängen. Minimal unter Schulterhöhe, sodass du ihn mit der Schulter wieder aufnehmen kannst. Kann auch total dämlich sein, aber nur Versuch mach kluch....

  • Mich bringt das aus dem Rhythmus.

    Das ist zwar nicht der Effekt, den ich ich damit erzeugen möchte, aber geht zumindest in die richtige Richtung. Es geht ja gerade darum eine Übung (Dart möglichst nah am gespannten Gummi), die mich in diesem Moment nicht genug fordert, um eine zweite Aufgabe (ich muss den Kopf so stillhalten, dass das Säckchen nicht herunterfällt) zu erweitern.
    Dadurch wird die Aufgabe schwieriger und das soll sie ja auch.

    Vielleicht schadet es nicht den grundsätzlichen Gedanken hinter meinem Techniktraining nochmal aufzuschreiben:

    Was möchte ich? - Eine 100% Quote auf das 20er Segment ;-)
    Woran hapert es? - An der seitlichen Abweichung, ganz klar mit einem Trend in die 5.

    Um die seitliche Abweichung zu verbessern, nutze ich Hilfsmittel, die mir das Training erleichtern und solche, die mir das Training erschweren.

    Wenn ich das Board abdecke, nehme ich mir den Druck irgendetwas treffen zu müssen. Wenn ich dann noch einen roten Gummi über das abgedeckte Board spanne, habe ich wieder ein Ziel, auf das ich mich gut fokussieren kann und dass durch die vertikale Vorgabe die Geradlinigkeit beim Werfen unterstützt.
    Diese beiden Hilfsmittel unterstützen mich also beim Werfen.

    Wenn ich dann an dem Punkt bin, dass meine Darts immer wieder sehr nahe an dem gespannten Gummi landen, dann habe ich diese Stufe des Trainings quasi gemeistert und es ist Zeit die Schwierigkeit zu erhöhen. Das kann ich nun durch zusätzlich Aufgaben machen, wie das Säckchen auf dem Kopf zu balancieren. Oder mir mit einem Metronom den Wurfrhythmus vorzugeben, oder mich auf eine wacklige Unterlage zu stellen, oder sogar Helene Fischer zu hören.

    Am Ende des Tages werde ich im Training immer wieder ganz gewaltig meinen natürlichen Rhythmus und Ablauf stören. Denn wenn es dann bei einem Turnier darauf ankommt, wird eine Komponente hinzukommen, die ich im Training so nicht habe, aber die auch ganz gewaltig meinen Wurf stören kann: Der mentale Druck.

    Mit diesem Trainingsansatz versuche ich also nicht nur grundsätzlich meine Technik in die gewünschte Bahnen zu lenken, sondern sie auch möglichst krisenfest zu machen.

  • Ich nutze auch sehr oft die senkrechte Schnur, um mich auf das 20er Segment zu fokussieren. Wenn ich merke, das die Streuung mal wieder zu groß wird, hänge ich die Schnur auf und werfe 10 - 20 Aufnahmen. Danach geht es wieder besser. Den automatisierten Wurf habe ich dadurch schon ganz gut drauf, allerdings gehen die Doppel nicht mehr so gut. Hatte gestern mal wieder ein Spiel BO 8 Legs und dabei 10 x 100 und 2 x 140 aber 10% Doppelquote. Das nervt mich noch etwas.

    Ich habe mir anfangs ein Stativ ca. eine Armlänge vor die Abwurflinie gestellt und nach jedem Wurf meine Hand darauf aufgelegt. Somit stellt man sicher, das man beim Wurf die Hand auch durchzieht. Das Stativ kann man sich in der Höhe so ausrichten, das eine natürliche Abwurfhaltung beibehalten wird. Es ist echt erstaunlich, welche Ergebnisse man dadurch erzielen kann. Dies habe ich mir bei Harald (Dartwurfanalyse) abgeschaut. Er nutzt dafür so ein Holzständersystem, das er auch vermarktet. Man kann es aber auch improvisieren.

    Ander Stelle nochmal vielen Dank für das Trainingstagebuch. Ich habe den Link bereits an Spieler weiter gegeben. Da ich selber Trainer bin, bin ich immer offen für Trainingsmöglichkeiten außerhalb der üblichen Trainingsspiele.

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