• Ich war immer der Meinung, dass Darts ein Sport ist, bei dem Trainingsfleiß und Gefühl wichtiger sind, als das Geschlecht und es keinen nennenswerten Vorteil für Männer gibt.

    Allerdings bin ich auch so weit davon entfernt, ein Biologe, Sportwissenschaftler oder überhaupt Akademiker zu sein, dass ich mir nicht anmaße das in Frage zu stellen, wenn die sagen, dass es eben doch so ist.

    Mit der Prämisse, dass ein Mann einen realen Wettbewerbsvorteil hat, ist es nur recht und billig die ausgewiesenen Frauen-Wettbewerbe auf echte Frauen im biologischen Sinn zu beschränken.

  • Mit der Prämisse, dass ein Mann einen realen Wettbewerbsvorteil hat, ist es nur recht und billig die ausgewiesenen Frauen-Wettbewerbe auf echte Frauen im biologischen Sinn zu beschränken.

    Das hat bisher für Darts mMn noch keiner nachgewiesen.

    "Nothing left to lose" j.j. and k.k.
    Good Darts :)

  • Wir haben die ganze Thematik versucht mit etwas Abstand auch nochmal zusammenzufassen:

    Neue DRA-Richtlinien: Van Leuven von Women’s Series ausgeschlossen

    Sehr objektiver und nüchterner Artikel,vielen Dank!

    Ich zitiere nochmal die im Artikel beispielhaft aufgeführten Punkte aus dem Bericht von Dr. Emma Hilton:


    "•Zu den Vorteilen der Männer zählen größere Körpergröße, längere Gliedmaßen, breitere Schultern, mehr Muskelmasse und steifere Sehnen. Diese Faktoren verbessern Reichweite, Stabilität und Wurfmechanik und wirken sich somit positiv auf Konstanz und Präzision aus.

    •Haltung und Wurf: Die Kombination aus größerem Skelett und vorteilhafter Biomechanik, die die Reichweite maximiert und eine effektivere Nutzung der Vorwärtsneigung ermöglicht, trägt zu einem Vorteil der Männer in Wurfmechanik und Genauigkeit bei.

    •Griffkraft und motorische Kontrolle: Größere Hand- und Armkraft verzögert die Ermüdung der Schlüsselmuskeln, die für den richtigen Zeitpunkt des Wurfs verantwortlich sind, und unterstützt so eine anhaltende Konstanz beim Scoring."


    Bei einer Sportart,in welcher Wurfgewicht und Reichweite entscheidend sind, würden die Argumente ja zutreffen. Bei einer Sportart wie Darts nicht. Die Belastung beim Darts ist physisch schlichtweg zu gering und dadurch unterschwellig.

    Natürlich stellen die sich wiederholenden Bewegungen, das ständige Stehen auf einem Bein, die einseitige Verdrehung eines Hüftgelenks/der Wirbelsäule etc. eine körperliche Belastung dar, welcher einer Anpassung erfordert. Das hat aber sehr wenig mit der Konstitution zu tun. Schaut euch doch mal die ganzen körperlichen Unterschiede der Profis auf der Pro Tour an. Von Klein bis Groß, Durchtrainiert, Schlank bis Dick: im Darts gibt es nicht DEN einen körperlichen Stereotyp, welcher sich durchsetzt und den Sport dominiert. Was die körperlichen Voraussetzungen angeht, ist Darts einer der am vielfältigsten Sportarten und in erster Linie ein Mentalsport.

    Um zurück zum Thema zu kommen: die Unterteilung in eine Frauenkategorie und eine offene Kategorie ist allein schon aus historischen Hintergründen (Ursprünge als männerdominierter Kneipensport, viel höherer Männeranteil...) absolut sinnvoll.

    Jetzt aber Transfrauen aus den Frauenkategorien auszuschließen, erschließt sich mir einfach überhaupt nicht und scheint auf den ersten Blick eine politische/wirtschaftliche Entscheidung zu sein.

  • Vorneweg: diese Entscheidung finde ich richtig.

    Grundsätzlich ergibt sich die Notwendigkeit für eine Unterscheidung nach Frauen und Männern ja nur, wenn eins der Geschlechter physisch/biologisch so im Nachteil ist, dass ein Wettbewerb untereinander keinen Sinn ergibt. Das ist bei allen athletischen Sportarten so. Beim Darts aber eigentlich nicht. Genausowenig beim Reiten, Snooker, Bowling etc. Hier nützt ein getrennter Wettbewerb nur dahingehend, die Popularität der Sportart beim quantitativ schwächeren Geschlecht zu steigern. Ich bin also völlig fein mit reinen Frauen Wettbewerben. Dann sollte aber für mich auch sichergestellt werden, dass nur die teilnehmen, die auch biologisch dafür Infrage kommen. Ein Mensch kann sich ja gerne fühlen, wie er oder sie es möchte. Biologisch bleibt aber XX Frau und XY Mann. Das ist die Regel. Für die Ausnahmen (z.B XXY) findet man dann Einzellösungen.

    Schwierig und ehrlich gesagt unangemessen finde ich diese Änderung allerdings in der laufenden Saison. Dann ändert es halt für nach der nächsten WM

    Es gibt Menschen, sie sehen aus, wie Männer. Bartwuchs, Penis, Hoden etc. Und sind genetisch XX, also 100% Frauen. Die dürfen bei dir dann in Frauen-Wettbewerben starten?

    So blöd es klingt, es ist gar nicht so einfach, eine allgemeingültige Definition für "Mann", bzw. für "Frau" zu finden. Ich finde auch den Weg, den die WDF geht, ganz gut: die WDF definiert, welcher Personenkreis bei den "Damen", bzw. bei den "Mädchen" antreten darf, und alle anderen treten eben im Berecih "Offen", bzw. "Offen Jugend" an. Das sollte auch in anderen Sportbereichen Schule machen.

    Da kann man dann immer noch darüber diskutieren, ob man die gesetzte Trennlinie zwischen den "Frauen" und "allen anderen" gut findet, oder nicht, aber es herrscht wenigstens Klarheit. Und die Männerwelt sollte es überleben, wenn es dann eben keine Wettbewerbe dediziert nur für "Männer" mehr gibt

    Ich gehe mit dir konform, am meisten stört mich der Zeitpunkt. Auch wenn es im Prinzip nur eine Person betrifft, eine solche Änderung sollte man nur zu einer neuen Saison einführen - und nach Möglichkeit auch, mit etwas Vorlauf. Also Allerspätestens im Oktober/November ankündigen, daß dies für alle Wettbewerbe gilt, die im neuen Jahr beginnen werden.

  • Ich bin vollkommen bei dir und danke.
    Würde zu den 3 Punkten, die du aus dem Artikel zitiert hast, mal noch ergänzen:

    Wenn dass alles in Kombination dazu führen soll, dass Männer im Darts konstant bessere Leistungen erbringen, als Frauen, dann möge mir mal einer erklären, warum Phil Taylor (16 maliger Weltmeister) und auch Luke Littler so außerordentlich gut spielen 8o.
    Die Antwort auf diese Frage sollte schon ausreichend sein, um solche Argumente zu entkräften.

    Lieblingsspieler: James Wade, Gary Anderson

  • Naja, Taylor und Littler sind Männer. Darum spielen sie besser, als Frauen.

    Man geht mit der Entscheidung wie so oft den weg des geringsten Widerstand. Angenommen van Leuven wäre sogar besser, als Littler, und würde das gesamte Darts dominieren - man würde es als Bestätigung sehen daß sie ja "eigentlich ein Mann" sei, und im Frauendarts nichts zu suchen hätte.

    Und so kann man ihr eben vorwerfen, sie würde das nur machen, weil sie "zu schlecht fürs Männer-Darts" sei.

  • Habe ja meine Meinung oft genug hier belegt.

    Das Noah jetzt gar nicht mehr PDC spielen will ( Rücktritt ) , denke sagt auch was aus. Kann natürlich sein das es erstmal aus Enttäuschung ist. Dann kann man das ja wieder revidieren .

  • Naja, Taylor und Littler sind Männer. Darum spielen sie besser, als Frauen.

    Man geht mit der Entscheidung wie so oft den weg des geringsten Widerstand. Angenommen van Leuven wäre sogar besser, als Littler, und würde das gesamte Darts dominieren - man würde es als Bestätigung sehen daß sie ja "eigentlich ein Mann" sei, und im Frauendarts nichts zu suchen hätte.

    Und so kann man ihr eben vorwerfen, sie würde das nur machen, weil sie "zu schlecht fürs Männer-Darts" sei.

    Ich denke in der ursprünglichen Argumentation ging es darum, dass sowohl Littler als auch Taylor nicht die im Artikel angesprochenen athletischen Charakteristika haben. Sie sind eher klein, haben keine langen Gliedmaßen, keine größere Muskelmasse etc..

    Keine zwei Handvoll der aktuellen TC Dartsspieler würden mit einfallen, denen man wirklich unterstellen könnte sie seien gut trainiert. Zwar werden die klar übergewichtigen Spieler gefühlt etwas weniger, aber die werden eher durch schlacksige Lauchs (bin selber einer, deswegen ist es nicht abwertend gemeint) ersetzt als durch wirkliche Athleten.

    Einmal editiert, zuletzt von xoomxoom (13. April 2026 um 13:05)

  • Jam, die athletischen Charakteristika sind nicht wirklich nachvollziehbar. Beim Basketball hat man Vorteile, wenn man besonders groß ist. Trotzdem gibt es auch da immer wieder mal Starts, oder sogar "Super-Stars", die nun nicht gerade wirklich groß sind. Und es gibt auch Leute, die sind zwar sehr groß, aber trotzdem nicht gut im Basketball.

    Gernell würde ich schon sagen, daß es eine Tendenz gibt, daß Männer bessere Dartspieler sind, als Frauen. Das zeigt einfach die Statistik. Insofern könnte Noah eben doch einen gewissen Vorteil gegenüber anderen Frauen haben - und das ist ja der springende Punkt. Ich persönlich hätte sie definitiv trotzdem weiter auch in der Women's Series spielen lassen.

    Ob man das nun anhand der "Athletik" oder anhand dessen, daß Frauen noch nicht so lange Darts spielen festmachen kann - naja, ich weiss nicht. Andererseits wird das ja immer ins Feld geführt, warum zB deutsche Spieler international nicht zur Spitze gehören, weil die Deutschen einfach noch nicht so lange Darts spielen.

  • Ob man das nun anhand der "Athletik" oder anhand dessen, daß Frauen noch nicht so lange Darts spielen festmachen kann - naja, ich weiss nicht. Andererseits wird das ja immer ins Feld geführt, warum zB deutsche Spieler international nicht zur Spitze gehören, weil die Deutschen einfach noch nicht so lange Darts spielen.

    Das sind ja hoffentlich die Fragen, die in dem besagten Bericht geklärt bzw. berücksichtigt wurden. Leider wissen wir das bisher nicht.

    Meine Lieblings-26er: T5-D5-S1, T1-T1-S20, S13-S12-S1, D12-S1-S1

  • Ob man das nun anhand der "Athletik" oder anhand dessen, daß Frauen noch nicht so lange Darts spielen festmachen kann - naja, ich weiss nicht. Andererseits wird das ja immer ins Feld geführt, warum zB deutsche Spieler international nicht zur Spitze gehören, weil die Deutschen einfach noch nicht so lange Darts spielen.

    Dass Frauen noch nicht so lange Darts spielen stimmt ja auch nur bedingt. Die spielen auch schon ziemlich lange. Die Turnierstruktur ist nur teilweise noch nicht so lange da und vor allem sind die Frauen Touren bei weitem nicht so professionalisiert wie die der Männer.

  • Ich verstehe nicht, wie es dann jetzt "andersrum" sein soll.

    Es gibt ja nicht nur Transfrauen, sondern auch die andere Version.

    Dürfen die dann in der Woman series spielen? Mit Bart vielleicht und sonstigen Veränderungen?

    Für mich stinkt das nach ganz übler Diskriminierung!!!

    Noah hat ihre Transition offen gelegt, aber viele halten so etwas lieber unter Verschluss. Durch solche Regelungen wird's dann öffentlich???

    Bin beruflich damit viel konfrontiert (Krankenhaus), und sag es mal so: es gibt ziemlich viele, aber den meisten sieht man es nicht an, vor allem Frau zu Mann. Und die sagen es erst, wenn es absolut unvermeidlich ist.

    Sorry, da war die 3 Jahres Regel wesentlich besser (irgendwo gab es die, ich weiß nur nicht mehr wo):

    Geschlecht wechseln, alles gut, dann noch 3 Jahre warten und dann Neustart in der neuen Gruppe, ohne Gehampel.

    Das NvL jetzt keinen Bock mehr hat, kann ich gut verstehen, sie sollte deta echt verklagen. Soll Deta halt mehr trainieren, vielleicht gewinnt sie dann.

    Target Nathan Aspinall K95 24g, 1. 180 am 16.03.2026, Höchstes Highfinish: 115, Shortgame: 17 Darts

  • Klar, sie kann bei den offenen Turnieren teilnehmen, sofern sie sich qualifizieren kann. Das hat sie bisher aber, wenn ich es recht erinnere, überwiegend über die WS geschafft.

    Was ich als Diskriminierung empfinde, ist jemanden wie Noah (lebt ausschließlich als Frau und sieht auch so aus) wie einen Mann zu behandeln.

    Target Nathan Aspinall K95 24g, 1. 180 am 16.03.2026, Höchstes Highfinish: 115, Shortgame: 17 Darts

  • Aus welchem Grund sollte sie Deta genau verklagen? Gegen welches Gesetz hat Deta denn verstoßen?

    Ich glaube kaum, das es schon eine Straftat darstellt, auf einem Frauenturnier nicht gegen Transfrauen spielen zu wollen.

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