Wird es je jemand geben der besser ist als Taylor

  • Was man bei all der Diskussion um fehlende Konkurrenz auf professioneller Ebene nicht vergessen darf: Konkurrenz treibt zu Höchstleistungen an.

    Wenn es keinen echten Challenger gibt der dir regelmäßig die Stirn bietet, ist die Gefahr groß das eigene Niveau nicht steigern oder hoch halten zu können.

  • Ist dann nicht die Leistung eines Phil Taylors noch viel höher einzuschätzen?
    Da er ja mit seinen Kennzahlen heute noch in der Weltspitze ganz vorn mitspielen würde.....;)

    Lieblingsspieler: James Wade, Gary Anderson

  • Ist dann nicht die Leistung eines Phil Taylors noch viel höher einzuschätzen?
    Da er ja mit seinen Kennzahlen heute noch in der Weltspitze ganz vorn mitspielen würde.....;)

    Genau das wollte ich damit ausdrücken ;) Die bisherige Diskussion schiebt fehlende Konkurrenz ja eher in die Ecke: Nicht so krasse Leistung.

  • Schade, dass so ca. 5 Jahre nach August - Dezember 2011, als dieser Thread ursrprünglich mal lief, keiner daran gedacht hat, ihn mal mit Michael van Gerwen wiederzubeleben ^^

    Das hätte ich auch noch gerne gelesen, was für ein schöner Blick zurück :)

    Meine Lieblings-26er: T5-D5-S1, T1-T1-S20, S13-S12-S1, D12-S1-S1

  • Ich weiß gar nicht, warum der Mensch immer das Bedürfnis zu haben scheint, den besten Spieler oder die beste Mannschaft aller Zeiten in einer Sportart festlegen zu müssen. Ein Spieler oder eine Mannschaft sind doch immer auch "Produkte" ihrer jeweiligen Zeit und Generation und ihre Leistungen und Leistungsfähigkeit entsteht ja nicht einfach isoliert im luftleeren Raum. Der Messi von vor ein paar Jahren wäre doch nicht derselbe Messi, wenn er zu Beckenbauers Zeiten gespielt hätte, wie auch der Alcaraz von heute nicht derselbe Alcaraz wäre, wenn er in der Borg-Generation aktiv gewesen wäre. Die spanische Fußball-N11 anno 2010 hätte es 1980 in dieser Form wohl auch nicht gegeben. Und so wäre Littler auch ein anderer, wäre er Zeitgenosse von Bristow gewesen.

    Man kann aus meiner Sicht immer nur allerhöchstens von "einem der besten Spieler aller Zeiten" oder "einem der besten Teams aller Zeiten" reden, aber nie über Generationen hinweg zu diesem Urteil kommen.

  • Genau das wollte ich damit ausdrücken ;) Die bisherige Diskussion schiebt fehlende Konkurrenz ja eher in die Ecke: Nicht so krasse Leistung.

    Sehe ich nicht so. Eher in die Richtung, damals hat er mit den Zahlen jeden geschlagen. Heute wurden die Zahlen nicht mehr genügen um jeden zu schlagen. Er würde heute sicher auch noch viel gewinnen, aber nichtmehr 5x WM in a row.

  • wie kann man den Faktor "bessere Boards, besseres Material Barrel/Schaft/Flights" in die Bewertung einbeziehen? wenn ich die alten Board mit den dicken Drähten sehe denke ich fast das war eine andere Sportart.

    Sicherlich ist die Wurfgenauigkeit gleich, aber z.B. durch ein dünneres Tungsten Barrel ist definitiv mehr Platz im Triple/Doublefeld und durch den dünneren Draht ebenfalls.

    Sicherlich nur Marginalien, aber in diesem Leistungslimit wird überall geschraubt wie zukünftig im Bereich Ernährung/Fitness/Mentaltraining

  • Im Schach wird sowas auch immer mal wieder gefragt:

    Könnten Morphy, Capablanca oder Aljechin heutzutage auch Weltmeister werden oder zumindest in der Spitze mithalten?

    Nun, wenn sie sich als Weltmeister in eine Zeitmaschine setzen würden und hier auftauchen, dann ganz sicher nicht. Sie hätten keine Chance. Das Schach, die Hilfsmittel und das Training haben sich so stark weiterentwickelt, dass sie wohl chancenlos wären.

    Was ist aber, wenn man sie als Baby hierherholen würde und sie in dieser Zeit aufwachsen könnten und auf ihrem Talent in der neuen Zeit aufbauen? Dann ist die Antwort schon weit weniger klar.

    Man muss die Spieler immer im Kontext ihrer Zeit und ihrer damaligen Konkurrenten sehen.

    Das dürfte beim Dart auch nicht anders sein.

    "Ein einziger bewusster Gedanke, der durch den Kopf schwirrt, lenkt den Pfeil in der Richtung auf sein Ziel ab"
    (Zen und die Kunst des Bogenschießens)

  • Meiner Meinung nach ist Phil Taylor nicht nur der erfolgreichste, sondern Stand jetzt auch der beste Spieler aller Zeiten. Rein die Averages heranzuziehen genügt mMn nicht für einen Vergleich. Ich bin hier bei schnizzel und Tomcat71 : Taylor kam viel seltener in den Genuss als MvG und erst recht die Spieler von heute, reine Scoringlegs spielen zu dürfen, die den Average natürlich nach oben treiben. Hinzu kommen die Faktoren, die glieder-martin aufgezählt hat, wie die dicken Drähte, die sicherlich auch das ein oder andere Triple verhindert haben.

    Luke Littler hat zuletzt das Niveau von Taylors Prime erreicht, allerdings darf man hier noch die Frage stellen, wie lange er in der Lage ist, das Niveau zu halten. Vielleicht kann er es aber sogar noch mehr steigern. Btw, der Jahresaverage ist für mich auch nicht so aussagekräftig zum Vergleich. Heutzutage gibt es mehr (mögliche) Spiele und v.a. bei Littler auch viele Spiele, wo er nicht an seine Leistungsgrenze geht. Da muss man eher bei den Majorturnieren auf die Zahlen schauen.

    Doc Dart Spannend diesen Aspekt in Frage zu stellen, aber ich kann diese Suche nach dem Besten auch sehr gut nachvollziehen und bin wie man sieht auch voll dabei ^^. Aber stimme dir zu, das Ganze hat immer seine Grenzen mit der Vergleichbarkeit. Aber mit ein bisschen Flexibilität ist das schon in gewisser Weise möglich finde ich... ich liebe es z.B. auch im Boxen gewichtsübergreifende p4p-Listen zu erstellen - das ist auch so eine Sache, die immer wieder zu Diskussionen führt in der Sinnhaftigkeit ^^.

    Meine 3 Lieblingsspieler: Flo Hempel, Gary Anderson, Niko Springer 1.D2.D3.D

    Erweiterter Kreis: Schindi, Domi, Barney, Humphries, Noppert, Gezzy, Hopp

  • Was ich auch einen spannenden Aspekt finde, den ich in letzter Zeit öfters auf Twitter/X gelesen habe, dass Taylor der (deutlich) bessere Werfer war, aber Littler einfach viel bessere Gruppen wirft, vor allem natürlich den Steckwinkel.

    Und wir haben ja auch in der aktuellen Zeit ein Beispiel mit Gian van Veen, dessen Darts stecken ja relativ ähnlich drinnen und auch da gibt es dasselbe Muster, er hatte glaub ich bei der WM eine höhere T20-Quote mit dem ersten Dart als Littler, aber Littler wirft einfach mehr 180er.

    Vielleicht etwas Off-Topic:

    Erkennt ihr eigentlich ein Muster, wann Van Veen von der T20 wegwechselt, ich hab mir bei der WM oft gedacht, dass das Feld komplett zugebaut ist (wenn der Dart ganz knapp über der T20 ist) und er aber trotzdem oben bleibt und ihn auch dann wirklich oft irgendwie reindrückt.

    Und ja mir ist klar, dass Van Veen ein exzellentes Board Managment hat und oft schon bei 4xx aus taktischen Gründen auf ein Feld wirft.

  • Vielleicht etwas Off-Topic:

    Erkennt ihr eigentlich ein Muster, wann Van Veen von der T20 wegwechselt, ich hab mir bei der WM oft gedacht, dass das Feld komplett zugebaut ist (wenn der Dart ganz knapp über der T20 ist) und er aber trotzdem oben bleibt und ihn auch dann wirklich oft irgendwie reindrückt.

    Und ja mir ist klar, dass Van Veen ein exzellentes Board Managment hat und oft schon bei 4xx aus taktischen Gründen auf ein Feld wirft.

    Ich glaube das hängt davon ab, ob das Feld für ihn zu ist oder nicht. Wenn man selber spielt hat man das ja auch, dass man manchmal denkt das Feld ist zu und manchmal, dass da noch Platz ist. Das kann von außen dann durchaus auch gegenteilig wirken. Und wir sehen den Dart ja nicht so wie van Veen ihn sieht. Da geht es sehr wahrscheinlich um Millimeter, die da den Ausschlag geben.


  • Sorry aber so eine pauschale Behauptung ist einfach grober Unfug. Natürlich gibts das noch und ich würde mal behaupten, dass das von einem großen Teil der aktuellen Tourcardholder noch immer genau so betrieben wird. Bestes Beispiel dafür ist Ricardo Pietreczko, er hat sich selbst erst kürzlich in einem Podcast als "Old School Darter" bezeichnet und in diesem Zusammenhang gesagt, dass er im Training eigentlich nur Darts wirft und weder Fitness noch Mentaltraining betreibt.
    Klar, gerade letzteres würde seinem Spiel wahrscheinlich sehr zugutekommen und noch weitere Prozentchen rauskitzeln aber wie man sieht, schafft man es auch ohne diese Methoden, sich konstant in den Top 40 der Weltspitze zu halten.

    Darum ging es doch gar nicht, bzw hab ich das nicht abgestritten.

    Es ging sich um die jungen Dartspieler im Alter von 12-18. Die wachsen halt mit diesen ganzen technischen Möglichkeiten zur Verbesserungen auf, spricht ja auch nix gegen. In jeder Sportart verändern sich die Trainingsmöglichkeiten.

    Nur hatten die Spieler vor 20 Jahren diese eben nicht und können trotzdem noch mithalten.

  • Heute ist die Leistungsdichte einfach massiv breiter aufgestellt.

    Das ist heute in fast jeder Sportart so.

    Früher gab es bei einigen Sportarten Legenden, die über Jahre unerreichbar waren. Ich denke das wird es heutzutage nicht mehr geben.

    Ich bin früher Skateboard gefahren. Das was über Jahre evt sogar zwei Jahrzehnte nur Tony Hawk konnte, machen heute 10 Jährige Kinder.

    Love the Darts

  • Zitat von Berti Vogts

    "Die Breite an der Spitze ist dichter geworden"

    :)

    "Ein einziger bewusster Gedanke, der durch den Kopf schwirrt, lenkt den Pfeil in der Richtung auf sein Ziel ab"
    (Zen und die Kunst des Bogenschießens)

  • Kann man eigentlich beziffern welchen Unterschied moderne spitzen, darts und boards im Vergleich zum Material von vor 15-20 Jahren haben?

    Eigentlich müssten Taylor's dicke darts und kurze spitzen von damals ja Nachteile haben, andererseits hat da vielleicht sein Stil mit dem flachen steckwinkel auch was kompensiert

  • bezüglich littler glaube ich das er noch nicht am Ende der Entwicklung ist und ich würde ihm auch Jahresaverages von 103-104 zutrauen.

    Ich nehme ihm das ganze ich spiele nur playstation zwar nicht wirklich ab, aber ich glaube schon das mit noch mehr fokus im training da noch 2-3 punkte mehr drin sind.

    Dann wird es für die Konkurrenz noch düsterer:)

    2 Mal editiert, zuletzt von dominik1346 (15. Januar 2026 um 11:22)

  • Kann man eigentlich beziffern welchen Unterschied moderne spitzen, darts und boards im Vergleich zum Material von vor 15-20 Jahren haben?

    Beziffern könnte ich persönlich es nicht. Aber ich würde einfach mal behaupten, dass die dünnen Barrels und längeren Spitzen von heute den Profis mehr Optionen im Scoring bieten, wohingegen es im Amateurbereich relativ egal sein sollte, da man ohnehin nicht in die Sphären vordringt, die ein besonders häufiges "Gruppieren" der Darts erfordert.

  • Beziffern könnte ich persönlich es nicht. Aber ich würde einfach mal behaupten, dass die dünnen Barrels und längeren Spitzen von heute den Profis mehr Optionen im Scoring bieten, wohingegen es im Amateurbereich relativ egal sein sollte, da man ohnehin nicht in die Sphären vordringt, die ein besonders häufiges "Gruppieren" der Darts erfordert.

    Klar, wenn ich 45er werfe ist es egal:).

    Meinte halt ob taylor mit 45mm spitzen, sub 1mm wires im board etc noch höher hätte scoren können

  • Klar, wenn ich 45er werfe ist es egal:).

    Meinte halt ob taylor mit 45mm spitzen, sub 1mm wires im board etc noch höher hätte scoren können

    Du ahnst gar nicht, wieviele 45er-Spieler ich kenne, die dreistellige Summen für den heißesten Scheiß auf dem Steeldartsmarkt ausgeben. :)

    Zu Taylor: Schwierig zu beantworten, da er mit einem anderen Setting auch seinen Wurfstil hätte anpassen müssen, was natürlich kontraproduktiv für seine Statistiken hätte sein können.

  • Du ahnst gar nicht, wieviele 45er-Spieler ich kenne, die dreistellige Summen für den heißesten Scheiß auf dem Steeldartsmarkt ausgeben. :)

    Zu Taylor: Schwierig zu beantworten, da er mit einem anderen Setting auch seinen Wurfstil hätte anpassen müssen, was natürlich kontraproduktiv für seine Statistiken hätte sein können.

    Bin auch wieder auf 30er spitzen nachdem ich am anfang dachte lange spitzen sind voll geil:)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!