• Es geht mir ja explizit um die Spieler, die nicht wegen den ET Qualis spielen, sondern eine Tourcard gewinnen wollen.


    Selbst die, die mit dem festen Vorhaben eine TC zu gewinnen antreten, nehmen ja gerne den "Trostpreis" mit, die ET-Qualifier ohne Extrakosten spielen zu können. Ich denke es gibt sehr wenige, die, wenn sie am Ende der QS ohne TC dastehen, sagen werden: "Ne, kein Bock auf ET. Dann warte ich wieder ein Jahr oder fliege lieber regelmäßig rüber zur CT und verballere da noch ein wenig Geld und evtl. Urlaubstage.

    Diese Jungs sollten ja zum einen spielerisch gut genug sein, sowie einen finanziellen Plan in der Hinterhand haben.


    "Sollte" sollte Vieles. Wenn man sich am Ende die Averages bei DC anschaut, hätte so mancher das Antrittsgeld auch besser für andere Dinge verwenden "sollen".

    Wenn man auf eine TC hofft, sollte man ja vom Niveau auf der Challange Tour nicht überfordert sein.


    Ist halt ein unterschiedliches System. Bei der QS wird die Tagesform (direkte TC) bzw. Leistung über ein verlängertes Wochenende (QS-OoM) belohnt. Bei der CT ist es eine ganze Saison, also mehr auf Konstanz ausgelegt. D. h., dass Spieler, die bei der CT nicht den Schnitt der Spitze über einen längeren Zeitraum spielen können, aber dennoch in ihren Leistungsspitzen hin und wieder das Niveau erreichen, eher bei der QS erfolgreich sein werden. Durch gute Tagesform, Losglück etc.

    Wenn ich an dt. Spieler wie Münch, Artut oder Seyler denke, würde ich ihnen noch eher eine TC über die QS zutrauen (sogar mit einem Tagessieg), als einen Platz in den Top 8 der CT-OoM über eine ganze Saison.

    Diese Hoffnung/Möglichkeit ist natürlich auch der Gedanke vieler "YOLO-Starter" (Average < 70), die auf der CT auf Strecke niemals Land sehen würden.

    Ist ja in anderen Sportarten nicht anders: Ein Amateurclub kann im DFB-Pokal immer mal die ein oder andere Runde gegen Profis überstehen. Aber in Liga 1 oder 2 würden sie auf ein ganzes Jahr nur untergehen.

  • Noch mal zwei gute Beispiele für den Vergleich Long-Term vs. Short-Term bzw. CT vs. QS:

    Darren Beveridge und Martin O'Boyle scheiterten in der letztjährigen UK-Q-School nur durch die Anzahl der Siege an der TC über die OoM. O'Boyle gewann dabei am ersten Tag nur seine erste Partie, am zweiten Tag gab es direkt eine Niederlage. Tag drei und vier schaffte er es dagegen jeweils in die vorletzte Runde.

    Beide spielten daraufhin die komplette CT 2019. O'Boyle schaffte es dort nur ein einziges Mal in ein VF, beendete die Saison auf Platz 94 der CT-OoM mit £600.
    Beveridge gewann in der Saison sogar Event 5 (£2000), dafür waren aber auch elf Teilnahmen ohne Kohle dabei. Am Ende war es Platz 18 mit £2900.

    Fast durch Leistungen "on point" 'ne TC geholt, aber auf eine ganze Saison, wo Ausdauer und Schnitt zählt, keine wirkliche Chance über die CT gehabt.

    Einmal editiert, zuletzt von moerfi (9. Januar 2020 um 18:53)

  • Ich glaube du hast mich falsch verstanden, es ging mir nicht darum die Tourcard über die Challange Tour zu gewinnen. Bloß die Chance zu haben, sich für die ersten Players Championships als Nachrücker anzubieten. Alles was du sagst stimmt natürlich, ich hätte bloß gern den Versuch von den deutschen Spielern gesehen, die eigentlich Profi werden möchten.

    Christian Bunse army! :cool:

    Einmal editiert, zuletzt von Michi180 (9. Januar 2020 um 19:34)

  • Für jeden, der ernsthaft eine Tour Card will, sollte wenigstens das erste Challenge Tour Wochenende tatsächlich ein Muss sein. Wenn sich die Regeln nicht ändern und es da für einen sehr gut läuft, kann man dadurch zu den Nachrückern bei den ersten 12 PCs gehören. Dann könnte man die CT sogar sukzessive weiterspielen (wobei die CT-Wochenenden manchmal blöd parallel zur ET liegen), um mindestens die Nachrückerposition zu halten und vielleicht sogar am Ende noch auf mehr zu gehen.

    Und wenn's am ersten Wochenende nicht lief, kann man's ja einfach sein lassen und sich für den Rest des Jahres auf die ET-Qualis konzentrieren.

  • Bloß die Chance zu haben, sich für die ersten Players Championships als Nachrücker anzubieten. Alles was du sagst stimmt natürlich, ich hätte bloß gern den Versuch von den deutschen Spielern gesehen, die eigentlich Profi werden möchten.

    Ja das stimmt schon, im letzten Jahr wurden durch das erste CT - Wochenende die Nachrücker für die ersten 16 Players Championship - Turniere ermittelt, dieses Jahr werden es immerhin die ersten 12 PC - Turniere sein.
    Wenn ein deutscher Spieler denn die Ambitionen hat Profi zu werden, sollte man diese Möglichkeit eigentlich nutzen, da bin ich ganz bei dir.

  • Bloß die Chance zu haben, sich für die ersten Players Championships als Nachrücker anzubieten.


    Wie gesagt, weil bei ähnlich hohem finanziellen Aufwand weniger bei rumkommt als bei der QS. Egal ob im Erfolgs- oder Misserfolgsfall.

    Wenn ein dt. Spieler das erste CT-Wochenende Ende Januar spielen möchte, sollte er mal mit ~500€ an Kosten rechnen, wenn er nicht gerade mit dem Fernbus fahren und in einem Hostel übernachten möchte. Im besten Fall schafft er es vielleicht sich weit vorne zu platzieren (wahrscheinlich werden am ersten Wochenende auch wieder überdurchschnittlich viele Spieler dabei sein) und für einige PC-Events als Nachrücker in Frage zu kommen. Dafür müsste er auch immer wieder für hohe Kosten anreisen. Die ET-Qualis darf er trotzdem nur limitiert und gegen zusätzliche Kosten spielen. Im schlimmsten Fall geht er komplett ohne Kohle raus, hat ein paar hundert Euro weniger in den Taschen und darf ebenso wenig die ET-Qualis ohne Zusatzkosten spielen.

    Bei der QS ist der finanzielle Aufwand ähnlich hoch, bietet aber sowohl im Erfolgs- als auch im Misserfolgsfall viel bessere Aussichten. Selbst wenn er komplett verkackt, bleibt ihm von dem eingesetzten Geld noch das Recht, die ET-Qualis zu spielen. Er hat die Chance auf ein Bühnen-Event im eigenen Land und £1000 im Hautpfeld, viel weniger Aufwand für Reisekosten und die Konkurrenz dürfte im HNQ nicht schwerer sein als auf 'nem CT-Event.

    Bei ähnlichen Budget springt über die QS einfach viel mehr raus und zur Profi-Ambition gehört mMn auch kluges Wirtschaften. Hätte ich ein Budget von ~500€ würde ich QS spielen. Hätte ich ein Budget von 1000-1500€ würde ich auch QS spielen und den Rest für die Kosten der ET-HNQs aufwenden, statt nur ein Wochenende nach England zum ersten CT-Wochenende zu fliegen.

    Was sollte denn deiner Meinung nach ein dt. Spieler machen, der nach dem ersten CT-Wochenende irgendwo im Mittelfeld platziert ist? Die Abstände sind sowieso nicht riesig, ein sehr gutes Wochenende und du kannst dich immer zu den PC-Nachrückern spielen. Das kannst du dir dann vor jedem Spieltag sagen: "Nur zwei gute Tage, dann kann ich zu den Top X aufschließen und habe Chancen auf ein paar PC-Events." Am Ende der Saison hat es vielleicht gar nicht gereicht, aber du hast jedes Mal mit der Hoffnung wieder mehr Kohle verbrannt und außer Erfahrung nichts gewonnen.

    Die CT wäre für Festlandeuropäer richtig interessant, wenn sie sich mal für ein Jahr in England niederlassen und sich dort ohne große Reisekosten und -stress auf den Sport konzentrieren könnten. Vielleicht eine deutsche Darts-WG aus 4-6 ambitionierten und talentierten Spielern, die wöchentlich an regionalen Turnieren auf höherem Niveau teilnehmen, PDC-Profis als Mentoren bekommen und eben die CT spielen. Ein Jahr lang komplett kellern und alle Vor- und Nachteile eines Profilebens genießen. Aber dafür bräuchte es natürlich das nötige Kleingeld bzw. Sponsoren.

    • Offizieller Beitrag

    Die ET-Qualis darf er trotzdem nur limitiert und gegen zusätzliche Kosten spielen. Im schlimmsten Fall geht er komplett ohne Kohle raus, hat ein paar hundert Euro weniger in den Taschen und darf ebenso wenig die ET-Qualis ohne Zusatzkosten spielen

    Verstehe ich nicht. Wenn man die Q-School gespielt hat, dann hat man genau gar keine Kosten bei den ET-Qualis. Mal von der Verpflegung und der Anreise, gegebenenfalls Hotel abgesehen. Gibt da ja kein Startgeld, wenn man Q-School gespielt hat. Gibt also keine Zusatzkosten.
    Sehe es auch so wie Michi180, dass es durchaus sinnvoll wäre für die Deutschen, die wirklich Ambitionen haben und Profi werden wolllen, da erstmal das erste CT Wochenede mitzunehmen.

  • Verstehe ich nicht. Wenn man die Q-School gespielt hat, dann hat man genau gar keine Kosten bei den ET-Qualis.


    Eben. Im ersten Absatz des Posts ging es auch darum das erste CT-Wochenende anstatt der QS zu spielen. Im zweiten dann warum das gleiche Geld in der QS besser angelegt ist. Als Vergleich, was im Falle eines totalen Scheiterns bei ähnlich hohem finanziellen Einsatz bleibt: Erstes CT-Wochenende eben nichts, QS zumindest die Sache mit den ET-Qualis.

    Michi180 hat sich ja ursprünglich darüber gewundert, warum so viele dt. TC-Anwärter die CT nicht spielen. U. a. das wird ein Grund dafür sein. Effizienzoptimierung. Man möchte die größtmöglichen Chancen bei geringmöglichstem Einsatz.

  • Challenge Tour darf man im Gegensatz zur Development Tour doch sowieso nur spielen, wenn man an der Q School teilgenommen hat.

    Aber ich halte es auch für sinnvoll, dass erste Challenge Tour Wochenende mitzuspielen. Wenn man schon für 12 Turniere in guter Nachrückposition ist und man da durchaus gut spielt, kann es, wenn man vielleicht sogar für weitere Turniere nachrückt, auch mit der Quali für die PC Finals reichen, Edhouse hätte es als Associate ja beinahe geschafft.


  • Darf man ja gar nicht. Geht nur mit Q-School Teilnahme.


    Stimmt. Ich hatte irgendwie im Kopf, dass es die Möglichkeit über eine separate PDPA-Mitgliedschaft gibt, sich an der CT zu beteiligen.
    Aber am finanziellen (Mehr-)Aufwand/Risikomanagement ändert das ja nicht wirklich etwas. Die weiteren Kosten (nach Scheitern bei der QS) für ein Wochenende zu den ersten vier CT-Events sehen die deutschen Spieler wohl besser in die ET-HNQs investiert, die dazu terminlich auch noch besser im Voraus planbar sind.


  • Stimmt. Ich hatte irgendwie im Kopf, dass es die Möglichkeit über eine separate PDPA-Mitgliedschaft gibt, sich an der CT zu beteiligen.
    Aber am finanziellen (Mehr-)Aufwand/Risikomanagement ändert das ja nicht wirklich etwas. Die weiteren Kosten (nach Scheitern bei der QS) für ein Wochenende zu den ersten vier CT-Events sehen die deutschen Spieler wohl besser in die ET-HNQs investiert, die dazu terminlich auch noch besser im Voraus planbar sind.


    Ich hab das Posting, das die ganze Diskussion ausgelöst hat, so verstanden, dass Spieler mit Tourcard-Ambitionen im Normalfall sowieso schon budgetmäßig so aufgestellt sein sollten, dass das eine (erste) CT-Wochenende nicht gerade ein Loch in die Taschen reißen würde und deshalb praktisch Pflichtprogramm sein sollte, wenn es über die QS nicht gereicht hat. Das würde ich auch so unterschreiben.

    Wobei der Umkehrschluss aus der Tatsache, dass viele der ambitionierten Deutschen es bisher nicht so gemacht haben, natürlich sein kann, dass die Budgetplanung es eben in vielen Fällen doch nicht hergibt. Dann muss man allerdings fragen, ob diese Spieler auch in Vorbereitung auf den möglichen Tourcard-Gewinn alle Hausaufgaben erledigt haben. Gerade für die ersten paar PCs des Jahres ist die Reiseplanung usw. ja so oder so ziemlich kurzfristig zu erledigen, egal ob man an denen nun als frischgebackener Tourcardler oder als Nachrücker von der CT teilnimmt.

    Einmal editiert, zuletzt von Zeyes (10. Januar 2020 um 01:57)

  • Schön, dass auch Du Dich mal irren kannst und mal verbessert wirst :thumbup:


    Kein Problem. Du weißt doch: auf lange Distanzen wird eine 100-Prozent-Quote immer schwieriger zu halten. ;)

    Ich hab das Posting, das die ganze Diskussion ausgelöst hat, so verstanden, dass Spieler mit Tourcard-Ambitionen im Normalfall sowieso schon budgetmäßig so aufgestellt sein sollten, dass das eine (erste) CT-Wochenende nicht gerade ein Loch in die Taschen reißen würde und deshalb praktisch Pflichtprogramm sein sollte, wenn es über die QS nicht gereicht hat.


    Das Geld dafür aufbringen werden die meisten schon können, ist ja keine Unsumme. Aber es bleibt dann eben, selbst wenn es optimal läuft und man am Ende der ersten vier Events unter den Top 10 stehen sollte, immer nur ein sehr kurzer Zeitraum zwischen Meldeschluss und PC-Event. Bei den ersten beiden Wochenenden sind es elf Tage (waren es nicht manchmal sogar unter zehn?).

    Für den ein oder anderen, der einer geregelten Arbeit nachgeht, wird es da auch nicht immer so einfach möglich sein, kurzfristig Urlaub zu erbeten oder auch bereits genehmigten Urlaub wieder zu canceln, wenn z. B. Dienstpläne für einen Monat im Voraus festgelegt werden.

    Viele müssen ihr Urlaubsplanung für das komplette Jahr im Voraus abgeben. Als TC-Inhaber kann man sicher sagen, wann man wo spielen will und dann auch sicher dabei sein wird. Dementsprechend auch weit im Voraus Urlaub genehmigen lassen, Flüge und Unterkunft buchen. 2019 hatten wir, soweit ich mich erinnere, auch das ein oder andere PC-Event, bei dem nur ein oder zwei TCler nicht meldeten. D. h. man kann, selbst mit einer absoluten Top-Platzierung im CT-Ranking, nicht einfach mal "auf gut Glück" alles organisieren und buchen.
    Ich glaube, diesem Stress und der Ungewissheit ziehen viele dann lieber die sichere Planung mit den ET-Qualis vor.

    Und für das Gesamtbudget, was man für ein Wochenende England verbrät, bekommt man sehr wahrscheinlich schon zumindest die Fahrtkosten für alle dt. ET-HNQs raus.

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